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Erstgespräch mit Frau Dr. Muchitsch -
02.06.2012, 16:16
Hallo!
Wir haben demnächst ein Erstgespräch mit Frau Dr. Muchitsch und es würde mich interessieren, was mich da erwartet.
(Ablauf, Kosten für das Erstgespräch ? usw.)
Wir haben bereits eine Diagnose (tiefgreifende Entwicklungsstörung im Sinne einer Diagnose im Rahmen einer Autismusspektrumstörung) und bekommen auch schon seit Jahren mehrere Stunden / Woche spezielle Förderung.
Es geht mehr oder weniger um eine Bedarfserhebung für eine regionale Betreuung (nach Muchitsch-Methoden) womit allerdings nicht allzu bald zu rechnen ist.
Ich überlege mir gerade, wie das ablaufen wird. Ich hab inzwischen schon unzählige Male die Anamnese mit diversen Ärzten durchgekaut, und das gehört nicht grad zu meinen Lieblingsbeschäftigungen  , schon gar nicht im Beisein meines Kindes. Aber nachdem Frau Dr. Muchitsch ja DIE Expertin ist, hoffe ich doch, dass wir in irgendeiner Weise von diesem Gespräch profitieren können.
Ich mache mir derzeit viele Gedanken über die weitere Beschulung meines Kindes. Momentan läuft mein Kind mal mehr, mal weniger auffällig unter den Normalos mit, wobei es akzeptiert, aber nicht sonderlich gefordert oder gefördert wird und deshalb auch längst nicht die Leistung bringt, zu dem es intellektuell fähig wäre.
Ich hoffe, dass mir Frau Dr. Muchitsch da Wege zeigen/nennen kann um eine bestmögliche Beschulung zu bekommen.
Bin schon sehr gespannt auf das Gespräch, bin auch schon neugierig, wie Frau Dr. Muchitsch mein Kind sieht, ob es von ihr irgendeiner Autismusform zugeordnet werden kann (Asperger, HFA) oder einfach irgendwo in dem großen Bereich herumschwirrt
LG
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02.06.2012, 22:57
Hallo,
Ich bin mit meiner Tochter seit einiger Zeit mit meiner Tochter bei Frau Dr. Muchitsch in Therapie. Beim Erstgespräch hat sie meine Tochter beobachtet, wie sie spricht, wie sie sich motorisch verhält, wie sie interagiert etc. Sie hat Wahnsinns Erfahrung mit autistischen Kindern und sieht die Probleme sehr schnell. Uns hat sie sehr geholfen, die Probleme mit unserer Tochter in den Griff zu bekommen. Was Du dir beim Gespräch nicht zu Herzen nehmen darfst, ist, dass sie halt schon oft sagt wenn sie etwas "autistisches" an Deinem Kind sieht. Sie beobachtet das Kind genau, und sobald sie etwas sieht, was in den autistischen Bereicht fällt, sagt sie das auch. Man hat am Anfang das Gefühl, als wäre alles an dem Kind autistisch. Und man hat das Gefühl, als müsste man sein Kind verteidigen. Nach ein paar Sitzungen habe ich mich aber daran gewöhnt und es einfach angenommen, was sie mir gesagt hat. Man sagt " die einen mögen sie , die anderen können gar nicht mit ihr". Ist also eine "Chemie" Sache. Ich persönlich bin sehr glücklich über viele Tips, die sie mir gegeben hat.
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04.06.2012, 08:53
Wobei an einem autistischen Kind halt Vieles autistisch ist.
Da braucht man auch gar nichts zu verteidigen. Das ist nun einmal so. 
Alles Liebe
Sabine
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04.06.2012, 18:42
Versteh was Du meinst Sabineh, aber bei vielen Menschen, die keine Diagnose haben, autistisch zu sein, haben auch seltsame Angewohnheiten, die man als autistisch einordnen kann, aber es wird nicht grossartig thematisiert. Bei unseren Kindern wird halt das Augenmerk auf jede noch so kleine Abweichung vom normalen schnell mal besprochen...also ich kenne einige Menschen in meinem Umfeld, wo ich auch was autistisches finden könnte, aber es würde niemand auf die idee kommen, es anzusprechen, maximal bezeichnen wir sie als schrullig...
ah ja und noch was...wenn ein "normales" kind nicht spielen will, wenn man es von ihm verlangt, sagt man, es ist stur, oder will grad nicht. Bei einem Kind, wo der Verdacht im Raum steht, es ist autistisch sagt man: "typisch autistisch, es kann gestellte Anforderungen nicht annehmen"...weisst Du, was ich meine ?
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04.06.2012, 23:23
Zitat:
Zitat von sabineh
Wobei an einem autistischen Kind halt Vieles autistisch ist.
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das gfallt mir, wie du das schreibst!
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04.06.2012, 23:30
Zitat:
Zitat von Giulia
ah ja und noch was...wenn ein "normales" kind nicht spielen will, wenn man es von ihm verlangt, sagt man, es ist stur, oder will grad nicht. Bei einem Kind, wo der Verdacht im Raum steht, es ist autistisch sagt man: "typisch autistisch, es kann gestellte Anforderungen nicht annehmen"...weisst Du, was ich meine ?
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Ja eh, aber die Auties und Aspies reagieren da schon oft herzallerliebst autistisch und nicht nur bockig. Wobei autistisch bockig natürlich nicht ausschließt  . 
Und die Muchitsch sieht und benennt es. Sie meint es auch nicht bös. Und mir persönlich kommt es wichtiger vor, es zu sehen und zu benennen, als die Verhaltensweisen des Kindes auf die Unfähigkeit der Eltern in der Erziehung zu schieben.
Alles Liebe
Sabine
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05.06.2012, 11:37
Da geb ich Dir voll Recht Sabine, ich wollte RBPM nur darauf vorbereiten, was sie erwartet: nämlich Direktheit und nicht Drumherumgerede, was ich ja auch gut finde und ich weiss dass sie es nicht böse meint. Sie kennt sich einfach aus. Aber es ist das Erste mal, wenn Du noch nicht so ganz sicher bist, was mit Deinem Kind los ist schon einmal ein bissl traurig, dass das wirklich alles tatsächlich autistisch ist, das muss man dann schon mal verarbeiten und annehmen. Dass es endlich jemanden gegeben hat, der mir sagen konnte, was das Verhalten meiner Tochter zu bedeuten hat und warum sie dies und jenes Komische macht und warum sie es macht, wie sie diese Situation sieht...ich habe es schlussendlich eine Erlösung gefunden, denn endlich wusste ich, wie ich damit umgehe...
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05.06.2012, 18:10
Ja, da hast du auch recht. Ich habe es damals bei der Diagnostik ja schon gewusst und kam mir bei der ersten "Expertin" ziemlich verschaukelt vor, als sie die autistischen Züge und Verhaltensweisen meines Großen nicht sah oder nicht sehen wollte. Erst beim Dr. Kaschnitz bekam ich dann die Diagnose und somit auch die Anerkennung, als Mutter nicht versagt zu haben.
Was ich sowohl bei der Dr. Muchitsch und beim Dr. Kaschnitz schön finde (da gehe ich mit der Frau Schamanin konform), ist, wie liebevoll dort der Umgang mit den Auties und Aspies ist. Wie wertschätzend die Kinder mit ihren Eigenheiten betrachtet und behandelt werden.
Alles Liebe
Sabine
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05.06.2012, 19:45
Ja, das schätze ich auch sehr...
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05.06.2012, 20:10
übrigens, soweit ich weiß ist die muchitsch nur magistra. ihre mutter war doktorin.
@ Giulia: wenn man bedenkt, dass rund ein prozent der bevölkerung von autismus "betroffen" ist, dann werden wahrscheinlich so manch "schrullige" menschen autisten sein. die haben halt das glück, überlebensfähig zu sein und unter toleranten mitmenschen leben.
meine erfahrungen mit muchitsch: sie hat's mit der muttermilch aufgenommen, hat ein immenses wissen und eine große liebe zu autisten. ich schätze ihr wissen, ihren ideenreichtum verfahrene situationen zu lösen, ihre art, autismus verständlich zu machen, aber zusammenarbeiten möcht ich nicht mit ihr  .
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05.06.2012, 22:10
Danke Euch für Eure Antworten! Ich schätze ja Direktheit auch, wir haben schon eine Diagnose und für mich ist auch klar, dass mein Kind autistisch ist.
Ich mags nur z. B. überhaupt nicht, wenn neben meinem Kind von ihm in der 3. Person geredet wird. Oder wenn ich neben ihm über seine ganzen Eigenheiten sprechen soll. Das hatte ich schon mal in einem Institut welches auf Autismus spezialisiert ist und da ist es beim Erstgespräch geblieben, die haben sich nicht mal mit ihm selber unterhalten.
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06.06.2012, 10:59
Zitat:
Zitat von RBPM
Danke Euch für Eure Antworten! Ich schätze ja Direktheit auch, wir haben schon eine Diagnose und für mich ist auch klar, dass mein Kind autistisch ist.
Ich mags nur z. B. überhaupt nicht, wenn neben meinem Kind von ihm in der 3. Person geredet wird. Oder wenn ich neben ihm über seine ganzen Eigenheiten sprechen soll. Das hatte ich schon mal in einem Institut welches auf Autismus spezialisiert ist und da ist es beim Erstgespräch geblieben, die haben sich nicht mal mit ihm selber unterhalten.
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DAS mag ich auch nicht...
Bei uns gabs bei der Libelle eine Gespräch NUR mit mir, dann ein "Gespräch" mit meinem Sohn und eine Therapeutin kam früher raus um zu berichten, wie es so gelaufen ist (und hat sich fürchterlich zerkugelt über seine "typischen" Aktionen  - das fand ich absolut in Ordnung). VOR dem Kind möcht ich nicht unbedingt alle seine Eigenheiten/Macken darlegen, weil sie IHM teilweise noch gar nicht bewusst sind - wobei ich zugeben muss, dass er, wenn er beim Arzt ist und ein Buch mithat, wahrscheinlich eh nichts mitbekommt, weil er sich dann "ausklinkt"....
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Dieser Beitrag von inwe77 gefällt:
sabineh
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08.06.2012, 20:49
Zitat:
Zitat von Schamanin
übrigens, soweit ich weiß ist die muchitsch nur magistra. ihre mutter war doktorin.
@ Giulia: wenn man bedenkt, dass rund ein prozent der bevölkerung von autismus "betroffen" ist, dann werden wahrscheinlich so manch "schrullige" menschen autisten sein. die haben halt das glück, überlebensfähig zu sein und unter toleranten mitmenschen leben.
meine erfahrungen mit muchitsch: sie hat's mit der muttermilch aufgenommen, hat ein immenses wissen und eine große liebe zu autisten. ich schätze ihr wissen, ihren ideenreichtum verfahrene situationen zu lösen, ihre art, autismus verständlich zu machen, aber zusammenarbeiten möcht ich nicht mit ihr  .
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Zu Deinen Erfahrungen mit ihr: seh ich alles genauso ...  Unsere Situation war so verfahren, dass ich nicht mehr weiterwusste, war fix und fertig. sie hat sofort gesagt, dass ich kommen kann und sich Zeit genommen. Wir haben es in einigen Monaten geschafft, aus dieser Situation herauszukommen und das habe ich nur ihr zu verdanken.
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08.06.2012, 20:52
Zitat:
Zitat von RBPM
Danke Euch für Eure Antworten! Ich schätze ja Direktheit auch, wir haben schon eine Diagnose und für mich ist auch klar, dass mein Kind autistisch ist.
Ich mags nur z. B. überhaupt nicht, wenn neben meinem Kind von ihm in der 3. Person geredet wird. Oder wenn ich neben ihm über seine ganzen Eigenheiten sprechen soll. Das hatte ich schon mal in einem Institut welches auf Autismus spezialisiert ist und da ist es beim Erstgespräch geblieben, die haben sich nicht mal mit ihm selber unterhalten.
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In der 3. Person redet sie schon über Dein Kind, allerdings macht sie sich beim Erstgespräch sowieso mal selbst ein Bild. Meine Tochter hat sie von Beginn an respektvoll behandelt wie ein "normales" Kind ihren Alters...
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