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Benutzerbild von Fencheltee
Fencheltee
 
19.06.2017, 12:34

Zitat:
Zitat von Erdbaerin Beitrag anzeigen
Äh falsch. Ganz falsch. Ein Outing ist verdammt wichtig, weil Dinge dann erst richtig Form annehmen, wenn man sie laut ausspricht.

Andersherum, wenn man sich NICHT outen kann und die eigene Homosexualität verschweigen muss aus Angst vor Repressalien, DANN hat man ein echtes Toleranzproblem. Und genau das liegt mMn auch hierforums vor. Jeder redet über Homosexualität, aber keine(r) traut sich ein Outing. Und das find ich verdammt schade.
es gab hier definitiv ein lesbisches pärchen mit kindern. ich glaube aber nicht, dass sie noch hier ist/sind.

was stellst du dir vor? Jemand kommt neu ins forum und schreibt erst mal einen Thread in dem er/sie seine/ihre sexuellen Vorlieben bekanntgibt, damit jede/r bescheid weiß?
Ist doch wirklich egal.
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Dieser Beitrag von Fencheltee gefällt 2 Usern: Doertie-Goertie, mcw
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(#22) [Permalink]
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Benutzerbild von Fencheltee
Fencheltee
 
19.06.2017, 12:35

so lange außerdem das Outing "Outing" heißen muss und es überhaupt eines geben muss is sowieso noch einiges verkehrt.
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(#23) [Permalink]
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Pippi101
 
19.06.2017, 12:36

Zitat:
Zitat von Doertie-Goertie Beitrag anzeigen
nein, eher, dass man sich gedanken drüber macht, ob das vis a vis lesbisch/schwul ist
Warum macht man sich Gedanken wie das vis à vis sexuell ausgerichtet ist?

Mich interessiert und interessierte wie mein Gegenüber sexuell ausgerichtet ist, wenn ich mit dem Gegenüber eine Begegnung im Bett haben wollte. Aber sonst? War es mir mehr als nur egal.
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(#24) [Permalink]
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Radium
 
19.06.2017, 12:38

Naja wenn man zb auf partnersuche ist, ist die sexuelle ausrichtung doch relevant oder?

Ah sorry, überlas den 2. absatz.
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(#25) [Permalink]
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Benutzerbild von kirschzuckerl
kirschzuckerl
 
19.06.2017, 12:42

ich gebs zu, die sexuelle orientierung ist schon eines meiner automatisierten scan-merkmale. die ergibt sich aus anderen, unbewussten taxierungen in der zusammensetzung.
sehr vermeidbar ist das nicht, das passiert automatisch bei mir. und ich will sicher nicht mit jedem/jeder ins bett, trotzdem merkt man ja viel am vis a vis wenn man sich damit beschäftigt.
ist doch nicht schlimm. wenn "wahrscheinlich schwul" rauskommt, dann hat das ja keine konsequenzen bei mir.
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Dieser Beitrag von kirschzuckerl gefällt 2 Usern: DaisyD, LittleMissBossy
(#26) [Permalink]
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Benutzerbild von Fencheltee
Fencheltee
 
19.06.2017, 12:42

Zitat:
Zitat von Radium Beitrag anzeigen
Naja wenn man zb auf partnersuche ist, ist die sexuelle ausrichtung doch relevant oder?

Ah sorry, überlas den 2. absatz.
aber das ist ja wohl hier nicht der fall oder sehr selten, nehme ich an
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Dieser Beitrag von Fencheltee gefällt: Radium
(#27) [Permalink]
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Benutzerbild von Doertie-Goertie
Doertie-Goertie
 
19.06.2017, 12:45

Zitat:
Zitat von Erdbaerin Beitrag anzeigen
Äh falsch. Ganz falsch. Ein Outing ist verdammt wichtig, weil Dinge dann erst richtig Form annehmen, wenn man sie laut ausspricht.

Andersherum, wenn man sich NICHT outen kann und die eigene Homosexualität verschweigen muss aus Angst vor Repressalien, DANN hat man ein echtes Toleranzproblem. Und genau das liegt mMn auch hierforums vor. Jeder redet über Homosexualität, aber keine(r) traut sich ein Outing. Und das find ich verdammt schade.

ich glaub es war so gemeint, dass in einer "toleranten gesellschaft" total egal ist, ob man hetero, lesgisch, schwul, oder bi ist, sondern einfach ist, was man ist - ohne großes outing, weil man einfach so angenommen werden sollte, wie man ist

das betrifft jetzt natürlich nicht die (kern)familie, da sollte man ...hm, ja, was eigentlich? einfach mitteilen, dass man "was auch immer" ist und gut ists

es sollte zb nicht nötig sein, wenn ich jetzt eine kindergarten/schulmutter sympathisch finde, die kinder sich super verstehen und dann sag ich "was ist, hast nicht lust, dass am we zu uns zum grillen kommst?" und dann ihre antwort "jo, super gern, ich bring meine bessere hälfte auch mit, wenn ich darf" und ich dann "ja, sicher, klar"

und dann kommt sie samstag mittags mit einer frau an ihrer seite, statt eines mannes und ich erblasse nicht, bohr meine fingernägel in die innenseite der handfläche, erschaudere nicht ob des gedankens "omg, was werden sich die nachbarn denken" sondern geh ihnen entgegen, begrüße sie ganz normal und denk mir "ah, ok, die ist lesbisch" und das wars

bzgl nicht outen - ich hab ja geschrieben, dass der freund meines freundes das nicht macht, er hats mir quasi selber erzählt und gemeint, seine eltern würde der schlag treffen, die würden ihn mit dem nassen fetzn davonjagen, er wäre nimmer teil der familie etc - und ER wirds wohl wissen

das einzige, was ich darauf gesagt habe war "ma, oasch, tut mir leid" und dann war das thema für mich erledigt

es tut mir leid für ihn, es tut mir total leid für meinen freund, der ein totaler familienmensch ist und selber kaum noch familie hat (und eben auch noch dauernd mitbekommt, wie es in anderen beziehungen läuft), aber ich muss es akzeptieren und ich laber jetzt niemanden voll, dass er es seinen eltern erzählen soll, "ist ja nix dabei" - scheinbar ist für manche menschen immer noch was "dabei" und ich hau da niemandem die stimmung zusammen, oder führ eine endlosdiskussion nur um meinen "ach ICH bin ja so tolerant" darzustellen und zu demonstrieren
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Dieser Beitrag von Doertie-Goertie gefällt 3 Usern: Berthold, Fencheltee, Natriumhydro
(#28) [Permalink]
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Benutzerbild von kirschzuckerl
kirschzuckerl
 
19.06.2017, 12:53

Zitat:
Zitat von Doertie-Goertie Beitrag anzeigen
es sollte zb nicht nötig sein, wenn ich jetzt eine kindergarten/schulmutter sympathisch finde, die kinder sich super verstehen und dann sag ich "was ist, hast nicht lust, dass am we zu uns zum grillen kommst?" und dann ihre antwort "jo, super gern, ich bring meine bessere hälfte auch mit, wenn ich darf" und ich dann "ja, sicher, klar"

und dann kommt sie samstag mittags mit einer frau an ihrer seite, statt eines mannes und ich erblasse nicht, bohr meine fingernägel in die innenseite der handfläche, erschaudere nicht ob des gedankens "omg, was werden sich die nachbarn denken" sondern geh ihnen entgegen, begrüße sie ganz normal und denk mir "ah, ok, die ist lesbisch" und das wars
aber passiert das? große outings bei bekannten?
ich hätte das noch nie erlebt, sondern man bekommt das eben so beiläufig mit, wenn partner erwähnt werden. oder sonstiges "einschlägiges".

innerhalb von familien ist es immer noch sehr schwierig, das trifft die menschen in ihrer komfortzone, da wird die immer brav aufgesagte toleranz (hab ja nix dagegen, solange sie sich nicht so aufpudeln und öffentlich wichtig machen) brüchig. hab ich in meiner eigenen familie erlebt, als mein geschwister sich geoutet hat. ein drama, komplett unwürdig.

man kann sich natürlich am wort "outing" aufhängen, aber das ändert nichts an der tatsache, dass homosexualität bei weitem noch nicht in der mitte der gesellschaft angekommen ist, auch wenn man gerne so tut als ob bzw. es sich als idealzustand wünscht.

vor kurzem war ich auf einer sauferei eingeladen, sehr hetero, recht prolo. und die waren alle so komisch zu mir, echt seltsam. ich habs nicht verstanden. bis ich draufgekommen bin, sie halten MICH für eine lesbe. war eine schräge erfahrung, so ein abend als lesbe.
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(#29) [Permalink]
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Pippi101
 
19.06.2017, 12:57

Zitat:
Zitat von Doertie-Goertie Beitrag anzeigen
das betrifft jetzt natürlich nicht die (kern)familie, da sollte man ...hm, ja, was eigentlich? einfach mitteilen, dass man "was auch immer" ist und gut ists
Warum sollte es in der Kernfamilie notwendig sein? Haben Sie Ihren Eltern auch erzählt, dass Sie hetero sind? Wahrscheinlich nein! Also warum sollte ich der Kernfamilie erzählen, dass ich schwul bin? Gerade von einer Kernfamilie erwarte ich mir, dass ich so angenommen werde wie ich bin.

Ich weiß schon (aus eigener sehr schmerzhafter Erfahrung), dass gerade die Kernfamilie nicht bereit ist, die Partner, die sich ein Kind aussucht zumindest zu tolerieren. Von akzeptieren red ich ja gar nicht.
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(#30) [Permalink]
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Benutzerbild von Apollo
Apollo
 
19.06.2017, 13:00

Zitat:
Zitat von Obsidian Beitrag anzeigen
Mir fällt auf, dass ich männliche Homosexuelle blitzschnell und völlig automatisch identifiziere, so als hätten sie eine optische Markierung. Weibliche Homosexuelle kriege ich jedoch überhaupt nicht mit.
Wie ist das bei euch?
Mich interessiert die Sexualität anderer Menschen nicht, außer ich wäre sexuell an ihnen interessiert.

Weiters frage ich mich ob Sexualität so einfach in Schwarz und Weiß einzuteilen ist.

Geändert von Apollo (19.06.2017 um 13:07 Uhr)
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(#31) [Permalink]
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Benutzerbild von Fencheltee
Fencheltee
 
19.06.2017, 13:07

Zitat:
Zitat von Pippi101 Beitrag anzeigen
Warum sollte es in der Kernfamilie notwendig sein? Haben Sie Ihren Eltern auch erzählt, dass Sie hetero sind? Wahrscheinlich nein! Also warum sollte ich der Kernfamilie erzählen, dass ich schwul bin? Gerade von einer Kernfamilie erwarte ich mir, dass ich so angenommen werde wie ich bin.

Ich weiß schon (aus eigener sehr schmerzhafter Erfahrung), dass gerade die Kernfamilie nicht bereit ist, die Partner, die sich ein Kind aussucht zumindest zu tolerieren. Von akzeptieren red ich ja gar nicht.
Naja, es ist insofern notwendig, als dass man doch den neuen Partner/die neue Partnerin irgendwann auf Familienfeiern etc. mitnehmen will. Spätestens da wird es auffallen und man "outet" sich. Bzw. erzählt man doch schon davor nahestehenden Familienmitgliedern von der neuen Liebe. Auch da fällt es auf, wenn Alexander von seinem Schwarm Michael erzählt - oder?

Wenn man also nicht komplett auf den Umgang mit der eigenen Herkunftsfamilie verzichtet bzw. ein leben lang lügt, wird ein "Outing" unumgänglich sein.
Was ich allerdings wirklich seltsam finde, ist die Erwartung, dass Menschen sich (ohne noch einen konkreten Partner, den man den Eltern vorstellen will zu haben) "einfach so" outen müssen. à la "Mama, ich bin draufgekommen, ich bin schwul".
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(#32) [Permalink]
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Doertie-Goertie
 
19.06.2017, 13:13

Zitat:
Zitat von kirschzuckerl Beitrag anzeigen
aber passiert das? große outings bei bekannten?
ich hätte das noch nie erlebt, sondern man bekommt das eben so beiläufig mit, wenn partner erwähnt werden. oder sonstiges "einschlägiges".

innerhalb von familien ist es immer noch sehr schwierig, das trifft die menschen in ihrer komfortzone, da wird die immer brav aufgesagte toleranz (hab ja nix dagegen, solange sie sich nicht so aufpudeln und öffentlich wichtig machen) brüchig. hab ich in meiner eigenen familie erlebt, als mein geschwister sich geoutet hat. ein drama, komplett unwürdig.

man kann sich natürlich am wort "outing" aufhängen, aber das ändert nichts an der tatsache, dass homosexualität bei weitem noch nicht in der mitte der gesellschaft angekommen ist, auch wenn man gerne so tut als ob bzw. es sich als idealzustand wünscht.

vor kurzem war ich auf einer sauferei eingeladen, sehr hetero, recht prolo. und die waren alle so komisch zu mir, echt seltsam. ich habs nicht verstanden. bis ich draufgekommen bin, sie halten MICH für eine lesbe. war eine schräge erfahrung, so ein abend als lesbe.

mei, ich weiß das nicht bzgl outings und co

wie geschrieben, der eine, den ich kenne, den kenn ich seit ich 15 und er 16 ist, er war auch anfangs noch hetero und dann immer eindeutiger schwul (das liest sich jetzt deppert, aber so wars einfach), für mich wars nie ein problem, ich mochte ihn und mit wem er vögelt war mir wurscht (so lange nicht ich auf seiner liste stand, oder irgendwer auf den ichs abgesehen hatte (und ja, logischerweise hat er auch probiert, vermeindliche heteros rumzukriegen, aber er hat zumindest von denen, die ich zuerst hatte, die finger gelassen))

seine mutter kannte das schon, weils einer seiner brüder auch ist, sein vater, für den das lt seinen angaben wirklich ein drama gewesen wäre (der hat den älteren bruder rausgeschmissen und gemeint "du bist nicht mehr mein sohn"), aber der hat zu dem zeitpunkt nicht mehr gelebt. seine mutter war eine frau, um die ich ihn immer beneidet habe - ich hab nie (ok selten) jemanden kennengelernt, der so offen, so großzügig (in jeglicher hinsicht), so verständnisvoll und so "un-neidisch" war (die hat sich dermassen mit anderen mitfreuen können, gänzlich ohne "ma, das hätt ich auch gern") und entsprechend ist sie damit umgegangen

der freund, den er dann ab 17, 18 hatte hat, auf beiderseitigem wunsch, die mutter "mutti" genannt und die haben sich extrem gemocht

ich hätte kein problem, würde es eins meiner kinder betreffen, aber ich hätte, wie sag ich das jetzt am gschicktesten, doch ein bissl angst vor den reaktionen die sie bei irgendwelchen trottln hervorrufen und würde "ihren" weg als schwerer sehen, als einen hetero weg und mir wahrscheinlich auch mehr sorgen machen

und ein bissl wärs mir leid um enkelkinder, die es nie geben würde, aber da simma jetzt in meiner ego-ecke

wenn der partner/die partnerin mein kind liebt und gut behandelt, ist mir echt egal, was (nicht) zwischen den beinen ist

meine mutter käme damit mittelgut zurecht, sprich, familienintern wärs kein problem, diversen freunden würde sie es aber definitiv NICHT erzählen - gut, die frau ist 80 und....ehschonwissen

meine schwiegermutter hätte ein massives problem damit - wäre aber nicht mein problem, rausschmeissen kanns meine kinder nicht und solltens bei ihr daheim unerwünscht sein, werden das alle beteiligten überleben

was ich absolut schräg, beänstigend, skuril und arg find, dass ich ein paar kenne, die total pro hofer und pro fpö sind - ich hab einmal einen "erwischt" wo das thema gepasst hat (raucherecke und so) und hab ihn drauf angesprochen, der lapidare kommentar war der, dass die fpö immer noch das kleinere übel ist im gegensatz zur isamlisierung in österreich, weil der islam scheinbar nie von seiner homophobie runtersteigen wird und davor habens mehr angst, als vom strache als kanzler
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(#33) [Permalink]
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Benutzerbild von Doertie-Goertie
Doertie-Goertie
 
19.06.2017, 13:17

Zitat:
Zitat von Pippi101 Beitrag anzeigen
Warum sollte es in der Kernfamilie notwendig sein? Haben Sie Ihren Eltern auch erzählt, dass Sie hetero sind? Wahrscheinlich nein! Also warum sollte ich der Kernfamilie erzählen, dass ich schwul bin? Gerade von einer Kernfamilie erwarte ich mir, dass ich so angenommen werde wie ich bin.

Ich weiß schon (aus eigener sehr schmerzhafter Erfahrung), dass gerade die Kernfamilie nicht bereit ist, die Partner, die sich ein Kind aussucht zumindest zu tolerieren. Von akzeptieren red ich ja gar nicht.

gegenfrage, warum nicht?

warum soll ichs nicht erzählen?

ich bin was ich bin und wenn mich meine familie liebt, dann akzeptieren sie es und ich muss es nicht verheimlichen

als hetero braucht sich niemand outen, weil das, wahrscheinlich bis in alle ewigkeit unter "normal" fällt und man primär davon ausgeht

und wenn ich weiß, dass ich angenommen werde, wie ich bin, sollts doch auch kein problem sein, wenn ich sag ich steh auf frauen, statt auf männer, oder?

partnerInnen akzeptieren ist ein anderes thema, ob ich jemanden akzeptiere, mit dem eins meiner kinder zusammen ist, hängt von mehreren faktoren ab, aber sicher nicht von der sexualität
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Dieser Beitrag von Doertie-Goertie gefällt 3 Usern: Erdbaerin, kirschzuckerl, LittleMissBossy
(#34) [Permalink]
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Benutzerbild von Obsidian
Obsidian
 
19.06.2017, 13:54

Zitat:
Zitat von Pippi101 Beitrag anzeigen
Warum macht man sich Gedanken wie das vis à vis sexuell ausgerichtet ist?

Mich interessiert und interessierte wie mein Gegenüber sexuell ausgerichtet ist, wenn ich mit dem Gegenüber eine Begegnung im Bett haben wollte. Aber sonst? War es mir mehr als nur egal.
Zitat:
Zitat von Apollo Beitrag anzeigen
Mich interessiert die Sexualität anderer Menschen nicht, außer ich wäre sexuell an ihnen interessiert.

Weiters frage ich mich ob Sexualität so einfach in Schwarz und Weiß einzuteilen ist.
Ich glaube man muss unterscheiden zwischen "ist einem egal" oder "interessiert mich" oder schlichtem wahrnehmen. Man nimmt schließlich auch wahr ob das Gegenüber eine Brille trägt oder nicht, auch wenn es "egal" ist bzw einen gar nicht interessiert.
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(#35) [Permalink]
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Benutzerbild von Berthold
Berthold
 
19.06.2017, 14:17

Fragwürdig ist ganz klar, dass man jemandem die sexuelle Orientierung ansehen könnte. Das kann man nämlich nicht - egal, wie jemand ausschaut, er kann hetero-, homosexuell oder irgendwas dazwischen sein.
Übrigens ist die Wissenschaft sich sehr unsicher, weil die Dunkelziffer extrem hoch ist, wieviele Menschen relativ zur Gesamtbevölkerung nun homosexuell sind - vermutet wird zwischen 5 und 15 Prozent, also wird man mit einem angenommenen Durchschnitt von 10% nicht ganz falsch liegen. Das wäre einer in jeder Fußballmannschaft (mit den Reservespielern sind es 2), 18 im Nationalrat, ca. 2 in der Bundesregierung ... rein statistisch natürlich.
Und es gibt genug Fachleute, die davon ausgehen, dass sowieso kein Mensch rein homo- oder heterosexuell ist, sondern jeder sich irgendwo zwischen diesen beiden Extremen bewegt. Auch über die Ursachen ist man sich noch längst nicht einig. Aber das würde jetzt zu weit führen. Jedenfalls kann man davon ausgehen, dass es weit mehr Homo (oder zumindest Bi-)sexuelle gibt, als man "sieht" oder annimmt.

Was uns wieder zur Ausgangsfrage zurückbringt, dass Obsidian meint, er könne Männern ihre Homosexualität ansehen, Frauen aber nicht. Meine Erklärung dafür ist, dass er EINIGEN Männern ansieht, dass sie schwul sind, und das hat sich im Nachhinein bestätigt, woraus er schließt, er könne es Männern grundsätzlich anmerken. Ich kann mir schon vorstellen, dass es bestimmte Eigenschaften oder Anzeichen gibt, die darauf hindeuten können - ob von den Betreffenden beabsichtigt oder nicht, ob es nun einen kausalen Zusammenhang überhaupt gibt oder nicht. Aber das so generalisieren zu wollen, halte ich für einen gefährlichen Trugschluss!

Beispielsweise (um ein bekanntes Klischee aufzugreifen):
Homosexuelle Männer sind dafür bekannt, auf ihre Gepflegtheit zu achten. So weit, so gut. Aber kann man daraus schließen, wenn man einen gepflegten Mann trifft, er wäre schwul? Das kann man nicht, weil es nämlich keine conditio sine qua non ist!
Dasselbe gilt für Pastellfarben, bestimmte Stil- und Geschmacksvorlieben, Stimmlagen ... alles nicht auf Homosexuelle beschränkt, alles nicht kausal damit verbunden, daher kann man keinen sicheren Rückschluss ziehen.
(Bei einem Herrn Ronaldo könnte sein "geschlecktes" Auftreten auch daher resultieren, dass er seinen Promistatus zelebriert und daher immer perfekt gestylt ist - was weiß ich davon, wie es sich mit einem Jahresverdienst von zig Millionen und Hunderttausenden Fans, die einem die Füße küssen würden, wenn man sie nur ließe, lebt?)

Das einzige, was sicher ist, ist ein bewusstes Outing des/der Homosexuellen, das natürlich auch mit Symbolen (Regenbogenflagge) stattfinden kann - wobei man wieder vorsichtig sein muss, das kann ja auch rein solidarisch gemeint sein.

Dass es in weiterer Folge völlig egal ist, ob es jemand ist, steht auf einem ganz anderen Blatt, das ich jetzt bewusst nicht aufschlage. Ich unterstelle auch Obsidian keinerlei Homophobie, ich weiß schon, was er gemeint hat.
Ich kann ihn ja sogar verstehen, es scheint irgendwo in uns drinnen zu liegen - mir geht es immer so, wenn ich auf Fotos etc. den Herrn Dennis Russell Davies, Chefdirigent des Brucknerorchesters, sehe. Aber ich weiß es einfach nicht, und das ist mir völlig klar!
Und sollte jemals Homophobie zunehmen und mit diesem "ansehen können" verknüpft werden, dann wird es erst richtig gefährlich. Ich glaube, das wissen wir auch alle.

Geändert von Berthold (19.06.2017 um 14:35 Uhr)
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(#36) [Permalink]
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Benutzerbild von Apollo
Apollo
 
19.06.2017, 14:18

Zitat:
Zitat von Obsidian Beitrag anzeigen
Ich glaube man muss unterscheiden zwischen "ist einem egal" oder "interessiert mich" oder schlichtem wahrnehmen. Man nimmt schließlich auch wahr ob das Gegenüber eine Brille trägt oder nicht, auch wenn es "egal" ist bzw einen gar nicht interessiert.
Also wenn ich automatisch in meinem Gegenüber die Sexualität wahrnehme, dann muss wohl irgendein Interesse vorliegen, sonst käme man ja gar nicht auf den Gedanken, das man diese "Gabe" hätte. Und der Vergleich mit einer Brille ist seltsam oder könntest du diese für dich "sichtbare Markierung der Homosexualität" beschreiben?

Weiters wie Minerva schon anmerkte,...

Zitat:
Zitat von Minerva Beitrag anzeigen
Du unterschätzt den Einfluss deiner Vorstellungen auf deine Wahrnehmung, das ist ein ganz typischer Fehler bei nicht verblindeten Versuchsanordnungen.
Wer weiß wie viele homosexuell orientierte Männer dir schon durch die "Lappen gegangen" sind.
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Dieser Beitrag von Apollo gefällt: Doertie-Goertie
(#37) [Permalink]
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Benutzerbild von hek
hek
 
19.06.2017, 14:21

Zitat:
Zitat von kirschzuckerl Beitrag anzeigen
aber passiert das? große outings bei bekannten?
ich hätte das noch nie erlebt, sondern man bekommt das eben so beiläufig mit, wenn partner erwähnt werden. oder sonstiges "einschlägiges".
ich weiß nicht, wie ein "großes outing" auschaut, weißaber von drei männern in meinem weiteren umfeld, dasssie nach jahren jeweils ihre familien für einen mann verlassen haben. da hat es das umfeld schon mitbekommen.
Mit Zitat antworten
(#38) [Permalink]
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Benutzerbild von Berthold
Berthold
 
19.06.2017, 14:21

Zitat:
Zitat von Fencheltee Beitrag anzeigen
so lange außerdem das Outing "Outing" heißen muss und es überhaupt eines geben muss is sowieso noch einiges verkehrt.
Ich glaube, sie meint es eben in dem Sinne: wenn jeder geoutet ist, dann ist das Outing keines mehr, weil es sowas von unwichtig ist. Es ist nur so lange relevant, wie eben nicht jeder sich outet, und deswegen wäre es eben so wichtig.

Bisserl konfus, aber ich glaub, ungefähr so ist es.
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(#39) [Permalink]
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Benutzerbild von NaNu
NaNu
 
19.06.2017, 14:23

Ich kenne etliche geoutete Schwule - da sind manche davon sehr tuntig unterwegs, anderen würde man es nicht sofort ansehen. Nicht geoutete Schwule kenne ich nicht- was darauf hinweist, dass ich nicht alle erkenne.

Ich kenne aber nur 2 Lesben, eine davon ist ein echter Männertraum und ich konnte schon beobachten, wie ihr Männer fast sabbernd hinterherhechelten. ( allerdings hatte die auch schon Beziehungen mit Männern und wer weiß, vielleicht wird ja wieder einmal einer erhört)



Ist das jetzt meine subjektive Wahrnehmung oder kennt ihr auch mehr bekennende Schwule als Lesben?
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(#40) [Permalink]
Alt
Benutzerbild von Berthold
Berthold
 
19.06.2017, 14:27

Zitat:
Zitat von Pippi101 Beitrag anzeigen
Warum soll sich jemand "outen"? Homosexuell sein ist eine ganz natürliche Sache, genauso wie heterosexuell zu sein. Solange man sich "outen" muß, solange ist es mit der Toleranz nicht weither.
"Outen" bedeutet einfach, es nicht zu verheimlichen und im Alltag offen zu leben. Ja, auch aktiv zu erzählen, aber bei weitem nicht nur. Das alleine hat mit der Toleranz der Gesellschaft noch nicht viel zu tun.
Die kann man dann allerdings an den Reaktionen darauf ablesen. Und das hat wiederum Auswirkungen auf die Outings - je intoleranter die Umgebung nämlich reagiert, desto weniger trauen sich zu outen.
Man könnte also als Gradmesser ablesen: Je höher die Anzahl der geouteten Homosexuellen, desto höher ist auch die Toleranz der Gesellschaft.
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