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Tschoana
10.07.2007, 20:33
Hallo Ihr,

ich bin neu hier und hab mich grad so ein bisschen durchs Forum gelesen - die fleissigen Working Mums interessieren mich derzeit besonders :) Ich bin Mama von einem 3jährigen, ganz lieben Buben und arbeite derzeit für 20 Stunden als Sekretärin in einem Büro. Die Arbeit ist ganz o.k., die Kollegen auch, trotzdem bin ich derzeit stark am überlegen, noch eine Ausbildung anzufangen. Am liebsten wär mir eine im sozialen Bereich, mich als Psychotherapeutin ausbilden zu lassen, wär überhaupt mein Traum. Ich hab auch schon angefangen, mich zu erkundigen und hab mir die verschiedenen Stellen herausgesucht, wo ich das Propädeutikum machen kann. Jetzt meine Frage: Weiß jemand, welche Ausbildungsstätte besonders empfehlenswert ist bezgl. Inhalte, Vortragende und ganz wichtig auch Kosten? Hab mir bis jetzt das Uni Zentrum Lammgasse, das NLP Zentrum und die Arges angeschaut und hab noch nicht so ganz den Durchblick.

An alle die, die gerade drin stecken oder schon fertig sind: Würdet ihr die Ausbildung empfehlen? Wie schafft ihr das mit den Kosten? Kann man viel von der Steuer absetzen?

Ich würd mich sehr über Antworten freuen!!

Tschoana

chiana
10.07.2007, 20:45
Hallo,

ich mach zwar nicht das Propädeutikum (obwohl mich das auch seeeehr interessieren würde), sondern die Ausbildung zum Lebens-und Sozialberater. Bei Pro Mente in Wien. Von daher weiß ich auch, daß sie das Propädeutikum auch anbieten
http://www.promentebildung.at/
Im LSB-Bereich sind sie eine der günstigsten und auch der besten, was ua. die Vortragenden angeht.

Was die Kosten angeht, habe ich gerade eben die Erfahrung gemacht, daß man die Ausbildungskosten nicht bei der Arbeitnehmerveranlagung geltend machen kann. Erst wenn man wirklich in diesem Bereich arbeitet, kann man im nachhinein irgendwas absetzen. Besser wär's da wohl, wenn Du die Ausbildung gefördert bekommst. In NÖ scheint das auch einfacher zu sein als in Wien.

Zur Ausbildung selber kann ich Dir leider nix sagen.

lg, chiana

Tschoana
10.07.2007, 20:50
hi,

vielen dank für die schnelle antwort! den link werde ich gleich nützen :)
schade, ich hab doch gehofft, dass ich zumindest einen teil absetzen kann... förderung wäre natürlich überhaupt optimal, ich habe aber noch nie gehört, dass man ausbildungen dieser art fördern lassen kann.

ist deine lebens- und sozialberatung gefördert? wie gefällt es dir denn so bis jetzt?

lg,
tschoana

nicitier
10.07.2007, 20:52
Hier mal die Voraussetzungen:




Psychotherapeutisches Propädeutikum

Das Psychotherapeutische Propädeutikum stellt einen psychosozialen Grundlehrgang dar und ist auf Grund des Psychotherapiegesetzes (BGBl. Nr. 361/ 1990) eine der Voraussetzungen für die Ausbildung zum Psychotherapeuten / zur Psychotherapeutin.
Die eigentliche Psychotherapieausbildung erfolgt in einem an das Propädeutikum anschließenden Fachspezifikum.
Für Personen in psychosozialen Berufen, die keine Psychotherapieausbildung absolvieren wollen, dient das Propädeutikum zur Weiterbildung und zur Erhöhung psychosozialer Kompetenz. Weiters deckt das Propädeutikum den theoretischen Teil der Ausbildung zum/zur Lebens- und SozialberaterIn weitgehend ab. Der praktische Teil, Selbsterfahrung, Praktikum und Supervision, ist anrechenbar.
Zulassungsvoraussetzungen für das Propädeutikum


Vollendetes 18. Lebensjahr
Reifeprüfung oder
Studienberechtigungsprüfung oder
Berufsreifeprüfung oder
Krankenpflegediplom oder Diplom in medizinisch-technischem Dienst oder
positives Eignungsgutachten des Bundesministeriums für Gesundheit, Familie und Jugend (BMGFJ) Zulassungsvoraussetzungen für das Fachspezifikum


Mindestalter 24 Jahre
abgeschlossenes Propädeutikum
Quellenberuf (siehe unten) oder
positives Eignungsgutachten des Bundesministeriums für Gesundheit, Familie und Jugend (BMGFJ) Für Personen, die bereits im Besitz eines positiven Eignungsgutachtens für das Propädeutikum sind, ist ein gesondertes Ansuchen um Zulassung ins Fachspezifikum nicht mehr erforderlich.
Als Quellenberufe gelten folgende abgeschlossene Berufsausbildungen:

Krankenpflegediplom
Diplom in einem medizinisch-technischen Dienst
Akademie für Sozialarbeit / FH für Sozialarbeit
Pädagogische Akademien
Lehranstalt für Ehe- und Familienberater
Hochschullehrgang / Kurzstudium Musiktherapie
Medizinstudium
Pädagogikstudium
Philosophiestudium
Psychologiestudium
Studium der Publizistik & Kommunikationswissenschaft
Theologiestudium
Lehramtsstudium Studien gelten ausschließlich auf Magisteriums- oder Doktoratsniveau als Quellenberufe

http://www.oeagg.at/propaedeutikum.htm

Es gibt sehr viele unterschiedliche Richtungen von Psychotherapie (zb Systemische, analytische, Psychodrama usw...), die Kosten sind auch unterschiedlich.
Propädeutikum ist Voraussetzung für alle Richtungen.

chiana
10.07.2007, 21:03
Einige LSB-Kolleginnen haben's gefördert bekommen. In Wien macht das z.B. das Waff.
Für NÖ hab ich auf die Schnelle das gefunden, es gibt aber sicherlich mehrere Möglichkeiten. Normalerweise wissen da auch die Ausbildungsstätten genaueres darüber.
http://www.noel.gv.at/service/f/f3/Arbeitnehmerfoerderung/Bildungsfoerderung/bildungsfoerderung.htm

Bei der LSB-Ausbildung mach ich gerade Babypause und ich bin mir nicht sicher, ob ich es weiter machen werde. Die Ausbildung würde mir prinzipiell sehr gut gefallen, nur komm ich mit den Auszubildenden nicht wirklich zurecht. Die meisten dort nutzen die Ausbildung, um ihre eigenen Probleme zu bearbeiten. Viele Selbstdarsteller, die sich selbst gerne reden hören und nicht zuhören können (was ja eigentlich die Kernkompetenz eines LSB sein sollte ;)) Momentan hätte ich keinen Nerv dazu...
Außerdem sind die Berufschancen nicht besonders gut. Da hättest Du's mit der Ausbildung zum Psychotherapeuten sicherlich besser.

lg, chiana

Tschoana
10.07.2007, 21:09
hallo niciter,

vielen dank! diese formalen kriterien erfülle ich zumindest schon mal :) ich habe bereits ein abgeschlossenes pädagogik/publizistikstudium (damit bin ich allerdings im transportwesen gelandet :rolleyes:)

tja, die verschiedenen richtungen der psychotherapie sind für mich auch noch ein buch mit sieben segeln. zum glück habe ich ja immerhin zeit, bis ich mich spezialisieren muss.

also im moment weiß ich nicht so recht, ob ich mich wirklich trauen soll... puh! obwohl es wirklich mein lebenstraum wäre, eine praxis zu haben, frage ich mich auch irgendwie, ob es Flori (mein Sohn) gegenüber unfair wäre... wenn die mama alles gesparte in eine ausbildung steckt, die dann vielleicht nichtmal so gewinnbringend ist, wie erhofft...

springen oder nicht springen? :D was würdet ihr tun??

nicitier
10.07.2007, 21:15
Ich würde mich über die verschiedenen Richtungen und "Ausbildungszentren" (zb öagg, öeas, la-sf usw) eingehend informieren.
So ganz ohne Vorwissen stell ich mir die Wahl der am besten geeigneten Therapierichtung recht schwer vor.
Aber eigentlich ist eh zuerst das Propädeutikum zu absolvieren... das soll wahrscheinlich auch mehr Klarheit bringen.

Naja, und wenn es dein Traum ist und du die Kosten durchgerechnet hast und es sich ausgeht (finanziell und zeitmäßig - dauert sehr lange, bis man die Ausbildung abgeschlossen hat), dann: warum nicht springen? :)

Lebens- und Sozialberater würde ich nicht vorziehen!!

chiana
10.07.2007, 21:16
hallo niciter,

vielen dank! diese formalen kriterien erfülle ich zumindest schon mal :) ich habe bereits ein abgeschlossenes pädagogik/publizistikstudium (damit bin ich allerdings im transportwesen gelandet :rolleyes:)

tja, die verschiedenen richtungen der psychotherapie sind für mich auch noch ein buch mit sieben segeln. zum glück habe ich ja immerhin zeit, bis ich mich spezialisieren muss.

also im moment weiß ich nicht so recht, ob ich mich wirklich trauen soll... puh! obwohl es wirklich mein lebenstraum wäre, eine praxis zu haben, frage ich mich auch irgendwie, ob es Flori (mein Sohn) gegenüber unfair wäre... wenn die mama alles gesparte in eine ausbildung steckt, die dann vielleicht nichtmal so gewinnbringend ist, wie erhofft...

springen oder nicht springen? :D was würdet ihr tun??

Wie geht's Dir bei der Vorstellung, es nicht probiert zu haben?

Erkundige Dich noch genauer bez. Förderung. Vielleicht musst Du ja gar nicht alles gesparte investieren ;)

latella
10.07.2007, 21:18
vorsicht, mit dem propädeutikum alleine hast du noch gar nix! das ist der kürzeste und kostengünstigste teil der psychotherapie-ausbildung, dauert nur 2-3 jahre und kostet nur relativ wenig.
teuer und langwierig wirds beim zweiten teil der psychotherapie-ausbildung (sogar die billigste variante kostet ein paar jahre und in paar tausend euro, genau weiß ichs jetzt auf die schnelle nicht, es dürfte die gesprächstherapie sein)
und ERST DANN darfst du dich "psychotherapeutin" schimpfen und entsprechend verdienen.
dieser lange lange und teure teure ausbildungsweg (und die tatsache, dass du dir ja hinterher auch erst einen namen machen musst...) hat mich eigentlich immer abgeschreckt. aber vielleicht bist du ja ein durchhaltefähigerer typ! (und finanzkräftiger und mit mehr zeit ausgestattet...)

nicitier
10.07.2007, 21:22
@latella: eine Therapie-verweigernde Psychologin also? :D
Ich war auch mal dieser Meinung, habe aber nach ein paar Jahren jetzt festgestellt, dass eine Psychotherapie-Ausbildung echt sehr sinnvoll ist, wenn man "behandeln" und nicht nur diagnostizieren möchte.

Eine relativ "günstige" Ausbildung ist die systemische: ca. 20 000 EUR, dauert 2-3 Jahre, glaub ich.

Die analytische Ausbildung ist natürlich die längste und dauert so um die 5-7 Jahre, kosten wird sie wahrscheinlich 50 000 EUR... :eek:

Beides ab Propädeutikum-Ende gerechnet.

latella
10.07.2007, 21:36
@latella: eine Therapie-verweigernde Psychologin also? :D
Ich war auch mal dieser Meinung, habe aber nach ein paar Jahren jetzt festgestellt, dass eine Psychotherapie-Ausbildung echt sehr sinnvoll ist, wenn man "behandeln" und nicht nur diagnostizieren möchte.


ich behande nicht, ich diagnostiziere nicht. ich bin eine neo-arbeitslose psychologin aus dem sozial- und schulbereich und dort beratete und betreute ich nur so ein bisschen herum ;)

und verweigernd war meine haltung auch nie, lediglich auch an anderen dingen interessiert als an jahrlangem zeit- und geldhineinstopfen in ewige ausbildungen mit zweifelhaftem erfolg.
lieber habe ich in jungen jahren gereist und partys gefeiert, in älteren semestern hab ich neben meiner teilzeitbeschäftigung meine energien in die familie gesteckt.

aber mein schicksal gibt meinem weg eh nicht recht :mad:
vielleicht muss auch ich mich und meinen geldbeutel nochmals aufraffen und mich therapeutisch weiterbilden um am arbeitsmarkt noch halbwegs vermittelbar zu sein...

Tschoana
10.07.2007, 21:38
ich bin halt jetzt doch schon zwei jahre lang im wickelwackel... dauernd hin und her... manchmal bin ich mir schon ganz sicher, dass es genau das ist, was ich will und dann wieder...

finanzkräftig bin ich nicht so wirklich. also, wir kommen schon gut über die runden und ich kann flori ein gutes leben bieten (wir sind allein zu zweit). aber ich hab halt ca. 50.000 € gespart, wo ich nicht weiß, ob ich die nicht besser in ein eigenheim investieren soll, damit ich flori mal einen guten start ermöglichen kann. es sind halt meine "einzigen" 50.000.

denkt ihr, ich komme mit diesem geld überhaupt aus??

@latella: ich weiß, es dauert sehr, sehr lang. aber meine hoffnung ist, dass ich durch die ganzen praktika, die ich ja machen werde müssen, auch schon geld verdienen kann. ich hab gehört, dass das möglich ist. das wär natürlich optimal!

suuuper tipp das mit der förderung, das wird auf jeden fall mal mein erster schritt sein!

den lebens- und sozialberater hab ich mir auch überlegt - bin dann aber davon abgekommen, weil ich mir gedacht hab, dass man damit nicht sooo viel machen kann. aber die kosten sind wesentlich überschaubarer, oder?

lg,
tschoana

Tschoana
10.07.2007, 21:41
@niciter: du kennst dich aber sehr gut aus mit der materie, oder? arbeitest du auch in diesem umfeld? vielen dank für die anregung mit der "systemischen". ich weiß natürlich, dass das finanzielle für die auswahl der richtung nicht entscheidend sein sollte, aber eine sehr große rolle spielt es halt doch...

chiana
11.07.2007, 09:17
den lebens- und sozialberater hab ich mir auch überlegt - bin dann aber davon abgekommen, weil ich mir gedacht hab, dass man damit nicht sooo viel machen kann. aber die kosten sind wesentlich überschaubarer, oder?


Ja, die Kosten für den LSB sind überschaubar. Bei pro mente 5 x 1.250 Euro, dazu kommen noch die Kosten für die Einzelselbsterfahrung und Supervision (wobei das oft auch gratis angeboten wird, z.B. im Rahmen von Praktika).
Prinzipiell kann man mit dem LSB schon recht viel machen. Der große Unterschied ist eben, daß man ausschließlich mit gesunden Menschen arbeiten darf bzw. nur begleitend zu einer Therapie. Ich glaub auch, daß es dafür einen Markt gibt. Man muss ja wirklich nicht gleich mit jedem Problem zum Therapeuten. Ich selbst hab z.B. in einer schwierigen beruflichen Situation ein Coaching bei einer LSB gemacht.
Das Problem ist halt das öffentliche Bild. Die Profession ist einfach zu unbekannt und zu wischi-waschi. Kaum ein LSB nennt sich auch wirklich LSB. Das sind alles Coaches oä.
Zum Glück sitzt bei der Barbara-Karlich-Show immer einer dabei ;)

lg, chiana

Ellinor
12.07.2007, 00:10
vorsicht, mit dem propädeutikum alleine hast du noch gar nix! das ist der kürzeste und kostengünstigste teil der psychotherapie-ausbildung, dauert nur 2-3 jahre und kostet nur relativ wenig.
teuer und langwierig wirds beim zweiten teil der psychotherapie-ausbildung (sogar die billigste variante kostet ein paar jahre und in paar tausend euro, genau weiß ichs jetzt auf die schnelle nicht, es dürfte die gesprächstherapie sein)
und ERST DANN darfst du dich "psychotherapeutin" schimpfen und entsprechend verdienen.
dieser lange lange und teure teure ausbildungsweg (und die tatsache, dass du dir ja hinterher auch erst einen namen machen musst...) hat mich eigentlich immer abgeschreckt. aber vielleicht bist du ja ein durchhaltefähigerer typ! (und finanzkräftiger und mit mehr zeit ausgestattet...)

So ist es und nicht anders. Die flotteste Ausbildung ist, glaub ich die Verhaltenstherapie. Dass du bei diversen Praktika etwas bezahlt bekommst, wage ich zu bezweifeln... denn: wir sind im Sozialbereich, nicht vergessen! Da arbeiten alle immer *fröhlich-gratis, weil wir so gute Menschen sind!*

eva-7
12.07.2007, 07:44
schnell geht das prop beim peter schütz - du hast im grunde, wenn du dich beeilst, alles in einem jahr durch. allerdings musst du dir wochenweise immer frei nehmen. du kannst dir aber auch jahre zeit lassen, und gegebenenfalls fehlende prüfungen woanders machen und anrechnen lassen. die dame beim nlp zentrum ist sehr nett und berät sehr gut, einfach anrufen (ist systemikerin).

kosten: 5000 bis 700 euro, wobei es unterschiedliche förderungen gibt. auch hier empfehle ich den schütz peter, der alle möglichen förderungen auf seiner homepage aufgelistet hat (die beste gibt wenn du aus oö kommst, die zahlen fast das komplette prop).

ich habe teils ausbildungen im prop bei einem katholischen verein gemacht, dort dauert es halt länger insgesamt, die ausbildungen sind aber alle sehr gut.

alternativ würde ich mir auch die sigmund freud uni anschauen - ich weiß nicht, was die jetzt bieten, aber schauen kann man ja.

im prop musst du ein praktikum machen, das nicht bezahlt wird. 550 stunden, soweit ich mich jetzt erinnere, die gehen ganz schön rein.

zum fach:
du brauchst einmal eine richtung, und welche richtung es wird, entscheidet sich spätestens im prop - dort lernst du vertreter aller richtungen kennen, brauchst auch selbsterfahrung (50 std. glaub ich) und am besten ist, du machst die selbsterfahrung in fächern, die du abchecken willst. da lernst du das schon mal kennen.

fast alle fachrichtungen verlangen einen einführungskurs (der auch als selbsterfahrung gilt, also evtl. schon vorher machen und anrechnen lassen). das sind intensive einführungen, wo du anschließen ein aufnahmegespräch hast. sehr spannend und aufregend. wirst du genommen, kannst du anfangen.

üblicherweise bist du dann in einer gruppe, die 3 jahre rund dauert und sich regelmässig trifft. ausbildungen gibt es in ganz ö, schau also dann, wer wo ausbildet. in den bundesländern kommen dann noch übernachtungen etc. dazu.

die meisten großen gesellschaften bieten dann noch kongresse an, die du pflichtweise besuchen musst, weil du dort anwenderseminare buchen musst.

begleitend musst du ein pflichtpraktikum machen mit supervision, 600 stunden, meistens unbezahlt. und lehrtherapie, 100 stunden durchschnittlich, kosten auch so um die 7000 euro.

irgendwann bekommst du "den status", das heißt du bist psychotherapeut in ausbildung unter supervision. ab dann darfst du mit klienten selber arbeiten und geld verdienen. allerdings musst du ziemlich viel supervision machen, ich zahlte pro stunde rund 100 euro.

jeder verein hat einen ausbildungsleiter - die haben sprechstunden, da kannst du anrufen oder hinpilgern und die leute dort löchern. außerdem ist es hilfreich, azubis der einzelnen richtungen auszuquetschen. gut geht das im jährlich stattfindenen event im rathaus - da stehen sie alle und geben antworten :)

am ende deiner ausbildung machst du üblicherweise ein abschlusskolloquium, und danach hast du alles beinander, um dich auf "die liste" eintragen zu lassen. ab dem datum der eintragung bist du eine psychotherapeutin.

dann hast du noch fortbildungsverpflichtungen, ich glaub 30 - 50 stunden pro jahr, aber ich habs jetzt nicht genau im kopf, nachzulesen im netz.

alles gute bei deiner entscheidung
eva

BaSiSo
12.07.2007, 17:57
im prop musst du ein praktikum machen, das nicht bezahlt wird. 550 stunden, soweit ich mich jetzt erinnere, die gehen ganz schön rein.

480 stunden im propädeutikum
550 stunden im fachspezifikum (davon 120 oder 150 klinisch)

am schnellsten ist man sicher mit der verhaltenstherapie. an der sfu geht sich die systemische (fach) wohl in 3 jahren aus, aber günstiger wirds an der sfu, so fürchte ich, nicht wirklich.

lg

latella
12.07.2007, 18:38
... denn: wir sind im Sozialbereich, nicht vergessen! Da arbeiten alle immer *fröhlich-gratis, weil wir so gute Menschen sind!*


für a platzerl im himmel :D

...aber ohne scherz: ich kann mich gut an eine freundin während ihrer systemischen ausbildung erinnern, die richtiggehend gegeiert hat auf leute, die sie (gratis natürlich) therapieren darf, um auf die für die ausbildung geforderten stunden zu kommen...ätz...

Felici
12.07.2007, 20:53
Hallo Ihr,

ich bin neu hier und hab mich grad so ein bisschen durchs Forum gelesen - die fleissigen Working Mums interessieren mich derzeit besonders :) Ich bin Mama von einem 3jährigen, ganz lieben Buben und arbeite derzeit für 20 Stunden als Sekretärin in einem Büro. Die Arbeit ist ganz o.k., die Kollegen auch, trotzdem bin ich derzeit stark am überlegen, noch eine Ausbildung anzufangen. Am liebsten wär mir eine im sozialen Bereich, mich als Psychotherapeutin ausbilden zu lassen, wär überhaupt mein Traum. Ich hab auch schon angefangen, mich zu erkundigen und hab mir die verschiedenen Stellen herausgesucht, wo ich das Propädeutikum machen kann. Jetzt meine Frage: Weiß jemand, welche Ausbildungsstätte besonders empfehlenswert ist bezgl. Inhalte, Vortragende und ganz wichtig auch Kosten? Hab mir bis jetzt das Uni Zentrum Lammgasse, das NLP Zentrum und die Arges angeschaut und hab noch nicht so ganz den Durchblick.

An alle die, die gerade drin stecken oder schon fertig sind: Würdet ihr die Ausbildung empfehlen? Wie schafft ihr das mit den Kosten? Kann man viel von der Steuer absetzen?

Ich würd mich sehr über Antworten freuen!!

Tschoana

Naja, grundsätzlich ist es so, dass du einen Quellenberuf nachweisen musst. Das heisst du musst einen Beruf im Sozialbereich gelernt haben. (Also z.B. Krankenschwester, Lehrerin, Psychologin, Sozialarbeiterin etc.)

Dann kannst du das Propädeutikum machen (besonders anerkannt ist das Zentrum in der Lammgasse). Die Ausbildung (je nachdem in welche Richtung du dich dann spezialisieren willst - da gibt es ein riesige Menge an Auswahl....zu empfehlen ist die Literatur diesbezüglich erschienen im Falter Verlag: Psychotherapie in Österreich) dauert unterschiedlich lange und ist auch unterschiedlich kostenspielig. Da die Kurse berufsbegleitend sind und daher am WoEn stattfinden, kann man trotz Beruf noch Einen erlernen.

nicitier
12.07.2007, 21:00
für a platzerl im himmel :D

...aber ohne scherz: ich kann mich gut an eine freundin während ihrer systemischen ausbildung erinnern, die richtiggehend gegeiert hat auf leute, die sie (gratis natürlich) therapieren darf, um auf die für die ausbildung geforderten stunden zu kommen...ätz...

Ich glaub, auch in der Ausbildung zum klinischen und Gesundheits-Psychologen gibt's kaum jemanden, der für sein "Praktikum" was bezahlt bekommt - und wenn, dann ist es lächerlich wenig. Praktikum deswegen unter Anführungszeichen, weil die PsychologInnen in Ausbildung 1. ein Studium hinter sich haben (wohl keine schlechte Ausbildung! - jeder Lehrling zb kriegt von Anfang was bezahlt...) und 2. meist genau dieselbe Tätigkeit machen wie die dort beschäftigten PsychologInnen bzw. die alleinige Arbeit leisten (es gehen Gerüchte, dass diverse Krankenhausbetriebe nicht funktionieren würden ohne diese PraktikantInnen) - warum also unentgeltlich?

Aber Systeme funktionieren halt, wenn die Leut mitspielen...

baileys770
13.07.2007, 13:13
Hallo!

Ich steck grad mitten drin im Fachspezifikum und werd hoffentlich im Spätherbst die Prüfung ins Kontrollstadium (Psychotherapeut in Ausbildung unter Supervision) machen.

Das Propädeutikum hab ich beim ÖAGG gemacht, ist zwar nicht der billigster Verein, dafür gehts relaitv "aufwandslos", hab schon von anderen Vereinen gehört, bei denen nach fast jedem Seminar eine Art Prüfung abgelegt werden musste, bzw. unendlich viele Literaturarbeiten und Referate gemacht werden mussten.

So richtig spannend wird die Ausbildung meiner Meinung nach dann eh erst im Fachspezifikum!!

Das ganze geht zwar schon gewaltig an meine finanziellen Grenzen, aber man muss halt dann auch lernen, sich anderwertig einzuschränken!

Bereut hab ich die Ausbildung aber noch keinen Tag, weils einen ja auch in der Persönlichkeitsentwicklung ein großes Stück weiter bringt!!!

lg

Tschoana
28.07.2007, 20:34
hallo liebe ratgeber,

ich habe mich die letzten wochen leider nicht mit der thematik auseinandersetzen können, weil mein flori leider in letzter zeit dauernd krank ist :( zwar eh immer nur leicht (husten, schnupfen, leichtes fieber) aber genug, um mich auf trab zu halten und mir sorgen machen zu müssen.
ich hoffe, es ist jetzt überstanden und hab wieder ein bisschen luft.

ich hab mich also jetzt entschlossen, das prop schon diesen herbst anzugehen. ich bin mir allerdings noch unschlüssig, wo. ein traum wäre es natürlich, das wirklich in einem jahr zu schaffen - geht das beim nlp zentrum wirklich in einem jahr, wie eva7 schreibt? wochenweise frei nehmen kann ich mir leider nicht. ich mein, ich hab natürlich die obligatorischen 5 wochen, aber ob das reicht? und ich brauch natürlich auch urlaub für mein kind. Es kommt mir etwas teuer vor - auf der hp steht, 5.645 bei einmaliger zahlung. ich hoffe zumindest, da rechnen sie die therapiestunden schon dazu, sonst werd ich ja schon beim prop mein gesamtes vermögen los :D

super war der tipp mit der systemischen therapie - die wird alles in allem wirklich "nur" so um die 23.000 kosten und hört sich noch dazu nach einem sehr interessanten ansatz an. das heisst, mehr als 30.000 € werde ich alles in allem wohl nicht brauchen, oder?

ich würde mich sehr freuen, wenn ihr mich nochmal an euren erfahrung teilhaben lässt. findet ihr, ist die ausbildung mit job und kind zu vereinbaren? und wann und wie absolviert ihr die praktika?

ganz lieben gruß,
tschoana

paprika
28.07.2007, 21:38
Hallo,

soviel ich weiß, kann man die Verhaltenstherapieausbildung in Österreich ohne Psychostudium auch nicht machen, da wird ziemlich streng selektiert, keine Ahnung ob offiziell oder unter der Hand.

Das Geld ist ganz sicher ein Faktor. Ich mach die VT-Ausbildung in Deutschland (da geht das nur mit abgeschlossenem Psycho- oder Medizinstudium, und das ist auch gut so, obwohl ich jetzt nicht weiß, was Ärzte dazu qualifiziert, eine verkürzte Ausbildung zu machen, aber bitte, wer die bessere Lobby hat, kann sich's richten... :boes:), und ich hatte das seltene Glück, eine bezahlte Praktikumsstelle zu finden (Ich bekam ein Drittelgehalt eines frisch-von-der-Uni Assistenzarztes, der nicht mal die Hälfte von mir zum Thema Psychologie gewusst hat, wie denn auch... Stell dich drauf ein, gerecht geht's in der Branche nicht zu.). Die meisten sind unbezahlt. Ich hab auch ein unbezahltes Jahr für den Klinischen und Gesundheitspsychologen hinter mir. Danke, mein Idealismus ist bis zum letzten Tröpferl ausgereizt.

Ich zahl pro Monat ca. 360 Euro, auf fünf Jahre gerechnet sind das ungefähr 21.600 Euro. Ich hab jetzt angefangen, unter Supervision (= im Preis inbegriffen, gottseidank) mit meinen eigenen Patienten zu arbeiten, angeblich erwirtschaftet man sich dadurch die Hälfte der Seminarkosten wieder zurück. Mal sehen. Überleben kann ich nur, weil mein Mann (als niedergelassener Psychotherapeut mit Kassenvertrag) gut verdient. Die Ausbildung gibt's 5jährig und als Vollzeitversion 3jährig, ich mach die 5jährige, weil ich auch noch gerne ein Privatleben hab. ;)

Geld wäre für die Wahl der Therapierichtung für mich nicht ausschlaggebend gewesen, es ist auch eine Persönlichkeitsfrage, mit welcher Therapierichtung man gut kann und mit welcher nicht. Und grad in Österreich weiß ich nicht, wie gut man von der PT leben kann, der Markt ist ziemlich offen, soviel ich weiß, gibt's ja keine Niederlassungsbeschränkung... und wahrscheinlich sind grade Ballungszentren gesättigt.

Alles in allem wirst du viel Geduld, Idealismus und einen sehr langen Atem brauchen. Frustrationstoleranz is auch nicht schlecht...

Ich wünsch dir von allem ausreichend!

Liebe Grüße,
paprika

paprika
28.07.2007, 21:57
2. meist genau dieselbe Tätigkeit machen wie die dort beschäftigten PsychologInnen bzw. die alleinige Arbeit leisten (es gehen Gerüchte, dass diverse Krankenhausbetriebe nicht funktionieren würden ohne diese PraktikantInnen) - warum also unentgeltlich?


Das ist kein Gerücht, das ist eine Tatsache. Ich hab zwei halbjährige Praktika gemacht, und in beiden war es so, dass ich eine vollwertige Arbeitskraft ersetzt habe, d.h. ich habe Arbeiten verrichtet, die allein meine Aufgabe waren, für die keiner sonst Zeit gehabt habt, die aber definitiv gemacht werden mussten. Der KAV hat sich auf meine Kosten jede Menge Kohle gespart. Und der Hammer ist ja, dass man sich quasi für die Zeit nach der Ausbildung den Arbeitsplatz wegnimmt, indem man dieses bescheuerte System unterstützt und den Sklavenhandel mitmacht, weil natürlich findet man als Klinischer Psychologe auch ned unbedingt die Jobs auf der Straße, braucht ja kein Mensch, wenn überall Praktikanten sitzen. Ich könnt mich schon wieder aufregen, wenn ich drüber nachdenk.. aaaaaaaaargh!!!

Aber Systeme funktionieren halt, wenn die Leut mitspielen...

Und glaub mir, da könnt ich mir jetzt noch eine reinhauen, dass ich das gemacht hab. (Zu der Zeit hab ich noch geglaubt, ich bleib in Österreich... aber dafür hab ich mir dann in D das Propädeutikum gespart. Gibt's hier nicht, wofür auch, man muss ja nicht Leute aus x Quellenberufen auf einen Stand bringen, weil's nur zwei Quellenberufe [Arzt & Psychologe] gibt...)

lg
paprika

nicitier
30.07.2007, 23:22
Das ist kein Gerücht, das ist eine Tatsache. Ich hab zwei halbjährige Praktika gemacht, und in beiden war es so, dass ich eine vollwertige Arbeitskraft ersetzt habe, d.h. ich habe Arbeiten verrichtet, die allein meine Aufgabe waren, für die keiner sonst Zeit gehabt habt, die aber definitiv gemacht werden mussten. Der KAV hat sich auf meine Kosten jede Menge Kohle gespart. Und der Hammer ist ja, dass man sich quasi für die Zeit nach der Ausbildung den Arbeitsplatz wegnimmt, indem man dieses bescheuerte System unterstützt und den Sklavenhandel mitmacht, weil natürlich findet man als Klinischer Psychologe auch ned unbedingt die Jobs auf der Straße, braucht ja kein Mensch, wenn überall Praktikanten sitzen. Ich könnt mich schon wieder aufregen, wenn ich drüber nachdenk.. aaaaaaaaargh!!!



Und glaub mir, da könnt ich mir jetzt noch eine reinhauen, dass ich das gemacht hab. (Zu der Zeit hab ich noch geglaubt, ich bleib in Österreich... aber dafür hab ich mir dann in D das Propädeutikum gespart. Gibt's hier nicht, wofür auch, man muss ja nicht Leute aus x Quellenberufen auf einen Stand bringen, weil's nur zwei Quellenberufe [Arzt & Psychologe] gibt...)

lg
paprika

Dass es Tatsache ist, war mir eigentlich eh klar, wollte aber als eine, die selbst in so einem System nicht mitgearbeitet hat, nicht schreiben, als hätte ich es erlebt.

:D :boes:
Ja echt, diese Seminarzentren verdienen Unmengen an Geld, das die fertigen TherapeutInnen oder Klin.u.Gesundheitspsych. oft durch Einsteigen in das System wieder zurück verdienen (halten selbst Seminare...).

Das Propädeutikum hab ich auch nicht ganz durchschaut. Naja, aber wenn man einen Job finden will, muss man wohl oder übel die eine oder andere Zusatzausbildung machen, was ich ja ok finde, aber diese Ausbeuterei :boes::boes::boes:!!!
Ich selbst habe keine einzige Stunde unentgeltlich gearbeitet, hätte es mir auch nie leisten können!!! Bitte, wie machen das Leute, die keinen Mann/Frau haben, der/die gut verdient?? Denn arbeitslos gemeldet sein und Arbeitslose beziehen neben dem Praktikum ist ja auch nicht zulässig! :confused:

Und ich merke, dass auch in mir wieder diese Wut aufsteigt :mad:.

paprika
30.07.2007, 23:28
Denn arbeitslos gemeldet sein und Arbeitslose beziehen neben dem Praktikum ist ja auch nicht zulässig! :confused:


Das hab ich gemacht, weil mein Mann damals noch nicht so gut verdiente und ich schauen musste, wie ich über die Runden kam. Anders hätt ich die Ausbildung nicht machen können, keine Chance, ich muss ja von irgendwas leben. Und dann gab's die Klage gegen den KAV, der KAV hat alle rückwirkend nachversichert, so bin ich, gemeinsam mit vielen anderen, aufgeflogen, weil doppelt krankenversichert, und musste nachzahlen. Kannst dir also vorstellen, was für einen Schleim ich auf dieses ausbeuterische System hab... Und die Ausbildungsinstitute drehen sich nur um sich selbst, die wirklich wichtigen Probleme werden da nicht angeschnitten, will sich ja jeder seine Pfründe sichern...

lg
paprika

baileys770
31.07.2007, 08:49
Mir ist das Praktikum im Propädeutikum angerechnet worden, *gottseidank*, aber im Fachspezifikum hab ich alles nebenbei gemacht (550 Stunden), ist sich neben einem relativ flexiblen 30 Stunden Job als Krankenschwester mit Urlaub irgendwie ausgegangen, aber es war schon zeitweise recht aufwendig!!!

Meine Ausbildungskollegen machens auch ähnlich, entweder im Urlaub oder irgendwie nebenbei - stundenweise an Nachmittagen oder so..

lg

nicitier
31.07.2007, 13:42
550 Stunden klingen ja noch recht human!

Beim "Klinischen" Praktikum sind's 1480 Stunden (praktisch ein Jahr Vollzeit gratis arbeiten)!!! Was ja an und für sich eben nicht schlecht wäre - wären die Ausbildungseinrichtungen alle gut und würde man dafür halbwegs gerecht entlohnt werden (denn wie gesagt: man macht den ganz normalen Job eines klin. ung Ges.Psych.).

baileys770
31.07.2007, 14:34
550 Stunden klingen ja noch recht human!

Beim "Klinischen" Praktikum sind's 1480 Stunden (praktisch ein Jahr Vollzeit gratis arbeiten)!!! Was ja an und für sich eben nicht schlecht wäre - wären die Ausbildungseinrichtungen alle gut und würde man dafür halbwegs gerecht entlohnt werden (denn wie gesagt: man macht den ganz normalen Job eines klin. ung Ges.Psych.).

1480 Stunden.. wow, nicht schlecht!!! Da sind 550 Stunden ja echt noch fast "human":)
und die braucht man für den klinischen Ges. Psychologen???

nicitier
31.07.2007, 16:12
1480 Stunden.. wow, nicht schlecht!!! Da sind 550 Stunden ja echt noch fast "human":)
und die braucht man für den klinischen Ges. Psychologen???

Genau!