...Johannes hat schon recht spät mit dem Reden begonnen - eigentlich hat er bis 2,5 Jahre in einer unverständlichen babysprache geplaudert (Wörter oder 2-Wort-Sätze), die NUR mein Mann und ich verstehen konnten.
Erst dann hat er langsam begonnen Wörter nachzubilden, wobei er auch heute noch sehr lange braucht, bis er ein Wort einwandfrei nachsprechen kann.
Ich hatte immer den Eindruck, dass er die Wortstruktur nicht erfassen kann, verstanden hat er immer alles, nur herausgebracht hat ers nicht. Mit knppen 3 Jahren hat dann fast alles mit b begonnen, nur die Polizei war die Tolizei
Zeitweise hab ich fast das Gefühl, dass er ein "Akustischer Legasteniker" ist - er hat zum Beispiel immer Sumig statt Musik gesagt; sein Favorit ist "Anhängerbuglung"
Jetzt ist er 3,5 Jahre alt und spricht eigentlich sehr deutlich, nachwievor fehlen ihm aber Buchstaben (sch, st, sp, k), das r kann er erst seit wenigen Wochen aussprechen, und manchmal fehlts noch...
Grammatikalisch wirds langsam, bisher hat er so schrecklich "falsch" Sätze gebildet, dass ich geschworen hab alle Gegnstände in der Schule zu übernehmen, nur nicht Deutsch, das halt ich nicht aus

Aber es wird besser, er hat zwar immer noch den Ball geschießt und den Saft getrinkt, und ihr und sein ist ihm sowieso unverständlich, aber immerhin sagt er nicht mehr das Papa, und der Julia und den Glas und den Mama
Sonst war Johannes aber recht früh dran, ist mit 5,5 Monaten frei gesessen, war mit 2 Jahren am Tag und in der Nacht sauber,...
Ich hatte immer das Gefühl, dass er sich zuerst auf alles andere konzentriert hat, und dann erst die Sprache für sich entdecken konnte. Drum war ich sehr froh, dass unser Kinderarzt eher immer beruhigt hat und keinerlei Druck ausübte. Das haben eh die Familienmitglieder übernommen

, mein Pap hat zum Beispiel bei jedem Anruf gefragt, "ob er schon mehr redet" *super

* Der Kinderarzt hat dann auch bei der 3Jahres Untersuchung gemeint, dass wir ihm in Bezug auf Logopädie mindestens 1 Jahr noch Zeit lassen können, da er erst so spät mit dem Sprechen begonnen hat.
Absolut zustimmen kann ich nur Matschy - umso weniger Druck wir auf ihn ausüben, umso mehr geht weiter, und in den letzten 3 Monaten hat er sooooooooo viel aufgeholt, dass ich selbst staune (als die, die immer an ihn geglaubt hat, und immer überzeugt war davon, dass er einfach nur nioch nicht reif dafür war)
Hab übrigens einen sehr interessanten Artikel gefunden, über Osteopathie - da wird beschrieben, dass Kinder mit einem Cephalhämatom auf der linken Hinterkopfhälfte oft aufgrund der erhöhten Schädelspannungen weit später zu sprechen beginnen... ist vielleicht zufall, dass Johannes so ein Hämatom mit über 10cm Durchmesser hatte, vielleicht aber auch nicht....
Irgendwie bin ich mir bei dem Gedanken immer so schlecht vorgekommen, da ich immer das Gefühl hatte nach einer Begründung für sein spätes Sprechen zu suchen, um nur ja nicht "Schuld daran zu sein" (zu wenig Sprachangebot oder sowas ähn liches - trifft aber eh sicher nicht zu). Aber, und das ist für mich schon bezeichnend - ich war mit ihm dann mit 2,5 Jahren bei der Osteopathin - und das ist eigentlich der Zeitpunkt, den ich für mich festhalte als den zeitpukt, als Sprache für johannes interessant wurde, da hat er (aus meiner sicht) begonnen sich damit auseinanderzusetzen, und ab diesem Zeitpunkt wurde er dann auch für außenstehende verständlicher...
Langer Rede kurzer Sinn: Ich bin schon immer fürs Abklären aller Möglichkeiten, aber zuviel Druck fördert das Kind in SEINER Entwicklung sicher nicht (will dir aber keinenfalls unterstellen, dass du Druck ausübst, nur weil du zur Logopädin gehst)
Alles Liebe!
Silvia