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Benutzerbild von bergie
bergie
 
Frage Häufungen von Selbstmord in einer Familie - 21.07.2004, 21:50

Nachdem sich in der Familie einer Jugendliebe von mir neulich schon das 4. Mitglied das Leben genommen hat (nach Vater, Cousin, einer Schwester, nun noch eine Schwester), frage ich mich, ob das genetisch bedingt sein kann oder ob die Familie einfach keine andere Strategie kennt, mit Problemen fertig zu werden? (Die Jugendliebe war sehr schwermütig, hat alles immer sehr persönlich genommen, damals dachte ich aber, es lege an der Pubertät). Andererseits ist die Familie sehr religiös (konservativ katholisch) und müsste sich ja vom Glauben her nicht getrauen, Selbstmord zu begehen. Ich bin sehr verwirrt und dachte mir, ich müsste meine Verwirrung hier offenlegen, ich hoffe, es fühlt sich niemand angegriffen!
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(#2) [Permalink]
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Benutzerbild von ylena
ylena
 
21.07.2004, 21:54

wenns aufgrund depressionen war, natürlich. wenn sie sich "gesund" das leben genommen haben (zb wegen liebeskummer) ist es sicher ein ganz besch... zufall.
(#3) [Permalink]
Alt
di
 
21.07.2004, 22:00

ich denke schon, dass depression und im aussersten falle selbstmord "in der familie" liegen. unter entfernten verwandten von mir gab es auch mal eine haeufung von selbstmorden....
lg
di
(#4) [Permalink]
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Benutzerbild von Q
Q
 
22.07.2004, 06:22

Viel wahrscheinlicher als eine genetische Bestimmung scheint mir eine soziale. Ursache könnte z.B. eine übertriebene Koppelung der Wertschätzung eines Familienmitgliedes an bestimmte Leistungen oder Tugenden sein. Wer da nicht als "Versager", als "schwarzes Schaf" leben will ...
(#5) [Permalink]
Alt
Lothar1962
 
22.07.2004, 07:30

In diesem Falle würde ich auch eher Andis Meinung unterstützen.

"Konservativ katholisch" klingt mir sehr nach festen Vorschriften, wie man leben, lieben, handeln, denken, fühlen, eben wie man sein soll.

Das muss nicht aufgezwungen sein - ist es meistens auch nicht. Das macht man sich dann irgendwann selber, aus allen möglichen Gründen.

Unter sehr religiösen Leuten ist leider der Suizid nicht so ganz selten - oftmals werden nämlich da keine Problemlösungsstrategien entwickelt und keine Möglichkeiten gesehen, die eigenen Probleme mit dem "falschen" Denken (sorry - nicht gut ausgedrückt) überhaupt zu bewältigen.

Man ordnet auch oftmals in die falsche Schublade ein: Eine Depression wird als "Glaubenszweifel" oder so ähnlich missgedeutet - der Betroffene öffnet sich nicht nach außen, weil er Angst davor hat - irgendwann scheppert es dann.

Oder man dreht die Sache anders herum: Warum ist ein Mensch "Konservativ katholisch" gläubig ? Hat er Probleme mit zu viel Meinungsvielfalt, kriegt er allgemein Probleme nicht gelöst? Sucht er Halt in einer vorgeblich "haltlosen" Welt? Ich will nicht alle Gläubigen über einen Kamm scheren, aber die von mir beschriebenen Persönlichkeitsstrukturen sind halt schon häufig - insbesondere bei eher jüngeren Gläubigen. Eine Person mit einer solchen Struktur hat praktisch immer Schwierigkeiten, massivere seelische Probleme konstruktiv zu lösen.

Und wenn man erst mal in den Teufelskreis "Mir gehts so schlecht, ich bin zu wenig gläubig" hineingerutscht ist, dann kommt man auch nicht mehr raus - denn dann fängt man an, sich richtig abzukapseln.
(#6) [Permalink]
Alt
deva
 
22.07.2004, 08:38

es gibt erwiesenermassen (auch) eine genetische komponente.
allerdings spielt hier das aufwachsen in einer deppressiv-düsteren familienaffäre sicher auch eine grosse rolle.
ich denk mir bei deinem jugendfreund lässt sich das sicher nicht leicht auseinanderdividieren.
(#7) [Permalink]
Alt
Izzy
 
22.07.2004, 10:10

dazu fallen mir immer familienaufstellungen ein. als ich damals einen vortrag vom hellinger besuchte und er video-mitschnitte von einigen seiner aufstellungen zeigte. bei einem fall ging's auch um eine serie von selbstmorden in einer familie, und es wurde dann auf erstaunliche weise deutlich gemacht, wie sehr das mit dem system innerhalb der familie zu tun hat...ganz genau kann ich mich nicht mehr erinnern. der urgrossvater hatte sich umgebracht, und darauffolgend gab es in jeder 2. generation einen selbstmord, wenn nicht sogar am genau gleichen tag, ohne dass die jeweiligen selbstmörder einen grossen bezug zu ihrem uropa oder den darauffolgenden hatten...

ähnlich vergleichbar mit handlungen/taten, die wir mit unseren müttern/vätern gemeinsam haben, welche meiner meinung nach, bei genauerer betrachtung, mehr sind als blosse zufälle (z.b. mutter wird mit 23 schwanger, ihre tochter genau so usw.)

lg
Izzy

p.s. wenn's geht, bitte keine familienaufstellungsdiskussion. das hatten wir grad erst
(#8) [Permalink]
Alt
Benutzerbild von doc.steel
doc.steel
 
22.07.2004, 10:17

lest ein paar bücher von erwin ringel - der übrigens gestern seinen 10. todestag hatte - einem diesbezüglichen genie.
da brauchts keine familienaufstellung oder ähnlichen schmonzes von ein paar selbsternannten heiligen...

m.m. nach sozial bedingt und erst danach genetisch.
(#9) [Permalink]
Alt
Nio
 
22.07.2004, 10:21

Zitat:
Zitat von doc steel
lest ein paar bücher von erwin ringel - der übrigens gestern seinen 10. todestag hatte - einem diesbezüglichen genie.
da brauchts keine familienaufstellung oder ähnlichen schmonzes von ein paar selbsternannten heiligen...

m.m. nach sozial bedingt und erst danach genetisch.
hi doc,

ich seh das ähnlich... ich denke die hemmschwelle selbstzumorden sinkt mit jedem diesbezüglichen fall in der familie... es bringt den selbstmord als echte alternative problemlösung ins spiel...

an eine genetische veranlagung glaube ich nur sehr bedingt...

lg, Nio
(#10) [Permalink]
Alt
nine
 
22.07.2004, 10:55

Zitat:
Zitat von Nio
hi doc,

ich denke die hemmschwelle selbstzumorden sinkt mit jedem diesbezüglichen fall in der familie... es bringt den selbstmord als echte alternative problemlösung ins spiel...
ich habe das auch so erlebt... leider in der eigenen familie bei meinen vorfahren. es wurde mir bis vor kurzem verheimlicht. erst ein weiterer freitod (ich bevorzuge dieses word dafür) brachte für mich das erst vor einem jahr alles zum tageslicht.
ich sehe das so, dass es für diese (meine verwandten) eine erlösung war, auch denke ich, dass in diesen fällen die unmittelbare wohngegend auch damit zu tun hat. dort gibt es nämlich sehr viele, die durch eigene hand ihr leben beenden. die hemmschwelle ist sicher sehr niedrig.

ich weiss, dass ich mich irgendwann einmal näher damit beschäftigen sollte, da ich meinen kindern einen unbeschwerteren zugang zu diesem thema ermöglichen möchte... den habe ich durch die vielen lügen über die todesursachen bzw. das verheimlichen nämlich nicht. aber das ist wieder ein ganz anderes kapitel.
(#11) [Permalink]
Alt
deva
 
22.07.2004, 13:06

Zitat:
Zitat von Nio
an eine genetische veranlagung glaube ich nur sehr bedingt...

lg, Nio
ist keine frage des glaubens, sondern von wissenschaftlichen erkenntnissen.
hat erst letztens einen interessanten beitrag in modern times dazu gegeben.
(#12) [Permalink]
Alt
Benutzerbild von bergie
bergie
 
22.07.2004, 17:30

Zitat:
Zitat von deva
ist keine frage des glaubens, sondern von wissenschaftlichen erkenntnissen.
hat erst letztens einen interessanten beitrag in modern times dazu gegeben.
Schade, dass ich die Sendung verpasst habe, das hätte mich sehr interessiert! Mich wundert nur, dass es genetisch begründet sein kann, da es ja keinen evolutionären Vorteil bringt.
Ich weiß auch gar nicht, was ich lieber "hören will", um es mal so auszudrücken, unabhängig von den tatsächlichen Erklärungen.

Danke für die vielen Antworten! Jetzt würde ich das gerne mit Interessierten so von Angesicht zu Angesicht besprechen! So viele neue Ideen, Gedanken,... die sich nun eingestellt haben!
(#13) [Permalink]
Alt
angeliqua0
 
22.07.2004, 18:25

gerad wenn man einen tiefen glauben hat und denkt das danach eine bessere ud schönere welt kommt kann das passieren!


schlimm ist es immer für die "hinterbliebenen"
(#14) [Permalink]
Alt
deva
 
22.07.2004, 20:53

lt. bericht würde eine genmutation an 3 stellen des chromosom 12 reichen, um eine erhöhte neigung zu depression zu zeigen.
untersucht wurde blut von betroffen und nicht-betroffenen plus angehöriger.
sinn dahinter wäre, präparate zu erzeugen, die individuell auf den genstruktur und damit zielgerichteter und nebenwirkungsfreier angewendet werden können.

diese mutation müssen jedoch nicht bei jedem depressiven vorhanden sein. ebenso muss nicht jeder mensch mit dieser disposition zwangsläufig an einer depression erkranken (das ist dann stark umfeldabhängig).
(#15) [Permalink]
Alt
Nio
 
23.07.2004, 08:59

Zitat:
Zitat von deva
ist keine frage des glaubens, sondern von wissenschaftlichen erkenntnissen.
hat erst letztens einen interessanten beitrag in modern times dazu gegeben.
Hallo deva,

ist es doch. Es nimmt sich doch kaum wer das Leben, bei dem Familie und Umgebung paletti is, und nur die Gene ein wenig ungünstig... Wird selbst dir als Modern Times glauberin einleuchten... oder?

lg, Nio
(#16) [Permalink]
Alt
deva
 
23.07.2004, 09:01

dann muss dir aber auch einleuchten, dass die genetische komponente leute in ähnlichen situationen unterschiedlich reagieren lässt.

es geht hier nicht darum, den umweltfaktor auszuschliessen, sondern darum, die genetischen vorgaben (die meist hormonstörungen bewirken) miteinzuschliessen in die ursachen.
(#17) [Permalink]
Alt
Nio
 
23.07.2004, 09:13

Zitat:
Zitat von deva
dann muss dir aber auch einleuchten, dass die genetische komponente leute in ähnlichen situationen unterschiedlich reagieren lässt.
muss es nicht. in der konkreten fragestellung geht es um selbstmorde in der Familie. Du meinst (weil Modern Times das sagt), dass die sich eher das Leben nehmen, weil sie alle eine ähnliche Geninformation tragen, und eine andere Familie ganz anders reagieren würde. Ich meine (weil es meine Erfahrung sagt), dass die Leute aus einer hinnichen Familie kommen, und allein die Entwicklungsstörungen in der Kindheit dafür verantwortlich sind, dass sich dort alles so dramatisch abspielt...

einen gewissen gen-effekt gestehe ich natürlich zu. Ich würde ihn nach den derzeitgen Erkenntnissen im gegenzug zu organischen Krankheiten aber als vernachlässigbar einstufen (zumal das gerne als ausrede für eine psych. krankheit verwendet wird)... weil dann könnte ja ganz schnell niemand mehr was für eine krankheit, und alles tragische dieser welt ist bereits in der geninformation vorgesehen....

lg, Nio
(#18) [Permalink]
Alt
deva
 
23.07.2004, 09:16

nein, ich meine das, was ich zuerst zu diesem speziellen fall geschrieben habe:
Zitat:
Zitat von deva
es gibt erwiesenermassen (auch) eine genetische komponente.
allerdings spielt hier das aufwachsen in einer deppressiv-düsteren familienaffäre sicher auch eine grosse rolle.
ich denk mir bei deinem jugendfreund lässt sich das sicher nicht leicht auseinanderdividieren.
(#19) [Permalink]
Alt
Nio
 
23.07.2004, 09:21

Zitat:
Zitat von deva
nein, ich meine das, was ich zuerst zu diesem speziellen fall geschrieben habe:
soso... und wie hast du dir diese meinung gebildet?

lg, Nio
(#20) [Permalink]
Alt
deva
 
23.07.2004, 09:21

Zitat:
Zitat von Nio
einen gewissen gen-effekt gestehe ich natürlich zu. Ich würde ihn nach den derzeitgen Erkenntnissen im gegenzug zu organischen Krankheiten aber als vernachlässigbar einstufen
da unterscheiden wir uns. die gene ja jegliche funktion im körper steuern (in dem fall seien hormonausschüttungen und initiale gehirnstruktur beispielhaft genannt) bilden sie mal die grundlage für alles weitere.
die vernetzung, das "erwachsen-werden" des gehirns (da ja wiederum an hormonausschüttungen beteiligt ist), die ist natürlich ausschliesslich von den gemachten eindrücken abhängig.
aber wenn ein körper gewissen hormone über- bzw. unterproduziert hat der mensch - unabhängig von seiner dzt. umwelt - einen hang zur melancholie, oder manie, whatever.
wird auch in einem "gesunden" umfeld sich und seine gefühlswelt anders wahrnehmen, als jemand, dessen hormone im gleichgewicht sind.

und damit krisensituationen schwieriger bewältigen, als der andere.
 

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