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xenchen
 
jetzt hab ich meine grenze entdeckt! - 03.05.2007, 18:27

so, ich war immer so stolz, dass ich keinen rat aus dem forum brauch, weil ich mit meiner "erziehung" (mah, ich mag das wort nicht, gibts da eigentlich eine brauchbare alternative?) sehr zufrieden war. unsere beziehung sehr harmonisch und wir kamen mit allen problemen klar!

aber jetzt komm ich einfach nimmer klar weiß echt nicht, was ich tun soll bzw. ob ich richtig tue.

simon (2,5) hatte heute seinen ersten richtigen, dramatischen, lauten, langwierigen hysterischen anfall.
grund: nicht bekannt naja, es hat sich ein wenig hochgeschaukelt. ich ging mit ihm nicht wie sonst beim seitenausgang des kiga raus (wo ich eh nur raus darf, weil ich hochschwanger bin), sondern bin noch rauf in den ersten stock, weil dort seine pädagogin war, mit der ich einen neuen termin für ein gespräch ausmachen musste. simon wollte getragen werden - wie gesagt, ich bin hochschwanger - und antwort war nein. hab ihm die hand zum raufgehen gegeben, er hat sie genommen um mich zwei stufen später anzubrüllen "mag nicht hand!". bin bis zum halbstock raufgegangen, damit andere kinder und erwachsene vorbei können - gebrüll
wir haben gute 10 min. für einen stock gebraucht.
"mama, komm her!"
"nein, simon, ich komm nicht wieder runter. du willst mir ja eh nicht die hand geben. ich warte aber gern hier (vier stufen über ihm) und wir können dann zusammen gehen."
wieder geplärr.

nächster stein des anstoßes: ich will nicht wieder über die stufen runter und zur seiten tür, sondern geh den "normalen" weg durch die vordertür (ebenfalls mit stufen).
er steht auf den stufen und geht nicht weiter. ich soll ihn tragen.
nach 5-10 min. auf den stufen wartend reichts mir. ich sag ihm, ich zähl jetzt bis drei (ich hasse das, aber sonst red ich nochmal 10 min.) und entweder er kommt dann mit mir gemeinsam runter oder ich geh allein, setz mich auf die bank und warte unten auf ihn (selbstverständlich sieht er mich dort). er geht nicht weiter, ich geh runter und setz mich hin. gebrüll!

fünf minuten später ist er bei mir. "mama aufstehen". mama steht auf. "nein, mama warten!"

ich versuch ihn nochmal zu beruhigen, sag ihm, ich will kuscheln. will, dass er mich reden lässt. hilft alles nix, er brüllt und brüllt und brüllt und brüllt.

lange rede kurzer sinn: egal, was ich tue, er will das gegenteil.

wir gehen richtung bus. plötzlich sagt er, er will zu fuß gehen (will er sonst nie ). ich sag, "nein, wir gehen, wie immer, zum bus. ich mag nicht zu fuß gehen."

ich geh einfach richtung bus, ein brüllendes kind neben/vor/hinter mir, an mir zerrend. zwischendurch bin ich stehen geblieben, damit er sich vllt. doch beruhigen kann. funktioniert nicht, er zerrt weiter an mir.
also gehe ich wieder weiter. bei der nächsten gelegenheit setz ich mich hin (ich steh derzeit nimmer gern so lang ). simon brüllt, ich soll zu ihm kommen. ich sag ihm, ich warte hier auf ihn, er kann kuscheln kommen.

gut, nach 10 min. ca. macht er eine pause und beruhigt sich (schaut den bauarbeitern auf der umliegenden baustelle zu). ich frag ihn, ob ich jetzt aufstehen soll (in der hoffnung, den nächsten schub abzufangen). "NEIN, KUSCHELN" *indiearmewerf*

gut, wir kuscheln fünf minuten. ich steh auf, nehm ihn hoch und trag ihn zum bus. es passt wieder, er redet normal mit mir. wir fahren mit dem bus - immer noch tragenderweise - ich sag ihm, wenn wir aussteigen, muss er wieder zu fuß gehen, er ist mir zu schwer. gesagt - getan - gebrüll - bis nach hause.

es ging noch weiter, aber das erspar ich euch, ich glaub, ich hab das szenario halbwegs klar gemacht

meine rolle in der ganzen geschichte war die:
- ich war ruhig
- ich war nicht laut!
- ich war verständnisvoll
- ich hab ihm ein paarmal die hand gereicht
- ich hab ihm aber auch nicht alles nachgegeben (eben lieber zu fuß gehen, statt zum bus - der weg ist dabei ein anderer, zur erklärung)
- ich bin auch mal weitergegangen und hab ihn brüllen und toben lassen - irgendwie muss ich ja auch heim

so. wars richtig? was tut man in dieser situation? wie reagiert man richtig? was empfehlen juuls, gordon und co. da?
hab ich zuviel geredet? zuwenig? mehr nachgeben? weniger?

stolz bin ich ehrlich drauf, dass ich nicht auch gebrüllt hab. ein paar mal wär mir ehrlich danach gewesen. mir war auch nach heulen

gedauert hat das ganze 1,5 stunden ca. danach war er wieder ein total lieber, lustiger kerl, als wär nie was gewesen

und was mich auch noch interessieren würde: kooperiert er grad? hat er (noch) ein problem, das ich (noch) nicht kenne? prinzipiell hatten wir am montag schon einen supergau, den ich aber - dachte ich - aufgelöst habe.
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Sophie69
 
03.05.2007, 19:07

Ich finde, Du hast es super gemacht! Vor allem das ruhig bleiben bewundere ich masslos .

Ich habe auch ein Kind, das abtobt, allerdings jetzt nicht mehr, bzw. nur mehr ganz ganz selten... Meine Erfahrung ist jetzt, dass er (meiner, aber Deiner wohl auch) mit etwas unglücklich ist, gar nicht mit der momentanen Situation, sondern etwas Größerem. Bei uns war es der Kindergarten, Schwierigkeiten mit anderen Kindern dort, bzw. war es auch dann schwieriger, wenn er krank wurde. Und diesen Kummer konnte er nicht ausdrücken, bzw. gar nicht als Kummer identifizieren. Wenn sich irgendeine Geglegeheit bot, wurde er daher die negativen Energien los.

Heute ist er so weit, dass er sich selbst "abfangen" kann, Strategien hat, mit seinem Zorn umzugehen. Statt zu schreien (bzw. das Schreien forzusetzen) sagt er "ich will kuscheln". Das finde ich genial von ihm! Aber das kann ich von einem 2-jährigen nicht erwarten, das ist überhaupt mehr Selbstanalyse als ich von vielen Erwachsenen kenne.

Ich selbst weiss natürlich inzwischen auch besser, wie ich Eskalationen schon lange vorher vermeide, bzw. entschärfe. Aber der Großteil der Situationen wird von ihm selbst vermieden.

Wenn es so weit ist wie bei der von Dir geschilderten Situation, kann ich Dir leider auch nicht helfen. Wir hatten das zwar oft genug, dass ich Verschiedenstes ausprobieren hätte können, aber die Kinder sind dann einfach nicht zugänglich. Sie hören und sehen nichts. (Klar, sie hören und sehen schon, können es aber im Moment überhaupt nicht verarbeiten. Später dann erinnern sie sich schon an Dinge, die man zu ihnen sagte.) Schwierig für mich war ja dann, dass zusätzlich zu meiner - ja, klar - zornigen Reaktion auch viel Mitleid kommt, ich will meinem armen zornigen Kind ja helfen, da rauszukommen, und er lässt sich nicht helfen! Und weiters, diese Situationen entstehen ja immer dann, wenn man selber nicht gut drauf ist...
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(#3) [Permalink]
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Benutzerbild von maribah
maribah
 
03.05.2007, 19:21

Also auch wenn jetzt viele über mich herfallen sollten: DAS, also Situationen wo man einfach ansteht, gehört dazu.

Dann sind wir da wo kein noch so gescheiter Erziehungsratgeber uns zur Seite steht undwo alle Tipps, Tricks aus dem Freundeskreis sich zum ersten Mal anfühlen als würd im Prinzip über nichts anderes gesprochen als heiße Luft.
Das ist das erste Mal wo man sich - selbstverständlich superinformiert und supereinfühlsam- denkt: Sch***... genauso sollte das nicht laufen.

Zurücksetzten, tief Luft holen und... sich als Mensch wiederfinden.

Das ist jetzt nicht ironisch oder zynisch gemeint. Es heißt nicht umsonst Erziehung findet immer von beiden Seiten her statt. Ich hab solche Aha- Momente in meinem Beruf immer wieder.
Und um ein Gleichnis aus meinem Leben zu verwenden: bei Sonnenschein kann jeder Party feiern. In der Krise zeigt sich die Qualität. Und genau in solchen Krisen weigern sich Kinder zu kooperieren, auch wenn wir noch so lieb, nett und verständnisvoll auftreten.

Zur Situation: es ändert sich was in seinem Leben. Er kommt ins Trotzalter und ein Geschwisterchen steht vor der Tür. Ein neues Zimmer ein neues Leben... auch wir haben ein mulmiges Gefühl wenn sich Rahmenbedingungen im Leben aufgrund äußerer Umstände die wir nicht bewusst herbeigeführt haben so ändern dass man nur reagieren kann, oder?

Ruhig bleiben, durchschnaufen, liebhaben... ein Fels in der Brandung sein, an den man sich reiben aber vor allem auch kuscheln kann.

Ja, und ich red dann gescheit weiter wenn ziemlich genau dieselbe Situation in (hoffentlich) ca. 2 Jahren auf mich und Sohnemann zukommt.
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(#4) [Permalink]
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odette
 
03.05.2007, 19:27

finde auch das du das toll gemeistert hast...
du hast ruhe bewahrt
wobei ich es doch wieder anders gemacht hätte (aber ich bin auch ein anderer mensch)
so wie ich die situation rausgelesen habe war dein kleiner nach dem kika müde, anhänglich und wollte dich ganz...
ich (Aber das bin ich und soll in keinster weise ein vorwurf sein) hätte mein kind getragen (ich weiss das du schwanger bist aber das war bei mir kein hinderungsgrund)
damit hätte ich diese ganzen dituationen vermieden und ich hätte es auch nicht schlimm gefunden nachzugeben...

aber du bist ruhig geblieben bravo und das zählt
es wird noch oft vorkommen das deine (unsere) kids anfälle bekommen die wir nicht zuordnen können....
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(#5) [Permalink]
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xenchen
 
03.05.2007, 19:51

Zitat:
Zitat von Sophie69 Beitrag anzeigen
Ich habe auch ein Kind, das abtobt, allerdings jetzt nicht mehr, bzw. nur mehr ganz ganz selten... Meine Erfahrung ist jetzt, dass er (meiner, aber Deiner wohl auch) mit etwas unglücklich ist, gar nicht mit der momentanen Situation, sondern etwas Größerem. Bei uns war es der Kindergarten, Schwierigkeiten mit anderen Kindern dort, bzw. war es auch dann schwieriger, wenn er krank wurde. Und diesen Kummer konnte er nicht ausdrücken, bzw. gar nicht als Kummer identifizieren. Wenn sich irgendeine Geglegeheit bot, wurde er daher die negativen Energien los.
ja, das ist eben auch eine meiner vermutungen. bei uns ist grad viel im busch:
- baby kommt in fünf wochen, das merkt auch ein 2,5 jähriger
- er bekommt sein eigenes zimmer
- papa hat ihn diese woche nicht vom kiga abgeholt, sondern ich
- papa kommt diese woche erst spät von der arbeit

Zitat:
Zitat von Sophie69 Beitrag anzeigen
Wenn es so weit ist wie bei der von Dir geschilderten Situation, kann ich Dir leider auch nicht helfen. Wir hatten das zwar oft genug, dass ich Verschiedenstes ausprobieren hätte können, aber die Kinder sind dann einfach nicht zugänglich. Sie hören und sehen nichts. (Klar, sie hören und sehen schon, können es aber im Moment überhaupt nicht verarbeiten. Später dann erinnern sie sich schon an Dinge, die man zu ihnen sagte.) Schwierig für mich war ja dann, dass zusätzlich zu meiner - ja, klar - zornigen Reaktion auch viel Mitleid kommt, ich will meinem armen zornigen Kind ja helfen, da rauszukommen, und er lässt sich nicht helfen! Und weiters, diese Situationen entstehen ja immer dann, wenn man selber nicht gut drauf ist...
genau das ist es! egal, was ich dann tue, ich kanns nicht richtig machen. biete ich ihm kuscheln an, ist es falsch. steh ich auf - so, wie er das will -, ist es falsch.
er weiß dann definitiv selber nicht, was er will und wie er da rauskommt. und ich kann ihm eben leider auch nicht helfen

Zitat:
Zitat von maribah Beitrag anzeigen
Also auch wenn jetzt viele über mich herfallen sollten: DAS, also Situationen wo man einfach ansteht, gehört dazu.
ich weiß, aber nach 2,5 jahren triffts einen doch

Zitat:
Zitat von maribah Beitrag anzeigen
Sch***... genauso sollte das nicht laufen.
eben nicht. ich finde nicht unbedingt, dass es anders laufen hätte müssen. natürlich hätte es nicht zu der situation kommen sollen/müssen/dürfen/können aber ob es dann falsch gelaufen ist, bin ich mir gar nicht so sicher. drum wollte ich mal die anderen "experten" und vor allem gleichgesinnten nach ihren meinungen und erfahrungen fragen

Zitat:
Zitat von maribah Beitrag anzeigen
Zur Situation: es ändert sich was in seinem Leben. Er kommt ins Trotzalter und ein Geschwisterchen steht vor der Tür. Ein neues Zimmer ein neues Leben... auch wir haben ein mulmiges Gefühl wenn sich Rahmenbedingungen im Leben aufgrund äußerer Umstände die wir nicht bewusst herbeigeführt haben so ändern dass man nur reagieren kann, oder?
hast völlig recht!

Zitat:
Zitat von maribah Beitrag anzeigen
Ruhig bleiben, durchschnaufen, liebhaben... ein Fels in der Brandung sein, an den man sich reiben aber vor allem auch kuscheln kann.
na bitte, dann hab ich ja richtig gehandelt

Zitat:
Zitat von odette Beitrag anzeigen
finde auch das du das toll gemeistert hast...
du hast ruhe bewahrt
wobei ich es doch wieder anders gemacht hätte (aber ich bin auch ein anderer mensch)
so wie ich die situation rausgelesen habe war dein kleiner nach dem kika müde, anhänglich und wollte dich ganz...
ich (Aber das bin ich und soll in keinster weise ein vorwurf sein) hätte mein kind getragen (ich weiss das du schwanger bist aber das war bei mir kein hinderungsgrund)
damit hätte ich diese ganzen dituationen vermieden und ich hätte es auch nicht schlimm gefunden nachzugeben...

aber du bist ruhig geblieben bravo und das zählt
es wird noch oft vorkommen das deine (unsere) kids anfälle bekommen die wir nicht zuordnen können....
danke, bedeutet mir viel von dir

ja, er war müde und anhänglich. ich geb aber gern zu, dass ich einfach ein fauler mensch bin und ihn nimmer gern trage normalerweise ist es auch absolut in ordnung, wenn ich ihm anbiete, dass wir kuscheln - ich setz mich dann wohin -, wenn wir eine hürde geschafft haben.

und das tragen wäre jetzt nicht nur für die stufen gewesen, sondern er hätte das für den gesamten heimweg wollen. 15 min tragen ohne tragehilfe sind mir ehrlich zu viel - auch wenn ich nicht schwanger wäre!

nachgegeben hab ich ja immer wieder, aber es war dennoch nie das richtige. ich kann dir z.b. sicher sagen, dass wenn ich doch zu fuß gegangen wäre, er seine meinung in drei minuten wieder geändert hätte. das hat noch nicht mal was mit dem "anfall" zu tun, sondern das hatten wir schon öfter da testet er dann aus, ob ich mache, was er will. meist geb ich nach, heute waren wir einfach schon relativ weit richtung bus unterwegs.
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(#6) [Permalink]
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paprika
 
03.05.2007, 21:21

Mein Kind ist auch noch nicht im trotzrelevanten Alter... aber ich hoffe, ich kann dann auch so ruhig bleiben und die Nerven bewahren wie du. Sicher bin ich mir nicht... Das hört sich echt gut an, wie du das gemacht hast...

lg
paprika
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(#7) [Permalink]
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Benutzerbild von lupinchen76
lupinchen76
 
03.05.2007, 21:34

Zitat:
Zitat von xenchen Beitrag anzeigen
ja, das ist eben auch eine meiner vermutungen. bei uns ist grad viel im busch:
- baby kommt in fünf wochen, das merkt auch ein 2,5 jähriger
- er bekommt sein eigenes zimmer
- papa hat ihn diese woche nicht vom kiga abgeholt, sondern ich
- papa kommt diese woche erst spät von der arbeit

ich denke, das würde an gründen schon reichen. nils war auch etwa 4-6 wochen bevor seine schwester geboren wurde, eine zeit lang (2-3 wochen) extrem unrund, solche anfälle hab ich an ihm damals auch die erstem male richtig erlebt. ich glaube schon, dass das mit dem geschwisterchen zu tun hatte, er spürte meine wachsende nervosität vor der geburt und die auf uns alle zukommende veränderung. getragen hab ich ihn auch nicht mehr. bei uns hat auch kurz vorher ein karenzwechsel stattgefunden als ich in den mutterschutz ging, das ist mit den änderungen, die dein sohn diese woche erleben musste, vielleicht schon zu vergleichen. also ja, vielleicht hat er da tatsächlich probleme und kooperiert.

und ja, hin und wieder kann man (ich ) auch mit viel verständnis, ruhe und allem gordon und juul-wissen diese situationen nicht vermeiden. aber sie sind sehr selten. und meistens kommt noch müdigkeit oder hunger dazu, dann ist nils einfach nicht ausgeglichen genug um immer ruhig zu bleiben und wenn ich das nicht gleich erkenne oder dem vorbeuge, dann kann es schon einmal eskalieren.

es kommt trotzdem selten vor und wenn ich lese, wie du eure beziehung immer beschreibst, denke ich, dass solche situationen auch bei euch nicht zur tagesordnung gehören werden . wenn doch, dann hilft uns immer am besten ruhe bewahren, kind austoben lassen, nachher viel schmusen und noch nacher darüber sprechen. er sagt dann meistens ganz klar, was los war und ich sag ihm auch, dass ich nicht recht wusste, was ich tun sollte.

alles gute!
lg
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(#8) [Permalink]
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Dinimama
 
03.05.2007, 22:02

bei mir wars in den letzten wochen vor der geburt ähnlich, besonders schlimm wurde es dann nach dem egt (meine tochter kam fast zwei wochen zu spät)
ich habe mir echt sorgen gemacht, wie das denn werden sollte, wenn das baby da ist, am schluss war ich teilweise ziemlich sauer auf meinen sohn, obwohl mir klar war, dass er ja auch nichts dafür kann.
es ist auch vorgekommen, dass ich die nerven weggeworfen habe und mitten auf der straße einen heulanfall bekommen habe (heulende hochschwangere mama und heulendes kind, die blicke der leute kannst dir vielleicht ausmalen....)

in unserem fall würde ich sagen, dass meine eigene unruhe und angespanntheit sich auf meinen sohn übertragen haben, denn er war ab dem tag, an dem seine schwester geboren wurde, wie ausgewechselt!

ich habe aber bei dir den eindruck, dass du noch recht gelassen bist, und dafür hast du meine ganze bewunderung!!

einfach da sein und so ruhig wie möglich bleiben ist bestimmt das beste, was du tun kannst.
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(#9) [Permalink]
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Benutzerbild von Maddalena
Maddalena
 
03.05.2007, 22:32

ein gutes buch zu diesem thema gibt es von altha j. solter: "Auch kleine kinder haben großen Kummer. Über tränen, wut und andere starke gefühle"
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(#10) [Permalink]
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xenchen
 
04.05.2007, 08:09

Zitat:
Zitat von lupinchen76 Beitrag anzeigen
ich denke, das würde an gründen schon reichen. nils war auch etwa 4-6 wochen bevor seine schwester geboren wurde, eine zeit lang (2-3 wochen) extrem unrund, solche anfälle hab ich an ihm damals auch die erstem male richtig erlebt.
na bitte, ich bin seit heute in der 36. woche. das passt zeitlich ja wirklich zusammen.

Zitat:
Zitat von lupinchen76 Beitrag anzeigen
ich glaube schon, dass das mit dem geschwisterchen zu tun hatte, er spürte meine wachsende nervosität vor der geburt und die auf uns alle zukommende veränderung. getragen hab ich ihn auch nicht mehr. bei uns hat auch kurz vorher ein karenzwechsel stattgefunden als ich in den mutterschutz ging, das ist mit den änderungen, die dein sohn diese woche erleben musste, vielleicht schon zu vergleichen. also ja, vielleicht hat er da tatsächlich probleme und kooperiert.
ich werd auch schön langsam nervöser. hätte zwar nicht gedacht, dass ich das so extrem zeige, aber kinder haben ja schon extrem feine antennen. und ja, diese woche ist sicher auch von den umständen nicht die beste.


Zitat:
Zitat von lupinchen76 Beitrag anzeigen
es kommt trotzdem selten vor und wenn ich lese, wie du eure beziehung immer beschreibst, denke ich, dass solche situationen auch bei euch nicht zur tagesordnung gehören werden . wenn doch, dann hilft uns immer am besten ruhe bewahren, kind austoben lassen, nachher viel schmusen und noch nacher darüber sprechen. er sagt dann meistens ganz klar, was los war und ich sag ihm auch, dass ich nicht recht wusste, was ich tun sollte.
ich glaube auch nicht, dass solche situationen zum alltag werden. fürchte zwar auch, dass es nicht das letzte mal gewesen sein wird, aber heute werde ich z.b. mit kinderwagen im kiga "antanzen" und somit entschärfe ich schon ein wenig
schön, wenn ihr schon drüber reden könnt. muss gestehen, ich habs gestern vor allem nervlich nimmer geschafft und ich glaube auch nicht, dass es im alter von 2,5 jahren schon viel bringt. gg hat ihn zwar gefragt, warum er so sauer war, aber da kam nur die derzeitige standardantwort "weil mama mich angeschrieen hat", was definitiv nicht stimmt

Zitat:
Zitat von Dinimama Beitrag anzeigen
bei mir wars in den letzten wochen vor der geburt ähnlich, besonders schlimm wurde es dann nach dem egt (meine tochter kam fast zwei wochen zu spät)
ich habe mir echt sorgen gemacht, wie das denn werden sollte, wenn das baby da ist, am schluss war ich teilweise ziemlich sauer auf meinen sohn, obwohl mir klar war, dass er ja auch nichts dafür kann.
und? wie wars, als das baby dann da war?

Zitat:
Zitat von Dinimama Beitrag anzeigen
es ist auch vorgekommen, dass ich die nerven weggeworfen habe und mitten auf der straße einen heulanfall bekommen habe (heulende hochschwangere mama und heulendes kind, die blicke der leute kannst dir vielleicht ausmalen....)
die blicke gestern waren auch schon interessant *g* eine mutter im kiga meinte noch "ja, das machen wir alle mal durch", und eine andere sprach mich an und meinte "machen sie sich nix draus, wir kennen das alle". und man hat richtig erkannt, wenn frauen auch kinder haben, die haben alle so einen wissenden, zum teil grinsenden "jö, nicht mein kind"-blick drauf

nerven hab ich gestern nicht geschmissen, war aber 2-3 mal wirklich kurz davor. mir hat wohl "geholfen", dass ich einen sehr schönen tag bis dahin hatte und deshalb recht relaxed war.
montag war ich ja durchaus auch heulendes elend

Zitat:
Zitat von Dinimama Beitrag anzeigen
ich habe aber bei dir den eindruck, dass du noch recht gelassen bist, und dafür hast du meine ganze bewunderung!!
ganz ehrlich, es hat mich gestern selbst überrascht, wie elends-lange ich ruhig bleiben kann, obwohl ich nur angeschrieen werde ich hab mich zwar schon immer als eher ruhigen und geduldigen menschen eingeschätzt, aber so ruhig und geduldig auch wieder nicht, das wundert mich schon länger
ich hoffe ehrlich, ich kann das beibehalten.


als gg gestern heimkam, meinte ich, er solle sich um einen babysitter kümmern, ich will ins kino gehen. ich hab den tapetenwechsel wirklich gebraucht. gg hat den "ernst der lage" auch gleich erkannt und sich wirklich dahinter geklemmt. auch simon scheint verstanden zu haben, wie wichtig mir das rauskommen ist, und hat sich vom schwiegervater schlafen legen lassen (hat mich gewundert, da simon zum schwiegervater von der gesamten familie die distanzierteste beziehung hat).

es war herrlich! am abend rauskommen! einen hirnlosen film mit viel krach-bumm (spiderman 3) und nur wenig handlung *g*
als ich heimkam war das einschlafen aber noch sehr schwer, hab mich viel mit simon zusammengekuschelt. ich hab das gebraucht und er auch ich hab aber noch so richtig gemerkt, wie jede zelle meines körpers ein bissi brodelt und dass ich nicht wirklich ruhig war.

ich danke euch für eure erfahrungsberichte! es tut gut zu hören, dass man selbst in so einer schwierigen und völlig neuen situation halbwegs richtig reagiert hat.
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(#11) [Permalink]
Alt
DoubleL
 
04.05.2007, 08:14

Zitat:
Zitat von xenchen Beitrag anzeigen
1.) mit meiner "erziehung" (mah, ich mag das wort nicht, gibts da eigentlich eine brauchbare alternative?)

2.)- ich war verständnisvoll

3.) wars richtig? was tut man in dieser situation? wie reagiert man richtig? was empfehlen juuls, gordon und co. da?
hab ich zuviel geredet? zuwenig? mehr nachgeben? weniger?

4.) stolz bin ich ehrlich drauf, dass ich nicht auch gebrüllt hab. ein paar mal wär mir ehrlich danach gewesen. mir war auch nach heulen
1.) bei diesem konflikt sehe ich das wort "kommunikation" statt "erziehung" passend.

2.) wie hast du es ihm gezeigt, dass du ihn verstehst? ich habe es im text nirgendwo finden können.

3.) richtig? meiner meinung nach, ganz wertfrei, hast du den weg nicht gefunden um diesen konflikt so zu lösen, dass beide zufrieden sind. was ich in so einer situation zu tun versuchen würde:
  • du möchtest etwas tun, er hat ein problem damit -> aktives zuhören (seine gefühle beschreiben, sowie ursache dafür)
  • er akzeptiert deinen wunsch nicht -> umschalten auf eine ich-botschaft (mit einem "und" statt "aber", weil ich beide wichtig sind), und dabei schauen dass es eine echte 3-teilige-ich-botschaft (zu finden in "fam.konferenz i.d.praxis"), so kurz wie möglich, so lang wie notwendig.
  • und dann wieder AZ, und wieder umschalten und wieder AZ
  • ganz wichtig dabei - die bedürfnisse, die dahinter stecken rausfinden, weil so lange man nur über erste 2 lösungen für bedürfnisse diskutiert kommt man nicht so leicht weiter, wenn dann die bedürfnisse klar sind, findet man viel leichter eine oder mehrere lösungen, die für beide seiten ok sind.

Zitat:
Zitat von lupinchen76
und ja, hin und wieder kann man auch mit viel verständnis, ruhe und allem gordon und juul-wissen diese situationen nicht vermeiden. aber sie sind sehr selten. und meistens kommt noch müdigkeit oder hunger dazu, dann ist nils einfach nicht ausgeglichen genug um immer ruhig zu bleiben und wenn ich das nicht gleich erkenne oder dem vorbeuge, dann kann es schon einmal eskalieren.
ja. wenn es einem menschen schlecht geht (überreizung, viele "kleinigkeiten", müde, hunger, etc), dann kann man ihm, dadurch dass man ihn versteht, es ihm zeigt und bei ihm sein, helfen. ist aber oft sehr schwer wenn man in diesem moment selber probleme hat, nicht im gleichgewicht ist, sondern, müde, grantig, hungrig, nicht ausgeschlafen etc.

lg L.
Mit Zitat antworten
(#12) [Permalink]
Alt
xenchen
 
04.05.2007, 08:27

Zitat:
Zitat von DoubleL Beitrag anzeigen
2.) wie hast du es ihm gezeigt, dass du ihn verstehst? ich habe es im text nirgendwo finden können.
stimmt, hast recht. das hab ich ihm nicht wirklich gesagt.

Zitat:
Zitat von DoubleL Beitrag anzeigen
3.) richtig? meiner meinung nach, ganz wertfrei, hast du den weg nicht gefunden um diesen konflikt so zu lösen, dass beide zufrieden sind.
zufrieden waren wir mit sicherheit beide nicht. ist das nicht in der natur eines hysterischen anfalls, dass einer nicht zufrieden ist? und der zweite sich auch nicht grad blendend fühlt?

Zitat:
Zitat von DoubleL Beitrag anzeigen
was ich in so einer situation zu tun versuchen würde:
  • du möchtest etwas tun, er hat ein problem damit -> aktives zuhören (seine gefühle beschreiben, sowie ursache dafür)
  • er akzeptiert deinen wunsch nicht -> umschalten auf eine ich-botschaft (mit einem "und" statt "aber", weil ich beide wichtig sind), und dabei schauen dass es eine echte 3-teilige-ich-botschaft (zu finden in "fam.konferenz i.d.praxis"), so kurz wie möglich, so lang wie notwendig.
  • und dann wieder AZ, und wieder umschalten und wieder AZ
  • ganz wichtig dabei - die bedürfnisse, die dahinter stecken rausfinden, weil so lange man nur über erste 2 lösungen für bedürfnisse diskutiert kommt man nicht so leicht weiter, wenn dann die bedürfnisse klar sind, findet man viel leichter eine oder mehrere lösungen, die für beide seiten ok sind.
danke für die tipps! ich wusste doch, dass da noch verbesserungspotential da ist und jetzt, wo es da steht ist es absolut logisch und ich schäm mich schon fast dafür, dass ich wirklich nicht auf seine gefühle eingegangen bin.

hoffe, ich denke beim nächsten mal dran.
Mit Zitat antworten
(#13) [Permalink]
Alt
DoubleL
 
04.05.2007, 08:40

Zitat:
Zitat von xenchen
danke für die tipps! ich wusste doch, dass da noch verbesserungspotential da ist und jetzt, wo es da steht ist es absolut logisch und ich schäm mich schon fast dafür, dass ich wirklich nicht auf seine gefühle eingegangen bin. hoffe, ich denke beim nächsten mal dran.
verbesserungspotential bleibt uns immer erhalten. wir werden nie (ganz) am ziel sein. zwar immer näher, aber ganz am ziel nie. der weg geht immer weiter.

lg L.
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(#14) [Permalink]
Alt
Benutzerbild von Tinilein
Tinilein
 
04.05.2007, 09:02

In deiner Geschichte hab ich Sarah und mich wiedergefunden als ich auch hochschwanger war. Ich reagierte ungefähr so ähnlich wie du (vermittelte ihr aber auch, dass ich sie verstehe).... Trotzanfall wurde dennoch nicht kleiner.

Überhaupt, war Sarah ein paar Wochen VOR Minis Geburt und ein paar Wochen NACH der Geburt wirklich *unerträglich*. Ich denke, die Zwergies spüren diese Veränderung ganz genau.

lg,
tini
Mit Zitat antworten
(#15) [Permalink]
Alt
Dinimama
 
04.05.2007, 13:06

Du wolltest wissen, wie es nach der geburt weitergegangen ist:
also die "anfälle" waren schlagartig mehr oder weniger vorbei, er war von seiner schwester begeistert, wenig eifersüchtig, eigentlich ziemlich hilfsbereit.
hin und wieder hat er ein wenig "herumexperimentiert", ich glaube aber, dass es da vor allem darum ging, auszuprobieren, was man mit diesem baby alles anfangen kann und nicht darum, ihr wehzutun. (ich habe die beiden in dieser zeit aber kaum miteinander alleine gelassen!)

momentan ist es ein wenig schwieriger, da er immer wieder baby-phasen hat, in denen er getragen werden will, einen schnuller verlangt, karolines schreien nachahmt, ......
wenn ich gut drauf bin, dann nehme ichs gelassen, wenn ich aber aber zb am abend ein wenig an meiner belastbarkeitsgrenze bin, dann nervt es mich unter umständen schon (auch, wenn ich ihn wirklich verstehen kann!)

was sehr wichtig ist: dass er immer wieder zeiten mit papa und vor allem mit mir alleine hat, also ohne baby, und dass ich ihn so viel wie möglich in alle "babytätigkeiten" miteinbeziehe. (gsd ist meine kleine hart im nehmen...... )

im grossen und ganzen habe ich aber das gefühl, dass meine zwei sich mögen, und darüber bin ich schon sehr froh!!

...ich wünsche euch, dass es bei euch ähnlich sein wird!!
Mit Zitat antworten
(#16) [Permalink]
Alt
Benutzerbild von Dimple
Dimple
 
04.05.2007, 14:12

Liebe Xenchen,

Ich finde, Du hast Dich vorbildhaft verhalten - aber gewöhne Dich daran: Ab einem gewissen Alter wirst Du das hin und wieder erleben und mit 2 Kindern sowieso doppelt.

Leichter ist es bei uns, wenn es Dimple jr. I ist: Da wissen wir: Hunger (ein Schoko-Snack o.ä. - etwas mit viel Zucker, kann auch gekaufter Eistee sein - hilft binnen 5 bis 10 Minuten) oder absolute Übermüdung.

Schwieriger ist es bei Dimple jr. II (auch Junioretta genannt): Madame ist stur, eigensinnig, unbestechlich,.... - und wenn sie nicht will, will sie nicht (auch nicht, daß man ihre Wünsch erfüllt) - da hilft nur, trotz Grant und manchmal geradezu Wut, halbwegs gelassen zu bleiben. Am ehesten können wir solche Anfälle auf Müdigkeit zurückführen, aber am Ende bleibt uns nur Sigmund Freud: Hysterie ist eine Krankheit der Frauen.

lg
Dimple, der mit den beiden Kids im allgemeinen sehr gut zu Rande kommt bzw. dessen Kids mit ihm im allgemeinen gut zu Rande kommen - aber manchmal ist es auch herausfordernd
Mit Zitat antworten
(#17) [Permalink]
Alt
Lollipop
 
04.05.2007, 15:49

Übermüdung, Überreizung und je nach Kind auch zum Teil angeborener Starrsinn und Rechthaberei.

Bei uns gehts seit einem Jahr so.
Was hilft ist entweder ausbizzeln lassen, ist ja auch Stressabbau, und auf dem eigenen Standpunkt beharren - oder nachgeben, dann aber möglichst sofort und unauffällig. Sich auf Machtkämpfe und Brüllerei einzulassen ist ganz schlecht, hilft nichts, auch wenn der Stein des Anstoßes das millionste Mal vorkommt.

Am besten ist für alle Situationen sich gut zu überlegen, ob man nachgeben kann oder ob es einen unbedingt wichtig erscheint bei dem Punkt standhaft zu bleiben. Oft hilft auch einfach zum nächsten Thema überzugehen und abzulenken, bevor die Situation sich zuspitzt. Das Stiegenbeispiel mit dem Rauftragen kenn ich nur zu gut, kommt jetzt schon seit einem Jahr regelmäßig vor....
Nach ungefähr einem halben Jahr hatte ich das meiste heraussen, es kommt aber monatlich was Neues dazu, momentan sind es lautstarke Flüche und Schimpfwörter in quasi jedem Satz eingeflochten. Das läßt mich verhältnismäßig kalt, weil es sich eher um interessante neue Wortspielereien handelt, die sich hoffentlich mit relativer Nichtbeachtung als uninteressant herausstellen... und leider auch groteske, unwahre Behauptungen und Schuldzuweisungen, die Line mit Vehemenz verteidigt, bloß um das letzte Wort zu haben oder ihren Willen durchzusetzen.
z.B. gemütlich beim Abendessen, während ich grad was richte, verschmiert sie einen ganzen Becher Joghurt auf dem Tisch und sagt dann "Mama, du hast Joghurt am Tisch verschmiert." Ich meine darauf "nein Line, du weisst genau, dass du das warst, du weisst ich mag nicht, wenn du Essen verschmierst und du weisst ich mag nicht, wenn du anderen die Schuld für etwas gibst, das du getan hast. Unterlass das bitte jetzt, ich hab einfach keine Lust so oft sauber machen zu müssen. Aber ich wische es jetzt einfach weg und wir reden nicht mehr darüber." Worauf sie es wieder tut und meint "Mama, du hast schon wieder Dreck gemacht." Nach meinem grantigen Blick, den ich ihr zuwerf: "Mama, wenn du aber gepatzt hast!"

Sowas nervt mich zur Zeit ungemein...da weiss ich nicht wie ich reagieren soll, meist nehm ich ihr das Joghurt und den Löffel weg und sag ihr recht friedlich, dass sie erst weiteressen kann, wenn sie sich wieder zu benehmen weiss. Worauf sie das entweder einsieht und "klick" auf normal umschaltet oder wie am Spieß brüllt "Du hast aber gepatzt, ich will das Joghurt, du bist schuld, du hast gepatzt, ich hab nicht gepatzt, die Oma hat gepatzt, die Sonja hat gepatzt, du hast jetzt in Wirklichkeit gepatzt!" (?) und wie eine Sirene losgeht und wenn ich nicht nachgeb manchmal auch eine Stunde in einer Leier brüllt und flucht und bizzelt....., das ist so eine Situation wo ich nicht nachgeb und sie dann im Nachbarzimmer brüllen lasse und nur hin und wieder versuch mit ihr zu reden, ihr anbiete, dass wir ja als Alternative ganz normal in Ruhe weiteressen könnten, oder versuch sie zu umarmen und zu beruhigen, denkste, sie gibt nicht nach, tritt höchstens nach mir und geht irgendwann spielen und ist erst danach wieder normal...

Ich finde es besonders hart, wenn es schon spät ist, sie nicht schlafen will und ich total erledigt bin oder aber auch, wenn sie mich um 5.30 Uhr morgens mit den lautstarken Worten "Scheiße, ich will einen Kakao, ich will aufstehen, steh auf, Mama, Scheiße, verdammt, blöde Lampe, blöder Baum, blödes Bett, Scheiße!" weckt. Ich frage mich, wie sich manche Leute 2 oder mehr Kinder zulegen können..., denn ich muss sagen, diese Phase jetzt ist zwar ganz anders, aber insgesamt völlig harmlos gegen die ersten 3 Jahre mit Line. Nochmals das????
Wenn nicht die vielen tollen Momente und guten Gespräche mit ihr wären, und ihre Ausraster nicht nur punktuell, wenn auch täglich, vorkommen würden, man hätte mich schon einliefern müssen...

Xenchen, du wirst es, wie wir alle, schaffen. Vertrau auf deinen gesunden Menschenverstand und lass dich nicht runterziehen. Mach dir auch nicht zu viele Vorwürfe, wenn mal was nicht klappt!
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(#18) [Permalink]
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Benutzerbild von Milla75
Milla75
 
04.05.2007, 16:02

boah, das mit dem joghurt würde mich sicher wahnsinnig machen... also wenn jemand einen guten tipp hat, den les ich auch gern, man weiß ja nie, was kommen wird

@xenchen: alles, was ich von dir so lese klingt so, als würdest du wirklich einen sehr, sehr guten umgang und ein gutes verhältnis zu deinem sohn haben... ich denke, die schwierige phase hat vielleicht wirklich mit dem bald kommenden geschwisterchen zu tun, aber ich mach mir gar keine sorgen, dass du das nicht gut und überlegt hinkriegst! alles liebe wünsch ich euch!
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(#19) [Permalink]
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Benutzerbild von S.i.a.
S.i.a.
 
04.05.2007, 16:21

Zitat:
Zitat von Lollipop Beitrag anzeigen

z.B. gemütlich beim Abendessen, während ich grad was richte, verschmiert sie einen ganzen Becher Joghurt auf dem Tisch und sagt dann "Mama, du hast Joghurt am Tisch verschmiert." Ich meine darauf "nein Line, du weisst genau, dass du das warst, du weisst ich mag nicht, wenn du Essen verschmierst und du weisst ich mag nicht, wenn du anderen die Schuld für etwas gibst, das du getan hast.
ielen und ist erst danach wieder normal...
Kann sie nicht mithelfen, Joghurt in eine Schüssel leeren, umrühren und dergleichen.

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(#20) [Permalink]
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Benutzerbild von guggi
guggi
 
04.05.2007, 18:46

Haha, meine sagt dann "Das Joghurt ist ganz von selbst aus dem Becher gehüpft!"

Als Antwort auf Xenchens Ausgangspost: diese Wut- und Heulattacken, wo ich beim besten Willen nicht aus ihr herausbekommen habe, was los ist, und wo ich prinzipiell alles falsch gemacht habe, die sind ab 3 weniger geworden, und ab 4 gar nicht mehr gekommen. Es gibt also Hoffnung.
Ich hab mich bemüht, in solchen Situationen möglichst ruhig und liebevoll zu bleiben, aber meistens hat nur ein rascher Rückzug an einen ruhigen Ort und Stillen geholfen (damals haben wir noch).

Jetzt ist die Situation schon ganz anders, sie kann sich schon viel besser artikulieren und sagen, was ihr nicht paßt, und wir Eltern kennen sie auch schon besser und können sie konkret auf gewisse Dinge ansprechen (ZB ich hab irgendetwas vorschnell gemacht, was sie gerne selbst getan hätte).

Sehr oft hing/hängt es auch mit dem Kindergarten zusammen - ich glaube, da erlebt sie sich oft als sehr macht- und hilflos, und muß sich dann an anderer Stelle wieder Bestätigung holen. Bei mir im sicheren Hafen kann sie sozusagen sich auswüten, und ich hab sie trotzdem lieb.
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