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Benutzerbild von leilaisis
leilaisis
 
08.08.2016, 20:13

hier endlich meine Antwort:
Zitat:
Zitat von faraway Beitrag anzeigen
Von Sonde direkt auf Vollstillen kann vielleicht schon gehen, aber würde sicher viel länger dauern und auch einen Zeitraum erfordern, in dem du praktisch 24/7 im KH sein müsstest, denn wie soll das sonst gehen? Sie können euch nicht heim lassen, bevor nicht sichergestellt ist, dass die Kleine sich selbst ernähren kann - und das wird am schnellsten übers Flaschi sein.
Ja, da hast du recht, va. weil sie übers Flascherl ja kontrollieren können, wieviel sie trinkt und bei Stillen eher schwer, daher werd ich die Flasche als Ticket nach Haus wohl akzeptieren müssen

Nach gut 2 Monaten konnten wir heim, der Milchvorrat blieb im KH, im Flieger konnte ich ihn ja nicht gut mitnehmen. Und dann der Schock zuhause: Über die Pumpe produzierte ich nur mehr an die 10ml im Schnitt, manchmal überhaupt nur ein paar Tropfen. Conclusio: Hilfe, meine Milch ist weg. Dann leider schlechte Beratungen (von mehreren KiÄs, ganz ohne ÄrztInnenbashing sind das in meiner Erfahrung @Stillen wirklich die schlechtesten AnsprechpartnerInnen, so gut und (überlebens)wichtig sie in anderen Bereichen waren). das hab ich auch schon so erlebt...
Hat mir mehrere Wochen mit einer angeblich milchfördernden "Diät" (Malzbier und Kohlehydrate was geht, dazu Stärkungssirup, Stilltee und was weiß ich noch alles) eingebracht, von der ich heute noch an die 10kg+ mit mir herumtrage. Und Wochen, die bestimmt waren von: Anlegen, dann zusätzlich abgepumpte Milch mit Bröselnahrung mischen, Flaschi geben, neue Milch abpumpen und wieder von vorn. Dazwischen Kontrolle auf der Apothekerwaage nach dem Anlegen - 5-10g plus, Hilfe, ich hab keine Milch
Dann hatte ich endlich genug moderne, schlaue Stillbücher bzw. das, was das Inet hergab durch und hab zu einer Stillgruppe ins EKIZ gefunden und dann kam der entscheidende Moment: Ich leg Tochter wieder nach dem Stillen auf die Apothekerwaage, 10g plus, ich fast am Heulen - Kind speibt. Aber was für einen Schwall! Der war mit Sicherheit schon allein wesentlich schwerer als 10 lumpige Gramm.
Daraufhin hab ich das Flaschi von jetzt auf gleich weggelassen, die Waage zurückgegeben und Kind war vollgestillt. Ganz einfach so.

Meine Tipps für dich:

Die Pumpe ist dazu da, dass du die Milchbildung angeregt hältst, so lange deine Tochter nicht bei dir ist. Wie viel rauskommt, ist wurscht. Du hast jetzt noch Backup, aber selbst, wenn der aufgebraucht ist und du womöglich kurz zufüttern musst, ist es auch wurscht. Deine Tochter hat schon viel Mumi bekommen und jeder Tropfen davon war wichtig und gut. Aber Bröselnahrung ist deshalb nicht schlecht! In Wahrheit nimmt sie dir Druck raus, du wirst dein Baby immer gut versorgen können!

Das heißt auch: Gönn dir unbedingt mind. 6 Stunden Durchschlafen pro Nacht, du brauchst die Energie! die geht mir leider langsam aus... ich überhör den Wecker aber nun leider schon immer wieder und halte die 6 Std gar nimmer ganz ein, der Körper holt sich den Schlaf offensichtlich zwangsweise...

Saugverwirrung mit oder ohne Stillstreik können ein Problem werden, das ist klar. Deshalb unbedingt kompetente Beratung suchen und pflegen. Am besten eine Stillgruppe! (Ergänzung: Oder sabineh, wie's ausschaut ) So tolle Stillberaterinnen es auch gibt, in einer Gruppe hast du zusätzlich zur Beraterin auch noch jede Menge Erfahrungswerte und auch Tipps von anderen dabei. Du kannst vor allem kaum gegen Saugverwirrung vorbauen - wie gesagt, momentan kriegt sie einfach Flaschi und das ist auch gut so. Meine hat dem Umstieg ganz allein gut geschafft, wie unsere Geschichte beweist - es kann bei euch auch ganz einfach werden, ich drück euch die Daumen! Danke!! ich hoffe es sehr...

Dazu noch was: ich erinnere mich, sie trank da an meiner Brust, war schnell fertig und müde. Dann gab ich ihr als Draufgabe das Flaschi und die hat das mit drei Zügen ausgesoffen, als ob sie noch nie was zu essen bekommen hätte. Das hat mich in meiner Unsicherheit bestärkt - mein armes Kind ist halb verhungert, obwohl es doch gerade an meiner Brust war. Stimmt aber nicht!!! An der Brust zu trinken ist viel anstrengender, heute glaub ich, darauf war sie auch einfach schon eingestellt und hat dann die gleiche Kraft beim Flaschi aufgewendet.

(Es KANN sein - natürlich - dass die 4 oder 5, ich weiß es nicht mehr, Wochen Zufüttern bei uns auch tatsächlich nötig waren, vielleicht hat sie die Kraft gebraucht und ein paar Wochen "leicht verfügbare Flaschimilch" - wer weiß? Aber der STRESS war so unnötig - du merkst, ob sie im Endeffekt genug bekommt, du merkst, wie's ihr geht und du kannst immer reagieren und wieder das Flaschi dazunehmen. Und du musst nicht wochenlang alle 3 Stunden pumpen, wenn sie zuhause ist - sobald sie regelmäßig an der Brust trinkt und seien es womöglich tatsächlich nur Minimengen, musst du eigentlich GAR nicht mehr pumpen, denn dann hält sie die Produktion selbst aufrecht und kann sie später, wenn sie stark genug ist, auch wieder steigern. Bei mir dürfte es so gewesen sein, dass ab dem Moment, wo Kind selbst bei mir trank, die Pumpe den Milchspendereflex einfach nicht mehr auslösen konnte und Punkt. Das sagt aber nichts über die tatsächlich verfügbare Milchmenge aus! Also ich würd heute vielleicht 1-2 Mal zusätzlich tagsüber pumpen und das war's. Und zufüttern, wenn sie mit Vollstillen von Anfang an wirklich nicht genug zunehmen würde. Das klingt nach einem guten Plan, der auch alltagstauglich ist, danke!


Also, lange Rede kurzer Sinn - ich würd an deiner Stelle am Pumpen dranbleiben, so lange deine Kleine im KH ist. Aber wie gesagt, mit ordentlichem Nachtschlaf! Und wenn die Menge weniger wird, mach dir keinen Kopf - so lange im Endeffekt was kommt, ist es gut. (Noch was: das mit dem Glas Sekt stimmt auch - wahrscheinlich, weil der Alkohol entspannt und dadurch der Milchspendereflex leichter ausgelöst wird. Heißt, du kannst durchaus, va, so lange du eh Backup-Milch hast, vereinzelt vor dem Pumpen ein Glaserl trinken, damit die Milch mal wieder richtig fließt (ich erinnere mich genau, plötzlich waren es wieder an die 50ml, von jetzt auf gleich. Das war anlässlich eines Geburtstags, ich war so baff - und kurz danach kam dann eh schon die Speib-Geschichte) und dann die Milch halt ein Mal wegschütten, wenn du dir Sorgen wegen des Alkohols machst. Schade um die Milch, dafür hast du die Sicherheit, dass du noch genug produzierst.)

Sobald - hoffentlich bald! - sie bei dir ist: Versuch Vollstillen. Schau, dass du wirklich gleich einmal 3 Exklusivtage hast, an denen du nichts anderes zu tun hast, als sie Tag und Nacht so oft und lang wie möglich trinken zu lassen. Wenn sie davon nicht genug zunimmt, fütter zu. Wenn du zufüttern musst und das Pumpen funkt gut, dann mach das eben 1-2 Mal und fütter eh sogar deine Mumi zu. Sonst lass es einfach und nimm Bröselmilch zum Zufüttern. wenn alles halbwegs in der Zeit läuft und sie nicht Wochen nach EGT heim kommt, dann hat GG zu der Zeit länger frei und dann hab ich vor, mit ihr mein Wochenbett nachzuholen und so, als wär sie neugeboren einfach daheim zu bleiben, zu kuscheln und zu stillen und sonst gar nix zu machen...

So, und im worst case - es geht nicht, aus welchen Gründen auch immer, die Kleine hat Saugverwirrung, mag nicht, alles ist Stress, Beratung hilft nicht weiter, du kannst nicht mehr - Ich WEISS, der Gedanke ist jetzt nicht schön, aber es macht nix!!! Mir war das Stillen soooooo wichtig und ja, es war dann gut und ja, sie hat sich davon ganz viel zurückgeholt, ganz viel KH-Zeit wieder wettgemacht, davon bin ich überzeugt. Und für mich war's auch gut, der Beweis, dass mein Körper doch funktioniert, nach diesem Frühgeburts-Desaster. ein Gedanke...
(Ergänzung - jetzt hast du genau dasselbe schon geschrieben - ich versteh dich so gut ) Also, WENN es funktioniert, ist es wunderbar! ABER: Wenn NICHT, dann gibt es andere Wege, um das alles zu erreichen!!! Ich kenn viele Frühchenfamilien, war dann in Graz nach unserer Rückkehr eine Zeit lang in Frühchengruppen aktiv. Sie haben ALLE ihren Weg gemacht, alle Mittel und Wege gefunden, um die schwere Zeit aufzuarbeiten, die Ansätze waren und sind so verschieden, aber ALLE waren gut. Ob die Kinder dann flascherlgefüttert oder vollgestillt waren, war im Endeffekt nicht von Bedeutung. Von Bedeutung war nur: Wie können wir dem Kind geben, was es jetzt ganz besonders braucht. Sicher ist Stillen ein herrlich natürlicher, befriedigender und, wenns mal funkt, auch einfacher Weg, auch, weil ganz viel in einer Sache kombiniert wird - aber das heißt noch lange nicht, dass es der EINZIGE Weg ist. ja da hast du sicher recht... ich bin nur momentan viel zu eingeengt als dass ich selber irgendwelche Alternativen sehen könnte... deshalb hilft mir der Austausch hier so..

So, ich hoffe, das war jetzt nicht zu viel und zu wirr. Vielleicht ist ja zumindest ein bisserl was Brauchbares für dich dabei! ja, danke!
@lilli2: danke fürs aufbauen... minischrittchen... manchmal seh ich sie nicht... aber die Maus ist sehr tapfer und strengt sich total an, da bin ich mir sicher. Wie du sagst, das hilflose daneben stehen ist am schlimmsten. Ich komm mir phasenweise so überflüssig vor... die Maus hängt an den Kabeln, die Schwestern machen alles und ich steh daneben... Heute geht es ihr besser, es dürfte als keine gravierende Infektion sein, vielleicht nicht mal bakteriell, sie kriegt aber trotzdem weiter Antibiotika bis alle Befunde da sind. Jedenfalls durfte ich sie Kuscheln, die wenig motivierte Schwester konnte ich heut etwas ausblenden.
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Lilli2
 
09.08.2016, 10:58

Zitat:
Zitat von leilaisis Beitrag anzeigen
Wie du sagst, das hilflose daneben stehen ist am schlimmsten. Ich komm mir phasenweise so überflüssig vor... die Maus hängt an den Kabeln, die Schwestern machen alles und ich steh daneben...

Heute geht es ihr besser, es dürfte als keine gravierende Infektion sein, vielleicht nicht mal bakteriell, sie kriegt aber trotzdem weiter Antibiotika bis alle Befunde da sind. Jedenfalls durfte ich sie Kuscheln, die wenig motivierte Schwester konnte ich heut etwas ausblenden.
Na super, das hört sich gleich wieder besser an!!

Kuschel sie, sei einfach da.
Du bist die Mama, nur du. Und nur du kannst sie so an dich kuscheln und sie den vertrauten Herzschlag hören lassen.
Du machst so viel, du bemühst dich so sehr um deine Kleine!
Jetzt benötigt sie halt noch etwas die Fremdhilfe durch Ärzte, Schwestern, Labor und Technik. (und das kann manchmal wirkliche frustrierend sein)
Aber diese Zeit wird vorbeigehen. Und es werden sich mit der Zeit hoffentlich die guten Neuigkeiten von Seiten der Ärzte und Schwestern mehr werden.
Du als Mama bist jetzt stark für sie da und ihr werdet gemeinsam heimgehen u. dann kann endlich euer gemeinsames Familienleben beginnen.
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(#63) [Permalink]
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Benutzerbild von leilaisis
leilaisis
 
14.08.2016, 23:02

Danke Lilli2 du findest immer so liebe, aufbauende worte...

vor einer Woche war ich am Boden zerstört und fest der Meinung, wir kommen nie heil aus dieser Geschichte, die Maus wird nie heim dürfen, etc...
Der Infekt war aber im Endeffekt nur einen Tag richtig schlimm, dann ging es schon wieder aufwärts. Was genau es war, weiß man nicht, sie kriegt noch immer Antibiotika weil die Entzündungswerte nicht ganz runter sind, hoffentlich ist morgen dann alles gut und sie können die Medikamente absetzen. Seit 3 Tage ist sie auf 6x pro Tag Milchnahrung umgestellt, das meiste davon schafft sie schon aus der Flasche und heut haben wir auch einen erfolgreichen Stillversuch gehabt. Abwiegen vorher und nachher wollt ich noch nicht, ich hab mich einfach gefreut, als ich gemerkt hab, dass auf der anderen Brust ein paar Tropfen fließen, dh. sie hat es geschafft selber den MSR auszulösen (beim zweiten Anlauf, vorher hab ich mit der Pumpe nachgeholfen weil sie halt jetzt schon vom Flascherl die schnelle Milch gewöhnt ist und ungeduldig wird, wenn nix kommt), und ich hab sie genau beobachtet, sie hat gesaugt und geschluckt Nächstes mal dann meinetwegen mit Abwiegen... aber ich denk so richtig Stillen werden wir erst daheim, mir ist das Umfeld im KH schon recht stressig... und wenn sie Flascherl trinkt und die richtige Menge auch noch sind alle zufrieden und wir einen Schritt weiter Richtung daheim. Es wird aber dennoch eine Weile dauern, mit Ferienende (darauf hätt ich immer gehofft) wirds wohl nix, ohne Sauerstoffbrille geht gar nix Ich htte wieder einen Termin bei der PSychologin und Ende der Woche sollten wir auch wieder ein offizielles VErlaufsgespräch haben. Und ich hab nun auch auf der neuen Station das Pflegepersonal kennengelernt, die letzten 3 Tage Glück gehabt, konnte mich viel um die Maus kümmern und wurde unterstützt bzw. in Ruhe gelassen, ich kann sie mittlerweile selber raus nehmen zum Kuscheln. Das war vor ein paar Tagen noch anders, musste quasi drum streiten dass ich die Maus raus bekommen, "sie schläft grad so gut im Bett".... eh, aber bei mir am Arm/auf der Brust auch, und den Stress der LAgeveränderung mute ich egoistische Mama ihr eben zu, auch mehr als 1x am Tag...
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(#64) [Permalink]
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Lilli2
 
15.08.2016, 16:13

Wann deine Kleine endlich nach Hause kommen darf, das wird dir leider niemand sagen können - und ich weiß, dass die Antwort auf diese Frage das Dominanteste im eigenen Denken zu dieser Zeit ist.


ABER:
das mit dem selbständigen Trinken und auch die Stillversuche, das hört sich richtig gut an!!
Wenn sie wirklich schon 6 Mahlzeiten pro Tag eigenständig von der Flasche trinken kann - das ist eine Riesenleistung von ihr!!
Jetzt hat sie halt in diesem Bereich einen sehr guten Fortschritt. Da kann das Atmen und die Sättigung schon mal auf der Strecke bleiben. Doch das wird sie auch noch hinbekommen!

Diese Krankenhaus-Zeit ist schwer, keine Frage.
Oft kommen noch ernste Sorgen ums eigene Kind dazu.
Und sehr oft kommt einem vor, dass es nie ein positives Ende nehmen wird.
Doch das wird es - ganz sicher!!!

Ich weiß noch sehr gut, welch großen Ängste ich bei meinem ersten Frühchenkind ausgestanden habe. Im Nachhinein weiß ich, dass es ihm im Grund genommen eigentlich gut ging (im Sinne von: es gab keine wirklich medizinisch ernsthaften Probleme).
Und trotzdem hatte ich sehr oft enorm große Furcht und hab oft die wirklich schlimmsten Sachen gedacht, obwohl es von den Befunden her recht stabil ausgesehen hat.
Die eigene Psyche kratzt in solchen Zeiten am Limit des Aushaltbaren.
Gut, dass du psychologische Unterstützung hast.

Darf ich fragen, wie schwer deine kleine, große Maus schon ist?
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(#65) [Permalink]
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Benutzerbild von leilaisis
leilaisis
 
22.08.2016, 18:13

hi!
Muss mich mal wieder aussudern, es will und will einfach nicht leichter werden... Hatten letzte Woche Verlaufsgespräch, die Maus braucht leider immer noch die Sauerstoffbrille, sie hat nun eine leichte BPD diagnostiziert bekommen, man versucht es jetzt mit entwässernden Medikamenten und mit der Hoffnung, dass die Lunge noch nachreift. Bis zum Termin sinds noch knappe 3 Wochen, man geht aber eher von 2-4 Wochen nachher bzgl. Entlassung aus... im schlechtesten Fall mit Monitor und Sauerstoff. Im besten Fall reift die Maus und es macht "Klick" und sie schafft das pklötzlich doch alleine mit der Atmung. Ich bin nicht sehr zuversichtlich Mittlerweile kann ich einfach nimmer hoffen, ich hab das die ganze (kurze) Schwangerschaft lang getan und auch in Bezug auf die diversen kleinen "Baustellen" bei unsrer Maus, aber jetzt ist es mir einfach zu viel. Sie soll nun auch schon wieder Blutkonserven kriegen, ich sehe schon die nächste Infektion nahen, wurde erst letzte Woche getröstet, dass das unwahrscheinlich sei, da sie keinen venösen Zugang hat, ab morgen hat sie ihn wieder...
Das Gewicht ist (beinahe) das einzig positive, sie hat fast 3kg und ist damit schön auf der 50. PErzentile. Klein ist sie immer noch sehr, und das wird lt. Ärztin wohl so bleiben. Dass sie seit einer Woche alle Mahlzeiten schafft ist ja wirklich toll, seit kurzem hat sie auch keine Magensonde mehr. Aber heute wollt sie 2x nicht "ihre Menge" trinken, weil sie geschlafen hat, was als bedenklich eingestuft wurde, dass sie aber gestern um 1/3 mehr als vorgesehen getrunken hat, war dabei egal. Ich fürchte also, die Sonde kommt bald wieder zurück...

Bzgl. Stillen hat sie einmal 15ml und einmal 10ml geschafft, gestern nur ein paar Schlucke, weil sie dann die Brustwarze nimmer richtig fassen konnte. Da tut sie sich schwer, aber wenn sie mal richtig andockt, dann saugt sie meistens auch brav. Gestern kam ihr das Pressen/Blähungen dazwischen. Damit ist sie generell auch viel beschäftigt, ganz viele Sättigungsbfälle/-schwankungen hängen damit zusammen. und beim Flascherltrinken hält sie bisher noch jedes mal die Luft an, was dem Monitor gar nicht gefällt...

Seit gestern haben wir nun eine Bettnachbarin, die ohnehin schon kaum vorhandene Privat/Intimsphäre ist durch den Platzmangel dadurch noch beschränker geworden. Den Liegestuhl zwischen die Betten zu zwängen geht sich grad mal aus, ein Sessel für den 2. Elternteil schon nimmer. Hab den Eindruck, der Platz wurde so bemessen, dass die Pflege stehend erledigt werden kann, aber die Eltern wurden dabei nicht eingeplant. Noch weitere Wochen so verbringen zu müssen freut mich nun noch weniger. Aber es hilft ja nix...

Zitat:
Zitat von Lilli2 Beitrag anzeigen
Ich weiß noch sehr gut, welch großen Ängste ich bei meinem ersten Frühchenkind ausgestanden habe. Im Nachhinein weiß ich, dass es ihm im Grund genommen eigentlich gut ging (im Sinne von: es gab keine wirklich medizinisch ernsthaften Probleme).
Und trotzdem hatte ich sehr oft enorm große Furcht und hab oft die wirklich schlimmsten Sachen gedacht, obwohl es von den Befunden her recht stabil ausgesehen hat.
Die eigene Psyche kratzt in solchen Zeiten am Limit des Aushaltbaren.
so gehts mir auch.... Komme mir auch schon ein bissl doof vor, weil ich tlw. dem Personal wohl wie eoine Dramaqueen vorkommen muss, für die ist die Maus vermutlich ein "und ferner liefen"-Fall, weil sie keine schwerwiegende Problematik hat, nur lauter Kleinigkeiten, bei denen die Wahrscheinlichkeit hoch ist, dass es sich von selber erledigt in den nä. Monaten und Jahren. Aber für mich ist es trotzdem unheimlich schlimm und macht mir große Angst. Es weiß ja doch keiner, ob die Maus zu denen gehört, wo alles gut ausgeht oder ob nicht doch eine der Kleinigkeiten dann noch gravierende Probleme macht.
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Benutzerbild von Anno1701
Anno1701
 
22.08.2016, 19:12

ich wünsch dir gute nerven!
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(#67) [Permalink]
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Lilli2
 
23.08.2016, 16:56

von mir ebenfalls

Wobei ich es wirklich sensationell finde, dass deine kleine Maus schon 3 kg hat!!!
Und dass sie alle Mahlzeiten pro Tag selber zu trinken schafft, das ist ebenfalls sensationell!
Dazu noch stillen und da auch noch ordentlich was leisten - da ist sie wirklich stark unterwegs.

Dass dann das Schnaufen etwas auf der Strecke bleibt ist halt etwas ungut.
Schade, dass sie wieder Erykonzentrat braucht.
Wobei, wenn sie ein zu unter-grenzwertiges Blutbild hat, dann fehlt ihr die nötige Kraft, Ausdauer, Immunabwehr,....

Monitor zuhause sollte dich nicht schrecken, das ist nur Gewöhnungssache.
Dass die Sauerstoffbrille nötig ist, hmmm..., da ist mit zunehmender Kraft durch Wachstum manchmal eine recht gute (und teilweise rasche) Entwicklung möglich.

Meine Kids hatten mit dem Atmen und der Sauerstoffsättigung lediglich anfangs Schwierigkeiten (sie waren von der SSW aber auch weiter als deine kleine Maus).
Dafür war das Trinken ein einziges Drama bei den beiden Großen. Bis die Mengen endlich im Magen waren war schon fast die nächste Mahlzeit angesagt. Und hatten sie endlich aufgestoßen, kam oft die gefühlt doppelte Menge wieder hoch.

Allerdings das Platzproblem kenne ich ebenso von allen 3 Kindern.
Das war oft zum Verzweifeln. Lediglich ein mikriger Holzbesuchersessel pro Bettchen zum Dazwischenklemmen.
War bei allen Zwergen ein Elternteil da, war es extrem knapp. Kamen bei einem Kind beide Eltern zu Besuch war schon zuwenig Platz.
Und bei allen war gleich nebenan mind. eine Einheit komplett unbenutzt und frei.

Da kann ich dir leider nix raten, da hatte ich selber sehr daran zu kämpfen.
Vor allem hab ich die Stillversuche dann bleiben lassen, weil das echt eine Katastrophe war, wenn man ständig mitten im Weg saß.
Ich hoffe, dass du da etwas cooler bist als ich damals.
Ansonst: Augen zu und durch!!
Deine Kleine entwickelt sich, es geht was weiter, die Zeit ist absehbar - auch wenn es zäh verläuft.
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(#68) [Permalink]
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Lilli2
 
23.08.2016, 17:13

Zitat:
Zitat von leilaisis Beitrag anzeigen
so gehts mir auch.... Komme mir auch schon ein bissl doof vor, weil ich tlw. dem Personal wohl wie eoine Dramaqueen vorkommen muss, für die ist die Maus vermutlich ein "und ferner liefen"-Fall, weil sie keine schwerwiegende Problematik hat, nur lauter Kleinigkeiten, bei denen die Wahrscheinlichkeit hoch ist, dass es sich von selber erledigt in den nä. Monaten und Jahren. Aber für mich ist es trotzdem unheimlich schlimm und macht mir große Angst. Es weiß ja doch keiner, ob die Maus zu denen gehört, wo alles gut ausgeht oder ob nicht doch eine der Kleinigkeiten dann noch gravierende Probleme macht.
zu dem Absatz möchte ich dir nochwas posten:
du bist absolut keine Dramaqueen!!

Es ist legitim, dass du dir Sorgen machst!
Und es ist normal, dass dich Ängste um dein Kind plagen.
Deine Reaktionen - soweit ich das hier schriftlich aus der Ferne beurteilen kann - sind vollauf als normal in dieser abnormalen Zeit einzustufen!!!

Nicht nur deine Kleine ist in einer Ausnahmesituation - du als Mama bist das ebenso.
Du bist von einer viel zu frühen und viel zu plötzlichen Geburt überrascht worden.
Deine Hormone fahren Hochschaubahn und es passt nichts zusammen. (weil vom Kind getrennt)
Zusätzlich hast du Kleinkinder zuhause, die dich auch brauchen und auch in einer Ausnahmesituation sind.
Und alle diese Komponenten bündeln sich bei dir.
Dazu die wirklichen und völlig berechtigten Sorgen um dein Baby.

Sei gnädiger mit dir selber.
Du bist völlig ok. Es ist auch ok mal zwischendurch sauer, verzweifelt, verärgert, sehr besorgt,.... zu sein.
Es ist viel, das du derzeit zu schultern hast und eigentlich hättest du eine kuschelige Zeit im Wochenbett haben sollen.

Hab etwas Vertrauen.
Niemand sucht sich einen solchen Weg aus, euer Start war halt einfach so.
Doch deine Maus ist eine richtig starke Kämpferin, sie macht das wirklich sehr gut!
Und du machst es auch sehr gut!
Völlig unerheblich, ob es dich zwischendurch mal schleudert - auch das darf sein.

Und was Ärzte oder Schwestern von dir denken, das darf dir völlig egal sein. Ich glaub, die denken gar nichts darüber.
Es ist für sie auch normal, dass Eltern von Frühgeborenen Kindern in einer Ausnahmesituation sind.
(nur manche sind etwas unsensibel, weil sie meinen, dass sie ja schon viiiieeel schlimmere Dinge gesehen haben)
Es ist dein kleines Baby, das im KH an Kabeln und Geräten hängt und ständig kontrolliert und versorgt werden muss.
Es ist normal, dass du dir Sorgen machst.
Versuch nur trotzdem zuversichtlich zu bleiben. Es wird besser und sie macht es bereits gut!!!!
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(#69) [Permalink]
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Benutzerbild von sabineh
sabineh
 
25.08.2016, 17:55

Wie die Zeit vergeht! Ich halte euch weiterhin die Daumen, dass es gut weitergeht!
Alles Liebe
Sabine
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(#70) [Permalink]
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Benutzerbild von leilaisis
leilaisis
 
25.08.2016, 18:04

nachdem es letzte Woche beim Gespräch hieß, man müsse schauen, wie es in einer Woche geht, was sich durch das Lasix verändert, hab ich heut nachgefragt. Ich wusst es eh schon, ich seh den Monitor und das Sauerstoffmischgerät ja auch trotz Lasix und Blutkonserve braucht sie weiterhin den Flow mit 3,5l und auch immer wieder rund 23% O2, beim Trinken auch mehr. Es tut sich einfach gar nix... ich hatte mir nun überlegt, dass ich, da alle Kinder über den Termin gegangen sind, ja eigentlich mit der Maus auch erst eine gute Woche nach EGT gerechnet hätt. Hab also gefragt, ob weitere 4 Wochen bis zur Entlassung eine realistische Einschätzung sind. Auch da war die ANtwort negativ... ich kann wirklich nicht mehr, jede kleine Hoffnung zerplatzt sofort wieder. Am liebsten würd ich gar nimmer hingehen, nix mehr sehen und hören müssen, könnt nur noch heulen. Seit Ende Februar schon hoffe ich, dass alles irgendwann besser wird, immer heißt es, das wird schon, und es wird ja doch nie... Hatte eigentlich den Plan, nä Woche 2 Tage Urlaub zu machen, mal weg und ein bissl Abstand von allem, auch wenn es mir leid tät, die Maus da allein zu lassen. Hab das eh auch mit der Psychologin schon besprochen, heute noch mal, und da war dann eher der Eindruck, dass es für die Maus nicht gut wär, wenn gar niemand zu ihr kommt für 2 Tage. Andere Angehörige kommen nicht in Frage für diese 2 Tage, also werd ich wohl nicht wegfahren.
Mit Zitat antworten
(#71) [Permalink]
Alt
Benutzerbild von leilaisis
leilaisis
 
25.08.2016, 18:08

Zitat:
Zitat von Lilli2 Beitrag anzeigen
zu dem Absatz möchte ich dir nochwas posten:
du bist absolut keine Dramaqueen!!

Es ist legitim, dass du dir Sorgen machst!
Und es ist normal, dass dich Ängste um dein Kind plagen.
Deine Reaktionen - soweit ich das hier schriftlich aus der Ferne beurteilen kann - sind vollauf als normal in dieser abnormalen Zeit einzustufen!!!

Nicht nur deine Kleine ist in einer Ausnahmesituation - du als Mama bist das ebenso.
Du bist von einer viel zu frühen und viel zu plötzlichen Geburt überrascht worden.
Deine Hormone fahren Hochschaubahn und es passt nichts zusammen. (weil vom Kind getrennt)
Zusätzlich hast du Kleinkinder zuhause, die dich auch brauchen und auch in einer Ausnahmesituation sind.
Und alle diese Komponenten bündeln sich bei dir.
Dazu die wirklichen und völlig berechtigten Sorgen um dein Baby.

Sei gnädiger mit dir selber.
Du bist völlig ok. Es ist auch ok mal zwischendurch sauer, verzweifelt, verärgert, sehr besorgt,.... zu sein.
Es ist viel, das du derzeit zu schultern hast und eigentlich hättest du eine kuschelige Zeit im Wochenbett haben sollen.

Hab etwas Vertrauen.
Niemand sucht sich einen solchen Weg aus, euer Start war halt einfach so.
Doch deine Maus ist eine richtig starke Kämpferin, sie macht das wirklich sehr gut!
Und du machst es auch sehr gut!
Völlig unerheblich, ob es dich zwischendurch mal schleudert - auch das darf sein.

Und was Ärzte oder Schwestern von dir denken, das darf dir völlig egal sein. Ich glaub, die denken gar nichts darüber.
Es ist für sie auch normal, dass Eltern von Frühgeborenen Kindern in einer Ausnahmesituation sind.
(nur manche sind etwas unsensibel, weil sie meinen, dass sie ja schon viiiieeel schlimmere Dinge gesehen haben)
Es ist dein kleines Baby, das im KH an Kabeln und Geräten hängt und ständig kontrolliert und versorgt werden muss.
Es ist normal, dass du dir Sorgen machst.
Versuch nur trotzdem zuversichtlich zu bleiben. Es wird besser und sie macht es bereits gut!!!!
Danke für die lieben Worte, die Maus macht es eh gut, aber ich kann nicht mehr so weiter machen. Mit jeder Woche die vergeht rückt die Entlassung in weiterer Ferne, immer neue Schwierigkeiten tauchen auf. GG hat jedenfalls kein Verständnis mehr für meinen Ausnahmezustand, und sonst auch keiner. Es reicht wirklich, aber ich hab keine Ahnung wo ich noch Optimismus her nehmen soll, der musste jetzt 6 Monate lang reichen und nun ist keiner mehr da.


Zitat:
Zitat von Lilli2 Beitrag anzeigen
Deine Kleine entwickelt sich, es geht was weiter, die Zeit ist absehbar - auch wenn es zäh verläuft.
Leider geht was die Atmung betrifft gar nix weiter, beim Status quo sind wir schon seit Wochen. Und was ist, wenn es einfach nicht besser wird? Für mich spielt sich hier leider gedanklich das gleiche ab wie in der Schwangerschaft, da hieß es immer, mit weiterem Fortschrieten der SS werden die Blutungen aufhören, die Plazenta wird sich hochziehen, alles wird gut... aber es war eben nicht so, ein ungewöhnlicher Verlauf, wie die Expertin meinte. Warum soll es dann nicht wieder so sein? Die Maus sollte schon längst! weg vom Sauerstoff sein, in Wahrheit weiß keiner, warum sie es nicht schafft, die Medikamente nix bewirken,...

Geändert von leilaisis (25.08.2016 um 18:14 Uhr)
Mit Zitat antworten
(#72) [Permalink]
Alt
Benutzerbild von sabineh
sabineh
 
25.08.2016, 18:21

Es ist ganz normal, dass du dich so fühlst, wie du dich momentan fühlst.
Ich habe einmal eine Studie gelesen,in der es um die Auswirkungen des Aufenthalts der Kinder auf der Frühchenstation auf die Eltern ging. Diese Auswirkungen entsprechen jenen einer Kriegsgefangenschaft. Der Austausch mit anderen Betroffenen hilft, die Folgen besser zu bewältigen.
Ich hab dir eine Mail geschickt.
Alles Liebe
Sabine
Mit Zitat antworten
(#73) [Permalink]
Alt
Lilli2
 
25.08.2016, 18:25

Ich frag jetzt einfach ganz plump und brutal:
was meinen die Ärzte, wie es weitergeht, wenn deine Kleine das Atmen/die richtige Sättigung in den nächsten Wochen nicht schafft?
was ist ihre Vorgangsweise?
wenn sie trinken und Temp.halten z.B. kann, Herzschlagmäßig auch alles passt,... was ist dann?

soll sie so lange im KH bleiben, bis sie es irgendwann kann oder gibt es auch andere Möglichkeiten?
Mit Zitat antworten
(#74) [Permalink]
Alt
Lilli2
 
25.08.2016, 18:41

Zitat:
Zitat von sabineh Beitrag anzeigen
Es ist ganz normal, dass du dich so fühlst, wie du dich momentan fühlst.
Ich habe einmal eine Studie gelesen,in der es um die Auswirkungen des Aufenthalts der Kinder auf der Frühchenstation auf die Eltern ging. Diese Auswirkungen entsprechen jenen einer Kriegsgefangenschaft. Der Austausch mit anderen Betroffenen hilft, die Folgen besser zu bewältigen.
Ich hab dir eine Mail geschickt.
Alles Liebe
Sabine
Findest du den Link od. Autor zu dieser Studie noch an?
Diese interessiert mich sehr und ich würde sie gerne lesen.
Mit Zitat antworten
(#75) [Permalink]
Alt
Benutzerbild von sabineh
sabineh
 
25.08.2016, 19:02

Leider nein, ich hab ihn selbst schon ganz verzweifelt gesucht. Es ging darum, dass 50 % der Eltern eine posttraumatische Belastungsstörung entwickeln. Die Rate jener, die sich mit anderen Betroffenen austauschen können, ist um die Hälfte niedriger.
Mit Zitat antworten
(#76) [Permalink]
Alt
Lilli2
 
25.08.2016, 19:05

und warum ist diese Situation auf Frühchenstationen seit mehreren Jahrzehnten gleich?
warum ändert sich da nix??

Anders gefragt: was bräuchte es um diese furchtbare Situation zu ändern???
Mit Zitat antworten
(#77) [Permalink]
Alt
Benutzerbild von sabineh
sabineh
 
25.08.2016, 19:24

Das darfst du nicht mich fragen. Ich trage ohnehin nach Kräften meinen Teil dazu bei, die Zahlen der Kinder auf diesen Stationen zu reduzieren. :-)
Wobei ich glaube, dass auch bei optimalen Bedingungen für die Eltern die Zahl der Eltern mit PTBS nicht wesentlich geringer wäre. Es ist einfach schlimm, nicht abschätzen zu können, wie lange das Kind dort bleiben muss und nicht zu wissen, wie es morgen weitergeht. Denn beides kann einem keiner sagen. Und diese beiden Faktoren tragen in erster Linie zur seelischen Belastung der Eltern bei.
Mit Zitat antworten
(#78) [Permalink]
Alt
Lilli2
 
26.08.2016, 12:48

Zitat:
Zitat von sabineh Beitrag anzeigen
Wobei ich glaube, dass auch bei optimalen Bedingungen für die Eltern die Zahl der Eltern mit PTBS nicht wesentlich geringer wäre. Es ist einfach schlimm, nicht abschätzen zu können, wie lange das Kind dort bleiben muss und nicht zu wissen, wie es morgen weitergeht. Denn beides kann einem keiner sagen. Und diese beiden Faktoren tragen in erster Linie zur seelischen Belastung der Eltern bei.
Bei optimalen Bedingungen wären natürlich ebenfalls Belastungen in dieser schwierigen Zeit da, jedoch sicherlich in anderem Ausmaß.
Für mich waren diese Wegweisungen vom eigenen Kind, das vollkommene und berechnete Ausklammern von mir als Mama an den verschiedenen Teilbereichen (Untersuchungen, Planungen, Besprechungen, Pflegemaßnahmen,....) das Schlimmste.
Ich fühlte mich so ausgeliefert und dem Wohlwollen des Pflegepersonals unterstellt. Im besten Fall war ich ein Hilfsmittel, das sie phasenweise geduldet haben.
Das fängt damit an, dass man nichtmal Platz zum Sitzen neben dem Bettchen bekommt und darum erst bitten muss. (aber ich hör jetzt lieber auf mit aufzählen)
Daran hab ich heute noch zu knabbern.
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(#79) [Permalink]
Alt
Benutzerbild von leilaisis
leilaisis
 
26.08.2016, 15:15

Zitat:
Zitat von Lilli2 Beitrag anzeigen
Ich frag jetzt einfach ganz plump und brutal:
was meinen die Ärzte, wie es weitergeht, wenn deine Kleine das Atmen/die richtige Sättigung in den nächsten Wochen nicht schafft?
was ist ihre Vorgangsweise?
wenn sie trinken und Temp.halten z.B. kann, Herzschlagmäßig auch alles passt,... was ist dann?

soll sie so lange im KH bleiben, bis sie es irgendwann kann oder gibt es auch andere Möglichkeiten?
Wenn sie es 2-4 Wochen nach EGT noch immer nicht ohne Sauerstoffbrille schafft kann man darüber nachdenken sie mit Sauerstoff zu entlassen. Das wird aber nur in Einzelfällen gemacht. Was das genau für uns heißt, weiß ich nicht. Gestern hieß es ja "mehrere Wochen noch", heute, dass sie "bald den Entwicklungssprung machen wird, dass sie es alleine schafft". Ich sehe nur jeden Tag das gleiche, sie schwankt in der Sättigung, das Rädchen wird gedreht, mal mehr, mal weniger O2, das haben wir so seit über einem Monat, wenn nicht noch länger. Jetzt frag ich mich, sind "mehrere Wochen" "bald"? wie lange sind "mehrere Wochen"? ich hätt ja gefunden, dass 4 schon mehrere Wochen sind, aber das wurde ja gestern verneint, also sollen es 6, 8, 10, 12 Wochen sein? Ich weiß eh, dass mir das keiner sagen kann, dass die Medikation nicht anschlägt wurde heut auch wieder gesagt, trotzdem kriegt sie es weiter, da man sonst eh nichts machen kann außer Warten. Und genau das hab ich sooooo satt... und die unterschiedliche Wortwahl macht es mir auch nicht einfacher.

Zitat:
Zitat von Lilli2 Beitrag anzeigen
und warum ist diese Situation auf Frühchenstationen seit mehreren Jahrzehnten gleich?
warum ändert sich da nix??

Anders gefragt: was bräuchte es um diese furchtbare Situation zu ändern???
Wenn ich es rein objektiv betrachte, dann sind wohl viele Dinge, die es vor Jahr(zehnt)en noch nicht gab, schon umgesetzt: Besuchszeit 0-24 Uhr, Kuschelsessel immer neben dem Bett, Känguruhen seit Tag 2, Angebot zum Stillen bzw. Pumpen, ... Aber trotz allem ist es ein Fremdbestimmtsein ohne Ende, eine nie geahnte Abhängigkeit, eine unendliche Belastung in vielerlei Hinsicht und eine Trennung vom Kind (denn wer kann schon 24h/täglich am Bett sein?), die man aushalten muss ohne konkrete Aussicht wie lange, und die Angst und Sorge aufgrund des Gesundheitszustands. Und in der Kommunikation und Einbeziehung der Eltern gäbe es schon noch jede Menge Verbesserungsbedarf, das hatten wir hier eh schon mal. Denn auch die Art und Weise, wie man das Baby zum Känguruhen bekommt, mach in der sensiblen Phase viel aus. Muss ich extra drum bitten und ernte Kopfschütteln oder wird es aktiv angeboten und angenehm gestaltet (Polster und Decke zb).

Zitat:
Zitat von sabineh Beitrag anzeigen
Es ist ganz normal, dass du dich so fühlst, wie du dich momentan fühlst.
Ich habe einmal eine Studie gelesen,in der es um die Auswirkungen des Aufenthalts der Kinder auf der Frühchenstation auf die Eltern ging. Diese Auswirkungen entsprechen jenen einer Kriegsgefangenschaft. Der Austausch mit anderen Betroffenen hilft, die Folgen besser zu bewältigen.
Ich hab dir eine Mail geschickt.
Alles Liebe
Sabine
Danke für das Mail! Ich hab sogar jemanden zum Austauschen, Eine Kollegin bekam ihr Kind vor vielen Jahren sogar noch früher im gleicen KH udn eine Freundin musste ein paar Wochen auf der IMC verbringen (kein Frühchen). Wir haben schon ein paar mal gesprochen, es hilft auch, verstanden zu werden, zu wissen, dass die beiden wissen, wovon ich spreche, weil sonst kann es einfach niemand richtig nachvollziehen. Aber jetzt bin ich irgendwie an einem Punkt wo ich sogar mit den beiden nimmer reden mag, ich mag einfach gar nicht mehr.

Geändert von leilaisis (26.08.2016 um 15:26 Uhr)
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(#80) [Permalink]
Alt
Lilli2
 
26.08.2016, 16:19

hmmmm.....
mehr geht grad nicht
ich fühle wirklich stark mit dir und habe keine Ahnung, was ich helfend sagen könnte

irgendwelche Pseudo-Psycho-Sprücherln sind a für nix und wirst auch schon viel zu oft gehört haben in den letzten Wochen

und nachdem deine Bekannten/Freundinnen und ich unsere Kinder aus dieser Situation schon lange raus haben, sind wir jetzt im Moment auch keine Hilfe

Was ich dir raten soll wegen Auszeit, Entlastung,.... da bin ich völlig überfragt denn dafür kenne ich deine private Situation zu wenig (und geht mich auch wirklich nix an!).

Ich denk an dich und deine kleine Maus und hoffe ganz stark, dass der erwartete Entwicklungssprung möglichst bald kommt.
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