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pituffa77
29.05.2007, 17:20
Es ist ja eigentlich eine Alltagssituation und eigentlich kümmere ich mich nicht darum, was sich die Leute dann denken, aber heute...
...war ich in der Apotheke und Jannis ist in seinem Wagerl gelegen. Es war noch eine andere Mutter da mit ihrem Kind, das immer versucht hat aufzustehen und im Wagerl hin und hergewerkt hat, weil es (glaub ich) den Jannis anschauen wollte. Das Kind hat auch immer "Baby" gerufen, war halt neugierig und sicher nicht viel älter als meiner.
Die Mutter hat ihr Kind dann zurecht gewiesen und gemeint: "Schau mal, wie brav das Kind da im Wagerl ist - nicht so wie du!"
Daraufhin hab ich dann gesagt, dass das Kind behindert ist und gar nicht anders kann, als "brav" liegen. Und, dass ich mir wünschen würd, er könnt sich so bewegen ;)
Die Mutter hat darauf hin so beschämt gewirkt, dass es mir echt leid getan hat und jetzt frag ich mich, ob meine Reaktion wohl falsch war - oder zu heftig... ich habs nicht bös gesagt, sondern einfach nur normal und hab nicht nachgedacht...
Bitte um Meinungen, weil ich echt ein schlechtes Gewissen hab... will ja niemandem zu Nahe treten (der es nicht verdient hat :D) und hab einfach vergessen, dass Behinderung nicht für jeden so normal ist, wie für mich :rolleyes:
karin610
29.05.2007, 17:26
ich kann dich gut verstehen. :hug:
meine oma hat letztes mal zu meiner mutter, zum wiederholten mal, gesagt das julia (die tochter meiner taufpatin) zu dick ist und dringend abnehmen muss. weil die arme ja sonst noch diabetes bekommen könnte und dann jeden tag eine spritze braucht.
daraufhin war ich grantig und habe gemeint das ich froh wäre wenn mein kind 2 kilo zuviel hätte. und nur weil sie so leichtes übergewicht hat bekommt sie auch keine diabetes. und dann habe ich noch gemeint das sie froh sein soll das sie keine anderen sorgen hat.
ich glaube es ist normal manchmal in solchen situationen so zu reagieren. es gibt einfach zu viele leute die sich über nichtigkeiten aufregen. trotzdem war deine oder damals meine reaktion nicht richtig. mir war es auch ziemlich peinlich so überreagiert zu haben.
Ich ( als Mutter 6 nicht behinderter Kinder ) finde du hast richtig reagiert :) ich selbst sage immer wenn die Kinder zu wurlat sind "aber sie können, weil sie gesund sind" also ich freue mich das sie sich bewegen können, auch wenn es manchmal sehr anstregend ist, den Satz "schau wie brav dieses Kind da ist" finde ich soundso unangebracht, "dieses Kind" ist nämlich vielleicht auch einfach müde und meines nicht, ausserdem ist meinem Kind sicher egal wie andere Kinder sind wenn es selbst gerade toben mag :D
lg sweety
Ich finde auch Du hast richtig reagiert.
Ich hatte manchmal das Gefühl als Kind, ich soll vielleicht nicht sagen, dass meine Schwester behindert ist, weil die Leute sich schwer tun damit. Einmal hat mich eine Ersatzlehrerin vor der ganzen Klasse kritisiert, weil ich sagte ich hatte eine behinderte Schwester.
Diese Frau mit dem Kind heute war natürlich nur sehr überfordert, ich wäre es auch in der Situation. Aber ich finde nicht, dass man deswegen es nicht sagen soll. Vielleicht gerade deswegen. Damit es irgendwann mehr zum Normalbild gehört, besondere Bedürfnisse zu haben.
Ich finde diesen Satz in Deiner Signatur sehr treffend.
TanjaPipal
29.05.2007, 18:04
Du hast sicher richtig reagiert.
Ich glaub, das Problem ist einfach, daß Menschen (auch wenn die Allgemeinheit sicher tolerant ist) einfach nicht wissen, wie sie damit umgehen sollen.
Ich habs an mir selbst erlebt, als ich vor kurzem mit meinem Sohn Niklas 4 Wochen in Deutschland auf Rehab war. Ich muß auch erst lernen, ganz "normal" mit behinderten Kindern umzugehen. Und gerade das ist wichtig, in unserer Gesellschaft.
schutzengel
29.05.2007, 19:22
ich finds auch nicht schlimm - hört sich ja nicht an als hättest du sie dort angeschrien
ich kann mir das auch nicht verkneifen und wenn mann es in geordnetem ton sagt find ich es voll in ordnung
:winken:
Sophie69
29.05.2007, 19:25
Bitte um Meinungen, weil ich echt ein schlechtes Gewissen hab... will ja niemandem zu Nahe treten (der es nicht verdient hat :D) und hab einfach vergessen, dass Behinderung nicht für jeden so normal ist, wie für mich :rolleyes:
Ich, als Mutter nichtbehinderter Kinder finde auch, dass Du das ganz richtig gemacht hast. Vorallem hast Du wahrscheinlich gute Erziehungsarbeit an der Frau gemacht, die ihrem Kind zugute kommt :) .
pituffa77
29.05.2007, 19:31
Danke schön, jetzt gehts mir schon besser :hug:
Es hat mir nur gleich leid getan, weil sie so beschämt war und das wollt ich ja wirklich nicht. Ich red halt schnell so, wie mir der Schnabel gewachsen ist und bedenke nicht, dass manche vielleicht nicht gut damit umgehen können - was mir im Nachhinein immer leid tut :o
Aber ihr habt recht - wenn diese Mutter einfach wieder daran erinnert wurde, wie viel Glück sie hat, dass ihr Kind sich bewegen können darf, hat es auch ein Gutes gehabt!
Sie hat ihren Kleinen danach auch sofort aus dem Wagerl genommen und laufen lassen :love:
@fst: Ich liebe diesen Satz auch sehr, weil er einfach so wahr ist! :)
Nein, du hast das schon richtig gemacht.
Ich habe es mir zur Aufgabe gemacht, :D die Leute auch manchmal ein wenig zu schocken. ;)
Wenn die Rede auf meine Arbeit kommt, dann werde ich oft gefragt, warum ich sie mache, und ob ich selbst auch von Gestose betroffen war. Wenn ich dann meine Geschichte erzähle, dann werde ich von den meisten Leuten wie aus der Pistole geschossen gefragt: "Aber jetzt ist eh alles in Ordnung, gell? ", und dann sage ich schon immer dazu, dass ich schon froh bin, dass Alexander überlebt hat, dass er aber eine verhältnismäßig leichte Behinderung davongetragen hat.
Das schockiert viele.
Ich bin wirklich fürchterlich. :cool:
Alles Liebe
Sabine
Cat-Steve
29.05.2007, 21:21
Liebe Pituffa,
ich finde nicht, dass Du falsch reagiert hast, aber Du hast die Frau sicher schockiert. Falls Du das tun wolltest, war es sicher ok - eventuell hat sie Dich irgendwie geärgert oder irritiert - falls Du aber ihr nur erklären wolltest, dass Jannis Verschiedenes nicht kann, hättest Du das auch einfach so sagen können.
Ich kann Dir aus meiner eigenen Erfahrung heraus sagen, dass - unglücklicherweise! - viele Leute so gut wie keine intensiveren Berührungsmöglichkeiten mit Behinderten haben. Bei mir war das bis vor kurzem - bis zur großen Erkenntnis in Bezug auf meine Tochter - auch so, und ich wusste NICHTS über die Bandbreite und Verschiedenheiten von Behinderungen - für mich war die Aussage, jemand sei behindert einfach ein unglaublich schlimmes Urteil für sein Leben, und ich hätte mich NIE getraut nachzufragen, worin eigentlich die Behinderung besteht, obwohl es mich oft brennend interessiert hätte.
Jetzt, im Zusammenhang mit der Kleinen, habe ich viel gelernt und kann auch sinnvolle Fragen stellen, wenn sich die Situation ergibt, dass ich z.B. mit der Mama eines behinderten Kindes spreche - neulich bin ich an die Mama eines RETT-Mädchens geraten und hatte ein tolles Gespräch mit ihr.
Schönreden hat natürlich keinen Sinn, und die Leute können nicht erwarten, dass jedes Problem eines Kindes mit einem Happy End abgeschlossen werden kann (siehe letzter Beitrag von Sabine), aber man muss ihnen vielleicht die Chance geben, die Situation zu verstehen.
Nichtsdestotrotz hast Du absolut das Recht, offen über Eure Situation und Jannis´ Behinderung zu sprechen.
lg, Cat-Steve
Manchmal sind solche Nachdenk-Sätze von anderen Müttern gar nicht so schlecht ;)
pituffa77
29.05.2007, 21:45
@sabineh: :D :cool:
@Cat-Steve: Nein, sie hat mich in keinster Weise irritiert oder geärgert und ich hatte auch nicht im geringsten das Bedürfnis sie zu schockieren.
Deshalb hatte ich dann ja auch ein schlechtes Gewissen, weil ich - als ich es schon gesagt hatte - an der Reaktion bemerkte, dass es eben nicht etwas normales ist.:(
Für mich ist es das mittlerweile aber geworden... Jannis ist behindert und ich sage das auch jedem/r der/die es wissen will. Ich will niemanden mit meinem Sohn schockieren - er ist ja keine Geisterbahnfigur oder so :mad:
Für mich gehört seine Behinderung zu ihm und auch zu mir und meinem Leben. Er ist so, wie er sein soll und das ist auch gut so! Manchmal ist es für mich schon so normal, dass mir dann eben auch so ein Faux pas passiert und ich jemanden vor den Kopf stoße, weil ich nicht bedenke, dass es für ein Gros der Gesellschaft eben doch mehr fleischgewordene Geisterbahn zu sein scheint.:(
Ich glaube auch nicht, dass man eher das Recht hat jemanden zu schockieren oder zu beschämen, wenn man sich von ihm irritiert etc. fühlt. Ich denke eigentlich, dass man sich respektvoll gegenüber anderen verhalten sollte - sofern es einem möglich ist - ganz unabhängig davon, ob die anderen das genauso halten oder können.
:winken:
Cat-Steve
29.05.2007, 21:57
@sabineh: :D :cool:
@Cat-Steve: Nein, sie hat mich in keinster Weise irritiert oder geärgert und ich hatte auch nicht im geringsten das Bedürfnis sie zu schockieren.
Deshalb hatte ich dann ja auch ein schlechtes Gewissen, weil ich - als ich es schon gesagt hatte - an der Reaktion bemerkte, dass es eben nicht etwas normales ist.:(
Für mich ist es das mittlerweile aber geworden... Jannis ist behindert und ich sage das auch jedem/r der/die es wissen will. Ich will niemanden mit meinem Sohn schockieren - er ist ja keine Geisterbahnfigur oder so :mad:
Für mich gehört seine Behinderung zu ihm und auch zu mir und meinem Leben. Er ist so, wie er sein soll und das ist auch gut so! Manchmal ist es für mich schon so normal, dass mir dann eben auch so ein Faux pas passiert und ich jemanden vor den Kopf stoße, weil ich nicht bedenke, dass es für ein Gros der Gesellschaft eben doch mehr fleischgewordene Geisterbahn zu sein scheint.:(
Ich glaube auch nicht, dass man eher das Recht hat jemanden zu schockieren oder zu beschämen, wenn man sich von ihm irritiert etc. fühlt. Ich denke eigentlich, dass man sich respektvoll gegenüber anderen verhalten sollte - sofern es einem möglich ist - ganz unabhängig davon, ob die anderen das genauso halten oder können.
:winken:
Nein, ich hatte doch nicht gemeint, dass Du jemanden mit Deinem Sohn schockieren möchtest - er ist doch so ein Süßer (kenne auch Eure Homepage), wie sollte ihn denn jemand nicht mögen - sondern dass die Wortwahl für "Ungeübte" ein Problem darstellen könnte. Vielleicht geht´s nur mir so, aber ich gehe mit der Bezeichnung "Behinderung" einfach nicht unkompliziert um (deswegen bin ich auch froh, dass meine Tochter "entwicklungsverzögert" ist :rolleyes: - eine vagere Beschreibung ihres Zustandes gibt es ja kaum).
Jemanden zu schockieren/beschämen im Falle, dass man sich angegriffen fühlt, halte ich für eine sehr menschliche Reaktion. Respekt- und verständnisvolles Betragen ist natürlich besser, und ein Lächeln entspannt oft eine Situation, nur hat man es nicht immer parat (ich jedenfalls nicht, vielleicht geht es Dir anders). Ich wollte Dir auch nicht unterstellen, dass Du die Frau beleidigen wolltest, sondern eher darlegen, dass es keinen Grund gibt, Euch in der Öffentlichkeit anders darzustellen oder eine andere Terminologie zu verwenden als Du es in Deinem Kreis tust.
lg, Cat-Steve
pituffa77
29.05.2007, 22:10
Ok, jetzt versteh ich es auch, was du gemeint hast :)
dass es keinen Grund gibt, Euch in der Öffentlichkeit anders darzustellen oder eine andere Terminologie zu verwenden als Du es in Deinem Kreis tust.
genau das war aber der Grund für die Situation. Weil es eben für mich normal ist behindert zu sagen und weil ich nicht überlegt habe, sondern zuerst geredet und danach erst gedacht...
Ich glaube, dass ich ganz froh darüber bin, dass Jannis behindert und nicht entwicklungsverzögert ist. Sobald eine Verzögerung im Raum steht, weckt das doch sofort die Hoffnung, dass "alles gut wird"! Aber bei einer Behinderung, weiß man einfach, dass es ziemlich sicher nie gut wird, aber es wird genauso sicher besser - entweder, weil wirklich vieles noch gelernt wird, oder weil man sich immer besser damit arrangieren kann und es irgendwann so normal findet, wie das Atmen.
Beim Autofahren denkt man ja auch irgendwann nicht mehr darüber nach, wie die Pedale zu bedienen sind, aber man überlegt sich in jeder Situation, wie man sich am Besten verhalten sollte, damit man keinen Unfall hat.
Genauso ist es auch für mich mit Behinderung, man lernt damit umzugehen, dann lernt man damit zu leben, dann lebt man damit und irgendwann kann man sich gar nicht mehr vorstellen, dass es mal nur schwierig und traurig war.
:love:
Ich schockiere die Leute ja auch nicht mit den - von ihnen so unerwarteten - Folgen der komplizierten Schwangerschaft, um sie vor den Kopf zu stoßen.
Es ist halt so, dass alle in ihrer eigenen Welt leben, und mit Dingen, die einen hoffentlich nie betreffen, mag man sich auch nicht auseinandersetzen. Darum ist es durchaus auch für mich verständlich, dass alle immer ein Happyend (hören) wollen. Aber ich tue den Leuten den Gefallen des kompletten Happyends nicht. (Obwohl es für mich schon ein Happyend ist, denn je länger ich bei uns im Verein die Beratung mache, desto demütiger bin ich wegen des guten Ausgangs der Schwangerschaft!!!!)
Alles Liebe
Sabine
pituffa77
29.05.2007, 22:40
Das denke ich sowieso von allen Müttern von besonderen Kindern! Die bzw. wir haben doch wirklich was besseres zu tun, als herumzulaufen und den Müttern von gesunden Kindern das Leben schwer zu machen - überspitzt formuliert!
Sicher gibt es immer wieder mal Personen, die einen zur Weißglut treiben oder den Beschützerinstinkt wecken, aber hobbymäßiges Vor-den-Kopf-stoßen ist einfach viel zu zeitaufwendig, zu kräfteraubend und irgendwie zu pubertär um es sich zur Lebensaufgabe zu machen, wenn man sich eigentlich um sein behindertes Kind sorgen und kümmern sollte/könnte/möchte.
:winken:
@pit ich finde du hast es richtig gemacht. zu oft denkt man dass alle gesund und pefekt sind. ich erlebe das immer wieder mit meiner gehörlosigkeit- die ja unsichtbar ist- auf dem ersten blick sozusagen.
und der spruch ist so wahr!
du bist eine wunderbare mutter:herz2:
Punktmami
29.05.2007, 23:23
Ich find´s auch total richtig reagiert:love: !
Ich finde deine Reaktion richtig. Goldrichtig.
Es ist was es ist. So direkt und energisch habe ich dich kennengelernt - es entspricht dir, meine ich. Die andere Mutter hat sicher ihre Denkkategorien ein bissl durchpflügt gekriegt... vielleicht hat das Wort "brav" jetzt einen anderen Klang für sie!? :)
:winken: karana
Das denke ich sowieso von allen Müttern von besonderen Kindern! Die bzw. wir haben doch wirklich was besseres zu tun, als herumzulaufen und den Müttern von gesunden Kindern das Leben schwer zu machen - überspitzt formuliert!
Sicher gibt es immer wieder mal Personen, die einen zur Weißglut treiben oder den Beschützerinstinkt wecken, aber hobbymäßiges Vor-den-Kopf-stoßen ist einfach viel zu zeitaufwendig, zu kräfteraubend und irgendwie zu pubertär um es sich zur Lebensaufgabe zu machen, wenn man sich eigentlich um sein behindertes Kind sorgen und kümmern sollte/könnte/möchte.
:winken:
:goodpost: Hast schon richtig gemacht :hug: !
Zwergerlmama
30.05.2007, 14:05
Ich kann das auch soo gut nachvollziehen.
Ich bin zB so allergisch auf das "Lauf zur Mama!" Iris kann noch niahct gehen - sondern ist ein eifriges Krabbelkind - und es gibt 1000 bessere Wörter als LAUFEN für sie....
Und das nächst beste: Wir haben schon 4 Paar SCHUHE (!!!!) in Gr. 18-20 von einer Verwandten für sie geschenkt bekommen.... weil sie so süß sind, die Babyschuhe.... und es wirft mich jedes mal wieder aus der Bahn und ist ein Keulenschlag, auch wenns in keiner Weise bös gemeint ist! :mad:
Die ersten 3 Paar Schuhe hab ich schon weitergeschenkt - an Kinder die zu diesem Zeitpunkt gehen konnten.... und bei Nr. 4 hab ich ihr dann sagen müssen, dass ich sie nicht will, dass ich mir sonderbar auf den Schlipps getreten fühl, wenn man ausgerechnet meiner Tochter Schuhe schenkt (ich find es eigentlich sogar eine Unverschämtheit, einem Kind, wo nicht sicher ist wann und ob es gehen wird Schuhe zu schenken - man kann auch Hauben, Handschuhe, Socken, T-Shirts, Bücher, ... mitbringen, warum in alles in der Welt Schuhe????)
Sie war dann auch sehr betroffen - und hat die Schuhe wieder mitgenommen... Im Nachhinein hats mir leid getan, hab den Ton glaub ich nicht ganz getroffen - aber ich konnte leider nicht anders!
Liebe Silvia,
das kann ich gut nachvollziehen. Es ist ähnlich, als würde jemand aus der Familie Alexander auf ein Steak einladen. Da würde ich auch etwas sagen.
(Ich habe Bekannte, die haben mir einmal vorgeschlagen, ich solle doch Alexander erst einmal etwas Ordentliches zu essen geben, dann würde er es schon lernen.)
Alles Liebe
Sabine
Liebe Pituffa,
Ich hatte heute so eine ähnliche Situation in Schönbrunn, ein 2 jähriger Bub ist ständig von einen Gehege zum nächsten überall rauf un runter gestiegen und die Mutter war halt etwas ausser Atem, als sie David Luca im Wagerl sitzen sehen hat der halt ziemlich ruhig die Tiere genossen hat meinte sie auch schau Marik wie brav der Bub ist der bleibt im Wagerl sitzen und schaut sich ruhig die Tiere an, ich hab mich zu ihr umgedreht und hab ihr gesagt das mein Sohn behindert ist und das ich froh wäre wenn ich ins Schwitzen kommen würde weil ich ihm nachjagen muss, sie war dan total betreten und entschuldigte sich.
Ich wollte ihr noch erklären das es keinen Grund gibt sich bei mir zu entschuldigen aber sie hat den Kleinen geschnappt und ging weg.
Hatte auch ein wenig schlechtes Gewissen aber ich konnte in diesen Moment nicht anders ich denke das sind Situationen die einfach passieren und die die Menschen ein wenig dankbaren machen das sie gesunde Kinder haben.
Also von mir ein klares RICHTIG reagiert.:love:
Lg Milka
Hallo,
ich finde auch, dass du richtig reagiert hast und auch wenn vielleicht manchmal ein wenig heftig, die Menschen dürfen ruhig zum Nachdenken angeregt werden. Oft ist man halt so im Alltag (jede von uns) - und so auch die Eltern von gesunden Kindern, dass man schon jammert, wenn die Kinder mit 2 noch eine Windel brauchen oder keine vollständigen Sätze sprechen oder eben "zu" lebhaft sind - und hier ein wenig "Bewusstmachen" - was für ein unswahrscheinliches Glück es ist, ein völlig gesundes Kind zu haben - schadet nicht.
von mir aus hast du eindeutig richtig gehandelt
lg
babybaby86
04.06.2007, 21:01
finde es total ok wie du reagiert hast, aber jetzt hätt ich noch eine frage an dich oder an euch: wie hätt die frau denn reagiern solln, ausser beschämt? was soll man in so einer situation drauf sagen?
pituffa77
04.06.2007, 21:53
Das ist es ja, die Frau konnte nur so reagieren, weil sie ja nicht darauf vorbereitet war und weil man über solche Kommentare einfach nicht nachdenkt!
Ich sag ja auch im Alltag zu meinem Sohn, dass es jetzt Zeit zum Schlafen gehen ist, wenn das meine Mama hört, bekommt sie fast die Krise und schimpft mich, weil sie meint, dass der Kleine das vielleicht bald nicht lustig findet.
Sicher hätte sie auch sagen können, dass es wahr ist, dass man dankbar sein kann für ein gesundes, quietschvergnügtes und mobiles Kind, aber wenn man überrascht ist, dann reagiert man eben nicht immer 100% eloquent - Mütter von gesunden Kindern genauso wenig, wie Mütter von behinderten oder kranken Kindern!
Mir ging es in Bezug auf die Mutter auch nicht darum, ob sie richtig oder falsch reagiert hat... es tat mir leid, dass ich sie so getroffen habe, weil es nicht meine Absicht war. Ich war eben auch überrascht - in meine Situation vertieft.
Für mich war ganz klar, dass es ein unglaublich wertvolles Geschenk ist, wenn das Kind herumhüpfen kann - etwas, was mein Sohn vielleicht nie können wird :(
Für sie war ganz klar, dass sie jetzt in der Apotheke kurz auf etwas anderes achten muss und da soll das Kind doch bitte mal kurz Ruhe geben... warum sollte man auch im Alltag ständig überlegen, dass es toll ist, dass das Kind im Wagerl kraxeln kann, dass es quietschen, quatschen, Finger in die Nase stecken, Kasterl ausräumen, davonlaufen, .... kann! Man könnte sich ja nicht mehr unbelastet freuen, wenn man ständig nur darüber nachdenken müsste, dass andere Kinder das nicht können.
Ich hoffe du verstehst, worauf ich hinaus will...
:winken:
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