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maxi65
20.12.2011, 21:07
Habe vor kurzen erfahren, das meine 7jährige Tochter in der Schule einem anderen Kind von Schimpfwörtern erzhält hat, die sie schon aufgeschnappt hat. (ältere Cousinen und leider von meinen geschiedenen Mann). Das Kind hat seiner Mutter von den Schimpfwörtern erzählt und die hat sich jetzt fürchterlich darüber aufgeregt, das ihr Kind mit solchen
Wörtern nach Hause kommt!!!
Wie soll ich mich meinem Kind gegenüber verhalten? Habe ihr schon des öfteren gesagt das sie solche Wörter nicht in
den Mund nehmen soll aber es gelingt ihr nicht immer.
Es geht um Wörter wie "Scheisse, Deppert und Arschloch"
Soll ich mit der Lehrerin sprechen oder gar nix tun - bin ein wenig ratlos!

alibi
20.12.2011, 21:50
mein 4 jähriger sagt auch hin und wieder mal scheiße- ich sag nix wenns passt- also er sich weh tut, ihm etwas hinunterfällt oder er sich halt ärgert.

ich sags ja auch, wenn ich ehrlich bin und ich sag im kiga nix-dort lernen die kids nur noch mehr schimpfwörter und das ist eigentlich eh allgemein bekannt und niemand wars, weil keiner kann zugeben das ihnen selbst mal eins über die lippen kommt vor den kindern.

wenns dann zu lustig wird und er nicht mehr damit aufhören kann, dann sag ich halt, es ist genug- witzigerweise ist das so ziemlich das einzige was er dann wirklich auch sofort macht :rolleyes:


lg alibi

Erdbaerin
20.12.2011, 21:56
Gar nichts tun.

Scheisse ist bei uns zuhause offiziell "erlaubt", ich sag das hin und wieder auch mal. Ich würd nur bei wirklich wirklich schlimmen Wörtern, die eindeutig diskriminierend sind, einschreiten, d.h. erklären, WARUM das nicht in Ordnung ist.

Eule
20.12.2011, 21:58
Was gibt es Lustigeres, Verruchteres? Wenn ich sieben wäre, wäre ich auch ganz hin und weg, wenn mir andere Schimpfwörter beibringen würden. Jeder Erwachsene kennt sie - und warum? Weil sie ihm mal wer beigebracht hat als Kind.

Ich würde gar nichts tun, nur meinem Kind sagen wie das auf manche andere Erwachsene wirkt, und dass diese Wirkung nicht immer angenehm ist für mich selbst als Mutter. Vielleicht lässt das Kind das ja in Zukunft aus Mitleid mit mir? :D

shirley
20.12.2011, 22:21
Habe vor kurzen erfahren, das meine 7jährige Tochter in der Schule einem anderen Kind von Schimpfwörtern erzhält hat, die sie schon aufgeschnappt hat. (ältere Cousinen und leider von meinen geschiedenen Mann). Das Kind hat seiner Mutter von den Schimpfwörtern erzählt und die hat sich jetzt fürchterlich darüber aufgeregt, das ihr Kind mit solchen
Wörtern nach Hause kommt!!!
Wie soll ich mich meinem Kind gegenüber verhalten? Habe ihr schon des öfteren gesagt das sie solche Wörter nicht in
den Mund nehmen soll aber es gelingt ihr nicht immer.
Es geht um Wörter wie "Scheisse, Deppert und Arschloch"
Soll ich mit der Lehrerin sprechen oder gar nix tun - bin ein wenig ratlos!

Ich fänds eher bedenklich, wenn deine Tochter diese Wörter noch nie gehört hätte.
Und dass es für das andere Mädchen offenbar etwas ganz Neues ist (was ich gar nicht glauben mag)
Das würde sich für mich nämlich ganz nach abgegrenztem Biotop anhören.
Oder dass die andere Mama unbedingt einen Schuldigen braucht.

Solche Wörter irgendwo aufzuschnappen ist für mich sehr normal, sofern man nicht vollkommen isoliert aufwächst. Das hat mich nicht mal bei meinter Tochter geschreckt, als sie mit 4 rum solche Wörter "mit nach Hause brachte". (Wobei: "Scheisse hab' ich sogar selbst mal beim Autofahren "beigesteuert";))
Ah, da fällt mir ein A**loch kennt sich glaube ich wirklich noch nicht, obwohl sie schon 5 ist.
Naja, wird sicher bald kommen ;-)

Wie man damit umgeht, das muss man in der eigenen Familie klären.

Ich weiß jetzt auch nicht genau, was ich zur anderen Mutter sagen würde.
Aber in irgendeiner Form könnte ich meine Verwunderung darüber nicht verbergen, dass diese Wörter ganz neu für ihre Tochter sind. Vielleicht würde ich ihr auch meine Bewunderung darüber aussprechen, vielleicht tut das ihrem Mama-Selbstwertgefühl gut.

PS.: ich nehme wirklich an, dass da einfach ein Schuld-von-sich-weisen dahinter stecken könnte. Beispiel: das andere Mädchen verwendet diese Ausdrücke in einer Gesellschaft, in der es der Mutter peinlich ist. Sie fragt (muss ja fragen, wegen der anderen), woher hast du das? Tochter antwortet (kennt die Ausdrücke sicher eh schon viel länger;) nennt aber jetzt mal den Namen deiner Tochter).
So, und nun muss sie handeln- und mit den Verursacher;) ein ernstes Wörtchen sprechen.
Anstatt mit dem eigenen Kind ein Gespräch über einen angemessenen Umgang mit Schimpfwörtern zu führen ...

Heliamphora
20.12.2011, 23:05
Ich find es eigentlich lächerlich wenn sich die andere Mutter darüber aufregt, dass ihr Kind solche Wörter heimbringt. Da wird die Mutter noch ihr blaues Wunder erleben.

Shirley hat es auf den Punkt gebracht:
Wie man damit umgeht, das muss man in der eigenen Familie klären.

inwe77
21.12.2011, 10:18
"Scheiße" - ich sag immer, das darf man sagen, wenn etwas Schlimmes passiert ist oder man sich fürchterlich wegen irgendetwas ärgert. Das ist dann gerechtfertig und ich mach es ja auch ;)

"Arschloch" - möchte ich nicht hören zuhause. Und Großkind war lang wirklich schockiert, wenn seine Schulkollegen das Wort benutzt haben.

"Depp" - naja, das seh ich da nicht so eng. Manch einer benimmt sich ja wirklich wie Einer ;) und es ist mir lieber, sie sagen "Du bist ein Depp" als "Du bist ein blödes Arschloch", wenn ich ehrlich bin.

Einzig beim "Fuck"-Wort (das er auch von einem älteren Kind "gelernt" hat), muss er zahlen, wenn er es benutzt - so war das ganz schnell wieder abgestellt....

Manu11111
22.12.2011, 13:37
Erfhrungsbericht - Schimpfwörter

Ich hab mal was ganz unpädagogisches - gleiches Alter - wegen der Schimpfwörter gemacht.

Die Nachbarsburschen und meine Tochter sind bei mir im Auto gesessen ( 7J - 7J - 9J ). Einer hat zu schimpfen begonnen und es ist immer ärger geworden. Da habe ich gemeint: "So - in 5 Minuten sind wir zu Hause, ihr könnt jetzt diese Zeit alle Schimpfwörter, die ihr kennt laut rausschreien, aber nach dem Aussteigen will ich nichts mehr hören." Das war für sie echt lustig - und wirklich - es hat funktioniert und die Wörter waren dann gar nicht mehr so interessant.

Die Kids testen ja sowieso nur die Reaktion der Erwachsenen aus.

LG
Manuela

myway
22.12.2011, 13:42
ich hab meinen 7ährigen gefragt, wie er es schreibt. somit war stille:D

Manu11111
22.12.2011, 16:40
ich hab meinen 7ährigen gefragt, wie er es schreibt. somit war stille:D



Auf die Idee bin ich damals nicht gekommen, find ich super *lach*:D:D:D:D.

LG
Manuela

Morrismama
22.12.2011, 23:45
Ist bei uns auch gerade Thema (Sohn ist 6). Ich habe ihm erklärt, dass ich solche Wörter (Trottel,..) nicht hören will, dass man unter Kindern "im Spass" schon mal "schimpfen" kann, und ihn gefragt, wie er sich fühlt, wenn man zu ihm so etwas sagt.
Wenn was schrecklich schief läuft, ist ein "Scheiße" auch mal ok, aber sonst ist es bei uns kein gängiger Umganston, das weiß er.
Hin und wieder gibt es bei uns "lustige Schimpfwort Zeit", da darf er.

Seine Reaktion: er hat einj Schimpfwort erfunden: Lumlopf
Hab ich erlaubt, irgendwas braucht man schließlich, um den Ärger verbal loszuwerden.

lg Barbara

F.J.Neffe
29.12.2011, 17:09
Kinder sind unsere SPIEGEL. Wenn wir es GUT vorlebten und es uns damit GUT ginge, würde es jeder nachmachen. Nachgemacht wird aber, wie man sieht, unsere Inkonsequenz. Das sicherste Mittel, das Gegenteil von dem zu erreichen, was man will, ist DRUCK: actio = reactio - Druck erzeugt Gegendruck.
Wenn sich Erwachsene über Kinder aufregen, sind ohnedies sie es, die zu lernen haben. Wenn man mit 20 Jahren Altersvorsprung immer noch nicht mehr kann als sich aufregen, weist das auf beachtliche Defizite hin.
Als Ich-kann-Schule-Lehrer würde ich sofort die Rollen mit dem Kind tauschen und mir von ihm was lernen lassen, was ich nun wie mit Schimpfwörtern erreichen kann. Und ich würde natürlich auch um einen Rat fragen, wann ich das anwenden soll - und wann besser nicht. So hätte das Kind alles, was es zu lernen gilt, in einer Königsrolle gelernt und nicht in einer Sklavenrolle mit Druck. Beri unseren Nötigungsversuchen übersehen wir immer, dass wir den Kindern durch solch eigenes Fehlverhalten ja nur Nötigen lernen und nicht Wohlverhalten. Was wir sääen, müssen wir dann ernten. Wir sollten viel besser darauf achten, was wir tun. Ich grüße freundlich.
Franz Josef Neffe

shirley
29.12.2011, 17:52
@F.J.Neffe - interessanter Gedanke:)
Muss ich doch glatt mal ausprobieren, die Rollen bei dem Thema mal umzudrehen ...

Bei meiner Tochter kann ich mir sehr gut vorstellen, dass sie mir ganz genau erklären wird, wann welche Wörter angemessen sind und wann nicht;)

wbkh
29.12.2011, 17:55
Gestern hat's bei uns auch Mordsärger gegeben, wie mein 5-Jähriger die Oma mit A****loch beschimpft und das auch noch mit der Kidizoom-Kamera aufgenommen hat. Ich hätte gesagt, das Wort hat er von einem Mädchen (fast ein Jahr älter) im alten Kindergarten, den er seit Juli nicht mehr besucht. Von ihr hatte er jedenfalls den "Blödmann" - ich habe es einmal erlebt, wie sie meinen Sohn beim Abholen im Garten mit allen möglichen Schimpfwörtern beschimpft hat (Trottel und auch, wenn ich mich recht erinnere, das obige Wort). Vielleicht ist das Wort aber auch von den Kindern im jetzt besuchten Kindergarten benutzt worden. In der letzten Woche ist das Wort aber sicher nicht gefallen, denn das gehört nicht zum Vokabular meiner Eltern - ich weiß auch nicht, warum es ihm gestern plötzlich eingefallen ist.

Dass die Kinder solche Wörter im Kindergarten hören, kann man nicht verhindern.

Heliamphora
29.12.2011, 19:38
Kinder sind unsere SPIEGEL. Wenn wir es GUT vorlebten und es uns damit GUT ginge, würde es jeder nachmachen.
Ja, aber nur dann wenn unsere Kinder ausschließlich mit ihren Eltern Kontakt haben und keinen anderen menschlichen Einflüssen unterliegen.
Kinder orientieren sich natürlich an den Eltern, aber auch andere Personen haben darauf einen Einfluss und sie orienten sich an der Kindergartenpädgogin, am älteren Bruder des Freundes, etc.
Weil Kinder eben sehen, dass sich andere Menschen anders verhalten und sie auch dieses Verhalten nachahmen. Vielleicht weil es ihnen gefällt, weil sie es interessant finden oder einfach weil sie sehen wollen wie die Eltern oder ihr Umfeld auf diese Äußerungen reagiern.