11.01.2008, 08:51
Liebe Johanna!
Hab gestern stark an dich gedacht, weil ich mit einer anderen Mama telefoniert hab, die nun doch auch einen OP-Termin ausgefasst haben (allerdings erst für Juni)
Versuch vielleicht im Vorfeld schon mal rauszufinden, was für dich am angenehmsten ist. ICH bin in solchen Situationen kein großer Redner - will meine Ruhe haben. Das letzte, das ICH gebraucht hätte, wär jemand gewesen, der mich getröstet hätte. Und so war ich allein mit Iris im KH (mein Mann hat gemeint er würd lieber Arbeiten gehen und sich so ablenken - ich war ihm unendlich dankbar dafür). Ich hab zuerst einmal alle Sachen gepackt (iris kam ja auf Intensiv und ich konnte nicht im Zimmer auf Normalstation bleiben), hab mein neues Zimmer bezogen, dann hab ich mich hingelegt und Löcher in die Decke gestarrt, bin Milch abpumpen gegangen, war eine Kleinigkeit Essen - und die letzten 3,5 Stunden bin ich vorm OP gesessen und hab Kreuzworträtsel gelöst. Und ich hab viel an mein Mäuschen gedacht - sie im Gedanken gestreichelt und massiert, ihr gut zugeredet - und auch gebetet, dass sie alles gut wegstecken möge, und Gott seine Hände schützend über ihr halte.
Ich war unendlich froh mit niemanden reden zu müssen, bzw nur mit anderen wartenden Eltern ein bissl zu quatschen (die waren ja im Vergleich zu mir nur kurz da, meist kürzere Eingriffe - nur eine Mama hat auch ewig gewartet).
Für mich war das die optimallösung - viele haben mir angeboten mitzugehen, aber das wär für mich eine Katastrophe gewesen. Mir hat gereicht, dass ich eine zhalber Stunde neben einer Mama und dazugehöriger Oma gesessen bin, die permanent gefragt hat, ob ihr Enkel nun aber endlich bald rauskommen würde... nicht mein Fall!
Was mir noch geholfen hat war, dass ich wusste, dass meine anderen beiden gut versorgt sind. Ich hab mir um sie keine gedanken machen müssen.
Schreck dich nicht, im ersten Moment sehen die Zwerge doch recht jämmerlich aus - Iris war vom langen auf dem Bauch liegen und den Infusionen recht aufgedunsen - und weiß wie die Wand, weil sie ja recht viel Blut verloren hat. Sie hatte alle Leitungen im Kopf bzw am Hals, dort hat es sie am wenigsten gestört (und sie waren leichter zu stechen, weil mein kleiner Frissling reichlich Speckfalten hatte). Iris hat ausgesehen wie ein Marsmännchen mit ihren 4 Antennen
(übrigens lassen sich die Pflaster mit Weleda Kinderöl hervorragend aus den Haaren lösen)
Ich wünsch euch so sehr, dass Antonia auch alles so gut wegsteckt wie meine Maus - ihr istts ja recht schnell wieder besser gegangen und nach 10 Tagen durften wir schon wieder nach hause!
Ich denk an euch!