Metaller - wer streikt? - Seite 3 - Parents.at | Das Elternforum
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Mummy36
 
07.11.2017, 22:34

Zitat:
Zitat von Alex3 Beitrag anzeigen
Wenn die Wirtschaft floriert, möchten alle, die daran beteiligt sind, gerne auch ihren Anteil daran haben - und der liegt meist über der Inflationsrate. Finde ich nachvollziehbar und gerecht.
Ich fände 3% fair, mehr wäre aber zuviel, weil so grandios läufts dann doch auch wieder nicht...
Die möglichen Steigerungen hängen halt auch sehr von der wirtschaftlichen Entwicklung der Betriebe ab und das wiederum liegt an der jeweiligen Branche.
Es gibt aber auch in der Metallbranche nicht so florierende Firmen, da läuft es dann darauf hinaus dass die Mitarbeiter weniger werden weil die jährlichen Erhöhungen nicht mehr getragen werden können .
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(#42) [Permalink]
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Benutzerbild von Alex3
Alex3
 
07.11.2017, 22:55

Zitat:
Zitat von Mummy36 Beitrag anzeigen
Es gibt aber auch in der Metallbranche nicht so florierende Firmen, da läuft es dann darauf hinaus dass die Mitarbeiter weniger werden weil die jährlichen Erhöhungen nicht mehr getragen werden können .
Das ist richtig, aber so funktioniert nun einmal das System sozialpartnerschaftliche Kollektivvertragserstellung.
Mein Herz hängt nicht an der Industrie, sondern am kleinen Gewerbe und der Schlosser meines Vertrauens wird sich über +3% sicher nicht freuen. Der freut sich allerdings über +1,9% auch nicht, weil es ohnehin immer ums Überleben und harte Arbeit geht. Er wird das also hinnehmen, so wie wir den künftigen KV in unserer Branche und versuchen, das Beste daraus zu machen. Klar ist aber auch, das auch die Arbeiter und Angestellten im Gewerbe das Beste geben und gerne mehr Geld verdienen möchten.
Es wird also mehr ausgezahlt werden und die Chefs und ihre Mitarbeiter müssen sich noch mehr reinhängen, um weiter gemeinsam überleben zu können und auch den Kunden +3% rauszuleiern - denn woher soll das Geld sonst kommen...?
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(#43) [Permalink]
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cestlavie
 
08.11.2017, 08:56

Zitat:
Zitat von Alex3 Beitrag anzeigen
Und ich habe Angst, die Wirtschaftskammer zu schwächen, so lange es Gewerkschaften + Arbeiterkammer gibt, die Arbeitgeber zum Feindbild erklären und diesen schaden wollen, wo sie nur können.
Ohne Gewerkschaft+AK bräuchte man auch keine WK mehr...
Liebe Alex,

die Metallerbranche war schon immer exportorientiert und ist damit schon lange dem rauen Wind der Globalisierung ausgesetzt, was nichts anders heißt als: Ist an einem anderen Standort nachhaltig mit höherer Profitabilität zu rechnen, wird die Produktion in den meisten Fällen verlagert, ehe die Mitarbeiter bis drei zählen können.
Der Trend, Lohnzurückhaltung, steuerliche Erleichterungen für Unternehmen und die "Schuldenbremse" als Allheilmittel für alles zu propagieren, hat in Ländern wie Deutschland dazu geführt, dass die Lohnquote immer mehr gesunken und die Gewinnquote demgemäß immer mehr gestiegen ist. Trotz der immer höheren Unternehmensgewinne sind die Investitionen der Unternehmen jedoch nicht nur nicht im gleichen Maße gestiegen, sondern sogar de facto über die Jahre nur gleich geblieben. Dies ist ein klarer Indikator dafür, dass der private Konsum der eigentlich limitierende Faktor ist. Im Streben um Profit haben die Unternehmen immer größere Teile ihrer Gewinne somit nicht mehr in die Realwirtschaft, sondern in die Finanzwirtschaft investiert, was uns all die wirtschaftlichen Probleme der letzten Jahre eingebracht hat.

Spürbar höhere Gehälter der Metaller sind aufgrund der wirtschaftlichen Lage mehr als berechtigt, würden ohne Interessensvertretung mit Verweis auf wasweißich wieder auf dem Altar der Lohnzurückhaltung geopfert werden, sorgen für vermehrten Konsum und spülen mehr Geld in die Staatskasse, was wiederum dem Staat mehr zu investieren gestattet.
Alles Dinge, die schlussendlich auch der Baubranche und anderen Gewerben zugute kommen.
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Dieser Beitrag von cestlavie gefällt 3 Usern: kotuko, mane9, mcw
(#44) [Permalink]
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Benutzerbild von Alex3
Alex3
 
08.11.2017, 09:21

Lieber cestlavie,
abgesehen davon, dass ich eher die Baubranche als lokales wirtschaftliches Zugpferd sehe, als die Metallerbranche, , gebe ich dir schon recht.
Meine Kritik an AK und Gewerkschaft hat sich, wenn du meine diversen Beiträge hier nachliest, auch mehr auf den allgemeinen Umgangton seitens dieser Institutionen Arbeitgebern gegenüber bezogen, denn auf die Forderung nach höheren Gehältern, die ich ja durchaus nachvollziehen kann.

Für solche Verhandlungen bräuchte man allerdings keine aufgeblasenen Kammer-Apparate, das ginge mit weniger Aufwand ebenfalls. Immerhin ist die Sozialpartnerschaft ja nur eine österreichische Spielart und andere Länder schaffen es auch, dass Arbeitgeber und -nehmer zu einer vernünftigen Lohngestaltung finden. Und für Streikdrohungen braucht es meines Erachtens keine hochbezahlten Bonzen, die sich nur ab und zu wichtig machen müssen, um ihr Salär zu rechtfertigen.

Mich macht dieses permanente Klassenkampfgetöse schon dermaßen zornig, dass ich lieber bereit bin, das Kind mit dem Bade auszuschütten, als das ganze Getue weiter zu ertragen.
Möglicherweise geht es nicht nur mir so.
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(#45) [Permalink]
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Benutzerbild von Liselotte
Liselotte
 
08.11.2017, 11:12

Zitat:
Zitat von cestlavie Beitrag anzeigen
Spürbar höhere Gehälter der Metaller sind aufgrund der wirtschaftlichen Lage mehr als berechtigt, würden ohne Interessensvertretung mit Verweis auf wasweißich wieder auf dem Altar der Lohnzurückhaltung geopfert werden, sorgen für vermehrten Konsum und spülen mehr Geld in die Staatskasse, was wiederum dem Staat mehr zu investieren gestattet.
Alles Dinge, die schlussendlich auch der Baubranche und anderen Gewerben zugute kommen.

Grundsätzlich sehe ich es wie du bin mir aber nicht sicher ob die gießkannenmäßige Ausschüttung unabhängig vom betrieblichen Ergebnis wirklich das Gelbe vom Ei ist.
Ich finde dass die Gewerkschaften hier noch sehr an konservativen Entlohnungsmodellen festhängen, mE gehört hier weitergedacht und Modelle angedacht, die stärker an den tatsächlichen Unternehmenserfolg gebunden sind. Sei es in Form von Gewinnbeteiligungen oder gar Unternehmensbeteiligungen.
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Dieser Beitrag von Liselotte gefällt 5 Usern: Birke, inkale, mane9, Mummy36
(#46) [Permalink]
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Benutzerbild von Heliamphora
Heliamphora
 
08.11.2017, 11:58

Zitat:
Zitat von Liselotte Beitrag anzeigen
mE gehört hier weitergedacht und Modelle angedacht, die stärker an den tatsächlichen Unternehmenserfolg gebunden sind. Sei es in Form von Gewinnbeteiligungen oder gar Unternehmensbeteiligungen.
Das klingt im ersten Moment nicht schlecht, berücksichtigt aber nicht, dass Mitarbeiter auf vieles im Unternehmen keinen Einfluss haben. Wohin die Gelder eines Unternehmens letztendlich fließen entscheidet das Unternehmen und wenn die Gewinne eines Bereiches oder Standortes in einen weniger/nicht profitablen Bereich/Standort gesteckt werden, dann mindert das die Gewinnbeteiligung oder wird sogar ausgesetzt. Das würde ich als demotivierend für Mitarbeiter sehen.
Am Papier steht die Gewinnbeteiligung dann zwar aber Misswirtschaft durch die Unternehmensleitung geht zu Lasten der DN.
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(#47) [Permalink]
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Pippi101
 
08.11.2017, 12:30

Zitat:
Zitat von Liselotte Beitrag anzeigen
gehört hier weitergedacht und Modelle angedacht, die stärker an den tatsächlichen Unternehmenserfolg gebunden sind. Sei es in Form von Gewinnbeteiligungen oder gar Unternehmensbeteiligungen.
Bei mir würden Sie mit der Forderung, dass die Dienstnehmer mehr Anteil am tatsächlichen Unternehmenserfolg (wie auch immer Sie den messen wollen) teilhaben sollen offene Türen einrennen. Allerdings nur dann wenn die Dienstnehmer auch an dem negativen Unternehmenserfolg teilhaben müssen.

Damit meine ich: Wenn man den Unternehmenserfolg am Umsatz festmachen will (das ist jetzt eine reine fiktive Annahme), dann wäre es so: Das Unternehmen hat seinen Umsatz aus dem Jahr X im Jahr Y um 12 % erhöht - und damit bekommen die Mitarbeiter eine Lohnerhöhung um diese 12 %. Aber was wenn der Umsatz im Jahr Z gegenüber dem Jahr Y um 18 % einbricht? Verzichten dann die Arbeitnehmer auf 18 % ihres Einkommens?
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(#48) [Permalink]
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Benutzerbild von Heliamphora
Heliamphora
 
08.11.2017, 12:50

Zitat:
Zitat von Pippi101 Beitrag anzeigen
Bei mir würden Sie mit der Forderung, dass die Dienstnehmer mehr Anteil am tatsächlichen Unternehmenserfolg (wie auch immer Sie den messen wollen) teilhaben sollen offene Türen einrennen. Allerdings nur dann wenn die Dienstnehmer auch an dem negativen Unternehmenserfolg teilhaben müssen.

Damit meine ich: Wenn man den Unternehmenserfolg am Umsatz festmachen will (das ist jetzt eine reine fiktive Annahme), dann wäre es so: Das Unternehmen hat seinen Umsatz aus dem Jahr X im Jahr Y um 12 % erhöht - und damit bekommen die Mitarbeiter eine Lohnerhöhung um diese 12 %. Aber was wenn der Umsatz im Jahr Z gegenüber dem Jahr Y um 18 % einbricht? Verzichten dann die Arbeitnehmer auf 18 % ihres Einkommens?
Jetzt wären noch Vorschläge interessant wie die Mitarbeiter zu ihrer Gewinnbeteiligung kommen, wenn Unternehmen Misswirtschaft betreiben und es deswegen zu weniger Gewinn kommt.

Vorallem: wer regelt die was unter Misswirtschaft fällt oder nicht? Ich als Unternehmen würde das komplett ablehnen, weil ich mir nicht vorschreiben lassen würde, wie mit Gewinnen verfahren werden soll.

Gewinnbeteiligungen sehe ich als zusätzliche Möglichkeit, als Teil des Gehaltes würde sehe ich das nicht als optimal an, weil eine große Schwankungsbreite gegeben sein kann.

Geändert von Heliamphora (08.11.2017 um 12:58 Uhr)
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(#49) [Permalink]
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Pippi101
 
08.11.2017, 13:09

Zitat:
Zitat von Heliamphora Beitrag anzeigen
Jetzt wären noch Vorschläge interessant wie die Mitarbeiter zu ihrer Gewinnbeteiligung kommen, wenn Unternehmen Misswirtschaft betreiben und es deswegen zu weniger Gewinn kommt.

Vorallem: wer regelt die was unter Misswirtschaft fällt oder nicht? Ich als Unternehmen würde das komplett ablehnen, weil ich mir nicht vorschreiben lassen würde, wie mit Gewinnen verfahren werden soll.

Gewinnbeteiligungen sehe ich als zusätzliche Möglichkeit, als Teil des Gehaltes würde sehe ich das nicht als optimal an, weil eine große Schwankungsbreite gegeben sein kann.
Ich kenne wenige Unternehmer, die keinen oder extrem niedrige Gewinne erzielen wollen. Die meisten Unternehmer wollen Gewinn erzielen, schließlich kann der Unternehmer nur vom Gewinn leben. Abgesehen von irgendwelchen AGs und großen GmbHs. Nur die AGs und die großen GmbHs sind bei uns hier in Österreich nicht unbedingt die großen Arbeitgeber. Der größte Arbeitgeber sind die Klein- und Mittelunternehmer.

Und die Unternehmer die wenig oder sehr niedrige Gewinne erzielen "wollen" sind die EPUs. Und die EPUs sind, meiner Erfahrung nach, Menschen die von einem Partner (Ehepartner, Lebensgefährte oder eingetragenen Partner) mehr oder weniger erhalten werden und sich nur was dazu verdienen wollen.

Nur wenn ich unbedingt will, dass die Arbeitnehmer am Gewinn beteiligt werden, dann sollen die Arbeitnehmer aber auch an einem eventuellen Verlust auch beteiligt sein. Es kann nicht sein, dass die Arbeitnehmer sich nur die Rosinen rauspicken (was ja eh passiert) aber die negativen Seiten einfach ausblenden.

Will ich am Erfolg eines Unternehmens beteiligt sein, dann muß ich auch eine Beteiligung an den Misserfolgen eines Unternehmens in Kauf nehmen.
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(#50) [Permalink]
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Benutzerbild von Heliamphora
Heliamphora
 
08.11.2017, 13:30

Zitat:
Zitat von Pippi101 Beitrag anzeigen
Ich kenne wenige Unternehmer, die keinen oder extrem niedrige Gewinne erzielen wollen. Die meisten Unternehmer wollen Gewinn erzielen, schließlich kann der Unternehmer nur vom Gewinn leben. Abgesehen von irgendwelchen AGs und großen GmbHs. Nur die AGs und die großen GmbHs sind bei uns hier in Österreich nicht unbedingt die großen Arbeitgeber. Der größte Arbeitgeber sind die Klein- und Mittelunternehmer.

Und die Unternehmer die wenig oder sehr niedrige Gewinne erzielen "wollen" sind die EPUs. Und die EPUs sind, meiner Erfahrung nach, Menschen die von einem Partner (Ehepartner, Lebensgefährte oder eingetragenen Partner) mehr oder weniger erhalten werden und sich nur was dazu verdienen wollen.

Nur wenn ich unbedingt will, dass die Arbeitnehmer am Gewinn beteiligt werden, dann sollen die Arbeitnehmer aber auch an einem eventuellen Verlust auch beteiligt sein. Es kann nicht sein, dass die Arbeitnehmer sich nur die Rosinen rauspicken (was ja eh passiert) aber die negativen Seiten einfach ausblenden.
Dann müsste man aber AGs und große GmHs von dieser Regelung ausnehmen. Ich kenne Personen die in solche Unternehmen arbeiten oder gearbeitet haben und die sind immer wieder um ihre Prämien (die kein fixer Gehaltsbestandteil waren) umgefallen. Weil der Standort X zwar die entsprechenden Gewinne erzielt haben, das Betriebsgesamtergebnis aber leider nicht das Ergebnis aufweisen konnte, um die Prämien zur Auszahlung zu bringen.
Da stehen dann 200 Leute und die Geschäftsleitung bedankt sich für das tolle Standortergebnis, den tollen Einsatz um dieses Ergebnis einzufahren, aber leider, leider Leute gibt es heuer wieder keine Prämien weil, ..........
Natürlich in nicht so dramatisch, weil es ein fixes Gehalt gibt und die Prämie nur ein Goddie ist.


Zitat:
Zitat von Pippi101 Beitrag anzeigen
Will ich am Erfolg eines Unternehmens beteiligt sein, dann muß ich auch eine Beteiligung an den Misserfolgen eines Unternehmens in Kauf nehmen.
Wäre die logische Schlussfolgerung.
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(#51) [Permalink]
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Benutzerbild von morty
morty
 
08.11.2017, 15:16

Zitat:
Zitat von Pippi101 Beitrag anzeigen
Nur wenn ich unbedingt will, dass die Arbeitnehmer am Gewinn beteiligt werden, dann sollen die Arbeitnehmer aber auch an einem eventuellen Verlust auch beteiligt sein. Es kann nicht sein, dass die Arbeitnehmer sich nur die Rosinen rauspicken (was ja eh passiert) aber die negativen Seiten einfach ausblenden.

Will ich am Erfolg eines Unternehmens beteiligt sein, dann muß ich auch eine Beteiligung an den Misserfolgen eines Unternehmens in Kauf nehmen.
Dann müssen die Mitarbeiter aber auch ein Mitspracherecht bei Entscheidungen haben. Es kann dann nicht sein, dass der GF etwas entscheidet, sich das auf den Gewinn negative auswirkt und die Mitarbeiter zahlen dann für seine Fehlentscheidung drauf.
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(#52) [Permalink]
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inkale
 
08.11.2017, 15:30

Zitat:
Zitat von Pippi101 Beitrag anzeigen
Und die Unternehmer die wenig oder sehr niedrige Gewinne erzielen "wollen" sind die EPUs.
Oder staatsnahe Betriebe, denen man die Gewinne gleich wieder abknöpft und umverteilt.
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Dieser Beitrag von inkale gefällt: Maritina
(#53) [Permalink]
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mane9
 
08.11.2017, 15:55

Zitat:
Zitat von Alex3 Beitrag anzeigen
Lieber cestlavie,
abgesehen davon, dass ich eher die Baubranche als lokales wirtschaftliches Zugpferd sehe, als die Metallerbranche, , gebe ich dir schon recht.
Meine Kritik an AK und Gewerkschaft hat sich, wenn du meine diversen Beiträge hier nachliest, auch mehr auf den allgemeinen Umgangton seitens dieser Institutionen Arbeitgebern gegenüber bezogen, denn auf die Forderung nach höheren Gehältern, die ich ja durchaus nachvollziehen kann.

Für solche Verhandlungen bräuchte man allerdings keine aufgeblasenen Kammer-Apparate, das ginge mit weniger Aufwand ebenfalls. Immerhin ist die Sozialpartnerschaft ja nur eine österreichische Spielart und andere Länder schaffen es auch, dass Arbeitgeber und -nehmer zu einer vernünftigen Lohngestaltung finden. Und für Streikdrohungen braucht es meines Erachtens keine hochbezahlten Bonzen, die sich nur ab und zu wichtig machen müssen, um ihr Salär zu rechtfertigen.

Mich macht dieses permanente Klassenkampfgetöse schon dermaßen zornig, dass ich lieber bereit bin, das Kind mit dem Bade auszuschütten, als das ganze Getue weiter zu ertragen.
Möglicherweise geht es nicht nur mir so
.

das wäre nicht in deinem interesse. in ländern ohne sozialpartnerschaft gibt es viel mehr streiktage.
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(#54) [Permalink]
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Liselotte
 
08.11.2017, 16:14

Zitat:
Zitat von Heliamphora Beitrag anzeigen
Jetzt wären noch Vorschläge interessant wie die Mitarbeiter zu ihrer Gewinnbeteiligung kommen, wenn Unternehmen Misswirtschaft betreiben und es deswegen zu weniger Gewinn kommt.

Vorallem: wer regelt die was unter Misswirtschaft fällt oder nicht? Ich als Unternehmen würde das komplett ablehnen, weil ich mir nicht vorschreiben lassen würde, wie mit Gewinnen verfahren werden soll.

Gewinnbeteiligungen sehe ich als zusätzliche Möglichkeit, als Teil des Gehaltes würde sehe ich das nicht als optimal an, weil eine große Schwankungsbreite gegeben sein kann.
Wenn ein Unternehmen misswirtschaftet baden es so oder so die MA aus. Da ist der Wegfall der GEwinnbeteiligung noch das geringste Problem.
Ich sag ja nicht, dass das Gehalt nur aus Gewinnbeteilung bestehen soll. Grundgehalt + jährliche Valorisierung in Höhe der Inflationsrate + eine zusätzliche jährliche Gewinnbeteiligung. Fixes Gehalt sollte natürlich überwiegen.

diese Modelle sind auch nichts neues, kenne ich aus den meisten Konzernen. Und es ist ja auch nicht der gesamte Gewinn an die MA auszuschütten, sondern ein Bruchteil.

Außerdem wird man hier auch differenzierter Berücksichtigen müssen welche Unternehmensform, größe und Art betroffen ist.
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(#55) [Permalink]
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Benutzerbild von Liselotte
Liselotte
 
08.11.2017, 16:18

Zitat:
Zitat von Heliamphora Beitrag anzeigen
Dann müsste man aber AGs und große GmHs von dieser Regelung ausnehmen. Ich kenne Personen die in solche Unternehmen arbeiten oder gearbeitet haben und die sind immer wieder um ihre Prämien (die kein fixer Gehaltsbestandteil waren) umgefallen. Weil der Standort X zwar die entsprechenden Gewinne erzielt haben, das Betriebsgesamtergebnis aber leider nicht das Ergebnis aufweisen konnte, um die Prämien zur Auszahlung zu bringen.
Da stehen dann 200 Leute und die Geschäftsleitung bedankt sich für das tolle Standortergebnis, den tollen Einsatz um dieses Ergebnis einzufahren, aber leider, leider Leute gibt es heuer wieder keine Prämien weil, ..........
Natürlich in nicht so dramatisch, weil es ein fixes Gehalt gibt und die Prämie nur ein Goddie ist.




Wäre die logische Schlussfolgerung.
Ich kenne 3 große Konzerne von innen und durch Freunde weitere. Solche Geschichten kommen nur sehr selten vor und dann liegt es tw. tatsächlich dran dass in einem Unternehmen ein ganzer Geschäftszweig super minus war und die anderen gut genug performt haben um trotzdem ein positives Standort-ergebnis zu erzielen.
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(#56) [Permalink]
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Liselotte
 
08.11.2017, 16:34

Zitat:
Zitat von Pippi101 Beitrag anzeigen
Nur wenn ich unbedingt will, dass die Arbeitnehmer am Gewinn beteiligt werden, dann sollen die Arbeitnehmer aber auch an einem eventuellen Verlust auch beteiligt sein. Es kann nicht sein, dass die Arbeitnehmer sich nur die Rosinen rauspicken (was ja eh passiert) aber die negativen Seiten einfach ausblenden.

Will ich am Erfolg eines Unternehmens beteiligt sein, dann muß ich auch eine Beteiligung an den Misserfolgen eines Unternehmens in Kauf nehmen.
Geht theoretisch auch sofern der MindestKV nicht unterschritten wird.

Das Modell hat für den Unternehmer aber auch ohne einen Vorteil.
Wenn du heuer um 3% erhöhen musst schleppst du diese 3% fix ins nächste Jahr mit. Wenn du heuer um 2% erhöhst und eventuell weitere 2% Gewinnbeteiligung auszahlst und nächstes Jahr gehts dir schlechter kostet dir der MA 1% weniger.
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Heliamphora
 
08.11.2017, 17:44

Zitat:
Zitat von Liselotte Beitrag anzeigen
Wenn ein Unternehmen misswirtschaftet baden es so oder so die MA aus. Da ist der Wegfall der GEwinnbeteiligung noch das geringste Problem.
Ich sag ja nicht, dass das Gehalt nur aus Gewinnbeteilung bestehen soll. Grundgehalt + jährliche Valorisierung in Höhe der Inflationsrate + eine zusätzliche jährliche Gewinnbeteiligung. Fixes Gehalt sollte natürlich überwiegen.

diese Modelle sind auch nichts neues, kenne ich aus den meisten Konzernen. Und es ist ja auch nicht der gesamte Gewinn an die MA auszuschütten, sondern ein Bruchteil.
Nein, diese Modelle sind nichts neues, nur in sehr vielen Fällen ist es nicht Teil des Gehaltes sondern ein zusätzlicher Bonus. Schön wenn man ihn bekommt, kein Drama wenn es keine Ausschüttung gibt.

Es bedeutet ja nicht automatisch, dass ein Unternehmen baden geht, wenn es misswirtschaftet - ich hab das Beispiel genannt - Standortverteilung.

Was das aber nun genau mit den Gehaltsverhandlungen zu tun haben soll oder meinst du Unternehmen sollten verpflichtet werden Gewinnausschüttung zum Fixgehalt und zur Valorsierung noch zusätzlich bekommen?


Zitat:
Zitat von Liselotte Beitrag anzeigen
Ich kenne 3 große Konzerne von innen und durch Freunde weitere. Solche Geschichten kommen nur sehr selten vor und dann liegt es tw. tatsächlich dran dass in einem Unternehmen ein ganzer Geschäftszweig super minus war und die anderen gut genug performt haben um trotzdem ein positives Standort-ergebnis zu erzielen.
Ich weiß nicht ob es nur selten, manchmal oder oft vorkommt (bei mir sind es 4 Personen in unterschiedlichen Unternehmen), aber alleine die Möglichkeit, dass ein Teil des Gehaltes wegfällt bringt einen Unsicherheitsfaktor mit sich.
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(#58) [Permalink]
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Liselotte
 
08.11.2017, 17:56

Zitat:
Zitat von Heliamphora Beitrag anzeigen
Was das aber nun genau mit den Gehaltsverhandlungen zu tun haben soll oder meinst du Unternehmen sollten verpflichtet werden Gewinnausschüttung zum Fixgehalt und zur Valorsierung noch zusätzlich bekommen?
Liest du bitte nach. Diese Diskussion war die Folge eines Beitrages von mir zum Thema Gehaltsverhandlungen der Gewerkschaft.
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(#59) [Permalink]
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Alex3
 
08.11.2017, 17:58

Zitat:
Zitat von mane9 Beitrag anzeigen
das wäre nicht in deinem interesse. in ländern ohne sozialpartnerschaft gibt es viel mehr streiktage.
Das gilt es zu überprüfen, vor allem da ich zwar Streiks von Industriearbeitern und Beamten, möglicherweise noch von Handelsangestellten (vermutlich, nicht sicher) wahrgenommen habe, aber noch nie von Bauarbeitern - die ja grundsätzlich eher gut bezahlt werden - sonst würden sie nämlich nicht organisiert streiken, sondern recht rasch ganz individuell die Arbeit niederlegen.
Mit Zitat antworten
(#60) [Permalink]
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Heliamphora
 
08.11.2017, 18:38

Zitat:
Zitat von Liselotte Beitrag anzeigen
Liest du bitte nach. Diese Diskussion war die Folge eines Beitrages von mir zum Thema Gehaltsverhandlungen der Gewerkschaft.
Ich versuch es anders:

Hier schreibst du:

Zitat:
Zitat von Liselotte Beitrag anzeigen
Ich finde dass die Gewerkschaften hier noch sehr an konservativen Entlohnungsmodellen festhängen, mE gehört hier weitergedacht und Modelle angedacht, die stärker an den tatsächlichen Unternehmenserfolg gebunden sind. Sei es in Form von Gewinnbeteiligungen oder gar Unternehmensbeteiligungen.
Also weg von den konservativen Entlohnungsmodellen = Gewinnbeteiligung - hätte ich als verstanden als geringere Grundgehalt und dafür Gewinnbeteiligungen.

Zitat:
Zitat von Liselotte Beitrag anzeigen
Grundgehalt + jährliche Valorisierung in Höhe der Inflationsrate + eine zusätzliche jährliche Gewinnbeteiligung. .
Ist im Grunde jetzt schon so + die Gewinnbeteiligung.


Folgende Frage hat sich für mich jetzt noch ergeben:
werden Gewinnbeteiligungen zur Berechnung der Pension herangezogen?
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