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Benutzerbild von Meli80
Meli80
 
Wann sind Kinder bereit fürs Klo/Topferl? - 15.06.2012, 22:18

Wie der Titel schon verrät, würde ich gerne wissen, wann ich erkenne das meine Maus reif fürs klo ist also windelfrei werden kann?

Sie war schon ein paar Male auf dem WC, hat ihr am anfang auch gefallen, auch wenn das reinpinkeln mehr oder weniger zufall war.
Wir hatten dann eine Pause weil ich zu arbeiten begonnen hab. Nun wollt ich es nochmal versuchen, sie will aber nicht auf dem WC sitzen, Windel mag sie aber auch nicht, nach dem Wickeln wehrt sie sich die Windeln wieder anzuziehen und sagt dann: Keine Windel

Woher weiss ich, das sie körperlich und auch emotional dazu bereit ist auf die Windel verzichtet und aufs WC geht?

Tipps wie ich das herausfinden kann?

Danke für eure Meinungen!
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Benutzerbild von ellela
ellela
 
15.06.2012, 22:20

Nutz den Sommer, lass sie ohne Windel herumlaufen so oft es geht.
Stell ihr irgendwo ein Topferl hin und zeig ihr das. Vielleicht noch ein Stockerl und einen Klositz (irgendwas einfaches, was sie sich selbst drauflegen kann).
Sag ihr, wenn sie Lulu machen muss soll sie dort hin gehen. Wenn sie am Boden Lulu macht soll sie dich rufen.
Und dann lass sie.
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Benutzerbild von Meli80
Meli80
 
15.06.2012, 22:28

danke für die tipps, werde mir noch topferl besorgen!

Kann es sein, dass sie nicht merkt, dass sie pipi muss? wenn ich sie ohne windel laufen lasse, und dann nach pipi frage, sagt sie nein, pinkelt dann aber in die U-Hose.
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Benutzerbild von ellela
ellela
 
15.06.2012, 22:31

Zitat:
Zitat von Meli80 Beitrag anzeigen
danke für die tipps, werde mir noch topferl besorgen!

Kann es sein, dass sie nicht merkt, dass sie pipi muss? wenn ich sie ohne windel laufen lasse, und dann nach pipi frage, sagt sie nein, pinkelt dann aber in die U-Hose.
Es kann natürlich sein, dass sie es nicht bemerkt. Es kann aber auch sein, dass sie vergisst, dass sie keine Windel anhat. Lass sie mal wirklich komplett nackert herumlaufen. Bei meiner wars in der ersten Zeit so, dass es nackig funktioniert hat und sobald was am Popsch war (wurscht ob windel oder HOse) sie hineingemacht hat.
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Benutzerbild von Meli80
Meli80
 
15.06.2012, 22:37

Zitat:
Zitat von ellela Beitrag anzeigen
Es kann natürlich sein, dass sie es nicht bemerkt. Es kann aber auch sein, dass sie vergisst, dass sie keine Windel anhat. Lass sie mal wirklich komplett nackert herumlaufen. Bei meiner wars in der ersten Zeit so, dass es nackig funktioniert hat und sobald was am Popsch war (wurscht ob windel oder HOse) sie hineingemacht hat.
Ahhhh ja, das könnte sein! Gut das wir dieses Wochenende so tolles Wetter haben, da kann ich es gleich ausprobieren!

Danke!
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(#6) [Permalink]
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Benutzerbild von lula
lula
 
15.06.2012, 23:10

Zitat:
Zitat von ellela Beitrag anzeigen
Es kann natürlich sein, dass sie es nicht bemerkt. Es kann aber auch sein, dass sie vergisst, dass sie keine Windel anhat. Lass sie mal wirklich komplett nackert herumlaufen. Bei meiner wars in der ersten Zeit so, dass es nackig funktioniert hat und sobald was am Popsch war (wurscht ob windel oder HOse) sie hineingemacht hat.

war bei meinen kinder genau das gleiche.

wir haben angefangen mit unten rum nackert und topferl, dann schlupfhose (geht schneller und können sie selbst),aber ohne u-hose und topferl und nach zwei wochen ging es auch mit u-hose super.

als das topferl dann gut geklappt hat, sind wir auf die klotreppe umgestiegen.

hat beide male wunderbar und sehr schnell funktioniert.
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Benutzerbild von Ina11
Ina11
 
18.06.2012, 22:41

mein Kleiner ist auch knapp vor dem Sauber werden. Ich nutze das schöne Wetter und lasse ihn im Garten mit Unterhose laufen. Ich hab' das Gefühl, wenn er mit Windeln unterwegs ist, merkt er gar nicht, dass er pinkelt. Bei der Unterhoser fällt ihm das Nasse meist sofort auf. In den letzten beiden Tagen hat er von sich schon zweimal gesagt, dass er muss.
Mal sehen wie's weitergeht. Bei meiner Tochter ist's auf diese Weise recht schnell gegangen. Nach einigen Versuchen im Garten wollte sie auch unterwegs ohne Windel sein. Hat zwar nicht immer geklappt, aber im Sommer ist's ja nicht schlimm mehrere Garnituren Wechselgewand mitzunehmen.
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Benutzerbild von Meli80
Meli80
 
22.06.2012, 20:14

Also, ich hab jetzt ein Topferl gekauft, das Musik spielt wenn sie rein macht. Ohne untern ohne funktioniert super, sie ist sofort ohne nachfragen, also ganz allein aufs Topferl gegangen.
Mit U-Hose funktioniert es noch nicht, da macht sie einfach rein.
Denke das liegt daran, weil sie denkt eine Windel zu tragen.
Wir machen jetzt einfach ohne weiter und versuchen es ein oder zwei Wochen später mal mit U-Hose!

Wichtig ist mir, dass sie Spass dabei hat!
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(#9) [Permalink]
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Benutzerbild von shirley
shirley
 
22.06.2012, 21:36

Bei meiner Tochter habe ich irgendwann mal bemerkt, dass sie einen anderen Gesichtsausdruck bekam bzw. eine "besondere" Haltung einnahm, bevor sie in die Windel machte (mit etwa 2,5).

Dann habe ich ich sie gefragt ob sie eigentlich spürt, das gleich Lulu kommen wird. Sie meinte ja ...
Das war für mich das "Startsignal" ihr zu sagen, dass sie es ja ohne Windel ausprobieren kann wenn sie es eh vorher schon merkt dass bald was kommt. Vorher hat sie sich auch schon mal spielerisch aufs Topferl oder aufs Klo gesetzt (schon frühzeitig ausgestattet mit Sitzverkleinerer und Schemel) und da gabs auch mal Zufallstreffer. Da habe ich ihr immer wieder mal gesagt, dass sie das auch so wie alle anderen machen wird wenn ihr Körper mal so weit ist und vorher spürt, wenn bald Lulu rauskommt. Und dass sie dann keine Windel mehr brauchen wird.

Aber zum Sauber werden gehört eben nicht nur dazu, den Harndrang rechtzeitig zu spüren und ihn auch ausreichend lange zurückhalten zu können, damit es sich noch rechtzeitig aufs Klo/Topferl ausgeht. Sondern auch die emotionale Bereitschaft, loszulassen, diesen Schritt auch bewältigen zu wollen.
In diesen Prozess bringt ein (Erwartungs-)Druck, auch wenn er scheinbar positiv stattfindet, recht häufig irgendwelche Irritationen rein. Sogar wenn sich ein Kind z.B. der Mama zuliebe ganz oft auf Klo setzten möchte in der Hoffnung, dass was reingeht weil die Mama sich dann so sehr freut ...
Dann liegt der Fokus beim Kind eben nicht auf seiner Körperwahrnehmung sondern darauf (scheinbare) Bedürfnisse von anderen zu erfüllen. Und das halte ich nicht für hilfreich bei diesem Thema.

Als offensichtlich war, dass ihre Blasensteuerung und -kontrolle schon ausgereift sein könnte, überlies ich es ihr, ob sie am Nachmittag (nach der Krippe) ohne Windel rumlaufen wollte.
Ich hab' ihr halt erklärt, dass sie gleich bescheid geben soll wenn sie etwas spürt damit wir ganz flott zum Klo sausen können. Offensichtlich war ihre Muskulatur aber auch recht fit und sie schaffte es immer rechtzeitig - es gab sogar anfangs kaum "Unfälle" (aber ich glaube auch, dass es Kinder gibt, die den Muskeln noch stärken müssen). Deshalb würde ich mit meinem Kind immer den Weg zurück zur Windel offenhalten wenns zuviele Unfälle gibt. Das kann nämlich auch beim Kind Scham und das Gefühl zu Versagen erzeugen. Da ist dann oftmals ein späterer Zeitpunkt für einen Neustart sinnvoll.

Ich hab' sie auch nicht erinnert weil wir eh ausgemacht haben, dass sie Bescheid gibt.
Und beim ersten "Erfolg" strahlte sie vor Stolz - ich freute mich mit ihr. Sie bekam aber von mir kein Lob, keine Belohnung. Dieser große Schritt in ihrer Entwicklung war für sie "Belohnung" genug.
Recht bald wollte sie mich auch nicht mehr informieren sondern sauste einfach allein aufs Klo. Und nach ein paar Wochen durfte ich nicht mal mehr mitgehen, weil sie sie mich dazu eh nicht braucht ...

Weil ich das aber so ganz "ihre Sache" sein ließ war sie auch ziemlich empfindlich, wenn ich meinte, sie solle z.B. vor einer Autofahrt probieren ob sie "muss". Da meinte sie ganz selbstbestimmt: Mama, ich spüre eh, wenn ich muss. Und jetzt muss ich einfach nicht. Warum soll ich mich dann auf Klo setzen.
Und sie hielt wirklich immer durch ... (allerdings habe ich ihr - mit ihr gut abgesprochen - bei der ersten wirklich langen Autofahrt bei der sie normalerweise einschlief - eine Windel raufgegeben).

Für mich ist das ein Entwicklungsschritt wie auch das Gehen lernen. Auch das hat meine Tochter aus eigenem Antrieb gelernt, ohne an der Hand führen, beim Aufstehen helfen etc. Und auch dafür gabs auch keine Belohnung, nur ein Mitfreuen mit meinem Kind, einfach die Anteilnahme an seinem Stolz.

Bei der Sauberkeitsentwicklung sehe ich das auch so: ich muss nur die Rahmenbedingungen herstellen, damit ich diesen Schritt für mein Kind praktikabel und bequem möglich mache. Aber es ist sein eigenes Ding - nicht meine Leistung. Und diese Haltung hat meinem Kind offenbar gut getan und es ist wirklich vollkommen stressfrei abgelaufen.
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Dieser Beitrag von shirley gefällt 6 Usern: Bez, blondieee, dasliserl, Lovely, OKTOBER2004, Romana
(#10) [Permalink]
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Romana
 
22.06.2012, 23:40

Zitat:
Zitat von shirley Beitrag anzeigen
In diesen Prozess bringt ein (Erwartungs-)Druck, auch wenn er scheinbar positiv stattfindet, recht häufig irgendwelche Irritationen rein. Sogar wenn sich ein Kind z.B. der Mama zuliebe ganz oft auf Klo setzten möchte in der Hoffnung, dass was reingeht weil die Mama sich dann so sehr freut ...
Dann liegt der Fokus beim Kind eben nicht auf seiner Körperwahrnehmung sondern darauf (scheinbare) Bedürfnisse von anderen zu erfüllen. Und das halte ich nicht für hilfreich bei diesem Thema.
Sehr schön geschrieben! Besser hätte ich nicht erklären können, warum ich nichts von Belohnung fürs Klo gehen halte ;-)
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(#11) [Permalink]
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shirley
 
23.06.2012, 00:21

Zitat:
Zitat von Romana Beitrag anzeigen
Sehr schön geschrieben! Besser hätte ich nicht erklären können, warum ich nichts von Belohnung fürs Klo gehen halte ;-)
Danke

Belohnungen - gerade bei so einem "Reifethema" - halte ich aus mehreren Gründen für kontraproduktiv.

Wenn das Kind es "für die Freude der Mama" macht kann das ja auch schnell mal ins Gegenteil umschlagen. Die meisten Kinder werden ja in der sog. Trotzphase sauber und da kann es ja leicht vorkommen, dass ein Kind mal schaun muss wie es ist, wenn es der Mama mal keine Freude machen will ...
Und andere Belohnungen, auch Pickerl etc. sind inflationär. Irgendwann wird man damit ja aufhören.
Das Kind könnte meinen, dass es sich jetzt nicht mehr "lohnt", so "brav" aufs Klo zu gehen.
Es wurde für eine "Leistung" quasi bezahlt, warum soll das plötzlich nichts mehr "wert" sein.

Davon abgesehen, dass dies alles sehr problematisch ist, wenn noch nicht mal die körperliche Reife vorhanden ist. Da müht sich ein Kind dann oft vergebens ab weil es die Ausscheidungen noch nicht kontrollieren kann und hat dann neben seinem Gefühl zu Versagen auch noch die "Strafe", keine Belohnung zu bekommen.

Natürlich sind Strafen, verärgtere, genervte Worte und Blicke mindestens so kontraproduktiv, besonders fatal wenn das Kind körperlich noch nicht so weit ist. Aber auch wenns "nur" am Wollen liegt kommt ein Kind ganz rasch in eine Oppositionshaltung. Dieser Widerstand kann bis zum Zurückhalten der Ausscheidungen führen der tw. in einen Teufelskreis mit chronischer Verstopfung führt. Das ist eine recht häufige "Nebenerscheinung" bei der Sauberkeitsentwicklung - der oft einen langen Leidensweg bedeutet.

Außerdem glaube ich dass ein Kind zutiefst spürt - wenn es eben "reif" ist, dass das keine Mühe oder Anstrengung ist die einen "Lohn" verdient sondern einfach soetwas wie ein sozialer Aufstieg der eben jetzt möglich ist, weil es das jetzt einfach kann.

Aber natürlich wurden und werden Unmengen an Kindern sogar trotz Belohnungen sauber
Bei vielen bringt allerdings genau das einen Wurm rein und lenkt den Blick davon ab, dass es eine ganz natürliche Sache ist, die nur vom Können&Wollen abhängt. Und genau das "Wollen" wird leicht durcheinandergebracht, je mehr Eltern den Prozess beeinflussen wollen. Wenns nicht so gut klappt, ständig Thema ist oder wohl auch, wenn das Kind ständig gefragt wird ob es nicht muss. Je mehr sich ein Kind auf die Signale seines Körpers verlassen lernen kann, desto unverkrampfter wird vllt. auch später sein Zugang zu Ausscheidungen sein. Dazu muss aber auch das im Vordergrund stehen und nichts anderes. Bei wievielen Erwachsene "funktioniert" der Stuhlgang z.B. nur auf der eigenen Toilette und auswärts "blockiert" das System ...

PS.: ich hab' selbst auch schon das eine oder andere Mal bei meiner Tochter ein Belohnungssytem (Pickerl) verwendet um ein Muster zu durchbrechen. Eigentlich aus Hilflosigkeit weil mir nichts anderes eingefallen ist, aber da steckte immer etwas dahinter, wo sich meine Tochter zumindest Mühe geben, quasi eine "Arbeit" verrichten musste, um das Ziel zu erreichen.

Geändert von shirley (23.06.2012 um 00:26 Uhr)
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dasliserl
 
23.06.2012, 00:24

Zitat:
Zitat von shirley Beitrag anzeigen
ich freute mich mit ihr. Sie bekam aber von mir kein Lob
darf ich da kurz nachhaken? ich teile deinen ansatz komplett, bei obigem frage ich mich allerdings (auch ganz generell, nicht nur beim sauberkeits-thema): WIE?!? wirklich blöd nachgefragt: was sagst du beim "mitfreuen ohne lob" genau? mir rutscht beim mitfreuen nämlich immer etwas wie "super! toll!" o.ä. raus, aber das IST ja lob. hast du da eine nette formulierung?

sorry für's o.t.
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Dieser Beitrag von dasliserl gefällt: OKTOBER2004
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shirley
 
23.06.2012, 00:47

Zitat:
Zitat von dasliserl Beitrag anzeigen
darf ich da kurz nachhaken? ich teile deinen ansatz komplett, bei obigem frage ich mich allerdings (auch ganz generell, nicht nur beim sauberkeits-thema): WIE?!? wirklich blöd nachgefragt: was sagst du beim "mitfreuen ohne lob" genau? mir rutscht beim mitfreuen nämlich immer etwas wie "super! toll!" o.ä. raus, aber das IST ja lob. hast du da eine nette formulierung?

sorry für's o.t.
Die Voraussetzung fürs "Mitfreuen" ist ja, dass sich das Kind selbst erstmal offensichtlich freut, etwas geschafft zu haben.

Dann empfinde finde ich ein "super! toll" auch eher als Mitfreuen als wenn ich das zu meinem im Moment emotionslosen Kind sage (noch schlimmer, wenn das Kind selbst von seiner Leistung enttäuscht ist und dann ein "Fremdlob" bekommt, dass es für nicht gerechtfertigt empfindet).
Es geht ja um Anteil nehmen, um das Teilen der Freude die das Kind hat.
(Im anderen Fall braucht es Ermutigung, dass wird man aber mit einem "super!" eh nicht erreichen, wenn das Kind selbst nicht davon überzeugt ist.)

Ich habe ganz oft gar nichts gesagt, einfach gelächelt und mit dem Kopf genickt.
Oder dazu gesagt, "ich freue mich für dich, dass dich das so glücklich macht/dass du soviel Freude damit hast".
Oder gefragt: "hmm, da bist du jetzt aber stolz drauf, dass du das geschafft hast."

An ihre erste eigenständige "Kloaktion" kann ich mich noch gut erinnern. Da ist meine Tochter vor Freude gehüpft und ich habe dann auch gestrahlt wie ein Honigkuchenpferd - weils einfach total ansteckend war. Und dann haben wir uns vor Freude umarmt. Aber es war irgendwie immer klar, dass es in erster Linie ihre Freude ist und ich mich für sie freue. Und nicht der Hintergrund ist, dass sie mir damit eine Freude bereitet.
(Das ist ja auch umgekehrt so: mein Tochter schenkt mir ein Bild - ich freue mich über das Geschenk. Und sie freut sich dann, dass ich so eine Freude daran habe)

Also unterm Strich glaube ich aber, dass ganz unabhängig von den Worten ein Kind ganz genau spürt, ob es ein "Mitfreuen" oder eine reine "Mama-Freude" ist.

Natürlich ist mir auch oft ein "Lob" als Bewertung rausgerutscht (z.B. die Zeichnung ist aber schön). Aber ich habe dann bald gemerkt dass mich meine Tochter dann oft gefragt hat, ob ich das jetzt super finde. Da habe ich sie dann zurückgefragt, ob es ihr selbst gefällt. Und mich wieder mehr darauf besonnen, zu beschreiben was ich sehe oder dass ich bemerke vieviel Mühe sie sich damit gegeben hat. Also das Bemühen anerkennen und nicht das Ergebnis bewerten.
Aber jetzt bin ich schon ziemlich OT...

Geändert von shirley (23.06.2012 um 00:56 Uhr)
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dasliserl
 
23.06.2012, 10:27

Zitat:
Zitat von shirley Beitrag anzeigen
Die Voraussetzung fürs "Mitfreuen" ist ja, dass sich das Kind selbst erstmal offensichtlich freut, etwas geschafft zu haben.

Dann empfinde finde ich ein "super! toll" auch eher als Mitfreuen als wenn ich das zu meinem im Moment emotionslosen Kind sage (noch schlimmer, wenn das Kind selbst von seiner Leistung enttäuscht ist und dann ein "Fremdlob" bekommt, dass es für nicht gerechtfertigt empfindet).
Es geht ja um Anteil nehmen, um das Teilen der Freude die das Kind hat.
(Im anderen Fall braucht es Ermutigung, dass wird man aber mit einem "super!" eh nicht erreichen, wenn das Kind selbst nicht davon überzeugt ist.)

Ich habe ganz oft gar nichts gesagt, einfach gelächelt und mit dem Kopf genickt.
Oder dazu gesagt, "ich freue mich für dich, dass dich das so glücklich macht/dass du soviel Freude damit hast".
Oder gefragt: "hmm, da bist du jetzt aber stolz drauf, dass du das geschafft hast."

An ihre erste eigenständige "Kloaktion" kann ich mich noch gut erinnern. Da ist meine Tochter vor Freude gehüpft und ich habe dann auch gestrahlt wie ein Honigkuchenpferd - weils einfach total ansteckend war. Und dann haben wir uns vor Freude umarmt. Aber es war irgendwie immer klar, dass es in erster Linie ihre Freude ist und ich mich für sie freue. Und nicht der Hintergrund ist, dass sie mir damit eine Freude bereitet.
(Das ist ja auch umgekehrt so: mein Tochter schenkt mir ein Bild - ich freue mich über das Geschenk. Und sie freut sich dann, dass ich so eine Freude daran habe)

Also unterm Strich glaube ich aber, dass ganz unabhängig von den Worten ein Kind ganz genau spürt, ob es ein "Mitfreuen" oder eine reine "Mama-Freude" ist.

Natürlich ist mir auch oft ein "Lob" als Bewertung rausgerutscht (z.B. die Zeichnung ist aber schön). Aber ich habe dann bald gemerkt dass mich meine Tochter dann oft gefragt hat, ob ich das jetzt super finde. Da habe ich sie dann zurückgefragt, ob es ihr selbst gefällt. Und mich wieder mehr darauf besonnen, zu beschreiben was ich sehe oder dass ich bemerke vieviel Mühe sie sich damit gegeben hat. Also das Bemühen anerkennen und nicht das Ergebnis bewerten.
Aber jetzt bin ich schon ziemlich OT...
danke für die ausführliche antwort! ja, ich bin eher der impulsive typ, ich freu mich immer gleich begeistert mit. aber du hast sicher recht, dass kinder den unterschied zwischen echter freude und "manipulationsversuch" spüren, (fast) egal, was man sagt.
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faraway
 
23.06.2012, 10:59

Ich erinner mich, wie meine Tochter (damals bissi über 2) neben mir am Klo stand, gewartet hat , bis ich fertig war, und dann die Arme in die Höhe gerissen hat und gebrüllt hat: "Jaaaaaaaaaaaaa! Lulu gemacht! Bavooooooooooooooooooooooooooo!"

Von wem sie das wohl hatte? Zum Glück ist sie trotzdem fast über Nacht tagsüber trocken geworden, allerdings erst später, ziemlich genau zu ihrem 3. Geburtstag.

Im Ernst: Von der Philosophie her steh ich voll hinter dem wenig-Loben-Ansatz - aber in der Praxis klappt es eher nicht, wie obiges Beispiel zeigt... ich hab aber auch das Gefühl, unterm Strich kommt es auf die Ehrlichkeit an...
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Bez
 
23.06.2012, 11:46

Zitat:
Zitat von faraway Beitrag anzeigen
Ich erinner mich, wie meine Tochter (damals bissi über 2) neben mir am Klo stand, gewartet hat , bis ich fertig war, und dann die Arme in die Höhe gerissen hat und gebrüllt hat: "Jaaaaaaaaaaaaa! Lulu gemacht! Bavooooooooooooooooooooooooooo!"

Von wem sie das wohl hatte?
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shirley
 
23.06.2012, 14:58

Zitat:
Zitat von faraway Beitrag anzeigen
Ich erinner mich, wie meine Tochter (damals bissi über 2) neben mir am Klo stand, gewartet hat , bis ich fertig war, und dann die Arme in die Höhe gerissen hat und gebrüllt hat: "Jaaaaaaaaaaaaa! Lulu gemacht! Bavooooooooooooooooooooooooooo!"

Von wem sie das wohl hatte? Zum Glück ist sie trotzdem fast über Nacht tagsüber trocken geworden, allerdings erst später, ziemlich genau zu ihrem 3. Geburtstag.

Im Ernst: Von der Philosophie her steh ich voll hinter dem wenig-Loben-Ansatz - aber in der Praxis klappt es eher nicht, wie obiges Beispiel zeigt... ich hab aber auch das Gefühl, unterm Strich kommt es auf die Ehrlichkeit an...
In der Praxis klappt es ja auch deshalb nicht, weils ja noch andere Menschen geben wird, die das Kind für alle möglichen Sachen loben werden.

Neben der Ehrlichkeit scheint mir aber vor allem die Haltung dahinter wichtig zu sein:
Wenn ich mein Kind "sauber bekommen möchte" oder ihm das Gehen "beibringen" möchte, dann werde ich es eher dazu animieren und locken. Wie oft sieht man das, dass Eltern (oder Großeltern) mit augestreckten Armen ihr Kind dazu bringen wollen, ein paar Schritte zu ihnen zu machen (obwohl es eben noch nicht wirklich gehen kann). Dann wackelt das Kind natürlich auf sie zu und fällt fast zu den Eltern rüber, es ist aber motorisch offensichtlich noch nicht zu weit.
Aber in diesen Fällen steht das Ziel der Eltern im Vordergrund und das Kind müht sich eben nur ab, um dieses Ziel zu erfüllen. Dann haben die Eltern vllt. auch eine ehrliche Freude, weil sie "ihr Kind dazu gebracht haben" und sehen das vielleicht sogar als ihre eigene Leistung an, es ist aber dann viel mehr ihr eigener Stolz. Auch wenn das Kind selbst sich dann auch freut, aber da teilt es wohl eher die Freude der Eltern bzw. sieht seine Leistung "belohnt" und macht das nur deswegen.

Dass ihr Kind auch ohne ihre Leistung - aus eigenem Antrieb, nicht "für die Eltern" - gehen gelernt hätte, ist dabei oft nicht im Blickfeld.

Das Gehen lernen findet halt noch in einer "unproblematischeren" Entwicklungsphase statt als das Sauber werden. Fiele es auch die die sog. Trotzphase (bzw. Autonomiephase), gäbs damit wohl ähnlich viele Probleme wie in der Sauberkeitsentwicklung und viel mehr "Geh-Verweigerer".

Und ich glaube auch, dass der Prozess der Windelfrei-Kinder auch deshalb einer ganz anderen Logik unterworfen ist. Die "verlernen" einerseits das Wahrnehmen ihrer Ausscheidungssignale nicht wie die Windel-Kinder und anderseits findet das Loslassen und das Reagieren auf die eigene Körperwahrnehmung einfach schon so viel früher statt - wo möglicher Widerstand einfach nicht das große Thema ist. In der Autonomiephase lehnen sich ja Kinder immer wieder mal nur gegen die "Macht ihres Körpers" auf, sei es bei den Ausscheidungen, beim Essen, beim Schlafen. Verbündet sich nun aus Sicht des Kindes die "Macht" der Eltern mit der Macht des Körpers, kommt es tatsächlich oft zu Widerstand, zu einem Machtkampf aus dem das Kind nicht mehr rauskommt.

Deshalb finde ich es so wichtig, gerade diese Themen so weit es irgendwie geht wirklich als "die Baustelle" des Kindes zu sehen und selbst nur als Begleiter an der Seite des Kindes zu stehen - und nicht sosehr selbst ein eigenes Ziel zu verfolgen, gegen das ein Kind dann vllt. ankämpft und schlimmstenfalls sogar dann gegen die Bedürfnisse seines eigenen Körpers handelt.

Geändert von shirley (23.06.2012 um 15:06 Uhr)
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Romana
 
23.06.2012, 22:36

Zitat:
Zitat von faraway Beitrag anzeigen
Ich erinner mich, wie meine Tochter (damals bissi über 2) neben mir am Klo stand, gewartet hat , bis ich fertig war, und dann die Arme in die Höhe gerissen hat und gebrüllt hat: "Jaaaaaaaaaaaaa! Lulu gemacht! Bavooooooooooooooooooooooooooo!"

Großartig! Kinder sind so toll darin, einem die Absurdität der eigenen Worte vor Augen zu führen ;-)
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Benutzerbild von shirley
shirley
 
25.06.2012, 22:08

Nochmal zur Ausgangfrage - da habe ich doch tatsächlich eine Checkliste mit "Indizien" entdeckt
(einige Punkte davon finde ich sehr interessant und bedenkenswert) - ist aber ein ziemliches Sammelsurium an psychischen und physischen "Reifestufen"...

"Ihr Kind ist möglicherweise bereit zum trocken werden, wenn es:
* regelmäßig Stuhlgang hat
* seine Hose selbst an und aus ziehen kann
* Dinge imitiert, die mit dem Toilettengang zusammenhängen (guckt interessiert zu wenn Sie zur Toilette gehen, möchte Unterwäsche tragen, ...)
* körperlich mitteilt, dass es Stuhlgang hat (es redet darüber oder macht Geräusche dazu)
* Stuhl und Urin benennen kann
* einfachen Anweisungen folgen kann
* die körperlichen Signale versteht, die bedeuten, dass es "muss" und Ihnen Bescheid geben kann, bevor es zu spät ist
sich in einer schmutzigen Windel unbehaglich fühlt
* "trockene" Zeiträume von drei bis vier Stunden hat (dies zeigt, dass die Blasenmuskulatur ausreichend entwickelt ist, um den Urin zu halten und zu sammeln)
* keine "alles verneinende" Haltung mehr hat
* versteht, dass Dinge an den Platz gebracht werden, an den sie gehören
* den Wunsch nach Unabhängigkeit zeigt
* laufen und sich hinsetzen kann"

http://www.hallo-eltern.de/M_Kleinki...ken-werden.htm
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