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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Kinder formen?



S.i.a.
22.05.2007, 08:58
Weil ich gestern wieder mal die Familienkonferenz gelesen habe (forumseidank :D )und es mir oft im RL und auch hier im Forum immer wieder auffällt dass viele Eltern fixe Vorstellungen haben wie ihr Kind zu sein hat.

Wie haltet es ihr?

Lasst ihr eure Kinder sich frei entwickeln oder versucht ihr sie (nach einem Muster) zu formen?


Frei nach - Kahlil Gibran?

Deine Kinder sind nicht deine Kinder,
sie sind Söhne und Töchterder Sehnsucht des Lebens nach sich selbst.

Sie kommen durch dich, aber nicht von dir,
und obwohl sie bei dir sind, gehören sie dir nicht.

Du kannst ihnen deine Liebe geben, aber nicht deine Gedanken,
denn sie haben ihre eigenen Gedanken

Du kannst ihrem Körper ein Heim geben, aber nicht ihrer Seele,
denn ihre Seele wohnt im Haus von morgen,
das du nicht besuchen kannst, nicht einmal in deinen Träumen.

Du kannst versuchen, ihnen gleich zu sein, aber suche nicht, sie dir gleich zu machen,
denn das Leben geht nicht rückwärts und verweilt nicht beim Gestern.

Du bist der Bogen, von dem deine Kinder als lebende Pfeile ausgeschickt werden.
Lass deine Bogenrundung in der Hand des Schützen Freude bedeuten.

hasenwild
22.05.2007, 09:30
Deine Kinder sind nicht deine Kinder,
sie sind Söhne und Töchterder Sehnsucht des Lebens nach sich selbst.

Sie kommen durch dich, aber nicht von dir,
und obwohl sie bei dir sind, gehören sie dir nicht.

Du kannst ihnen deine Liebe geben, aber nicht deine Gedanken,
denn sie haben ihre eigenen Gedanken

Du kannst ihrem Körper ein Heim geben, aber nicht ihrer Seele,
denn ihre Seele wohnt im Haus von morgen,
das du nicht besuchen kannst, nicht einmal in deinen Träumen.

Du kannst versuchen, ihnen gleich zu sein, aber suche nicht, sie dir gleich zu machen,
denn das Leben geht nicht rückwärts und verweilt nicht beim Gestern.

Du bist der Bogen, von dem deine Kinder als lebende Pfeile ausgeschickt werden.
Lass deine Bogenrundung in der Hand des Schützen Freude bedeuten.


[/INDENT]

Das ist ja wunderschön! Bin ich gleich ganz gerührt, wenn ich das lese *schnüffschnüff*

Meine Kleine ist erst acht Monate alt, aber das Thema beschäftigt mich auch schon sehr. Bekomme ja auch öfter mal ein Feedback von der SchwiMu, dass mein Kind "verwöhnt" sei und ich es formen könnte (wenn ich es mehr auf den Bauch legen würde, würde es jetzt schon krabbeln, wenn ich es mehr alleine lassen würde, könnte es sich besser selbst beschäftigen etc etc, mein Lieblingsthema: Gehschule :rolleyes: ). Das hat sie halt mit ihrem Sohn so gemacht und der hat ziemlich viel Arbeit jetzt damit, sich wieder selbst zu finden. Ich denke, dass ich für mein Kind genau das möchte, der Bogen sein. Aber ich weiß auch, dass es wohl viel Kraft braucht, Kinder so sein zu lassen wie sie sind, weil es für die Eltern oft viel einfacher ist, wenn das Kind geformt und folgsam ist. Deswegen bin ich auch nachsichtig mit Eltern, die diese Kraft nicht so gut aufbringen, wir sind ja auch nur Menschen und probieren halt unser Bestes..

Auf jeden Fall ein gutes Thema finde ich :)

Dimple
22.05.2007, 09:40
Das ist ja wunderschön! Bin ich gleich ganz gerührt, wenn ich das lese *schnüffschnüff*

Meine Kleine ist erst acht Monate alt, aber das Thema beschäftigt mich auch schon sehr. Bekomme ja auch öfter mal ein Feedback von der SchwiMu, dass mein Kind "verwöhnt" sei und ich es formen könnte (wenn ich es mehr auf den Bauch legen würde, würde es jetzt schon krabbeln, wenn ich es mehr alleine lassen würde, könnte es sich besser selbst beschäftigen etc etc, mein Lieblingsthema: Gehschule :rolleyes: ). Das hat sie halt mit ihrem Sohn so gemacht und der hat ziemlich viel Arbeit jetzt damit, sich wieder selbst zu finden. Ich denke, dass ich für mein Kind genau das möchte, der Bogen sein. Aber ich weiß auch, dass es wohl viel Kraft braucht, Kinder so sein zu lassen wie sie sind, weil es für die Eltern oft viel einfacher ist, wenn das Kind geformt und folgsam ist. Deswegen bin ich auch nachsichtig mit Eltern, die diese Kraft nicht so gut aufbringen, wir sind ja auch nur Menschen und probieren halt unser Bestes..

Auf jeden Fall ein gutes Thema finde ich :)

Ich handle eher instinktiv und bin weder ein Fan von Fachliteratur noch von Sinnsprüchen.

Aber - nach der bisherigen Erfahrung (4 1/2 und 3 Jahre sind unsere beiden) - kann ich sagen: Es ist ein Formen immer dabei: Vorbild, Regeln für das Zusammenleben und jene die sich aus dem Leben ergeben (zB. wg. Kindergarten, Leben der Eltern,...),...

Wir alle sind Zwängen unterworfen und das ist auch bei den Kindern so. Man kann diese gering halten (bemühen wir uns) und man kann die Kinder kindgerecht mitbestimmen lassen. Aber es ist immer unsere Aufgabe, Vorabentscheidungen für die Kinder zu treffen - auch weil wir es schaffen, mit großen Auswahlen umzugehen, aber ein müder 4-jähriger sich nicht zwischen mehr als 2 Essensalternativen entscheiden kann (ein Beispiel).

Also: Locker sehen - und am besten formst Du Deine Kinder durch (hoffentlich) gutes Beispiel.

lg
Dimple

PS: Ich liebe es, wenn meine Kinder automatisch Bitte und Danke sagen (mache ich auch) und ich hasse es, wenn sie zu einer gestressten Mrs. Dimple sagen, Mama - sei nicht so grantig (sage ich auch :rolleyes:)

S.i.a.
22.05.2007, 09:44
Das hat sie halt mit ihrem Sohn so gemacht und der hat ziemlich viel Arbeit jetzt damit, sich wieder selbst zu finden.

Ich kenne das auch aus eigener Erfahrung, deshalb beschäftigt mich dieses Thema hin und wieder.

paprika
22.05.2007, 09:59
Schönes Thema. Und endlos!

Ich denk darüber seit der Schwangerschaft nach, weil schon da die Erwartungen der Umwelt an mein Kind spürbar waren. "Das ist bestimmt ein Mädchen, und es wird so werden wie du.", "Bewegt es sich viel? Isses brav? Das Kind wird sicher so und so werden...". Und jetzt: "Wie, der schläft noch nicht durch?", "Er läuft noch nicht? Du musst mit ihm üben!", "Er kann nicht immer seinen Willen haben.", "Du musst jetzt beginnen, ihn zu erziehen, sonst *drohszenario*!"

Und auch jetzt bemerke ich, dass vieles an der Haltung von Eltern bezüglich ihrer Kinder mit Erwartungen zu tun hat. Und mit enttäuschten Erwartungen. Und mit ungerechtfertigt gehegten Erwartungen. Und mit zu hohen Erwartungen, die das Kind nicht erfüllen kann und die es unter Druck setzen. Oder mit negativen Erwartungen "Der folgt mir nicht, macht eh immer was er will.".

So rein abstrakt finde ich es schwierig, über das Thema zu schreiben. Klar hab ich in einem gewissen Rahmen Erwartungen an mein Kind. Ich versuche aber permanent, diese zu hinterfragen. Und sie gegebenenfalls mit mir selbst auszumachen und so "erwartungsloser" zu werden und ihm Raum für seine eigene Entwicklung zu geben.

Liebe Grüße,
paprika

happy
22.05.2007, 10:18
Ich handle eher instinktiv und bin weder ein Fan von Fachliteratur noch von Sinnsprüchen.

Aber - nach der bisherigen Erfahrung (4 1/2 und 3 Jahre sind unsere beiden) - kann ich sagen: Es ist ein Formen immer dabei: Vorbild, Regeln für das Zusammenleben und jene die sich aus dem Leben ergeben (zB. wg. Kindergarten, Leben der Eltern,...),...

Wir alle sind Zwängen unterworfen und das ist auch bei den Kindern so. Man kann diese gering halten (bemühen wir uns) und man kann die Kinder kindgerecht mitbestimmen lassen. Aber es ist immer unsere Aufgabe, Vorabentscheidungen für die Kinder zu treffen - auch weil wir es schaffen, mit großen Auswahlen umzugehen, aber ein müder 4-jähriger sich nicht zwischen mehr als 2 Essensalternativen entscheiden kann (ein Beispiel).

Also: Locker sehen - und am besten formst Du Deine Kinder durch (hoffentlich) gutes Beispiel.

lg
Dimple

PS: Ich liebe es, wenn meine Kinder automatisch Bitte und Danke sagen (mache ich auch) und ich hasse es, wenn sie zu einer gestressten Mrs. Dimple sagen, Mama - sei nicht so grantig (sage ich auch :rolleyes:)

Hr. Dimple, das hast du sehr schön gesagt! Und ich stimm' dir voll und ganz zu (außerdem merk ich grad, dass unsere kinder gleich alt sind ;)).
Ich steh auch drauf, wenn meine Kinder ganz von alleine Bitte und Danke sagen. Ich hab ihnen das nie beigebracht. Sie habens einfach gemacht :love:

Ich hatte nie das Gefühl meine Kinder "formen" zu müssen. Ich versuche, dort zu unterstützen wo sie Unterstützung brauchen - versuche, ihnen dort Förderung zu geben, wo sie selbst danach verlangen; in Bereichen, wo sie Ehrgeiz zeigen und Herausforderung suchen.

Befremdlich finde ich es, wenn Mütter ihre Kinder nicht auf den Bauch legen ("das muss das Kind selbst entscheiden"), weil die Kinder das nicht so gerne machen oder halt meist am Rücken liegen (weil sie selbst sich noch nicht umdrehen können) - da kommt für mich die gesundheitliche Komponente zum Tragen; Babys ab und zu auf den Bauch zu legen hat schon seinen Sinn.
Ich hab meinen beiden auch geholfen, gehen zu lernen, weil ich gemerkt habe, sie ärgern sich, weil es nicht so klappt wie sie wollten, da hab ich sie eben an der Hand gehalten und ihnen geholfen. Warum man da als Elternteil nicht mithilft oder Unterstützung anbietet, versteh ich nicht ganz.

happy
22.05.2007, 10:25
Ich denk darüber seit der Schwangerschaft nach, weil schon da die Erwartungen der Umwelt an mein Kind spürbar waren. "Das ist bestimmt ein Mädchen, und es wird so werden wie du.",


So rein abstrakt finde ich es schwierig, über das Thema zu schreiben. Klar hab ich in einem gewissen Rahmen Erwartungen an mein Kind. Ich versuche aber permanent, diese zu hinterfragen. Und sie gegebenenfalls mit mir selbst auszumachen und so "erwartungsloser" zu werden und ihm Raum für seine eigene Entwicklung zu geben.


Jeder Mensch ist mit Erwartungen aus der Umwelt konfrontiert. Per se find ich auch nix Schlimmes daran.
Ich kann auch keine böse Absicht dahinter erkennen, wenn jemand fragt, ob ein Kind schon geht oder durchschläft oder was auch immer. Wenn ich so etwas frage - und das tu ich - dann liegt das nicht an einer Erwartungshaltung sondern es ist schlicht und einfach Interesse. Kinder entwickeln sich nun mal nach einem gewissen Schema - robben, krabbeln, gehen, sprechen - wie auch immer. Und da finde ich auch die Frage "geht er schon?" nicht schlimm. Es gibt Mütter die darauf beleidigt und ruppig reagieren "er muss ja noch nicht gehen, ich zwing ihn nicht" usw. - aber das behauptet ja auch niemand, wenn er diese Frage stellt - oder? Da wird das Kind dann "beschützt" und ewig lang erklärt warum das noch nicht so ist usw.usf. ohne, dass ein Grund dafür gegeben ist. Warum frag ich mich?! Warum werden solche Fragen bös aufgefasst?

paprika
22.05.2007, 10:34
@happy: Ich fass sie nicht per se als böse auf, da hab ich mich wohl falsch ausgedrückt. Ich frag dieselben Fragen auch aus Interesse. Aber ich merke sehr wohl, ob eine Erwartungshaltung dahinter steht. Oder ob jemand fragt, ob mein Sohn durchschläft quasi als Erziehungstest. Das merk ich an der Reaktion der Leute, die oft sehr deutlich ausfällt ("waaaaaaaaaaaas?" oder "ui der müsst schon längst *dasunddas* machen"). Und daran, wie sie die Fragen stellen. Wenn du mich das fragst, würd ich mir nix dabei denken. Wenn mich Außenstehende, die mit meinem Kind nix zu tun haben, das in einem bestimmten und unmissverständlichen Tonfall fragen, denk ich mir sehr wohl was. Danke für den Gedankenanstoß, da hätt ich mehr differenzieren müssen.

lg
paprika

Dinimama
22.05.2007, 10:37
ich habe selber in meiner kindheit darunter gelitten, dass meine schwestern und ich von unserer familie ein "etikett" umgehängt bekamen, meine ältere schwester war die brave, fleissige, ich die ruhige, kluge, meine jüngere schwester die lustige, die immer alle unterhalten hat, die aber öfter nicht ganz für voll genommen wurde.
speziell von meiner jüngeren schwester weiss ich, dass auch sie damit ihre schwierigkeiten hatte, so abgestempelt zu werden, die reaktionen meiner familie waren auch immer höchst eigenartig, wenn eine von uns sich nicht "schubladengerecht" verhalten hat.

es war sicher nicht böse gemeint, hat uns aber doch geprägt und belastet, und ich hoffe inständig, dass ich es bei meinen kinder anders machen werde!!

Cash
22.05.2007, 10:46
mal abgesehen davon, dass ich durchaus regeln aufstelle und werte vermitteln möchte, komme ich immer mehr zur einsicht, dass sich mein sohn (4) gar nicht mehr formen ließe.

im moment habe ich so eine phase, wo ich ihn beobachte und ich seh seinen charakter und seine eigenarten, die mir teilweise auch fremd sind. da gibts auch sachen, die ich nicht wirklich optimal finde und ich sehe, dass er noch einiges dazulernen muss (z.b. im sozialen verhalten) und in der hinsicht hab ich vor, ihn zu unterstützen. aber ich kann ihn nicht mehr herumdrehen und ich finde das ganz okay so.
nur so als beispiel: im moment gibt es bei uns das thema der unterschiedlichen grenzen: meiner ist recht hart im nehmen, körperlicher, nicht sehr sensibel, den haut nicht so schnell was um, nicht nachtragend, er unterstellt keine bösen absichten. sein freund hat ganz andere grenzen, der ist richtig traurig wenn er geschubst wird, kann es aber in dem moment nicht zeigen, dass es ihm zu weit geht. fabian sitzt so am hohen ross, dass er gar nicht checkt, dass sein freund frustriert ist. in dieser hinsicht kann ich ihm nur helfen empfindsamer und aufmerksamer zu werden für die gefühle anderer. gleichzeitig frag ich mich natürlich auch: wieso ist er es nicht jetzt schon? bin ich ihm da kein gutes vorbild? kanns sein, dass ich selber oft nicht mitkriege wenn ich andere verletze?
ja, das beschäftigt mich im moment sehr. dass mein kind viel mehr MIR einen spiegel vorhält vielleicht.

an und für sich ist das leben mit kindern aber natürlich immer "formen". es ist aber etwas anderes, wenn man erwartungen an sein kind stellt, und das kann ich von mir nicht behaupten. wir sind aber auch in der "glücklichen" lage, dass fabian nie hinterhergehinkt ist und sich von anfang an geradezu vorbildlich entwickelt hat.

er hat sich völlig frei so entwicklet wie ich es nicht besser hätte planen können.
unterstützung gab es immer, auch in motorischer hinsicht: ich hab ihn durchaus auf den bauch gelegt und ihm beim gehen geholfen, ich motivier ihn ja auch jetzt wenn er klettert und nicht so recht weiter weiß.

und ich kann an mein kind nur ansprüche stellen, die ich auch selber erfülle: ich kann von ihm nicht erwarten, dass er sein zimmer piccobello in ordnung hält, mach ich nämlich auch nicht, ich erwarte nicht, dass er immer geduldig und lieb und brav ist, bin ich ja auch nicht etc.

happy
22.05.2007, 10:46
@ paprika: gut, das versteh ich. ich kannte da jemanden, der war experte für solche "test"fragen ;)

ich hab halt - grad hier im erziehungsforum - oft den eindruck, dass man gar nix hinterfragen oder ansprechen darf, was mit entwicklungsfortschritten zu tun hat (im RL übrigens meist auch).

und auch wenn ich mich damit unbeliebt mache, manchmal ist eine kleine hilfestellung hin zum nächsten entwicklungsschritt gar nicht so unangebracht. als ich gemerkt hab, dass meine kleine (ich überleg grad wie alt sie war *gedächtniswieeinnudelsiebhab* - ich glaub so ca 1,5 jahre) im familienbett mit busen einfach nicht mehr gut schläft - sie war unruhig, dauernd wach, hat nur gestillt - hab ich sie ausquartiert. in das kinderzimmer mit ihrer schwester, ins eigene bett, ohne busen, der sie vom schlafen abhält und siehe da: sie hat durchgeschlafen. ohne weinen oder schreien. sie wurde schlagartig ausgeglichener, ruhiger, fröhlicher - klar, weil sie ausgeschlafen war.
ich bin damals ordentlich schief angschaut worden. "wie kann man das nur machen, das kind braucht die mutter, den busen zum schlafen, ich würde das nie machen, würde warten, bis mein kind dazu bereit ist usw." hab ich mir oft genug anhören können. ABER: mein kind hat mir sehr deutlich signalisiert, dass das familienbett nicht mehr optimal ist; dass der busen sie mehr vom schlafen abhält, als sie zum schlafen animiert usw.
ich seh dieses "ich warte, bis er/sie es selbst verlangt" sehr kritisch, weil oft zeichen falsch gedeutet werden. viele - ich sag nicht, dass unser szenario auf jeden zutrifft - deuten das ständige aufwachen in der nacht, das unruhige schlafen usw. grad umgekehrt. Das kind braucht die mama zum schlafen, braucht den busen zum schlafen usw. - das ist ein Teufelskreis. Wenige sehen es so, wie ich es gedeutet habe: Mein Kind hat im Familienbett zu wenig Platz, wenn der Busen dauernd angeboten wird, schläft es unruhig, weil es dauernd nuckeln will, deshalb wacht es dauernd auf etc. Bei UNS hat es funktioniert und ich bin froh, dass ich die - hier im forum vor allem unter lzs-müttern - sehr unpopuläre maßnahme des ausquartierens ergriffen hab. mein kind hat davon profitiert und ich auch.

happy
22.05.2007, 10:50
er hat sich völlig frei so entwicklet wie ich es nicht besser hätte planen können.
unterstützung gab es immer, auch in motorischer hinsicht: ich hab ihn durchaus auf den bauch gelegt und ihm beim gehen geholfen, ich motivier ihn ja auch jetzt wenn er klettert und nicht so recht weiter weiß.



diese einstellung find ich super! "zwingen" NEIN, "unterstützen" JA! aber leider hab ich oft den eindruck, dass dieses "ich lass mein kind völlig frei entwickeln und warte ab, bis er/sie selbst etwas schafft ohne einzugreifen"-dogma für sehr problematisch und für kinder frustrierend.

paprika
22.05.2007, 10:54
Happy, ich seh das überhaupt nicht kritisch, was du beschreibst. Irgendwie hat dir dein Kind dann ja doch signalisiert, dass sie bereit ist und mit der derzeitigen Lage nicht mehr zufrieden, und du hast vielleicht eine Übersetzungshilfe gebraucht. ;) Dass sie bereit war, würd ich so sehen, weil es völlig ohne Weinen und sonstige Probleme abgelaufen ist. Wären die Nächte dann noch unruhiger geworden, hättst dir wahrscheinlich was anderes überlegt. Aber ich seh das auch so, dass es beim "Signalisieren" sehr viele Interpretationsmöglichkeiten gibt und da auch die Wünsche und Erwartungen der Eltern mit reinspielen... (siehe auch "Er war mit 4 Monaten schon sooo interessiert an meinem Essen, da hab ich ihn kosten lassen, weil er war offensichtlich schon bereit..." :rolleyes: *duck*)

lg
paprika

paprika
22.05.2007, 10:56
Ich glaub, ganz ohne Formen geht's nicht, weil wir nicht im luftleeren Raum leben und auch die Beziehung zwischen Eltern und Kindern kein Vakuum ist. Selbst wenn man noch so sehr "nicht erzieht", wirkt man durch sein Vorbild und den Umgang mit dem Kind formend. Ich zieh ein Grenze zwischen Formen (das ich nicht mal so negativ seh) und Verbiegen des Kindes. Das ist sicher eine Gratwanderung, auch zwischen angemessenen und nicht angemessenen Erwartungen...

lg
paprika

happy
22.05.2007, 11:00
. Aber ich seh das auch so, dass es beim "Signalisieren" sehr viele Interpretationsmöglichkeiten gibt und da auch die Wünsche und Erwartungen der Eltern mit reinspielen...
eben. und da seh ich eben auch die einstellung "ich warte bis er/sie bereit ist" als potentiell problematisch an. nämlich dann wenn diese einstellung dazu führt, dass signale ignoriert werden, weil eben sämtliche erwartungen (unnatürlich) unterdrückt werden.


(siehe auch "Er war mit 4 Monaten schon sooo interessiert an meinem Essen, da hab ich ihn kosten lassen, weil er war offensichtlich schon bereit..." :rolleyes: *duck*)

duck dich ruhig - ich habs bei emilia mit 4,5 monaten mit karottenbrei versucht :D die laus war einfach nicht von meinem busen weg zu kriegen - und damit meine ich nicht, dass sie alle 2 h oder so trinken wollte, sondern wirklich PERMANENT. angedockt- getrunken - eingeschlafen für 10 min - aufgewacht - angedockt usw. da wird man irre im kopf! vor allem wenn man noch ein größeres kind hat. jedenfalls hab ich damals versucht, ob sie essen will. keine chance - sie hat dann halt wieder gestillt (obwohl sie essen wirklich interessiert hat - wenn andere gegessen haben ;)). ich geb das gern zu - war halt eine missinterpretation, geschadet haben ihr die 5 löffel karottenbrei gsd nicht :D

paprika
22.05.2007, 11:12
eben. und da seh ich eben auch die einstellung "ich warte bis er/sie bereit ist" als potentiell problematisch an. nämlich dann wenn diese einstellung dazu führt, dass signale ignoriert werden, weil eben sämtliche erwartungen (unnatürlich) unterdrückt werden.

Aber ich glaub, das ist ja gar nicht das Ziel, sämtliche Erwartungen zu unterdrücken... sondern eher zu lernen, zwischen angemessenen und unangemessenen Erwartungen zu unterscheiden. Und sich selbst zu fragen, um wessen Bedürfnis es jetzt eigentlich geht, um mein eigenes oder um das des Kindes? (Um im Beikostbeispiel zu bleiben... bin ich an der Beikost interessiert, weil's so liab is, wenn das Kind mit dem Löffel isst, oder das Kind, weil es wirklich dazu bereit ist und essen will? - Euer Beispiel geht meiner Meinung nach daran vorbei, weil dass man auf solche Ideen kommt, wenn das Kind den ganzen Tag an der Brust hängt, kann ich nachvollziehen, und du hast ja dann aufgehört, als du gesehen hast, dass es das nicht war.)

Das Thema lässt sich schwer in Worte fassen, weil es 100.000 Beispiele gibt und man immer den Einzelfall sehen muss. Und es wird wahrscheinlich immer so viele individuelle Lösungen und Wege geben, wie's Eltern gibt.

lg
paprika

Floh04
22.05.2007, 11:13
ja, tu ich.

es gibt regeln, die eingehalten werden müssen, damit wir gut zusammenleben können. das ist ein formen u biegen meines Kindes.

Es ist mir wichtig, dass mein Kind mir nicht aus der Nase rumtanzt u es später auch während der ganzen Ausbildungszeit keine Probleme bekommen wird.

Ob es mir gelingt wird sich zeigen.

Er darf Kind sein, er darf Blödsinn machen, aber das letzte Wort haben wir als Eltern.

happy
22.05.2007, 11:16
Aber ich glaub, das ist ja gar nicht das Ziel, sämtliche Erwartungen zu unterdrücken...
natürlich ist das nicht das erklärte ziel, aber mMn manchmal die (unerwünschte) folge von zuviel unnatürlicher (mehr oder weniger instinktunterdrückender) zurückhaltung.

happy
22.05.2007, 11:19
Das Thema lässt sich schwer in Worte fassen, weil es 100.000 Beispiele gibt und man immer den Einzelfall sehen muss. Und es wird wahrscheinlich immer so viele

Ganz genau. Deshalb greif ich mir auch bei diversen "populären" erziehungs-(bzw. erziehung ist pfui)-ratgebern, die hierforums als so besonders hochwertig und hochgeistig angesehen werden, an den kopf.

paprika
22.05.2007, 11:21
natürlich ist das nicht das erklärte ziel, aber mMn manchmal die (unerwünschte) folge von zuviel unnatürlicher (mehr oder weniger instinktunterdrückender) zurückhaltung.

Na sicher, das ist ungesund, weil dann is man ja auch nicht mehr authentisch.

lg
paprika

paprika
22.05.2007, 11:27
Ganz genau. Deshalb greif ich mir auch bei diversen "populären" erziehungs-(bzw. erziehung ist pfui)-ratgebern, die hierforums als so besonders hochwertig und hochgeistig angesehen werden, an den kopf.

Naja, da unterscheid ich auch zwischen Ratgebern, die mit Rezepten à la "wenn dein Kind das und das macht, ist so und so vorzugehen" aufwarten, und solchen, die eine Grundlage zum Nachdenken und Reflektieren bieten, aus denen man ohne konkrete Handlungsanweisungen die eigenen Schlüsse zieht. Letztere find ich persönlich spannend und erhellend, auch in Bezug auf meine eigenen Erziehungserfahrungen in meiner Kindheit... ;)

lg
paprika

happy
22.05.2007, 11:35
sicher. aber alles mit maß und ziel. und ohne auf das bauchgefühl, das anscheinend hier oft belächelt wird, zu vergessen oder zu ignorieren. ich bin oft erschüttert, wenn mütter sich hier selbst fertig machen, weil sie ihr kind nicht mal anziehen können wenn sie fort gehen wollen, weil sie ihr kind zu nichts "zwingen" wollen und in ihrem dasein als mutter derart erschüttert sind, dass sie heulend in einem eckerl sitzen, nur weil das kind nicht "gewzungen" werden soll. da frag ich mich dahin, wohin so etwas führen soll. wenn durch erwartungen (!) an mütter diese derart unter druck geraten, dass sie sich mit ihren kindern gar nix mehr anzufangen wissen um nur ja nix falsch zu machen.

ich weiß nicht, ob das hier so rüberkommt, wie ich es meine: aber ich hab den eindruck, viele machen aus angst, etwas falsch zu machen, lieber gleich gar nix. und das halte ich für gefährlich.

Lollipop
22.05.2007, 11:37
Ich forme mein Kind schon, durch Vorbildwirkung und auch durch Grenzen setzen. Ich lasse egoistische Handlungsweisen nur bis zu einem gewissen Grad zu, zeige ihr Problemlösungsstrategien und führe ihr vor Augen wie andere Menschen denken und was diese wollen. Ich lobe sie und ich schimpfe auch mit ihr, natürlich angepasst an ihr Alter und ihre Verständnisfähigkeit.

Ich habe aber das Gefühl, dass ich gar nicht so viel formen kann, denn ihren Grundcharakter hat Line seit ihrer Geburt. Sie kam mir von Anfang an als komplett eigene Person entgegen und hat sich in grundlegenden Dingen nicht verändert. Sie war von Anfang an im Vergleich zu anderen Kindern auffallend laut, wild, willensstark, wahnsinnig anstrengend, mutig, selbstbewußt, humorvoll, schlau und extrem durchsetzungswillig.
Ich glaube nicht, dass sich daran etwas ändern wird, außer sie trifft auf Leute, die sich grob wehren und sie einmal ordentlich auf die Nase fallen lassen - und nicht einmal dann. Bis jetzt dominiert sie alle, auch ältere Kinder. Ich glaube sowieso, dass man hauptsächlich durch eigene Erfahrungen wirklich verstehen lernt, was andere meinen und auch zurückstecken lernt. Ich kann ihr nur Hilfestellungen geben, weiss aber jetzt schon, dass sie diese oft genug ignorieren wird.

paprika
22.05.2007, 11:38
ich weiß nicht, ob das hier so rüberkommt, wie ich es meine: aber ich hab den eindruck, viele machen aus angst, etwas falsch zu machen, lieber gleich gar nix. und das halte ich für gefährlich.

Da stimm ich dir zu...

lg
paprika

hasenwild
22.05.2007, 15:11
jetzt muss ich mich nochmal melden, auch zum thema auf den bauch legen. (hatte ich ja eingeführt): also, natürlich haben wir sie am anfang auch mal auf den bauch gelegt, aber wenn sie dann nach ein paar sekunden anfängt, wie am spieß zu schreien, weil es ihr nicht gefällt und offensichtlich zu anstrengend ist, würde ich sie nie so liegen lassen. dh ausprobieren lassen, helfen ok, aber wenn sie nicht mehr will, dann respektiere ich das! ich denke respekt ist überhaupt sehr wichtig, wenn ich mir den als eltern erwarte muss ich ihn auch meinen kindern geben. und bei babys/kleinkindern heißt das dann halt auch, ihrer altersgerechten entwicklung entgegenzukommen. die eltern sind halt gerade am anfang einfach die stärkeren und der stärkere gibt bekanntlich nach.

ich denke, vorbilder sind wir sowieso (die kinder kennen ja am anfang nur uns), es geht aber auch umgekehrt, meine maus ist auch ein vorbild für mich (schon jetzt, weil sie so natürlich und ehrlich ist und einfach in den tag hinein lebt und sich noch nicht über alles gedanken macht ;) ).

erwartungen, naja, die haben wir wohl alle (die Kleine wird sicher wie Du als Kind mit 10 Monaten laufen, sagt meine Mutter); mittlerweile lerne ich aber, dass es einfach nicht wichtig ist, wann sie sitzt, läuft etc. ich lieb sie einfach so!

wahrscheinlich bin ich jetzt hier die unerfahrene (weil mausi noch so klein ist) "gutmenschmama", aber wenn ich so sachen lese wie "das letzte wort haben die eltern" oä, dann ist das einfach nicht mein bahnhof, sorry..

Floh04
22.05.2007, 15:35
"das letzte wort haben die eltern" oä, dann ist das einfach nicht mein bahnhof, sorry..

doch, bei uns hab schon auch ich das letzte wort.

flo würde manchmal lieber unter dem tisch sein mittagessen zu sich nehmen - da lass ich mich auf gar keine diskussionen ein. das gibts bei uns leider nicht.
dafür kann man ja mal draußen in der wiese ein picknick veranstalten...

oder: flo würd manchmal gern den ganzen tag nur draußen sein - kann ich ihm auch nicht gewähren - mehr als 7 std über den tag verteilt will ich nicht draußen sein.
auch hier hab ich noch das letzte wort...
bzw bald ist er alt genug um dann selbst draußen zu bleiben... dann kann er das machen - jetzt noch nicht.

Lollipop
22.05.2007, 15:42
@hasenwild: Mit "das letzte Wort haben die Eltern" ist sicher nicht gemeint, dass Eltern ihren Kindern gegenüber rücksichtslos sein dürfen, deren Willen mißachten, etc.
Aber wenn man es mit einem 3-4 jährigen Kind zu tun hat, macht das Kind was es will und gibt den Eltern Befehle, weil es seinen Willen um jeden Preis durchsetzen will, wenn man ihm nicht Grenzen setzt.
In dem Alter haben sie auch schon verschiedene "Taktiken" drauf ihren Willen durchzusetzen, von "Mama, wenn du mir das nicht gibst, mach ich... kaputt" bis "Mama, du bist Scheiße" oder endloses Gebrüll, wenn man ihm den WC-Reiniger nicht gibt, weil es ihn grad haben will zum "Kochen" im Waschbecken, um sich schlagen, oder mit süßem Augenaufschlag betteln, Bestechungsversuche, etc.
Oder es gibt auch Situationen, schon bei jüngeren Kindern, wo das Kind selber nicht weiss was es will und alle 3 Sekunden seine Meinung ändert, dann muss man als Erwachsener Entscheidungen treffen und kann nicht sekündlich wie ein Hase in der Wohnung rechts-links springen, weil das Kind sonst plärrt.
Wenn man immer nachgibt, tut man dem Kind keinen Dienst, denn ein Kind muss wissen, wann es wieweit gehen darf und ein Kind muss auch lernen mal zurückzustecken und lernen selber Rücksicht zu nehmen. Es ist schließlich auch ein Mitglied der Gesellschaft und Eltern haben auch Rechte und nicht nur Pflichten.
Aber das bringt alles die Erfahrung und die Beobachtung der Entwicklung des Kindes...., man lernt Monat für Monat dazu und muss sich und seine Verhaltensweisen anpassen. Das wichtigste ist Ruhe und Konsequenz und immer wieder Überlegungen anzustellen was man wirklich nicht zulassen kann und was schon.
Es gibt nur viele, die aus lauter Angst auch einmal gegen das Kind aufzutreten und dafür kritisiert zu werden, sich wie Mäuschen ducken und vom Kind fertig machen lassen - und genau das ist mit obiger Kritik gemeint. ;)

hasenwild
22.05.2007, 16:20
ja, das passt eh alles. in dem alter ist das anders als vorher. aber ich bin halt der meinung, dass es keine einbahnstraße sein darf und das viele da wohl zu autoritär aus bequemlichkeit sind (und nicht, um dem kind was beizubringen). bin nicht für antiautoritäre hilflosigkeit (ist wohl falsch rübergekommen), sondern eher für dialog, respekt, kompromiss etc

ellela
22.05.2007, 23:26
Mein Kind und ich formen uns Gegenseitig :)

ZYX
22.05.2007, 23:27
Mein Kind und ich formen uns Gegenseitig :)

Diese Formulierung gefällt mir!

guggi
23.05.2007, 10:32
Meine Tochter ist so zur Welt gekommen, wie sie ist, als fixfertige Person mit unterschiedlichten Charaktereigenschaften und Fähigkeiten.
Ich habe nicht vor, an ihrer Persönlichkeit irgendwas zu verändern, weil das meiner Meinung nach überhaupt nicht geht.

Ich kann ihr nur bestimmte Hilfsmittel (soziale Umgangsformen usw.) zeigen, wie sie ihre Persönlichkeit so einsetzen kann, daß sie in der Gesellschaft zurecht kommt. Aber das ist "zeigen", nicht formen oder biegen oder sonstwas.
Ob sie diese Hilfsmittel dann wirklich annimmt und brauchen kann, bleibt letztlich ihre eigene Entscheidung.
Bis jetzt schaut es so aus, als ob sie damit ganz gut zurechtkommt.

Ich bin der Überzeugung, daß der Mensch durch die Evolution darauf ausgerichtet ist, sich seinem sozielen Umfeld anzupassen, weil er so besser überleben kann. Daher muß ich meinem Kind nicht beibringen, sich anzupassen - das tut sie größtenteils von selbst.
Es mag Kinder geben, bei denen diese angeborene Fähigkeit nicht so sehr vorhanden ist, und die mehr Hilfestellung brauchen, im Sinne von genaueren Anleitungen und intensiverer Rückmeldung - vielleicht hab ich da einfach Glück gehabt.

S.i.a.
23.05.2007, 10:38
Ich dachte an "formen" auch eher an "zurechtbiegen" und fixen Erwartungshaltung von Eltern an Kindern.

guggi
23.05.2007, 10:43
Befremdlich finde ich es, wenn Mütter ihre Kinder nicht auf den Bauch legen ("das muss das Kind selbst entscheiden"), weil die Kinder das nicht so gerne machen oder halt meist am Rücken liegen (weil sie selbst sich noch nicht umdrehen können) - da kommt für mich die gesundheitliche Komponente zum Tragen; Babys ab und zu auf den Bauch zu legen hat schon seinen Sinn.


Da muß ich aus fachlicher Sicht wiedersprechen. Es ist überhaupt nicht nötig, Babys auf den Bauch zu legen, bevor sie sich von selbst umdrehen können. Das ist eine unnatürliche Zwangslage, die ohne entsprechende Aufsicht sogar gefährlich sein kann (SIDS). Daß die Kinder protestieren, ist ein natürlicher Selbstschutz.
Der normale motorische Entwicklungsgang findet ausschließlich aus der Rückenlage heraus statt. Sobald die eigenständige Drehung auf den Bauch und wieder zurück erlernt worden ist, kommen dann - ganz von selbst - die nächsten Lernschritte aus der Bauchlage heraus. Aber nicht vorher.
Wenn man die Kinder zu früh auf den Bauch legt, nimmt man ihnen die Möglichkeit, diese Entwicklung von selbst zu durchlaufen, und das entsprechende Erfolgserlebnis.
Ich weiß schon, früher haben die Ärzte das empfohlen, um die "Rückenmuskeln zu kräftigen", aber das ist wirklich nicht nötig. Dafür ist es wieder besser, das Kind viel im Tragetuch aufrecht zu tragen.

Aber das hat jetzt mit dem Erziehungsstil eigentlich nichts zu tun, rein physiologische Baustelle.

happy
23.05.2007, 12:45
meine kleine hat sich mit 12 wochen zum ersten mal umgedreht, da gab es das problem nicht.
meine große hingegen war erst mit 5 monaten so weit und wollte aber schon vorher "spielen". war quengelig wenn sie nur am rücken gelegen ist, hab ich sie umgedreht war sie überglücklich. kann mir nicht vorstellen, dass das so falsch gewesen sein soll. ich rede nicht davon, babys stundenlang im gitterbett auf den bauch zu legen oder zum bauch-schlafen zu zwingen. wenn sie aber bereits auf der krabbeldecke spielen und ihnen das rücken liegen zum erkunden nicht mehr ausreicht, dann halte ich es für sinnvoll ihnen auf den bauch zu helfen.

Lollipop
23.05.2007, 12:49
Meine Tochter hat sofort wie am Spieß gebrüllt sobald ich sie auf den Bauch gelegt habe..ich ließ es daher sein.
Mit 7 1/2 Monaten drehte sie sich erst das erste mal um, mit 8 Monaten konnte sie sitzen und am Bauch robben, mit 9 Monaten krabbelte sie wie die Feuerwehr und mit 10 Monaten konnte sie stehen, gehen lernte sie mit 15 Monaten innerhalb von 3 Tagen. Alles von alleine ohne besondere Unterstützung.

Jedes Kind hat dabei ein anderes Tempo drauf. Ich würde Kinder einfach in Ruhe lassen in ihrer Entwicklung, weil eine Normierung den Kindern sicher schaden würde, die zum jeweiligen Zeitpunkt, wo man glaubt ein Kind "müsse" etwas können, nicht so weit sind.

Das gilt für mich auf allen Gebieten, bei der Ernährung, usw.
Kinder wissen selber wann sie was brauchen oder lernen.

happy
23.05.2007, 13:33
da stimme ich dir voll und ganz zu. ich hab nie mit dem gedanken gelebt, mein kind "muss" irgendetwas zu einem bestimmten zeitpunkt können. hab ich aber gemerkt, dass es unzufrieden ist und unterstützung braucht, hab ich sie ihr gegeben (sofern sie gewollt wurde). ich hätte mein kind nicht umgedreht, wenn es gebrüllt hätte. hätte die kleine nicht ausquartiert, wenn sie dann alleine im bett geschrien hätte. hab meine große nicht aufs topferl gezwungen und gewartet bis sie mit 3,5 jahren alleine ging usw. usf.

ellela
23.05.2007, 19:57
Ich dachte an "formen" auch eher an "zurechtbiegen" und fixen Erwartungshaltung von Eltern an Kindern.


in diesem Sinne formt sie mich mehr als ich sie :D

loreley
23.05.2007, 22:22
Ich bin der Überzeugung, daß der Mensch durch die Evolution darauf ausgerichtet ist, sich seinem sozielen Umfeld anzupassen, weil er so besser überleben kann. Daher muß ich meinem Kind nicht beibringen, sich anzupassen - das tut sie größtenteils von selbst.


*3 x fett unterschreib*

BrantFranz
24.05.2007, 21:04
Meine Tochter ist so zur Welt gekommen, wie sie ist, als fixfertige Person mit unterschiedlichten Charaktereigenschaften und Fähigkeiten.
Ich habe nicht vor, an ihrer Persönlichkeit irgendwas zu verändern, weil das meiner Meinung nach überhaupt nicht geht.
Das, denke ich, ist eine Illusion. Du wirst IMMER durch dein Wirken als Mutter Einfluss auf ihre Persönlichkeit haben. Es ist dabei auch nicht unbedingt gesagt, dass man durch weniger aktiv sein auch weniger Einfluss nimmt. Nichts Tun sendet nämlich auch Signale.


Aber das ist "zeigen", nicht formen oder biegen oder sonstwas.

Na ja, wie du das nennst ist so ziemlich wurscht - reine Konvention! Einfluss nimmst du aber, was imo auch wichtig ist.

paprika
24.05.2007, 22:48
Das, denke ich, ist eine Illusion. Du wirst IMMER durch dein Wirken als Mutter Einfluss auf ihre Persönlichkeit haben. Es ist dabei auch nicht unbedingt gesagt, dass man durch weniger aktiv sein auch weniger Einfluss nimmt. Nichts Tun sendet nämlich auch Signale.

Das seh ich auch so. Aber die Dosis macht imho den Unterschied zwischen Formen und Verbiegen. ;)

lg
paprika

axi
24.05.2007, 22:49
formung durch reibung?
wär ein interessantes thema
vielleicht sollte das forum einmal ein buch darüber schreiben

ellela
25.05.2007, 08:58
formung durch reibung?
wär ein interessantes thema
vielleicht sollte das forum einmal ein buch darüber schreiben

Im Prinzip wäre das Buch eh schon geschrieben. Es bräucht nur mal jemand alles bisherige zusammenfassen :D

Milla75
25.05.2007, 11:21
ellela, deine formulierung gefällt mir auch... so oft bringt mich der zwerg dazu, über mein verhalten nachzudenken und so oft hab ich schon erkannt, dass es anders besser wäre und demzufolge mein verhalten geändert.

ZYX
25.05.2007, 20:30
ellela, deine formulierung gefällt mir auch... so oft bringt mich der zwerg dazu, über mein verhalten nachzudenken und so oft hab ich schon erkannt, dass es anders besser wäre und demzufolge mein verhalten geändert.

Ja, das ist total genial und schön, gell?