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Benutzerbild von Linnea77
Linnea77
 
Scheidung freundschaftlich und im Guten – wie verkraften kleine Kinder das? - 31.07.2010, 10:11

Hallo!


Ich hätte nie gedacht, dass ich mich mal hier in dem Bereich des Forums aufhalten werde, aber es ist nun tatsächlich so. Mein Mann und ich werden uns trennen, allerdings im absolut Guten – und das ist wirklich so. Es hat sich schon abgezeichnet lange Zeit und wir leben eigentlich nur noch wie Nachbarn. Mal abgesehen von mehreren Kleinigkeiten, die mich einfach mehr und mehr gestört haben, was aber jetzt völlig irrelevant ist.
Tatsache ist, er ist ein toller Mensch und guter Vater und wir haben immer gesagt, für unser Kind wollen wir unter allen Umständen Streit vermeiden. Und obwohl ich diejenige bin, die den endgültigen Schlussstrich gezogen hat, ist er mir nicht böse oder so. Kurzum wir sind uns relativ einig und es ist schon beschlossen, dass wir auch nach der Trennung Zeit miteinander verbringen wollen mit unserer Tochter und nicht aus dem Leben des anderen verschwinden. Ich bin sicher, dass wir das hinkriegen.

Mir würde es helfen wenn mir jemand vielleicht ein paar Erfahrungsberichte schreiben könnte, bei dem eine Trennung ähnlich abgelaufen ist (gern auch PN) und wie so ein Kleinkind damit umgeht? Meint ihr, sie verkraftet das gut und liebt uns dennoch beide gleich?

Denn mein Problem ist, dass Emily derzeit ganz furchtbar am Papa hängt. Sie weint, weil sie sich weh getan hat und weint aber nur nach dem Papa obwohl ich neben ihr bin. Das ist ein Stich ins Herz und kaum zu ertragen für mich. Und ich fürchte mich davor, dass sie dann nicht mehr zu mir zurück will nach einem Papa-Besuch. Das ist eigentlich das, wovor ich am meisten Angst habe.

Lg Linnea
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Benutzerbild von Hexi68
Hexi68
 
31.07.2010, 10:26

Zitat:
Zitat von Linnea77 Beitrag anzeigen
Tatsache ist, er ist ein toller Mensch und guter Vater und wir haben immer gesagt, für unser Kind wollen wir unter allen Umständen Streit vermeiden. Und obwohl ich diejenige bin, die den endgültigen Schlussstrich gezogen hat, ist er mir nicht böse oder so. Kurzum wir sind uns relativ einig und es ist schon beschlossen, dass wir auch nach der Trennung Zeit miteinander verbringen wollen mit unserer Tochter und nicht aus dem Leben des anderen verschwinden. Ich bin sicher, dass wir das hinkriegen.

Denn mein Problem ist, dass Emily derzeit ganz furchtbar am Papa hängt. Sie weint, weil sie sich weh getan hat und weint aber nur nach dem Papa obwohl ich neben ihr bin. Das ist ein Stich ins Herz und kaum zu ertragen für mich. Und ich fürchte mich davor, dass sie dann nicht mehr zu mir zurück will nach einem Papa-Besuch. Das ist eigentlich das, wovor ich am meisten Angst habe.

Lg Linnea
Für das kind ist es sicher das beste, wenn man in freundschaft auseinandergehen kann!
Versteh mich jetzt nicht falsch, du beschreibst den vater deiner tochter als tollen papa und weiters, das deine tochter so intensiv am papa hängt, das sie in bestimmten situationen nur nach ihm verlangt.
Was spricht dagegen, das das kind bei ihm bleibt?
Wenn man die trennung für das kind so schonend als möglich gestalten will, sollte das kind meiner meinung nach bei dem elternteil überwiegend leben, zu dem es die intensivere bindung hat.
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Dieser Beitrag von Hexi68 gefällt: Hutmacherin
(#3) [Permalink]
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Benutzerbild von Linnea77
Linnea77
 
31.07.2010, 11:01

Niemals, das würde ich nicht überleben. Ganz ehrlich, das schaffe ich nie niemals. Sie hat ja zu mir keine schlechte Bindung, nur derzeit hängt sie halt vermehrt an ihm, aber das hatten wir schon einmal und dann war es wieder anders. Deshalb hoffe ich, dass es sich auch wieder ändert.

Aber mal ganz abgesehen davon, würde das auch überhaupt nicht gehen. Mein Mann ist selbständig, hat eine Firma und ist dort auch vollwertige Arbeitskraft - mehr als vollwertig. Sprich er arbeitet viel und lang und es würde niemals gehen, dass er jetzt plötzlich halbtags arbeitet. Noch dazu wo ich praktischerweise den 30-Std.-Job habe. Es wird schon schwer werden für ihn, sie überhaupt unter der Woche mehr als einmal zu sehen.
Also das ist nicht mal ein Thema bei uns.
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(#4) [Permalink]
Alt
Benutzerbild von Pappa44
Pappa44
 
31.07.2010, 13:11

Zitat:
Zitat von Linnea77 Beitrag anzeigen
Hallo!


Ich hätte nie gedacht, dass ich mich mal hier in dem Bereich des Forums aufhalten werde, aber es ist nun tatsächlich so. Mein Mann und ich werden uns trennen, allerdings im absolut Guten – und das ist wirklich so. Es hat sich schon abgezeichnet lange Zeit und wir leben eigentlich nur noch wie Nachbarn. Mal abgesehen von mehreren Kleinigkeiten, die mich einfach mehr und mehr gestört haben, was aber jetzt völlig irrelevant ist.
Tatsache ist, er ist ein toller Mensch und guter Vater und wir haben immer gesagt, für unser Kind wollen wir unter allen Umständen Streit vermeiden. Und obwohl ich diejenige bin, die den endgültigen Schlussstrich gezogen hat, ist er mir nicht böse oder so. Kurzum wir sind uns relativ einig und es ist schon beschlossen, dass wir auch nach der Trennung Zeit miteinander verbringen wollen mit unserer Tochter und nicht aus dem Leben des anderen verschwinden. Ich bin sicher, dass wir das hinkriegen.

Mir würde es helfen wenn mir jemand vielleicht ein paar Erfahrungsberichte schreiben könnte, bei dem eine Trennung ähnlich abgelaufen ist (gern auch PN) und wie so ein Kleinkind damit umgeht? Meint ihr, sie verkraftet das gut und liebt uns dennoch beide gleich?

Denn mein Problem ist, dass Emily derzeit ganz furchtbar am Papa hängt. Sie weint, weil sie sich weh getan hat und weint aber nur nach dem Papa obwohl ich neben ihr bin. Das ist ein Stich ins Herz und kaum zu ertragen für mich. Und ich fürchte mich davor, dass sie dann nicht mehr zu mir zurück will nach einem Papa-Besuch. Das ist eigentlich das, wovor ich am meisten Angst habe.

Lg Linnea
http://www.doppelresidenz.at/
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(#5) [Permalink]
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lucy777
 
31.07.2010, 13:27

Zitat:
Zitat von Linnea77 Beitrag anzeigen
Hallo!


Ich hätte nie gedacht, dass ich mich mal hier in dem Bereich des Forums aufhalten werde, aber es ist nun tatsächlich so. Mein Mann und ich werden uns trennen, allerdings im absolut Guten – und das ist wirklich so. Es hat sich schon abgezeichnet lange Zeit und wir leben eigentlich nur noch wie Nachbarn. Mal abgesehen von mehreren Kleinigkeiten, die mich einfach mehr und mehr gestört haben, was aber jetzt völlig irrelevant ist.
Tatsache ist, er ist ein toller Mensch und guter Vater und wir haben immer gesagt, für unser Kind wollen wir unter allen Umständen Streit vermeiden. Und obwohl ich diejenige bin, die den endgültigen Schlussstrich gezogen hat, ist er mir nicht böse oder so. Kurzum wir sind uns relativ einig und es ist schon beschlossen, dass wir auch nach der Trennung Zeit miteinander verbringen wollen mit unserer Tochter und nicht aus dem Leben des anderen verschwinden. Ich bin sicher, dass wir das hinkriegen.

Mir würde es helfen wenn mir jemand vielleicht ein paar Erfahrungsberichte schreiben könnte, bei dem eine Trennung ähnlich abgelaufen ist (gern auch PN) und wie so ein Kleinkind damit umgeht? Meint ihr, sie verkraftet das gut und liebt uns dennoch beide gleich?

Denn mein Problem ist, dass Emily derzeit ganz furchtbar am Papa hängt. Sie weint, weil sie sich weh getan hat und weint aber nur nach dem Papa obwohl ich neben ihr bin. Das ist ein Stich ins Herz und kaum zu ertragen für mich. Und ich fürchte mich davor, dass sie dann nicht mehr zu mir zurück will nach einem Papa-Besuch. Das ist eigentlich das, wovor ich am meisten Angst habe.

Lg Linnea
meine kinder waren älter als deine (11 und 13).
aus meiner erfahrung kann ich sagen, dass sie es völlig unterschiedlich verarbeitet haben.
für beide war es anfangs ein schlimmer schock, weil wir nie gestritten haben. es kam für sie vollkommen unerwartet.
mein sohn hat es sehr schnell wirklich gut weggesteckt, er ist aber der vernünftigere, rationalere, meine tochter hat es uns lange nicht verziehen, und mal mich und mal ihren papa gehasst, jedenfalls aber alle ihre pubertären blödheiten darauf zurückgeführt.

ich vermute jetzt mal - deine kinder werden immer fragen, warum ist der papa nicht mehr da, warum wohnt er nicht bei uns.
sie werden möglicherweise neuen partnern ablehnend gegenüberstehen und aller guter wille und rücksicht auf die kinder (wozu ich euch beiden übrigens achtung zolle) wird euch nicht vor gelegentlichen schuldgefühlen und div.problemen und problemchen bewahren.
ihr werdet nie erfahren, ob es die eine oder andere schwierigkeit nicht auch in aufrechter beziehung gegeben hätte.

es hilft nichts - zu eurer entscheidung müsst ihr stehen und nicht nur die positiven, sondern auch negativen seiten annehmen. und die gibts halt immer.
aber einen tiefgreifenden schaden für eure kinder würde ich - wenn ihr die trennung und das leben danach so gestaltet, wie du schreibst - nicht annehmen.
es gehört zum leben dazu, es können immer traurige, schmerzvolle dinge passieren.
möge nie was schlimmeres über euch kommen.
ich wünsche euch alles gute!!
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(#6) [Permalink]
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Benutzerbild von Hexi68
Hexi68
 
31.07.2010, 14:02

Zitat:
Zitat von Linnea77 Beitrag anzeigen
Niemals, das würde ich nicht überleben. Ganz ehrlich, das schaffe ich nie niemals. Sie hat ja zu mir keine schlechte Bindung, nur derzeit hängt sie halt vermehrt an ihm, aber das hatten wir schon einmal und dann war es wieder anders. Deshalb hoffe ich, dass es sich auch wieder ändert.

Aber mal ganz abgesehen davon, würde das auch überhaupt nicht gehen. Mein Mann ist selbständig, hat eine Firma und ist dort auch vollwertige Arbeitskraft - mehr als vollwertig. Sprich er arbeitet viel und lang und es würde niemals gehen, dass er jetzt plötzlich halbtags arbeitet. Noch dazu wo ich praktischerweise den 30-Std.-Job habe. Es wird schon schwer werden für ihn, sie überhaupt unter der Woche mehr als einmal zu sehen.
Also das ist nicht mal ein Thema bei uns.
Naja, so wie du den papa deiner kleinen beschreibst, wird´s ihm gefühlsmässig sicher ganz genau so wie dir gehen...
Da ist der vorschlag von pappa44 mit der doppelresidenz dann sicher die schonendste variante für´s kind.
Man braucht halt ein bissl selbstdisziplin und muss sich gut organisieren, aber wenn es klappt, sicher eine tolle sache.
meiner meinung nach funktioniert das aber nur dann über einen längeren zeitraum gut, wenn man die wohnsitze nahe beieinander hat und auch tatsächlich in freundschaft mit guter gesprächsbasis auseinandergeht.
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(#7) [Permalink]
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Benutzerbild von Memento
Memento
 
31.07.2010, 15:23

Hallo,

mein Jüngster war bei der Trennung 14 Monate alt.
Anfangs gab es überhaupt keine Probleme. In letzter Zeit (er ist jetzt 3) sagt er aber öfter wenn er vom Papa abgeholt wird, dass ich mitkommen soll.
Nicht weil er Angst hätte oder nicht gerne beim papa ist, sondern weil er Papa und Mama zusammen sehen will.

Den 3. Geburtstag haben wir gemeinsam mit den Ex-Schwiegereltern gefeiert. Mein Ex hat mich abgeholt und wir sind gemeinsam hingefahren.
Der Kleine hat von einem Ohr zum Anderen gestrahlt weil "Papa UND Mama autofaaahn!!"

Ich glaube es wird jetzt Zeit, dass wir uns mit dem Kleinen zusammensetzen und das gleiche Gespräch führen wie wir es mit den Großen damals führten. Papa und Mama sind Freunde, leben aber getrennte Leben.
Wir dachten dass das gar nicht nötig sein wird, weil er es ja nicht anders gewohnt ist, aber scheinbar ist es jetzt ein Thema für ihn.

Ich denke es ist sehr wichtig, dass ihr eurer Tochter erklärt was passiert.
Der Kontakt soll regelmäßig und auch unter der Woche stattfinden, nicht nur 2wöchentlich.
Ein großer Vorteil ist, dass ihr euch noch gut versteht und die "Übergabe" keine Spannungen hervorruft.

Ich wünsche euch alles Gute für die Zukunft.

lg
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(#8) [Permalink]
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Benutzerbild von Denise123
Denise123
 
01.08.2010, 22:44

Erstmal

Wir sind seit März geschieden und leben auch seit März in getrennten Wohnungen. Marie war genau 3,5 Jahre, Felix 1,5. Bisher ist alles gut verlaufen, am Anfang war mein Exmann noch fast täglich bei uns zum Abendessen und Niederlegen und so langsam hat es sich dann ergeben, dass jeder sein Leben lebt und wir nur noch selten was gemeinsam machen.

Die Kinder leben bei mir, aber ich schätze unsere Aufteilung kommt auf 70:30 bzw 60:40. Jedes zweite Wochenende sind sie von Fr. nach dem Kiga bis So später Nachmittag bei ihm und auch jede Woche 1x über Nacht. da holt er sie um 15uhr vom Kiga und bringt sie am nächsten Morgen wieder in den Kiga. Die Kinder haben in beidne Haushalten fast alles doppelt, bei jedem von uns ein Kinderzimmer.

Es wird täglich am Abend mit dem Elternteil, der eben nicht da ist, telefoniert, oft skypen wir auch, damit wir uns sehen. Im August hat mein Exmann die Kinder 2 Wochen durchgehend (ich darf sie aber mal besuchen - da werden wir alle was gemeinsam unternehmen). Wir haben Glück, die ganze Familie steht hinter uns, die Kinder sind auch weiterhin bei den Schwiegereltern - jederzeit.

Wir haben beide noch keinen neuen Partner, ich kann daher nicht berichten wie es dann sein wird. Grundsätzlich stehen aber die Kinder an erster Stelle, ich bin also zuversichtlich dass wir das in Zukunft weiterhin so unkompliziert handeln werden wie derzeit. Ich arbeite 30 Stunden, immer von 8.30-14.30, komme finanziell gut durch. wir haben uns auch geeinigt dass er weniger zahlt als berechnet, weil die Kinder auch sehr viel bei ihm sind.

Bisher hat die Große noch nicht gefragt, wir haben auch beschlossen zu warten bis sie von sich aus fragt. Für sie ist es scheinbar ok so wie es ist - Papa ist weiterhin eine wichtige Bezugsperson für sie und ihren Bruder. Auch bei dem Familienfest im Kindergarten waren wir beide dort - wir bemühen uns einfach, trotz Trennung zu vermitteln dass wir immer noch eine Familie sind, nur eben "anders".

Wenn Fragen auftauchen warum wir getrennt wohnen oder uns nicht küssen/Umarmen wie das eben andere Eltern tun, dann werden wir auf jeden Fall gemeinsam mit ihr drüber sprechen.
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LadySunshine
 
02.08.2010, 11:52

Ihr seid echte Vorbilder!!! Respekt
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