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Spompanadl
 
Meine 2vbac - 22.02.2017, 14:00

Auf meinem Schoß schläft gerade mein fast 8 Tage alter Bub und ich möcht euch kurz von seiner Geburt erzählen: Nach einem sekundären KS 2009 hatte ich 2014 eine hbac angestrebt, die ich nach 10h Wehen, die ich zuletzt als sehr schmerzhaft und anstrengend empfand und nur 3cm MuMuöffnung ins KH verlegen ließ um mir eine PDA geben zu lassen.
Dort kam nach weiteren 9,5h (davon 1,5h Presswehen) meine Tochter mit 4,3kg und 37cm KU plus Hand am Kopf als vbac zur Welt.
Somit war die Angst vor dem Krankenhaus, die ich nach der furchtbaren 1.Geburt (anderes KH) hatte wie weggeblasen und ich wollte es diesmal einfach auf mich zukommen lassen und sehen, ob ich zuhause oder im KH unser drittes Kind zur Welt bringen möchte. Begleitet wurden wir von der Hebamme, die auch schon die zweite Geburt begleitet hatte, ich konnte mir gar keine Geburt ohne Ulla vorstellen.
Die Zeit der Schwangerschaft war eine stressige, ich hatte oft ein schlechtes Gewissen dem Baby gegenüber, weil die Schwangerschaft anders als die beiden vorigen so nebenher lief. Der positive Effekt war, dass ich diesmal nicht ungeduldig wurde, als es in Richtung Geburtstermin ging.Ich war mir sicher, wieder über den Termin zu gehen und rechnete mit dem 17.2. (Termin war der 12.2.).
Am Termin traf ich Ulla im KH zum CTG-Schreiben und bat sie, mich zu untersuchen da ich 2 Tage vorher das Gefühl hatte, der Bauch habe sich gesenkt, ich wollte wissen, ob der Kopf denn schon tief im Becken sei. Dem war dann auch so was mich allerdings mehr überraschte war, dass der MuMU schon über 3cm offen war. Zuhause angekommen hatte ich einige stärkere Wehen, die dann aber leichter wurden. Abends wieder wehen, die sich erst spät soweit beruhigten, dass ich einschlafen konnte. Müde legte ich mich am nächsten vm wieder ins bett. Abends wurden die Wehen wieder mehr und regelmäßiger, kurz überlegten wir sogar, Ulla anzurufen, weil Dauer und Abstände uns verdächtig vorkamen aber ich bat C, das doch noch bleiben zu lassen und irgendwann schliefen wir doch ein. Am nächsten morgen schimpfte und fluchte ich über die Schlaf- und Kraftraubenden „nutzlosen“ Vorwehen und war einfach nur grantig. Ich rief Ulla an und klagte ihr mein Leid worauf sie mir vorschlug, gut zu frühstücken, ein Bad mit Lavendelöl zu nehmen und mich mit einer Wärmflasche gegen mein Kreuzweh ins Bett zu legen und zu schlafen, sie würde dann später vorbeikommen. Gesagt, getan. Als ich nach 2,5h ausgeruht aufwachte läutete es 10 Minuten später auch schon an der Türe. Ulla kam, und nach einer Weile bat ich sie, mich zu untersuchen: der MuMu war 6cm geöffnet. Doch nicht so unnütz, die weherei.... Ich wurde nochmal akupunktiert und Ulla fuhr weiter zu einem Hauabesuch, bat mich abrr, anzurufen sobald sich Wehen einstellen würden.
Die Kinder kamen heim, die kleine schlief, der große machte HÜ und wir baten meine Mama, später noch mit ihnen rauszugehen. Gegen 4 ging ich in die Badwanne weil ich wieder Wehen spürte aber ich fand: zu kurz, zu große Abstände und viiiiiiel zu harmlos. Ein wenig Kreuzweh, ja. Um bat ich meine Mama, mit den Kindern doch auswärts zu abend zu essen und sie nachher bei uns hinzulegen, ich fühlte mich so ruhebedürftig und wollte C verfügbar wissen. Der saß leicht nervös neben mir und fragte, ob wir nicht doch besser Ulla rufen sollten, er habe mitgestppt und es wären 6minuten Abstände und jede Wehe dauere 40-60 sekunden. Ich fand, dass solange warmes Wasser und Massagen die Wehen schmerzfrei machen konnten keine Eile bestand aber um halb 7 ließ ich ihn dann doch anrufen. Sollte Ulla ihm doch sagen, dass das alles noch viel schlimmer (So hatte ich es bei Fs Geburt empfunden) werden musste. Um 7 war Ulla da, zeitgleich kamen die Kinder nach Hause und alle versammelten sich bei mir im Bad, die Kinder massierten mich sehr eifrig und erkannten auch einige Parallelen zur wehenden Mama in „Runas Geburt“ (ein Buch, das ich vor alle m mit meiner 2,5jährigen gefühlte 500mal gelesen hatte). Mein 7jähriger erklärte Ulla fachmännisch „Weisst du, Ulla, jetzt kanns jederzeit losgehen mit der Geburt!“ Um halb 8 schickte ich die Kinder mit dem Versprechen, eine Folge Pumuckl im Bett schauen zu dürfen (sonst ist TV im Bett ein NoGo) mit Oma schlafen. Ich hatte C (und etwas weniger hoffnungsvoll auch den Kindern>) versucht zu beschreiben, wie sie gegen meine Hüfte drücken sollen um mir die Wehen angenehmer zu machen. Ulla schaute mir kurz beim Wehenveratmen am Waschbecken hängend zu und schlug mir vor, noch etwas tiefer in die Knie zu gehen, dann machte sie igrndeinen Hebammenzaubergriff genau dort bei der Hüfte und ich dachte nur „Na super, so tuts gar nicht mehr weh, echt null. Dann können das ja keine echten Wehen sein!“ Ulla war davon aber nicht zu überzeugen und schlug vor, mich zu untersuchen, da war es wohl so ca 8 Uhr.
„Der Muttermund ist bei 9cm“
„Oh!“
Ein Blick zu meinem Freund und ich merkte, dass da was ganz und gar nicht in Ordnung war. Er sah aus wie ein Häufchen Elend. Er habe Angst, das Baby zuhause zu bekommen, wolle mir aber die Chance auf eine Hausgeburt nicht verbauen. Die Sorge um F nach ihrer Geburt holte ihn wieder ein. Ich war so guter Dinge und zuversichtlich, dass mir eigentlich alles Recht war, ich stimmte der Fahrt ins Krankenhaus zu und zerstreute Ullas Bedenken, dass das aber wirklich schon spät wäre jetzt....
Um halb 9 schaute ich das nächste Mal im Kreissaal auf die Uhr, wir hatten die Fahrt gut hinter uns gebracht und auch sonst ging es mir unverändert gut.
Irgendwann untersuchte Ulla mich noch einmal, da sie verwundert war, wo denn die Presswehen blieben. Sie sagte, sie spüre oben noch einen sehr harten Muttermundrand, eine Muttermundlippe (?), meine Gebärmutter sei eher nach hinten geneigte Gebärmutter und so müsse da jetzt während der nächsten Wehen manuell mithelfen, also diesen harten Saum halten oder stützen, damit er sich nicht über die Gebärmutter legt und so quasi den offenen Ausgang verlegt. Das tat dann ertsmal scheißweh, alles andere hatte ich als anstrengend, als Kraftaufwand empfunden aber nicht wirklich als Schmerz, ich hatte bei jeder Wehe das Gefühl „das ist was, womit ich arbeiten kann“. Das hier tat nur weh. Ulla bat mich auch, während der Wehen mitzuschieben, was mir ohne Pressdrang sehr sehr schwer fiel. Nach einigen solcherart durchgestandenen Wehen stellte ich fest, dass es so nicht ginge und verlangte, die nächsten paar Wehen veratmen zu dürfen um wieder etwas zu Kräften zu kommen und dann würde ich aufstehen und weitermachen (ich war seit der Untersuchung gelegen weil es eben wegen dem Stützen dieser Muttermundlippe sein musste, davor war ich nur beckenkreisend gestanden oder gehockt). Ulla sagte, sie wolle mir noch Buscopan und Spascupreel geben um das Gewebe weicher zu machen und tat das dann auch. Nach ein paar Wehen stand ich also auf, nach zwei, drei Wehen die ich an den Hals meines Freundes gehängt und immer noch ohne Pressdrang war wollte ich mich wieder hinhocken. Ulla kündigte an, jetzt auch wenn ich Hocke nochmal zu versuchen, die Muttermundlippe in der Wehe zu stützen was mich veranlasste, etwas wie „mensch, na, nageh, nagut“ zu maulen und dann kam auch schon die nächste Wehe. Ullas Hand habe ich da im Gegensatz zu den vorigen Wehen nicht mal wahrgenommen, ich hatte nur plötzlich das Gefühl, das irgendwas von mir Besitz ergreift und starrte Ulla kurz erschrocken an. Sie hingegen schaute total erfreut und sagte sowas wie „ja, ja, jetzt wirds was!“ Nach der Wehe meinte sie „Viel ärger jetzt? (Was heißt!!) Das ist gut!“ Noch eine Wehe und ich stellte fest „Jetzt haben wir ein Problem.Das halt ich nicht mehr als drei Wehen mehr aus!“ Ich dachte, es könne von jetzt an wie bei Fs Geburt noch Stunden dauern und war entsprechend überrascht, „Ich glaub, wir brauchen auch nicht mehr als drei“ zu hören.
In der nächsten Wehe hörte ich meinen Freund „Man sieht schon den Kopf!“ sagen, mein Blick nach unten bildete perfekt das Gefühl ab, das ich gerade hatte: Gespannt bis zum zerreißen (ich war mir sicher, Geburtsverletzungen davonzutragen) Ich nahm mir vor, sehr zu schimpfen weil er das gesagt hatte. Da kam auch schon die nächste Wehe und diesmal schaute ich selbst runter und sah, wie der Kopf geboren wurde. Dann fragte Ulla – genau wie schon bei Fs Geburt- „ist die Wehe vorbei?“, die brauste aber nochmal auf (ich nahm sie zumindest so stürmisch wahr) und schon kamen die Schultern und der ganze Körper. Überwältigt und fassungslos schaute ich meinen sofort laut schreienden kleinen Sohn an. Sein Papa begrüßte ihn lustigerweise mit dem Namen seiner Schwester, da wir uns noch auf keinen Namen geeinigt hatten sagte ich „Hallo Baby“ und hob ihn hoch. Während er schrie und wir wortreich feststellten, wie unfassbar schön er ist stellte ich zwischendurch immer wieder fest „Ich habs geschafft!“, Bei dieser dritten Geburt hatte ich das erste Mal hatte ich das Gefühl, dass ich diese Geburt ganz allein gemeistert habe, mit großartiger Unterstützung zwar aber ich hatte die ganze Zeit über das Gefühl, selbst zu spüren, was wir brauchen, was mir guttut. Davor fand ich den Begriff „selbstbestimmt“ als für uns unpassend, denn ich nach Fs Geburt fühlte ich mich nicht kompetent, selbst zu bestimmen, ich war froh gewesen, dass mir jemand (Ulla) gesagt hatte, was wann zu tun sei, was ich machen könnte usw (ich denke, dass die PDA da sehr viel mitgespielt hat, weil ich mich so eben nicht mehr gespürt habe).
Dieses mal war es anders, selbstbestimmt? Ich finde ja eher, intuitiv.
Ich hatte keinerlei Geburtsverletzungen und es ging mir körperlich sofort irrsinnig gut, trotzdem halte ich diesmal das Wochenbett strenger ein als die beiden vorigen Male.
Seit einer Woche haben wir nun unseren Buben bei uns und könnten nicht glücklicher sein, mit diesen drei Kindern beschenkt zu sein.
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Dieser Beitrag von Spompanadl gefällt 4 Usern: Kikaninchen, Samba, solala, Valentina
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Benutzerbild von Naadi
Naadi
 
Geschrieben mittels Parents & more Mobile App
Meine 2vbac - 22.02.2017, 23:52

Wie schön! Herzlichen Glückwunsch zu dieser tollen Geburt und eurem Sohn
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Benutzerbild von solala
solala
 
20.03.2017, 10:22

Toller Geburtsbericht - alles Liebe für euch!!
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