05.08.2012, 22:52
Ein einjähriges Kind würde ich - vor allem wenn es nur für ein paar Wochen ist - bei mir zuhause z.B. von einer guten Leih-Oma betreuen lassen.
Bei einer TM müsste es nicht nur eine Bindung zu ihr neu aufbauen sondern sich auch an die neue Umgebung gewöhnen - und das für die kurze Zeit...
Eine Leihoma (da muss man aber sicher sehr sorgfältig bei der Auswahl sein) könnte auch später noch sehr hilfreich für euch sein, auch wenn dein Kind dann anderweitig betreut wird und z.B. krank wird oder sonst ein Notfall eintritt.
Es baut aber dann jedenfalls eine Bindung zur Leihoma auf, deshalb würde ich sie auch nach dem Praktikum nicht einfach so aus seinem Leben entfernen und schauen, dass sie auch danach noch Kontakt haben können. Außerdem beginnt sich dein Kind in dem Alter aus der Bindung mit dir zu lösen und dann nimmt die Person, die dann viel Kontakt mit dem Kind hat, eine besondere Rolle ein - als "Loslösungsvorbild" - das ist ja in vielen Fällen sonst der Papa. Könnte er sich nicht zumindest zeitweise die Betreuung übernehmen - zusätzich zu einer Leihoma, damit seine "Rolle" da nicht gefährdet wird?
Auf alle Fälle solltest du schon vorher schauen, dass zwischen deinem Kind und der Betreuungsperson eine Bindung entwickelt. Die muss nämlich dann schon ganz eng sein, wenn du dann nicht mehr greifbar bist, damit sie dein Kind dann wirklich ausreichend trösten kann wenn es ein emotionales Tief hat.
Wenn du immer den ganzen Tag weg bist kann das natürlich schon recht lang für dein Kind werden...
Da kann schon mal eine emotionale Notlage eintreten die die Leihoma nicht auffangen kann (auch wenn sie noch so einfühlsam ist) und das könnte schon auch negative Auswirkungen haben.
Wenn du merkst, dass die sichere Bindung zu dir in Gefahr ist, würde ich persönlich notfalls auch das Praktikum abbrechen weil dann vllt. zuviel auf dem Spiel steht...
Hier findest du noch ein paar Gedanken zur frühen Fremdbetreuung:
http://www.sicherebindung.at/fruefremd.html
http://www.sicherebindung.at/uebergaenge.html