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Benutzerbild von honigdachs
honigdachs
 
Frage Wie verhalten als Mama von 'scheuem' Kind? - 20.05.2007, 21:53

Meine Kleine (2 Jahre) ist ein sehr aufgewecktes Kind, aber in fremder Umgebung oder mit fremden Leuten sehr scheu.
z.B. am Spielplatz singt sie laut vor sich hin, ein kleiner Bub krabbelt zu ihr hin und klatscht. Sobald sie das bemerkt hoert sie erschreckt auf und klammert sich an mich. Oder sie spielt in der Sandkiste, ein anderes Maedchen kommt und will mit ihr spielen, sie will nur noch auf meinem Schoss sitzen.
etc.
Wie verhalte ich mich als Mutter am besten? Soll ich ihr die Sicherheit geben und wird sie dann irgendwann von sich aus auf andere zugehen? Oder soll ich sie sanft ein bisschen zur Selbstaendigkeit stossen? Ist es noch zu frueh dazu?
Sie ist ein extremes Mama-Kind und manchmal ist mir das Klammern fast zu viel. Aber mein Bauch sagt mir, dass sie diese Sicherheit von mir braucht.
Was meint ihr?

(Vorgeschichte: wir reisen sehr viel und pendeln, seit Emily 8 Wochen alt ist, zwischen Wien und den USA. Ich bin daher ihr einziger Fixpunkt, alles andere aendert sich oft, und daher kann ich ihre Mama-Bezogenheit natuerlich nachvollziehen.)
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Sissi25
 
20.05.2007, 21:58

mh, ich war als kind auch so eine scheue und ich kann mich noch gut erinnern, dass ich mich besser und sicherer gefühlt habe, wenn meine mutter das einfach angenommen hat und mir "schutz" geboten hat (hat sie auch meistens) aber ab und zu hat sie auch versucht, mich zu "schubsen" und das war für mich echt schrecklich
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Benutzerbild von MamaSonja
MamaSonja
 
20.05.2007, 22:46

jö ein thread für mich

meine maus ist haargenau so (21 monate)

total aufgeweckt und ein kasperl durch und durch solange wir daheim sind und kein besuch anwesend ist. sie spielt schön in der sandkiste, solange sie alleine ist. kommt wer dazu, will sie raus und genauso auf meinen schoß. kommt ein bekanntes kind auf sie zu, nimmt sie genauso reissaus und will zu mir

das problem hat sie aber nur bei gleichaltrigen kindern. wenn sie älter sind, mind. 2 jahre älter, dann geht es schon leichter. je größer umso lieber sind sie ihr. bis zu eingem gewissen alter. erwachsenen gegenüber ist sie nämlich wieder ganz genauso

ich habe ihr bis jetzt immer den schutz gegeben. einfach weil ich es auch noch aus meiner kindheit kenne. ich war genauso. ich dachte immer, ich kann dem entgegenwirken, wenn ich viel mit anderen müttern und gleichaltrigen kindern unterwegs bin. leider nicht...

mein vater meinte letztens wieder, ob das schutz geben so gut ist. sie habens angeblich bei mir auch immer gemacht und es hat nichts gebracht. naja, wirklich erinnern kann ich mich nicht. aber mein kind jetzt zu ignorieren und ihr nicht zu erlauben auf meinen schoss zu sitzen, find ich auch nicht wirklich richtig

ich bin immer im wiggelwaggel, aber wenn die situation wieder auftritt, entscheide ich mich doch jedesmal wieder für schutz geben

ich weiß auch nicht, ob das richtig ist und wie ich sie in die richtung richtig unterstützen könnt
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alexandra0710
 
20.05.2007, 22:56

Zitat:
Zitat von honigdachs Beitrag anzeigen
Meine Kleine (2 Jahre) ist ein sehr aufgewecktes Kind, aber in fremder Umgebung oder mit fremden Leuten sehr scheu.
z.B. am Spielplatz singt sie laut vor sich hin, ein kleiner Bub krabbelt zu ihr hin und klatscht. Sobald sie das bemerkt hoert sie erschreckt auf und klammert sich an mich. Oder sie spielt in der Sandkiste, ein anderes Maedchen kommt und will mit ihr spielen, sie will nur noch auf meinem Schoss sitzen.
etc.
Wie verhalte ich mich als Mutter am besten? Soll ich ihr die Sicherheit geben und wird sie dann irgendwann von sich aus auf andere zugehen? Oder soll ich sie sanft ein bisschen zur Selbstaendigkeit stossen? Ist es noch zu frueh dazu?
Sie ist ein extremes Mama-Kind und manchmal ist mir das Klammern fast zu viel. Aber mein Bauch sagt mir, dass sie diese Sicherheit von mir braucht.
Was meint ihr?

(Vorgeschichte: wir reisen sehr viel und pendeln, seit Emily 8 Wochen alt ist, zwischen Wien und den USA. Ich bin daher ihr einziger Fixpunkt, alles andere aendert sich oft, und daher kann ich ihre Mama-Bezogenheit natuerlich nachvollziehen.)
hallo...

...ja, das kommt mir alles sehr bekannt vor.bei uns war es auch so ähnlich.

du hast mit sicherheit nicht unrecht. du bist die mutter und nur du weisst, was dein kind braucht. würd ihr weiterhin die geborgenheit geben, aber darauf achten, nicht eingeengt zu werden. dir steht auch zeit für dich zu und du bist kein roboter, sondern mutter. geht´s dir gut - geht´s auch deinem kind gut.

seid ihr viel unter anderen kindern? habe in einem buch gelesen, dass sich die kinder zuhause mit anderen kindern leichter tun, da sie sich zuhause sicherer fühlen, als am spielplatz oder sonst wo.
habe auch gelesen, wenn kleinkinder viel an selbstständigkeit lernen, sie dadurch über sich selbst erschreckt sind. und genau aus diesem grund suchen sie die nähe der mutter, um dies zu verarbeiten. das gibt ihnen sicherheit.
sie erlebt doch sehr viele eindrücke durch das reisen.

unsere maus ist auch ein mamakind. wir schauen drauf, dass sie viel mit meinem mann auswerts ist, z.b. spielplatz, kinderturnern...
wenn sie mit meinem mann alleine unterwegs ist, ist sie nicht so verschreckt. glaube, dass das schon sehr hilft.
unsere maus ist 19 monate und bevor sie von mir weg geht, checkt sie erst die lage ab. wenn ein kind auf sie zukommt, dann kann schon sein, dass ich sie gleich hoch nehmen muss.

übrigens, das buch, dass ich gerade lese heisst "wie man kinder von anfang an stark macht". bin noch nicht weit, und daher möchte ich noch kein urteil abgeben. bis jetzt hat mir gefallen, was ich gelesen habe.

noch viel kraft und ausdauer.
lg
alexandra
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(#5) [Permalink]
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Lilliani
 
21.05.2007, 07:56

David ist 5 Jahre alt und beginnt sich erst seit letztem September von mir zu lösen.
Er hat eine grosse Schwester, die immer Freundinnnen da hat, ich war immer in Spielgruppen mit ihm und auch im Hof waren viele gleichaltrige Kinder.

Er hat sich nur ca 1m von mir wegbewegt. In den Spielgruppen ist er immer auf meinem Schoß gesessen und hat beobachtet.

Zuhause hat er sich ganz frei verhalten, nur in Gegenwart Fremder war er schüchtern.
Heute spricht er auch noch nicht mit den meisten ERwachsenen, auch mit denen nicht die er eigentlich schon lange kennt (Hausbewohner, Gartennachbarn).

Er ist wie er ist, ich hab ihn nie gezwungen weg von mir zu gehen. Jetzt geht er in den Kindergarten, der Start war sehr schwierig. Mittlerweile hat er einen Freund und er geht gerne weg von mir.

Lass deiner Tochter Zeit und hör auf dein Gefühl.
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(#6) [Permalink]
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Benutzerbild von honigdachs
honigdachs
 
21.05.2007, 09:24

Danke fuer eure Antworten, die mir eh mein Gefuehl bestaetigen.
Manchmal wird's mir halt zu viel, wenn ich den ganzen Tag nur 'Zur Mama!' hoere, und ich sie oft tagelang herumtragen muss... Aber ich verstehe sie!
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(#7) [Permalink]
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Benutzerbild von S.i.a.
S.i.a.
 
21.05.2007, 09:28

@Honigdachs
Ich würde sie zu nichts drängen, sie braucht wahrscheinlich einfach die Sicherheit, ich weiß dass dies sehr anstrengend sein kann.

Zwei meiner Kinder waren auch sehr scheu und extreme Mama-Kinder, einer davon ist jetzt 17 und hängt schon lange nicht mehr an meinem Rockzipfel
.
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(#8) [Permalink]
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Benutzerbild von honigdachs
honigdachs
 
21.05.2007, 10:13

Zitat:
Zitat von S.i.a. Beitrag anzeigen
@Honigdachs
Ich würde sie zu nichts drängen, sie braucht wahrscheinlich einfach die Sicherheit, ich weiß dass dies sehr anstrengend sein kann.

Zwei meiner Kinder waren auch sehr scheu und extreme Mama-Kinder, einer davon ist jetzt 17 und hängt schon lange nicht mehr an meinem Rockzipfel
.
Danke, das gibt Hoffnung !
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(#9) [Permalink]
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Benutzerbild von Liz1981
Liz1981
 
21.05.2007, 11:03

Obwohl ich selbst noch keine Mutti bin, möchte ich mich gerne zu diesem Thema einschalten, weil ich als Außenstehende da vielleicht auch noch einen anderen Aspekt einbringen kann.

Der Bruder meines LG (um viele Jahre jünger als mein LG, da Nachzügler) ist auch ein extrem introvertierter Mensch. Als ich ihn kennen gelernt habe, ist er noch in die Volksschule gegangen. Mit mir hat er kein Wort gesprochen. Wenn ich ihn was gefragt habe, hat automatisch schon seine Mutti für ihn geantwortet, um ihm dieses "unangenehme" Gefühl abzunehmen. Wenn er etwas wollte, hat er es nie sagen müssen, weil ohnehin seine Familie immer für ihn "vorausgedacht" hat und ihm jeden Wunsch quasi unaufgefordert von den Augen abgelesen hat.
Waren wir beispielsweise in einem Lokal, so hat er sein Getränk und Essen nie selbst bestellt - weil er ja so gut wie nichts mir Erwachsenen geredet hat.
Ich habe sicher schon 2 oder 3 Jahre bei meinem LG gewohnt bis ich zumindest ein "Hallo" von ihm gehört habe, wenn ich nach Hause gekommen bin.

Mich hat das immer sehr gekränkt, weil ich gerne mit ihm plaudern wollte und ihn auch in unser Leben miteinbeziehen wollte, aber sobald mein LG oder ich etwas unternommen haben, um ihn ein wenig aus der Reserve zu locken, hat sofort seine Mutti eingegriffen und ihn beschützt. Wir haben dann im Nachhinein von ihr eine Rüge bekommen, dass er sich ja noch mehr in sein Schneckenhaus verziehen wird, wenn wir ihn nicht in Ruhe lassen.

Mittlerweile ist er praktisch erwachsen, redet immer noch extrem wenig - gibt aber zumindest eine Antwort wenn man ihn etwas fragt.

Ich habe mir jedenfalls aufgrund dieser Erfahrungen fest vorgenommen, wenn ich einmal so ein introvertiertes Kind haben sollte, es NICHT dauernd zu beschützen. Es ist schon ok, wenn man seinem Kind ein Gefühl der Sicherheit und Geborgenheit gibt (vor allem in den ersten Lebensjahren), aber bei gewissen Dingen und ab einem gewissen Alter würde ich es einfach "anrennen" lassen.
Beispiel: Wir sind gemeinsam auf Urlaub. Der Bruder meines LG (damals etwa 15 Jahre alt) möchte ein Eis von einem Standl in der Stadt. Er sagt es seinem Papa, der für ihn hingeht und für ihn das Eis bestellt.
So etwas würde ich für mein Kind in dem Alter nicht mehr machen. Wenn er das Eis will, dann soll er es sich bestellen, wenn er sich nicht einmal das traut, dann hat er eben kein Eis. Ende.

Vielleicht ist das leichter gesagt als getan, weil man eben zu seinem eigenen Kind sicher eine besondere Beziehung hat und für das Kinder immer nur das Beste will, aber für mich stellt sich da die Frage, ob das Beste in der aktuellen Situation auch immer das Beste fürs Leben ist.

Der Bruder meines LG kommt sicher recht gut durchs Leben - in der Schule dürfte er sich doch getraut haben mit Lehrern zu reden, vielleicht weil es dort einfach keine andere Chance für ihn gab. Da war keine Mutti da, die für ihn geredet oder was gefragt hat. Zuhause aber, wo er sich in Sicherheit gewogen hat, hat er sich einfach zurückgezogen, weil es ja nie notwendig war, dass er aus sich heraus geht.
Seine Art hat ihn aber doch zu einem "sozialen Außenseiter" gemacht. Klingt jetzt vielleicht hart, aber er hat (soweit ich das mitbekomme) keine Freunde. Nie besucht ihn jemand oder er trifft sich auch nicht mit Freunden, geht abends bzw. am Wochenende nie weg, fährt heute (mit 18 Jahren) noch mit seinen Eltern auf Urlaub.
Für mich halt irgendwie komisch. Ich war in dem Alter froh, wenn ich meine Eltern so selten wie möglich gesehen habe und alleine mit meinen Freunden was unternehmen konnte.

So, das sollte jetzt nur ein kleiner Beitrag meinerseits werden, der doch etwas länger geworden ist.

Alles Gute euch weiterhin bei der Erziehung eurer Kinder!
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(#10) [Permalink]
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Benutzerbild von ZYX
ZYX
 
21.05.2007, 14:22

Es ist eine schwierige Frage die aus der Ferne zu beurteilen klarerweise ned möglich ist aber aus dem Bauch heraus glaube ich, du handelst schon richtig.

Das Beispiel von Liz ist auch sehr schön denn es gibt genug Mütter die mit Ihrer "Liebe" jedes zarte Grün im Keim ersticken.

(Halte übrigens den Spruch: "Geht es Dir gut, geht es dem Kind gut" für einen der dümmsten)
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Benutzerbild von bergie
bergie
 
22.05.2007, 17:05

Meine Kleine ist auch sehr schüchtern und zurückhaltend. Wenn ich mit ihr irgendwohingehe, sitzt sie meistens auf meinem Schoß. Früher kuschelte sie auch den Kopf gegen meine Brust, aber seit einem Jahr sitzt sie bei mir und schaut sich alles genau an. Hin und wieder geht sie auch auf andere Kinder zu, seit ca. 3, 4 Monaten, aber das entscheidet sie jedesmal neu, auch bei Bekannten. Nur weil sie mit Kathi letztes Mal gespielt hat, muss das das nächste Mal nicht sein.

Ich habe mich anfangs schon gewundert, weil ihre große Schwester so ganz anders war, immer weg von mir, zu den anderen Kindern! Aber ich habe dann schon gemerkt, dass sie einfach nicht wie ihre Schwester ist und das weder besser, noch schlechter ist, einfach "anders"!

Allerdings nahm und nehme ich sie schon zu Veranstaltungen, Aktivitäten,... mit, die ihr anfangs Angst machen. Weil ich selber nicht nur zuhause hocken will und weil sie ja bei mir sein kann, ich pass' schon auf sie auf, das kapiert sie ja auch. So hat sie mit einem guten Jahr panische Angst von der Dampflokomotive gehabt, die im Sommer immer an unserem Haus vorbeifährt. Da hätte ich ja gar nicht mehr vor die Haustür dürfen, weil sie so panisch reagiert hat. Mit der Zeit wurde die Angst kleiner und nun winkt sie schon ein Jahr lang dem Zug begeistert zu.

Jedenfalls scheine ich doch richtig reagiert zu haben, denn seit einigen Tagen steht sie beim Gartenzaun und redet alle Nachbarn an! Das hätte sie vor 2 Wochen nie gewagt! Ein vorbeigehender Mann meinte gar, dass sie wohl ein "Redhaus" sei, da wusste ich gar nicht, was ich sagen sollte, weil sie ja kaum mit meiner besten Freundin, die ich ja regelmäßig sehe, bislang so viele und lange Sätze gewechselt hat!

Die Kinder brauchen wohl ihre Zeit. Klingt banal, aber es ist so.
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