Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : wahrnehmungsstörung und einschulung
eine bekannte hat einen knapp 6-jährigen sohn mit wahrnehmungsstörungen. diese äussern sich so, dass er, vorsichtig ausgedrückt, besonders wild ist.
er ist seit einiger zeit bei der eule in therapie und im kiga als integrationskind. all das tut ihm sehr gut und sein soziales verhalten hat sich sehr gebessert.
jetzt will sie ihn einschulen, ohne aber zu sagen, dass er probleme hat, weil sie möchte, dass ohne vorurteile auf ihn zugegangen wird.
grund dafür ist folgende information: als integrationskind in der vs hätte er keinerlei möglichkeiten in einem gymnasium aufgenommen zu werden bzw. die matura zu machen.
kann das wirklich so sein? ich würde ihr gerne sagen können, dass es bei uns keine solchen einschränkungen gibt.
danke für eure hilfe
Original geschrieben von axi
kann das wirklich so sein? ich würde ihr gerne sagen können, dass es bei uns keine solchen einschränkungen gibt.
dann würdest aber flunkern... und der Bub hätte (zumindest hier in Wien) kaum Chancen, der der Wunsch-VS aufgenommen zu werden, allein bei der Andeutung legen viele Direktionen bereits die Ohren an und stammeln was von "voll"... dabei sollte endlich irgendwer im Schulsystem aufwachen, das ist längst kein Einzelproblem mehr
ich hab mich, glaub ich, nicht klar ausgedrückt:
sollte sie ihn in eine integrations-vs schicken, als integrationskind, hat er danach eine chance am gym aufgenommen zu werden - bei entsprechenden leistungen selbstverständlich?
Original geschrieben von axi
ich hab mich, glaub ich, nicht klar ausgedrückt:
sollte sie ihn in eine integrations-vs schicken, als integrationskind, hat er danach eine chance am gym aufgenommen zu werden - bei entsprechenden leistungen selbstverständlich?
aha - das kann ich dir (noch) nicht beantworten
ich würde - gegen die gängige Meinung von Eltern verhaltensorigineller Kinder - diese Kinder aber nicht standardmäßig als I-Kinder einschreiben lassen, unterstützt durch die Aussage der Schulpsychologin zu einem schwer agressiven verhaltensgestörten, nicht einschlägig diagnostizierten Kind: "der is net geistig behindert, der is net körperbehindert, aiso is der normal" (vor uns versammelten Eltern. was uns damals in unserer Angelegenheit zwar nicht geholfen hat, aber den Standpunkt des Schulsystems verdeutlichte)
nimms als Denkanstoß, ob ein I-Kind überhaupt an die Erreichung der entsprechenden Leistungen herankommen kann (sprich: lassen es die Lehrer besser sein als I-Status zulassen würde?), würd mich auch interessieren...
Original geschrieben von Bealee
nimms als Denkanstoß, ob ein I-Kind überhaupt an die Erreichung der entsprechenden Leistungen herankommen kann (sprich: lassen es die Lehrer besser sein als I-Status zulassen würde?), würd mich auch interessieren...
das ist klar, ein grosses problem. was ich bei meiner bekannten nicht begreifen kann ist, dass sei es überhaupt niemandem sagen will, dass ihr sohn verhaltensoriginell ist.
ich stelle mir vor, dass ihm damit nicht wirklich geholfen wird. denn wenn er dann auffällig wird, hat kein mensch eine ahnung, was eigentlich los ist und es kann auch niemand auf ihn richtig eingehen.
ich stell mir das irgendwie so vor: felix hört schlecht - auch eine wahrnehmungsstörung - wenn das die lehrer nicht wissen, und er ganz hinten in der klasse sitzt, oder den lehrer nicht gut beim sprechen sehen kann, dann wird felix probleme bekommen, die eigentlich nicht notwendig wären.
irgendwie kann ich mir nicht vorstellen, dass die wahrnehmungsstörung nicht mehr da ist, weil meine bekannte sie niemandem sagt, unvoreingenommenheit hin oder her.
da ich aber aufgrund mangelnder erfahrungen wahrscheinlich besonders naiv an diese problematik herangehe, habe ich hier geschrieben und hoffe ehrlich gesagt auf hilfe für meine bekannte.
bzw. für ihren sohn, den ich wirklich gern habe (und da bin ich leider eine der wenigen)
ich gehe mit der Einstellung deiner Bekannten konform (sofern sie aktiv an der Wahrnehmungsstörung arbeitet), sollte das nicht klar herausgekommen sein, denn:
in Flo's Klassse sind 2 sehr auffällige Kinder, ohne irgendeine Diagnose, das "ist eben so", wenn da irgendeine Diagnose bekannt wäre, würde das Verhalten auf die "Abnormität" geschoben werden, ein ADHS-Kind wurde in der ersten Klasse gebeten, die Schule zu wechseln
und: wenn das Kind therapiert wird, damit es mit den Wahrnehmungsstörungen zurecht kommt, kann es durchaus sein, dass es mehr oder weniger unauffällig am Unterricht teilnehmen kann, ohne I-Status, der ihm vielleicht ungerechtfertigt die Zukunft verbaut (grad Wahrnehmungsstörungen sind so vielfältig, Flo sitzt übrigens ganz vorne mit Blick zu Wand, auf unsere Bitte hin...)
Original geschrieben von axi
ich stell mir das irgendwie so vor: felix hört schlecht
es besteht schon ein Unterschied zw. schlecht hören (weil organischer Schaden am Ohr) und auditiver Dissonanz (dh. gut hören, das Gehörte aber nicht verarbeiten können = Wahrnehmungsstörung)
super, danke, du hast mir sehr weitergeholfen.
ich hätte noch eine frage:
meine bekannte ist mit ihrem sohn bei der eule in therapie, seit über 2 jahren, und hat immer noch nicht erfahren, worin genau seine probleme bestehen. ist das eine übliche vorgehensweise??
es geht im erst wirklich besser, seitdem er einerseits diese therapie in der eule hat und gleichzeitig im kiga als i-kind ist. wenn er einige tage daheim ist (z.b. ferien) wirft ihn das um 1-2 jahre zurück.
danke
Original geschrieben von Bealee
aha - das kann ich dir (noch) nicht beantworten
ich würde - gegen die gängige Meinung von Eltern verhaltensorigineller Kinder - diese Kinder aber nicht standardmäßig als I-Kinder einschreiben lassen, unterstützt durch die Aussage der Schulpsychologin zu einem schwer agressiven verhaltensgestörten, nicht einschlägig diagnostizierten Kind: "der is net geistig behindert, der is net körperbehindert, aiso is der normal" (vor uns versammelten Eltern. was uns damals in unserer Angelegenheit zwar nicht geholfen hat, aber den Standpunkt des Schulsystems verdeutlichte)
nimms als Denkanstoß, ob ein I-Kind überhaupt an die Erreichung der entsprechenden Leistungen herankommen kann (sprich: lassen es die Lehrer besser sein als I-Status zulassen würde?), würd mich auch interessieren...
ich hab heute beim landesschulrat angerufen und folgende antwort erhalten:
selbverständlich ist es grundsätzlich möglich i-kinder ins gymnasium einschreiben zu lassen, in ö sind i-klassen im gymnasium-unterstufe gesetzlich geregelt.
aber: in ganz innsbruck gibt es keine einzige i-klasse an einem gymnasium - weil der bedarf nicht besteht.
um ein kind in eine i-klasse/gymnasium zu bekommen müssen also die leistungen in der vs stimmen und man benötigt eine ärztliche bestätigung, dass das kind sonderpädagogischen förderbedarf hat.
ich hab das jetzt so verstanden, wenn man ein kind, das in der vs als i-kind eingeschult ist überhaupt in ein gym bekommen will, muss man einen ärztlichen attest bringen, dass das kind keinen! sonderpädagogischen förderbedarf mehr hat - ich hab das jetzt einfach so hineininterpretiert.
ich frage mich jetzt, ob es für den buben nicht vorteilhaft wäre, bereits jetzt ein attest zu besitzen, wonach er eben diesen sonderpädagogischen förderbedarf nicht hat, um ihn und auch die familie rechtlich abzusichern, falls es in der vs schwierigkeiten gibt.
ich hoffe ihr helft mir nocheinmal weiter, ich möchte gerne vermeiden, dass meine bekannte, die leider stark überreagiert, was ihren sohn betrifft, jetzt in ein durcheinander hineingerät, dass dann im endeffekt der bub ausbaden muss.
Original geschrieben von axi
noch eine frage:
meine bekannte ist mit ihrem sohn bei der eule in therapie, seit über 2 jahren, und hat immer noch nicht erfahren, worin genau seine probleme bestehen. ist das eine übliche vorgehensweise??
es geht im erst wirklich besser, seitdem er einerseits diese therapie in der eule hat und gleichzeitig im kiga als i-kind ist. wenn er einige tage daheim ist (z.b. ferien) wirft ihn das um 1-2 jahre zurück.
danke
ups, übersehen:
wieso weiß sie nicht, was bei ihrem Sohn therapiert wird? ich hatte bei jedem Kind vorher die Diagnose und hab mir dann passende Therapeuten gesucht (Eule kenn ich nicht)
der letzte Satz stimmt mich nachdenklich, auch dass deine Bekannte "überreagiert", wird deine Bekannte nicht in die Therapie involviert?
jetzt hab ich mich vorab erkundigt:
die ärztliche abklärung war negativ, keine diagnosen.
bei der eule, wo der bub therapiert wird, scheint sie bestätigungen zu bekommen, damit weitere therapien genehmigt werden, vielleicht zeigt sie mir einmal so eine bestätigung.
je mehr ich darüber nachdenke, und mich schlau mache, umso mehr bin ich davon überzeugt, dass es ein kommunikationsproblem ist.
wie gesagt, es ist eine bekannte von mir, keine freundin, und eigentlich werde ich jetzt nur deshalb ein bisserl aktiver, weil ich den buben wirklich gern mag, und wenn er in die gleiche schule kommt wie mein sohn, werden wir wohl mehr kontakt bekommen.
was ist "die Eule"?? Ein Therapiezentrum??
Wo ist das??
NEugierige Asterix
http://www.eule.org/
so die standardanlaufstelle bei uns :)
babiklee
13.05.2004, 14:42
hallo,
was ich nicht verstanden hab: wird der bub als i-kind aufgrund seines verhaltens oder aufgrund seines intellektuellen status geführt? das sind 2 verschiedene dinge. bin kinderpsychologin, vielleicht kann ich dir weiterhelfen.
lg babsi
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