Ich schlage mich ja noch immer ein bisschen mit dem Ärger über die Ablehnung der Sprachheilkur für Annabelle herum.
Geschichte ist folgendermaßen:
Annabelle hat eine verbale Entwicklungsdyspraxie - also ein Problem mit der Steuerung der Mundmotorik, zusätzlich Wahrnehmungsstörungen.
Sie hat wenig Lautsprache (obwohl die jetzt ein bisschen zu kommen scheint

) und verwendet zur aktiven Kommunikation sehr gerne und gut Gebärden - offensichtlich liegt´s nicht am Kognitiven, dass sie Probleme mit der Sprachentwicklung hat.
Für eine Dyspraxie/Apraxie sind nur wenig Ansätze wirklich erfolgreich - am bekanntesten ist TAKTKIN, die deutschsprachige Variante des kanadischen PROMPT, wobei Laute über physische Hilfestellungen beim Mund angebahnt werden und in Folge dem Kind dann die Hilfestellungen so gesetzt werden, dass es ganze Wörter erlernen kann (wobei sich das einfach anhört: in Wirklichkeit sind unendlich viele Wiederholungen notwendig, bis das Gehirn dann doch bereit ist, dieses Bewegungsmuster zu speichern

).
Jedenfalls scheint die Methode ganz erfolgversprechend zu sein; allerdings ist in Österreich/v.a. in Wien kein Therapeut aufzutreiben, der sie anbietet. Ich habe unter logopaedieaustria.at gesucht, unter logopaeden.at, ich habe jeden kontaktiert, der irgendwie in Verdacht stand etwas zu wissen - kein Erfolg. Und ich habe doch immerhin rund ein Jahr lang gesucht!
Habe dann herausgefunden, dass in Werscherberg/D Sprachheilkuren angeboten werden, die u.a. TAKTKIN sehr erfolgreich verwenden (aber eben auch viele andere Ansätze fahren bzw. auch Hippo, Ergo etc. anbieten - durchaus also auch auf Wahrnehmungsprobleme eingehen können).
Habe daraufhin für eine Sprachheilkur in Werscherberg eingereicht. Es wäre für uns der 3. Kuraufenthalt - 2x waren wir schon für jeweils einen Monat in Judendorf-Strassengel. Ich möchte dort aber kein 3. Mal hinfahren - ich finde den Ansatz für Annabelle spezielles Problem nicht passend. Die dortige Logopädin hat zwar im Endbericht ebenfalls von Dyspraxie gesprochen, kannte aber damals keinen speziellen Therapieansatz dafür bzw. finde ich generell, dass 2-3 Logostunden / Woche (die wir eben in Judendorf hatten) für die Kleine nicht ausreichen. Ist aber ein anderes Thema: für uns wäre eben ein anderer Ansatz - wie z.B. in Werscherberg - wohl erfolgsversprechender.
Dann kam eine Ablehnung, ein Schimmelbrief à la "die Therapie kann ja problemlos ambulant am Wohnort durchgeführt werden."
Ich rufe daraufhin die entscheidende Ärztin vom Medizinschen Dienst der WGKK an und frage sie, ob sie mir also bitte eine Liste von potentiellen Therapeuten für TAKTKIN geben könne bzw. Alternativansätze nennen. Sie hört auch zu und sagt mir beim nächsten Gespräch, sie hätte mit google "Etliches" gefunden. Ich hatte den Rechner vor mir, führte die von ihr angegebene Suche (TAKTKIN Wien) durch und - kam genau auf meine Suchanfragen in diesem und anderen Foren bzw. auch auf anderen Plattformen.
Sie meinte dann noch, sie hätte sich mit einer Logopädin beraten - diese hätte gemeint, dass die Kinder sowieso durch so eine Kur überfordert würden. Finde ich toll, als Aussage: immerhin schicken die Deutschen reihenweise sprachbehinderte Kinder hin und verzeichnen auch Erfolge: wir haben schon sehr kompetente Leute bei der WGKK, die natürlich viel besser Bescheid darüber wissen, wie ein ihnen völlig unbekannter Ansatz wirkt

.
Am besten war dann noch die Aussage ich "solle sie nicht länger bei der Arbeit stören" (der Kontakt mit einem Versicherten zählt also nicht zu ihrer Arbeit

).
Der in dem Zusammenhang versprochene Rückruf passierte natürlich nicht; ein von mir verfasster detaillierter Brief, den ich nach Intervention der Ombudsfrau an die Verwaltung schickte, brachte auch genau null Ergebnis: nicht einmal ein Gespräch bekam ich - der Direktor hatte sich offensichtlich mit Frau Superärztin besprochen und ließ mir einfach ausrichten, es wäre noch einmal abgelehnt worden. Punktum.
Jetzt ist es so, dass ich auf seltsamen Wege dann doch eine wunderbare Logopädin gefunden habe, die mit der Kleinen sehr gut arbeitet.
Es wurmt mich aber schon, von inkompetenten Leuten so behandelt zu werden. Es geht ja nicht einmal nur ums Geld - Judendorf ist sicher nicht billiger, und wir wären selbst nach Werscherberg angereist: ist im Grunde auch kein Argument.
Lange Rede, kurzer Sinn: hat jemand Erfahrung im Kampf gegen die WGKK? Mir wäre der Volksanwalt eingefallen - wobei ich eigentlich keine Lust auf einen rührseligen Fernsehbericht über meine kleine, süße und behinderte Tochter habe. Nichtsdestotrotz halte ich es, befürchte ich, nicht aus, einfach zurückzustecken.
Wäre für jeden Tipp dankbar.
lg