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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Fehlendes Geburtserlebnis



tricia79
31.07.2004, 22:07
Mein KS ist jetzt 2 Wochen her. Ich hatte eine Plazenta Praevia und daher war ein KS unerlässlich (freiwillig hätte ich ihn nie und werde ihn nie mehr machen lassen).

Die Schmerzen waren erträglich (nur der erste und der zweite Tag waren etwas heftiger) und heute, 2 Wochen später, tut mir zwar die Narbe noch weh und der Bauchbereich rundherum ist noch ziemlich beleidigt, aber im Großen und Ganzen ist alles OK.

Mir ist natürlich prinzipiell ( ;) ) völlig klar, dass mein kleiner Herr Moritz bei mir im Bauch war, aber irgendwie dann wieder doch nicht. Ich versuche mir vorzustellen, dass er zusammengerollt in mir gewohnt hat, aber ich schaffs nicht wirklich. Ich finde das sehr, sehr schade und hätte gerne das Gefühl erlebt, wie er aus mir herauskommt. Durch den KS geht da doch ziemlich viel vom Geburtserlebnis verloren..

Kennt ihr das auch? Wie geht ihr damit um?

trollina
31.07.2004, 22:55
interessant dass du so empfindest, ich möchte mal von meinem geburtserlebnis erzählen. ich habe meinen sohn normal bekommen (39std wehen+ 3std presswehen, sternengucker, dammschnitt, 4200g). trotzdem habe ich mich die ersten tage und wochen nach der geburt ganz genau so gefühlt wie du! irgendwie hab ich das gar nicht verarbeiten können dass dieser kleine wurm in meinem arm 9 monate in mir drin gewohnt hat und dann aus mir rausgekommen ist.

ich habe immer wieder zu meinem mann gesagt dass ich mich fühle als hätte ich einen kaiserschnitt gehabt. ich konnte mich haarklein an die situation erinnern und weiss noch GENAU das gefühl wie er dann zu guter letzt endlich aus mir rausgeflutscht ist aber so rein emotional hat es bei mir einfach nicht klick machen wollen. ich habe in dieser zeit auch immer wieder gedacht dass man sich so bestimmt nach einem kaiserschnitt fühlen muss aber seltsam... ich hab ihn doch selbst aus mir rausgepresst !?

mittlerweile habe ich noch mehr frauen kennengelernt denen es so ging... falls dir das ein trost ist (!?), es muss also nicht unbedingt an deinem ks liegen dass du dich so fühlst.

tricia79
01.08.2004, 10:56
das finde ich aber sehr spannend, dass auch Du, obwohl du "normal" entbunden hast (was bitte bedeutet sternengucker?!?) genauso empfindest wie ich. Ich hatte angenommen, dass das ein Phänomen ist, dass nur KS-Frauen treffen kann, da uns ja wirklich der Moment des Rausflutschens fehlt.

Wahrscheinlich ist es einfach enorm schwierig zu fassen, dass der Zwerg in uns drinnen war, egal wie die Geburt verlaufen ist.

Gibts noch andere Erfahrungen?

Bebbles
01.08.2004, 11:45
mir geht´s wie trollina.
normale geburt, schwere geburt, kind kam, wurde mir auf den bauch gelegt.
mein erster gedanke war: das KANN sich ja gar nicht ausgehen :eek:
mein kind kam mir so groß und fertig vor, der lebensraum (mein bauch) viel zu klein, es war für mich einfach unfassbar.
das geburtserlebnis an sich war bescheiden. als meine tochter das licht der welt erblickte war ich nur froh es hinter mir zu haben, überlebt zu haben (sowohl kind als auch ich) und daß zehen, füße, hände, finger usw. in ausreichender zahl vorhanden sind ;)

trollina
01.08.2004, 13:12
(hihi "sternengucker" habe ich auch erst im internet kennengelernt - eigentlich "hinterhauptslage" - das kind liegt mit dem gesicht zum bauch der mutter gedreht anstatt zum rücken)

offensichtlich scheint es ja wirklich noch anderen so zu gehen wie mir. ich habe zu meinem mann immer gesagt dass ich sehr froh bin keinen kaiserschnitt gehabt zu haben weil ich dieses fehlende gefühl sonst garantiert nur darauf zurückgeführt hätte. so konnte ich das nicht weil ich ja wie gesagt sehr genau weiss wie der kleine aus mir rausgekommen ist.

mittlerweile habe ich meinen sohn 6 monate kennengelernt und manchmal muss ich lachen wenn ich mir vorstelle dass das also DIESER kleine frechdachs war der da in meinem bauch getreten hat! so richtig eingesickert ist das aber immer noch nicht.

manchmal frage ich mich auch ob es für mich wohl emotional einen unterschied machen würde ob ich das baby selber bekomme oder einen 1-stunde alten säugling adoptiere.
hier noch ein beitrag von mir falls es dich interessiert:
http://elternforum.hebammen.at/showthread.php?t=77686

coolcat
03.08.2004, 14:50
Mein KS ist jetzt 2 Wochen her. Ich hatte eine Plazenta Praevia und daher war ein KS unerlässlich (freiwillig hätte ich ihn nie und werde ihn nie mehr machen lassen).

Die Schmerzen waren erträglich (nur der erste und der zweite Tag waren etwas heftiger) und heute, 2 Wochen später, tut mir zwar die Narbe noch weh und der Bauchbereich rundherum ist noch ziemlich beleidigt, aber im Großen und Ganzen ist alles OK.

Mir ist natürlich prinzipiell ( ;) ) völlig klar, dass mein kleiner Herr Moritz bei mir im Bauch war, aber irgendwie dann wieder doch nicht. Ich versuche mir vorzustellen, dass er zusammengerollt in mir gewohnt hat, aber ich schaffs nicht wirklich. Ich finde das sehr, sehr schade und hätte gerne das Gefühl erlebt, wie er aus mir herauskommt. Durch den KS geht da doch ziemlich viel vom Geburtserlebnis verloren..

Kennt ihr das auch? Wie geht ihr damit um?

hi tricia,
glaubst schon, dass das nicht-vorstellen-können-dass-das-baby-wirklich-im-bauch-war mit dem ks zusammenhängt?
ich selbst hatte meinen ks (wg. bel) vor 3 wochen und muss sagen, dass ich ein schönes geburtserlebnis hatte --- allerdings war's auch schon beim 1. schrei meiner lara um mich (um uns) geschehen und durch die ganze aufregung und die großen emotionen war ich irgendwie wie in trance --- aber ich glaub, das wär bei einer "normalen" geburt nicht anders gewesen (schmerzhafter wahrscheinlich) und dass so ein kleines, fertiges wesen monatelang im bauch gesessen ist, ist für mich sowieso unpackbar und ein wunder. das zu verstehen, ist für mich kopfsache, das muss ich mir rational erklären, dass das einfach so ist. ich war überglücklich, als ich dann endlich "fertig" war und mein baby zum kuscheln bekam (im kreißzimmer), das war für mich - nach dem 1.schrei - das schönste überhaupt. und trotzdem, wenn ich meine tochter heute anschau, ist sie für mich ein riesen wunder und obwohl ich sie auch schon geliebt hab, als sie noch in meinem bauch saß, hat sich trotzdem mit der geburt noch einmal alles verändert.

Lilly122
04.08.2004, 10:42
hallo tricia

ich hab auch per KS entbunden und es war eigentlich genauso für mich, daß ich mir dachte man hat mir ein tolles Geburtserlebnis vorenthalten.
Mittlerweile denke ich, daß ich mich einfach auf eine normale Geburt gefreut habe und deswegen enttäuscht war, daß es anders gekommen ist. Und dann hab ich alles "böse" auf den KS geschoben.
Ich wollte unbedingt mein Baby auf dem Bauch haben nach der Geburt (ich hab sie drei stunden lang nachher nicht gesehen). Meine Schwester hat drei monate nach mir entbunden (vaginal) und sie meinte, sie hätten ihr ihr baby auf den Bauch gelegt aber sie war einfach so fertig, daß sie das gar nicht wollte.
Es ist natürlich schwer zu sagen wie´s anders gewesen wäre, aber dieses "anders" gibt´s einfach nicht (außer sie entdecken wirklich mal paralleluniversen).
Und bei mir ist es so: das baby in meinem Bauch und meine Tochter sind irgendwie zwei verschiedene Wesen, das Leben schwanger und jetzt mit baby ist ganz anders. Also ich würd´s auch nicht unbedingt auf den KS schieben.
Viel Freude mit deinem Baby
L.g. Lilly

Acid
04.08.2004, 19:20
Ich finde auch das ist irgendwie Einstellungssache.

Ich hatte 2 Ks einen Wunsch und der erste eine Art Notsectio (der aber auch gewollt war von haus aus von mir)
Bloss ich hatte NIE das Gefühl das mir etwas fehlt !!

Weder bei der Vollnarkose beim ersten noch bei der PDA beim Zweiten weil ich glaub ich mit ganz anderen erwartungen an die Geburt ranging.
Für mich hatte ich Geburtserlebnisse.

Da ich mir keine Vaginalgeburt gewünscht habe glaub ich ist es bei mir nicht schlimm.
Daher hatte ich für mich meine beiden verschiedenen Geburtserlebnisse.
Fühlte mich nicht als Versager oder so ich rede auch von meiner Geburt !

Daher kann man das glaub ich so nicht sagen, aber ich glaube je mehr man sich eine Vaginalgeburt gewünscht hat, desto enttäuschter ist man nach dem KS und man glaubt das einem etwas fehlt.

Also ihr seht es gibt auch glückliche Geburterlebnisse mit einem KS

Muckal
05.08.2004, 09:26
Mir ist natürlich prinzipiell ( ;) ) völlig klar, dass mein kleiner Herr Moritz bei mir im Bauch war, aber irgendwie dann wieder doch nicht. Ich versuche mir vorzustellen, dass er zusammengerollt in mir gewohnt hat, aber ich schaffs nicht wirklich. Ich finde das sehr, sehr schade und hätte gerne das Gefühl erlebt, wie er aus mir herauskommt. Durch den KS geht da doch ziemlich viel vom Geburtserlebnis verloren..

Kennt ihr das auch? Wie geht ihr damit um?

Mir gehts genauso. Hatte eine Notsectio mit VOllnarkose und überhaupt nicht mitbekommen, wie mein Kleiner aus mir heraus kam. Mich giftet irrsinnig, dass ich nicht die Erste war, die ihn gesehen hat und ich ihn in seinen ersten Lebensstunden allein gelassen hab. Noch dazu hab ich ein Foto im KH bekommen, wo er ansch. erst ein paar Minuten (oder vielleicht eine 1/2 Std.) alt ist und da sieht er ünerhaupt nichts aus wie mein Kind. Hab mir schon vorgestellt, dass die ihn vielleicht vertauscht haben und er gar nicht unser Sohn ist. Sicher, mein LG war dann schon beim ihm, aber halt nicht während der Sectio und wahrscheinlich auch nicht die ganze Zeit, weil der Kleine schnell eingeschlafen ist und er dann sicher Verwandtschaft anrufen gegangen ist. Versuche auch hin und wieder alles zu rekonstruieren, aber mir fehlt doch EIniges, was ich im Nachhinein nicht mehr in Erfahrung bringen konnte. Das nehme ich dem KH schon sehr Übel, dass ich keine Antworten bekam, als ich mich Wochen nach der Geburt noch einmal mit denen in Verbindung setzen wollte. Lapidare Antwort:" Warum habens nicht schon während des Wochenbetts gefragt?!" Darauf ich:" Weil mir da mein Kind und meine Rolle als Mutter wichtiger waren und ich, ehrlich gesagt, nicht daran gedacht habe!" (Logisch, oder?) NIcht einmal die Hebamme im KH, bei der ich auch den Geburtsvorbereitungskurs gemacht habe, hat sich auf mein Drängen hin bei mir gemeldet!!! :(

Ich versuch halt, das Unschöne zu vergessen und probier, es beim nächsten Mal so hinzukriegen, dass ich alles mitbekomm und vor allem selbst bestimme!