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(#1) [Permalink]
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Benutzerbild von mascha
mascha
 
Verwendung von Wildkräutern und Unkraut - wer weiss was? - 22.04.2012, 20:06

Lesen bildet, habe ich erst kürzlich wieder festgestellt.
Nie hätte ich es für möglich gehalten das ich aus meinem verhassten Erdholler ( Girsch) ein leckeres Süppchen kochen kann.
Unkraut und ähnliches gibts genug bei uns.
Wer kennt Verwendungsmöglichkeiten in Küche oder Haushalt?
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(#2) [Permalink]
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ramaraja
 
22.04.2012, 20:14

Ich mache vieles aus Wildkräuter, von Salat angefangen über Suppe bis hin zu vorspeisen. Ich habe mir jetzt noch ein Buch gekauft, dass ich nächste Woche kriegen sollte, freue mich schon. Was für Speisen interessieren dich am meisten?

Lg
(#4) [Permalink]
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Benutzerbild von karana
karana
 
22.04.2012, 21:50

Da gibts ein tolles Buch über "Speisebäume" (- habs grad nicht bei der Hand, aber vielleicht hilft Google).
Und viele Permakultur- und Bioforen sind eh voll von Rezepten mit Wild- und Unkräutern.
Im Moment mein Favorit: Mich durch die jungen Lindenblattbestände wie eine Ziege durchzufressen. :P Die sind sooo lecker, direkt vom Baum... bald gibts auch die Blüten, die getrocknet als Tee toll sind - aber auch die (und da vor allem die Blüten der Sommerlinde) sind frisch vom Baum genascht sehr lecker.

Was ich sonst noch so parat habe:
Löwenzahnköpfe in Palatschinkenteig. Überraschend buttrige Geschmacksnote, sehr fein.
Veilchen in den Salat, oder Kapuzinerkresse oder Gänseblümchen.
Giersch: Ganz junge Blätter als Salat. Die älteren sollen als Suppenzutat (ohne Mittelrispe, die kann bitter sein) gut schmecken, das probiere ich in Kürze. Außerdem soll das KRaut auch für Spinat gut nutzbar sein. Ich möchte mal versuchen, ob sich daraus mit Pinienkernen, Knoblauch und einer Handvoll Basilikum nicht auch ein fesches Spagetti-Sugo zaubern lässt, so á la Pesto.
Bärlauch: in allen Varianten - neulich las ich, dass nicht nur die unfertigen noch geschlossenen Blüten als "Kapern" verwendbar seien, sondern dass auch die unreifen noch weißen Samenstände sich dafür eignen sollen.
Buchecker: die zu sammeln macht viel Spaß mit Kindern. Es kam bei uns eine irre Menge zusammen - und das Schälen dieser kleinen Köstlichkeiten geht doch ziemlich ins Zeitbudget.
Wenn man aber grade die Handvoll schält, die es braucht für einen köstlichen Reis oder, um sie in die Suppe zu geben, ist es machbar. Köstlicher Geschmack, nussig...
Und natürlich Beerenobst: Die Früchte kennt ja jeder - aber dass die Erdbeer- oder Himbeerblätter auch einen Tee abgeben, sollte man sich früh genug erinnern...
Dieser Beitrag von karana gefällt 2 Usern: darleen31, Truffles
(#5) [Permalink]
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Hasenfratz
 
23.04.2012, 20:02

Der Gärtner meines Vertrauens haut Dich, wenn Du "Unkraut" sagst. Es gibt nur "Beikraut", meint er.

Giersch geht gut auf Pizza.

Löwenzahnsalat ist das Highligt jeden Frühlings (mit gekochten Erdäpfeln (blättrig geschnitten), ausgelassenen Speckwürferln und einer Kernöl-Marinade)

Bärlauch sowieso, Verwendung vielfältig.

Beifuss nehm ich zum Würzen von Geflügel, besonders Gans mag Beifuss gerne.

Brennessel geht jetzt grad noch als Spinat, wers mag. (mit ist Bärlauch lieber)

Die Knospen von wildem Hopfen kann man wie Kapern einlagen.

Ich hab ein Kochbuch, dass sich mit Beikräutern befasst - sag mal, welche genau dich interessieren.
(#6) [Permalink]
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Benutzerbild von mascha
mascha
 
24.04.2012, 16:49

@ inkale: Danke für den Buchtipp, ich hab´s eben bestellt.

@ Hasenfratz: Danke
Mein Haupproblen liegt darin, dass ich diese" Beikräuter" nicht erkenne und sie einfach für Unkraut halte.
Am sinnvollsten wird es sein, mal an so einer Wildkräuterwanderung teilzunehmen.
Wir haben ja ein recht großes Grundstück, darin befindet sich bestimmt einiges essbares.

@karana Danke, wieder was gelernt.

@ramaraja Danke, haupsächlich für Suppen, Pesto und Salate.
(#7) [Permalink]
Alt
unkraut
 
24.04.2012, 20:13

Der liebe Giersch ist die Grundsubstanz von unseren Alm..dler ( in den Zeiten wo es noch keine geschmacksverstärker gab und natürliche zutaten genommen wurden ;-))
kannst also einen super wiesendudler damit machen
ich sag immer : den giersch wirst nur durchs wegessen los, ansonsten ist er sowieso unverwüstbar...

du kannst ganz viele un-kräuter aus deinem garten verwenden, vor allem jetzt im frühling wenn alles neu wächst. wenn ich koche gehe ich immer zuerst eine runde im garten, "irgendetwas findet immer platzt im kochtopf"
gibts spezielle pflanzen die dich interessieren?
(#8) [Permalink]
Alt
Benutzerbild von leahrot
leahrot
 
24.04.2012, 20:15

guck mal

http://www.chefkoch.de/rs/s0/giersch/Rezepte.html

ich kenne den Giersch auch als Getränk, mit Apfelsaft gemischt.
(#9) [Permalink]
Alt
Hasenfratz
 
25.04.2012, 19:48

Zitat:
Zitat von unkraut Beitrag anzeigen
Der liebe Giersch ist die Grundsubstanz von unseren Alm..dler ( in den Zeiten wo es noch keine geschmacksverstärker gab und natürliche zutaten genommen wurden ;-))
kannst also einen super wiesendudler damit machen
ich sag immer : den giersch wirst nur durchs wegessen los, ansonsten ist er sowieso unverwüstbar...

du kannst ganz viele un-kräuter aus deinem garten verwenden, vor allem jetzt im frühling wenn alles neu wächst. wenn ich koche gehe ich immer zuerst eine runde im garten, "irgendetwas findet immer platzt im kochtopf"
gibts spezielle pflanzen die dich interessieren?
Frau Unkraut, hast Du ein Rezept für den Giersch-Dudler? Das wär echt genial, weil so viel Pizza essen, wie ich
Ggiersch habe, kann ich nicht (ausser alle User kommen mitessen)
(#10) [Permalink]
Alt
cara4
 
26.04.2012, 12:29

Hallo,

in meinem Garten gibts keine Girsch, dafür fast überall Vogelmiere.

Gib den immer zum Salat.

Hat wer Rezepte mit Vogelmiere?

LG
Karin
(#11) [Permalink]
Alt
bertl2
 
26.04.2012, 19:23

schmöchnsalot = löwenzahnsalat, die beste vitaminbombe im frühjahr.
brennesslsuppe oder brennesslspinat
dies ist bei uns fix am speiseplan
(#12) [Permalink]
Alt
ramaraja
 
27.04.2012, 12:29

Zitat:
Zitat von cara4 Beitrag anzeigen
Hallo,

in meinem Garten gibts keine Girsch, dafür fast überall Vogelmiere.

Gib den immer zum Salat.

Hat wer Rezepte mit Vogelmiere?

LG
Karin
1.) Du kannst die Vogelmiere auch als sehr zartes spinartartiges Gemüse zubereiten.

2.) Acht-Kräuter-Salat

3 Teile Löwenzahnblätter
2 Teile Schlüsselblumenblätter
1 Teil Vogelmiere
1 Teil Spitz- und Breitwegerich
1 Teil ganze Gänseblümchen
Ein paar Vielchenblätter und -blüten

1 EL Geißfuß oder Brunnenkresse zum Würzen
Marinade

Die Blätter von Löwenzahn und Schlüsselblume werden In groben Stücke, die Spitz- und Breitwegwerichblätter wegen der fasrigen Blattnerven nudelig geschnitten, die Vogelmiere klein gehackt, ebenso die Gänseblumchenblätter. Veilchenblüten und -blätter bleiben im Ganzen. Die Würzkräuter Geißfuß und Brunnenkresse ganz fein gewiegt.

Aus Essig, Öl, Salz und Pfeffer mit Schneebesen eine Marinade schlagen, bis diese von cremiger Kosistenz ist. Die Marinade über den Salat gießen, mit Kräuter gut durchmischen und ziehen lassen.

Zuletzt kommt obenauf nach Belieben ein Löffel saure Sahne und das fein gehackte harte Ei.

3.) Mai-Salat
150g Vogelmiere
100g ganz junger Huflattichblätter
50g Saurampferblätter
10g Geißfußstämmchen
15g Grundelrebenblätter

Vogelmiere, Geißfuß und Grundelrebe klein hacken. Huflattich und Saurampfer nudelig schneiden. Für diese pikantwürzige Mischung empfiehlt sich eine cremige Salatsauce.

Lg

Geändert von ramaraja (27.04.2012 um 12:58 Uhr)
(#13) [Permalink]
Alt
cara4
 
29.04.2012, 20:08

Hallo Ramaraja,

danke für die Rezepte.

Hab gestern mal Pest aus Vogelmiere probiert, ist auch ned so schlecht. Am liebsten wärs mir aber ich hätte nicht solche Mengen davon im Garten.

LG
Karin
(#14) [Permalink]
Alt
ramaraja
 
29.04.2012, 22:13

Pesto hört sich auch sehr lecker an, das wäre auch was für mich, danke für den Tip.

Vielleicht braucht jemand aus der Familie diese Pflanze, sie dient vor allem der Unterstützung von Lungenerkrankung (Tee), zur Reinigung und Kräftigung des ganzen Organismus. Die Pflanze hat eine kühlende, entzündungshemmende, schmerzlindernde, verdauungsfördende und leicht abführende Wirkung. Also perfekt für den Frühling
Sie hilft bei Krämpfen, Leberbeschwerden, übermüdeten oder entzündeten Augen, Rheuma und Blasenkrankheiten. Äußerlich kann sie bei Hautausschlägen, Verbrennungen, Schürfwunden und kleineren Verletzungen eingesetzt werden.

Lg
(#15) [Permalink]
Alt
Benutzerbild von karana
karana
 
30.04.2012, 00:21

Weil wir grade bei den kleinen Beikräutern sind: Gundermann!
Der lässt sich eigentlich genauso einsetzen wie Petersilie... also gehackt in den Salat oder in die Sauce, als Suppe oder Spinat... ich glaube, das werde ich in Kürze mal alternativ zu Petersilkartoffeln versuchen.
(#16) [Permalink]
Alt
Benutzerbild von mascha
mascha
 
30.04.2012, 17:35

Gundermann musste ich erst googeln, kommt mir aber sehr bekannt vor, ich glaube wir haben es zwischen den Blumenbeeten.
Blöde Frage: Verwendet werden nur die Blätter und nicht die Blüten?

Nächstes Problem
Vor 2 Jahren habe ich bei einer ganz lieben alten Nachbarin gelbe hohe Blumen, die wie Mini Sonnenblumen ausgesehen haben bewundert.
Sie war dann so nett und hat mir einige Knollen geschenkt die ich an den Gartenzaun gepflanzt habe.
Im ersten Jahr war ich noch ganz begeistert davon, leider vermehren die sich unglaublich schnell.
Letztes Jahr bin ich dann draufgekommen, dass es sich dabei um Topinamabur handelt. Ich habe versucht sie so geht es geht auszugraben und Pürree daraus zu machen.
Heuer gehen mir im ganzen Garten kleine Topinampur Pflänzchen auf. Mein Versuch sie auszurotten ist gründlich schief gegangen.
Deshalb wieder eine Bitte: Rezepte und Verwendungsmöglichkeiten. DANKE
(#17) [Permalink]
Alt
unkraut
 
30.04.2012, 19:01

hat leider etwas gedauert, mit meiner antwort... war bei dem schönen wetter natürlich im garten


also mal mein wiesendudler rezept:
1 liter apfelsaft( ganz normalen), kannst auch gerne 1 liter wasser nehmen( aber dann schon etwas zucker dazu, je nach bedarf)
giersch mit stiel als ganzes reingeben, im stiel ist der meiste geschmack,
und dann kannst du dich austoben, je nachdem was du zur hand hast. also bei mir kommt immer schafgarbenblätter, gänseblümchenblätter und blüten, wiesenlabkraut, quendel, spitzwegerich ( wirkt gleich auch desinfizierend) jetzt im frühjahr kannst auch holunderblüten dazugeben (aber nur eine blüte sonst wirds zu intensiv und kannst gleich holundersaft machen) gundermann auch nur wenig verwenden- starker eigengeschmack.
gerne gebe ich auch erdbeerblätter und brombeerblätter dazu, kleeblüten passen auch immer.
bei den herkömmlichen kräuter ein bisschen weniger nehmen, aber bisschen mellisse und minze passt immer.
eine orange, oder zitrone auspressen und dazu geben , gut umrühren und mindestens einen tag stehen lassen,
zwischendurch immer wieder mal kosten und wenn du das gefühl hast ein kraut ist zu stark nimmst es einfach raus,

den sirup dann mit wasser verdünnen, besser noch mit mineralwasser so ist der alm.... geschmack noch stärker.
(#18) [Permalink]
Alt
Hasenfratz
 
30.04.2012, 20:26

Zitat:
Zitat von unkraut Beitrag anzeigen
hat leider etwas gedauert, mit meiner antwort... war bei dem schönen wetter natürlich im garten


also mal mein wiesendudler rezept:
1 liter apfelsaft( ganz normalen), kannst auch gerne 1 liter wasser nehmen( aber dann schon etwas zucker dazu, je nach bedarf)
giersch mit stiel als ganzes reingeben, im stiel ist der meiste geschmack,
und dann kannst du dich austoben, je nachdem was du zur hand hast. also bei mir kommt immer schafgarbenblätter, gänseblümchenblätter und blüten, wiesenlabkraut, quendel, spitzwegerich ( wirkt gleich auch desinfizierend) jetzt im frühjahr kannst auch holunderblüten dazugeben (aber nur eine blüte sonst wirds zu intensiv und kannst gleich holundersaft machen) gundermann auch nur wenig verwenden- starker eigengeschmack.
gerne gebe ich auch erdbeerblätter und brombeerblätter dazu, kleeblüten passen auch immer.
bei den herkömmlichen kräuter ein bisschen weniger nehmen, aber bisschen mellisse und minze passt immer.
eine orange, oder zitrone auspressen und dazu geben , gut umrühren und mindestens einen tag stehen lassen,
zwischendurch immer wieder mal kosten und wenn du das gefühl hast ein kraut ist zu stark nimmst es einfach raus,

den sirup dann mit wasser verdünnen, besser noch mit mineralwasser so ist der alm.... geschmack noch stärker.
Vielen Dank, sehr lieb von Dir!
(#19) [Permalink]
Alt
Hasenfratz
 
30.04.2012, 20:28

Zitat:
Zitat von mascha Beitrag anzeigen
Gundermann musste ich erst googeln, kommt mir aber sehr bekannt vor, ich glaube wir haben es zwischen den Blumenbeeten.
Blöde Frage: Verwendet werden nur die Blätter und nicht die Blüten?

Nächstes Problem
Vor 2 Jahren habe ich bei einer ganz lieben alten Nachbarin gelbe hohe Blumen, die wie Mini Sonnenblumen ausgesehen haben bewundert.
Sie war dann so nett und hat mir einige Knollen geschenkt die ich an den Gartenzaun gepflanzt habe.
Im ersten Jahr war ich noch ganz begeistert davon, leider vermehren die sich unglaublich schnell.
Letztes Jahr bin ich dann draufgekommen, dass es sich dabei um Topinamabur handelt. Ich habe versucht sie so geht es geht auszugraben und Pürree daraus zu machen.
Heuer gehen mir im ganzen Garten kleine Topinampur Pflänzchen auf. Mein Versuch sie auszurotten ist gründlich schief gegangen.
Deshalb wieder eine Bitte: Rezepte und Verwendungsmöglichkeiten. DANKE
HA!HA!HA!

(stell Dir gequältes Lachen vor...)

Du wirst noch Jahre an Deine liebe alte Nachbarin denken....

Ausgraben, Pürree kochen. Ausgraben, Pürree kochen. Sonst hilft nix. Angeblich kann man die Knollen auch in hauchdünne Scheiben hobeln und wie Chips frittieren - habs aber nicht selbst ausprobiert.

jedenfalls darf in meiner Gegenwart keiner das Wort "Topinambur" laut aussprechen.
(#20) [Permalink]
Alt
Benutzerbild von karana
karana
 
01.05.2012, 00:16

Gundermann: Alles nehmen, also Stumpf, Stiel, Pflanz und Blüte.

Topinambur: Da scheint es schon Unterschiede zu geben... manche berichten von exzessivem Wucherwachstum. Andere davon, dass sich die Knollen kaum von der Stelle bewegen.
Zur Verwendung: Die lassen sich überall dort einsetzen, wo auch Kartoffeln zum Zug kommen. Also Frittieren, Suppeninhalt, Pürree, Chips, Puffer, Salat...
@ unkraut: Dank fürs Dudelrezept.
 

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