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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : jetzt hab ich meine grenze entdeckt!



xenchen
03.05.2007, 18:27
so, ich war immer so stolz, dass ich keinen rat aus dem forum brauch, weil ich mit meiner "erziehung" (mah, ich mag das wort nicht, gibts da eigentlich eine brauchbare alternative?) sehr zufrieden war. unsere beziehung sehr harmonisch und wir kamen mit allen problemen klar!

aber jetzt komm ich einfach nimmer klar :rolleyes: :( weiß echt nicht, was ich tun soll bzw. ob ich richtig tue.

simon (2,5) hatte heute seinen ersten richtigen, dramatischen, lauten, langwierigen hysterischen anfall.
grund: nicht bekannt :rolleyes: naja, es hat sich ein wenig hochgeschaukelt. ich ging mit ihm nicht wie sonst beim seitenausgang des kiga raus (wo ich eh nur raus darf, weil ich hochschwanger bin), sondern bin noch rauf in den ersten stock, weil dort seine pädagogin war, mit der ich einen neuen termin für ein gespräch ausmachen musste. simon wollte getragen werden - wie gesagt, ich bin hochschwanger - und antwort war nein. hab ihm die hand zum raufgehen gegeben, er hat sie genommen um mich zwei stufen später anzubrüllen "mag nicht hand!". bin bis zum halbstock raufgegangen, damit andere kinder und erwachsene vorbei können - gebrüll
wir haben gute 10 min. für einen stock gebraucht.
"mama, komm her!"
"nein, simon, ich komm nicht wieder runter. du willst mir ja eh nicht die hand geben. ich warte aber gern hier (vier stufen über ihm) und wir können dann zusammen gehen."
wieder geplärr.

nächster stein des anstoßes: ich will nicht wieder über die stufen runter und zur seiten tür, sondern geh den "normalen" weg durch die vordertür (ebenfalls mit stufen).
er steht auf den stufen und geht nicht weiter. ich soll ihn tragen.
nach 5-10 min. auf den stufen wartend reichts mir. ich sag ihm, ich zähl jetzt bis drei (ich hasse das, aber sonst red ich nochmal 10 min.) und entweder er kommt dann mit mir gemeinsam runter oder ich geh allein, setz mich auf die bank und warte unten auf ihn (selbstverständlich sieht er mich dort). er geht nicht weiter, ich geh runter und setz mich hin. gebrüll!

fünf minuten später ist er bei mir. "mama aufstehen". mama steht auf. "nein, mama warten!"

ich versuch ihn nochmal zu beruhigen, sag ihm, ich will kuscheln. will, dass er mich reden lässt. hilft alles nix, er brüllt und brüllt und brüllt und brüllt.

lange rede kurzer sinn: egal, was ich tue, er will das gegenteil.

wir gehen richtung bus. plötzlich sagt er, er will zu fuß gehen (will er sonst nie :rolleyes: ). ich sag, "nein, wir gehen, wie immer, zum bus. ich mag nicht zu fuß gehen."

ich geh einfach richtung bus, ein brüllendes kind neben/vor/hinter mir, an mir zerrend. zwischendurch bin ich stehen geblieben, damit er sich vllt. doch beruhigen kann. funktioniert nicht, er zerrt weiter an mir.
also gehe ich wieder weiter. bei der nächsten gelegenheit setz ich mich hin (ich steh derzeit nimmer gern so lang ;)). simon brüllt, ich soll zu ihm kommen. ich sag ihm, ich warte hier auf ihn, er kann kuscheln kommen.

gut, nach 10 min. ca. macht er eine pause und beruhigt sich (schaut den bauarbeitern auf der umliegenden baustelle zu). ich frag ihn, ob ich jetzt aufstehen soll (in der hoffnung, den nächsten schub abzufangen). "NEIN, KUSCHELN" *indiearmewerf*

gut, wir kuscheln fünf minuten. ich steh auf, nehm ihn hoch und trag ihn zum bus. es passt wieder, er redet normal mit mir. wir fahren mit dem bus - immer noch tragenderweise - ich sag ihm, wenn wir aussteigen, muss er wieder zu fuß gehen, er ist mir zu schwer. gesagt - getan - gebrüll - bis nach hause.

es ging noch weiter, aber das erspar ich euch, ich glaub, ich hab das szenario halbwegs klar gemacht ;)

meine rolle in der ganzen geschichte war die:
- ich war ruhig
- ich war nicht laut!
- ich war verständnisvoll
- ich hab ihm ein paarmal die hand gereicht
- ich hab ihm aber auch nicht alles nachgegeben (eben lieber zu fuß gehen, statt zum bus - der weg ist dabei ein anderer, zur erklärung)
- ich bin auch mal weitergegangen und hab ihn brüllen und toben lassen - irgendwie muss ich ja auch heim ;)

so. wars richtig? was tut man in dieser situation? wie reagiert man richtig? was empfehlen juuls, gordon und co. da?
hab ich zuviel geredet? zuwenig? mehr nachgeben? weniger?

stolz bin ich ehrlich drauf, dass ich nicht auch gebrüllt hab. ein paar mal wär mir ehrlich danach gewesen. mir war auch nach heulen :rolleyes:

gedauert hat das ganze 1,5 stunden ca. danach war er wieder ein total lieber, lustiger kerl, als wär nie was gewesen :eek:

und was mich auch noch interessieren würde: kooperiert er grad? hat er (noch) ein problem, das ich (noch) nicht kenne? prinzipiell hatten wir am montag schon einen supergau (http://elternforum.hebammen.at/showpost.php?p=4545353&postcount=68), den ich aber - dachte ich :confused: - aufgelöst habe.

Sophie69
03.05.2007, 19:07
Ich finde, Du hast es super gemacht! Vor allem das ruhig bleiben bewundere ich masslos :).

Ich habe auch ein Kind, das abtobt, allerdings jetzt nicht mehr, bzw. nur mehr ganz ganz selten... Meine Erfahrung ist jetzt, dass er (meiner, aber Deiner wohl auch) mit etwas unglücklich ist, gar nicht mit der momentanen Situation, sondern etwas Größerem. Bei uns war es der Kindergarten, Schwierigkeiten mit anderen Kindern dort, bzw. war es auch dann schwieriger, wenn er krank wurde. Und diesen Kummer konnte er nicht ausdrücken, bzw. gar nicht als Kummer identifizieren. Wenn sich irgendeine Geglegeheit bot, wurde er daher die negativen Energien los.

Heute ist er so weit, dass er sich selbst "abfangen" kann, Strategien hat, mit seinem Zorn umzugehen. Statt zu schreien (bzw. das Schreien forzusetzen) sagt er "ich will kuscheln". Das finde ich genial von ihm! Aber das kann ich von einem 2-jährigen nicht erwarten, das ist überhaupt mehr Selbstanalyse als ich von vielen Erwachsenen kenne.

Ich selbst weiss natürlich inzwischen auch besser, wie ich Eskalationen schon lange vorher vermeide, bzw. entschärfe. Aber der Großteil der Situationen wird von ihm selbst vermieden.

Wenn es so weit ist wie bei der von Dir geschilderten Situation, kann ich Dir leider auch nicht helfen. Wir hatten das zwar oft genug, dass ich Verschiedenstes ausprobieren hätte können, aber die Kinder sind dann einfach nicht zugänglich. Sie hören und sehen nichts. (Klar, sie hören und sehen schon, können es aber im Moment überhaupt nicht verarbeiten. Später dann erinnern sie sich schon an Dinge, die man zu ihnen sagte.) Schwierig für mich war ja dann, dass zusätzlich zu meiner - ja, klar - zornigen Reaktion auch viel Mitleid kommt, ich will meinem armen zornigen Kind ja helfen, da rauszukommen, und er lässt sich nicht helfen! Und weiters, diese Situationen entstehen ja immer dann, wenn man selber nicht gut drauf ist...

maribah
03.05.2007, 19:21
Also auch wenn jetzt viele über mich herfallen sollten: DAS, also Situationen wo man einfach ansteht, gehört dazu.:hug:

Dann sind wir da wo kein noch so gescheiter Erziehungsratgeber uns zur Seite steht undwo alle Tipps, Tricks aus dem Freundeskreis sich zum ersten Mal anfühlen als würd im Prinzip über nichts anderes gesprochen als heiße Luft.
Das ist das erste Mal wo man sich - selbstverständlich superinformiert und supereinfühlsam- denkt: Sch***... genauso sollte das nicht laufen.

Zurücksetzten, tief Luft holen und... sich als Mensch wiederfinden. ;)

Das ist jetzt nicht ironisch oder zynisch gemeint. Es heißt nicht umsonst Erziehung findet immer von beiden Seiten her statt. Ich hab solche Aha- Momente in meinem Beruf immer wieder.
Und um ein Gleichnis aus meinem Leben zu verwenden: bei Sonnenschein kann jeder Party feiern. In der Krise zeigt sich die Qualität. Und genau in solchen Krisen weigern sich Kinder zu kooperieren, auch wenn wir noch so lieb, nett und verständnisvoll auftreten.

Zur Situation: es ändert sich was in seinem Leben. Er kommt ins Trotzalter und ein Geschwisterchen steht vor der Tür. Ein neues Zimmer ein neues Leben... auch wir haben ein mulmiges Gefühl wenn sich Rahmenbedingungen im Leben aufgrund äußerer Umstände die wir nicht bewusst herbeigeführt haben so ändern dass man nur reagieren kann, oder?

Ruhig bleiben, durchschnaufen, liebhaben... ein Fels in der Brandung sein, an den man sich reiben aber vor allem auch kuscheln kann.

Ja, und ich red dann gescheit weiter wenn ziemlich genau dieselbe Situation in (hoffentlich) ca. 2 Jahren auf mich und Sohnemann zukommt.:rolleyes::D

odette
03.05.2007, 19:27
finde auch das du das toll gemeistert hast...
du hast ruhe bewahrt
wobei ich es doch wieder anders gemacht hätte (aber ich bin auch ein anderer mensch)
so wie ich die situation rausgelesen habe war dein kleiner nach dem kika müde, anhänglich und wollte dich ganz...
ich (Aber das bin ich und soll in keinster weise ein vorwurf sein) hätte mein kind getragen (ich weiss das du schwanger bist aber das war bei mir kein hinderungsgrund)
damit hätte ich diese ganzen dituationen vermieden und ich hätte es auch nicht schlimm gefunden nachzugeben...

aber du bist ruhig geblieben bravo und das zählt
es wird noch oft vorkommen das deine (unsere) kids anfälle bekommen die wir nicht zuordnen können....

xenchen
03.05.2007, 19:51
Ich habe auch ein Kind, das abtobt, allerdings jetzt nicht mehr, bzw. nur mehr ganz ganz selten... Meine Erfahrung ist jetzt, dass er (meiner, aber Deiner wohl auch) mit etwas unglücklich ist, gar nicht mit der momentanen Situation, sondern etwas Größerem. Bei uns war es der Kindergarten, Schwierigkeiten mit anderen Kindern dort, bzw. war es auch dann schwieriger, wenn er krank wurde. Und diesen Kummer konnte er nicht ausdrücken, bzw. gar nicht als Kummer identifizieren. Wenn sich irgendeine Geglegeheit bot, wurde er daher die negativen Energien los.

ja, das ist eben auch eine meiner vermutungen. bei uns ist grad viel im busch:
- baby kommt in fünf wochen, das merkt auch ein 2,5 jähriger
- er bekommt sein eigenes zimmer
- papa hat ihn diese woche nicht vom kiga abgeholt, sondern ich
- papa kommt diese woche erst spät von der arbeit

Wenn es so weit ist wie bei der von Dir geschilderten Situation, kann ich Dir leider auch nicht helfen. Wir hatten das zwar oft genug, dass ich Verschiedenstes ausprobieren hätte können, aber die Kinder sind dann einfach nicht zugänglich. Sie hören und sehen nichts. (Klar, sie hören und sehen schon, können es aber im Moment überhaupt nicht verarbeiten. Später dann erinnern sie sich schon an Dinge, die man zu ihnen sagte.) Schwierig für mich war ja dann, dass zusätzlich zu meiner - ja, klar - zornigen Reaktion auch viel Mitleid kommt, ich will meinem armen zornigen Kind ja helfen, da rauszukommen, und er lässt sich nicht helfen! Und weiters, diese Situationen entstehen ja immer dann, wenn man selber nicht gut drauf ist...

genau das ist es! egal, was ich dann tue, ich kanns nicht richtig machen. biete ich ihm kuscheln an, ist es falsch. steh ich auf - so, wie er das will -, ist es falsch.
er weiß dann definitiv selber nicht, was er will und wie er da rauskommt. und ich kann ihm eben leider auch nicht helfen :(

Also auch wenn jetzt viele über mich herfallen sollten: DAS, also Situationen wo man einfach ansteht, gehört dazu.:hug:

ich weiß, aber nach 2,5 jahren triffts einen doch ;)

Sch***... genauso sollte das nicht laufen.
eben nicht. ich finde nicht unbedingt, dass es anders laufen hätte müssen. natürlich hätte es nicht zu der situation kommen sollen/müssen/dürfen/können ;) aber ob es dann falsch gelaufen ist, bin ich mir gar nicht so sicher. drum wollte ich mal die anderen "experten" und vor allem gleichgesinnten nach ihren meinungen und erfahrungen fragen ;)

Zur Situation: es ändert sich was in seinem Leben. Er kommt ins Trotzalter und ein Geschwisterchen steht vor der Tür. Ein neues Zimmer ein neues Leben... auch wir haben ein mulmiges Gefühl wenn sich Rahmenbedingungen im Leben aufgrund äußerer Umstände die wir nicht bewusst herbeigeführt haben so ändern dass man nur reagieren kann, oder?

hast völlig recht!

Ruhig bleiben, durchschnaufen, liebhaben... ein Fels in der Brandung sein, an den man sich reiben aber vor allem auch kuscheln kann.

na bitte, dann hab ich ja richtig gehandelt ;) :love:

finde auch das du das toll gemeistert hast...
du hast ruhe bewahrt
wobei ich es doch wieder anders gemacht hätte (aber ich bin auch ein anderer mensch)
so wie ich die situation rausgelesen habe war dein kleiner nach dem kika müde, anhänglich und wollte dich ganz...
ich (Aber das bin ich und soll in keinster weise ein vorwurf sein) hätte mein kind getragen (ich weiss das du schwanger bist aber das war bei mir kein hinderungsgrund)
damit hätte ich diese ganzen dituationen vermieden und ich hätte es auch nicht schlimm gefunden nachzugeben...

aber du bist ruhig geblieben bravo und das zählt
es wird noch oft vorkommen das deine (unsere) kids anfälle bekommen die wir nicht zuordnen können....

danke, bedeutet mir viel von dir :hug:

ja, er war müde und anhänglich. ich geb aber gern zu, dass ich einfach ein fauler mensch bin und ihn nimmer gern trage ;) normalerweise ist es auch absolut in ordnung, wenn ich ihm anbiete, dass wir kuscheln - ich setz mich dann wohin -, wenn wir eine hürde geschafft haben.

und das tragen wäre jetzt nicht nur für die stufen gewesen, sondern er hätte das für den gesamten heimweg wollen. 15 min tragen ohne tragehilfe sind mir ehrlich zu viel - auch wenn ich nicht schwanger wäre!

nachgegeben hab ich ja immer wieder, aber es war dennoch nie das richtige. ich kann dir z.b. sicher sagen, dass wenn ich doch zu fuß gegangen wäre, er seine meinung in drei minuten wieder geändert hätte. das hat noch nicht mal was mit dem "anfall" zu tun, sondern das hatten wir schon öfter ;) da testet er dann aus, ob ich mache, was er will. meist geb ich nach, heute waren wir einfach schon relativ weit richtung bus unterwegs.

paprika
03.05.2007, 21:21
Mein Kind ist auch noch nicht im trotzrelevanten Alter... aber ich hoffe, ich kann dann auch so ruhig bleiben und die Nerven bewahren wie du. Sicher bin ich mir nicht... Das hört sich echt gut an, wie du das gemacht hast... :)

lg
paprika

lupinchen76
03.05.2007, 21:34
ja, das ist eben auch eine meiner vermutungen. bei uns ist grad viel im busch:
- baby kommt in fünf wochen, das merkt auch ein 2,5 jähriger
- er bekommt sein eigenes zimmer
- papa hat ihn diese woche nicht vom kiga abgeholt, sondern ich
- papa kommt diese woche erst spät von der arbeit



ich denke, das würde an gründen schon reichen. nils war auch etwa 4-6 wochen bevor seine schwester geboren wurde, eine zeit lang (2-3 wochen) extrem unrund, solche anfälle hab ich an ihm damals auch die erstem male richtig erlebt. ich glaube schon, dass das mit dem geschwisterchen zu tun hatte, er spürte meine wachsende nervosität vor der geburt und die auf uns alle zukommende veränderung. getragen hab ich ihn auch nicht mehr. bei uns hat auch kurz vorher ein karenzwechsel stattgefunden als ich in den mutterschutz ging, das ist mit den änderungen, die dein sohn diese woche erleben musste, vielleicht schon zu vergleichen. also ja, vielleicht hat er da tatsächlich probleme und kooperiert.

und ja, hin und wieder kann man (ich;) ) auch mit viel verständnis, ruhe und allem gordon und juul-wissen diese situationen nicht vermeiden. aber sie sind sehr selten. und meistens kommt noch müdigkeit oder hunger dazu, dann ist nils einfach nicht ausgeglichen genug um immer ruhig zu bleiben und wenn ich das nicht gleich erkenne oder dem vorbeuge, dann kann es schon einmal eskalieren.

es kommt trotzdem selten vor und wenn ich lese, wie du eure beziehung immer beschreibst, denke ich, dass solche situationen auch bei euch nicht zur tagesordnung gehören werden:) . wenn doch, dann hilft uns immer am besten ruhe bewahren, kind austoben lassen, nachher viel schmusen und noch nacher darüber sprechen. er sagt dann meistens ganz klar, was los war und ich sag ihm auch, dass ich nicht recht wusste, was ich tun sollte.

alles gute!
lg

Dinimama
03.05.2007, 22:02
bei mir wars in den letzten wochen vor der geburt ähnlich, besonders schlimm wurde es dann nach dem egt (meine tochter kam fast zwei wochen zu spät)
ich habe mir echt sorgen gemacht, wie das denn werden sollte, wenn das baby da ist, am schluss war ich teilweise ziemlich sauer auf meinen sohn, obwohl mir klar war, dass er ja auch nichts dafür kann.
es ist auch vorgekommen, dass ich die nerven weggeworfen habe und mitten auf der straße einen heulanfall bekommen habe (heulende hochschwangere mama und heulendes kind, die blicke der leute kannst dir vielleicht ausmalen....)

in unserem fall würde ich sagen, dass meine eigene unruhe und angespanntheit sich auf meinen sohn übertragen haben, denn er war ab dem tag, an dem seine schwester geboren wurde, wie ausgewechselt!

ich habe aber bei dir den eindruck, dass du noch recht gelassen bist, und dafür hast du meine ganze bewunderung!!

einfach da sein und so ruhig wie möglich bleiben ist bestimmt das beste, was du tun kannst.

Maddalena
03.05.2007, 22:32
ein gutes buch (http://www.thalia.at/shop/ama_homestartseite/schnellsuche/any/;jsessionid=fdc-7roa8iipqx1.fdc21?fq=Auch+kleine+Kinder+haben+gro% DFen+Kummer&fc=BUCH&submit.x=39&submit.y=17) zu diesem thema gibt es von altha j. solter: "Auch kleine kinder haben großen Kummer. Über tränen, wut und andere starke gefühle"

xenchen
04.05.2007, 08:09
ich denke, das würde an gründen schon reichen. nils war auch etwa 4-6 wochen bevor seine schwester geboren wurde, eine zeit lang (2-3 wochen) extrem unrund, solche anfälle hab ich an ihm damals auch die erstem male richtig erlebt.

na bitte, ich bin seit heute in der 36. woche. das passt zeitlich ja wirklich zusammen.

ich glaube schon, dass das mit dem geschwisterchen zu tun hatte, er spürte meine wachsende nervosität vor der geburt und die auf uns alle zukommende veränderung. getragen hab ich ihn auch nicht mehr. bei uns hat auch kurz vorher ein karenzwechsel stattgefunden als ich in den mutterschutz ging, das ist mit den änderungen, die dein sohn diese woche erleben musste, vielleicht schon zu vergleichen. also ja, vielleicht hat er da tatsächlich probleme und kooperiert.
ich werd auch schön langsam nervöser. hätte zwar nicht gedacht, dass ich das so extrem zeige, aber kinder haben ja schon extrem feine antennen. und ja, diese woche ist sicher auch von den umständen nicht die beste.


es kommt trotzdem selten vor und wenn ich lese, wie du eure beziehung immer beschreibst, denke ich, dass solche situationen auch bei euch nicht zur tagesordnung gehören werden:) . wenn doch, dann hilft uns immer am besten ruhe bewahren, kind austoben lassen, nachher viel schmusen und noch nacher darüber sprechen. er sagt dann meistens ganz klar, was los war und ich sag ihm auch, dass ich nicht recht wusste, was ich tun sollte.

ich glaube auch nicht, dass solche situationen zum alltag werden. fürchte zwar auch, dass es nicht das letzte mal gewesen sein wird, aber heute werde ich z.b. mit kinderwagen im kiga "antanzen" und somit entschärfe ich schon ein wenig ;)
schön, wenn ihr schon drüber reden könnt. muss gestehen, ich habs gestern vor allem nervlich nimmer geschafft und ich glaube auch nicht, dass es im alter von 2,5 jahren schon viel bringt. gg hat ihn zwar gefragt, warum er so sauer war, aber da kam nur die derzeitige standardantwort "weil mama mich angeschrieen hat", was definitiv nicht stimmt :rolleyes:

bei mir wars in den letzten wochen vor der geburt ähnlich, besonders schlimm wurde es dann nach dem egt (meine tochter kam fast zwei wochen zu spät)
ich habe mir echt sorgen gemacht, wie das denn werden sollte, wenn das baby da ist, am schluss war ich teilweise ziemlich sauer auf meinen sohn, obwohl mir klar war, dass er ja auch nichts dafür kann.
und? wie wars, als das baby dann da war?

es ist auch vorgekommen, dass ich die nerven weggeworfen habe und mitten auf der straße einen heulanfall bekommen habe (heulende hochschwangere mama und heulendes kind, die blicke der leute kannst dir vielleicht ausmalen....)

die blicke gestern waren auch schon interessant *g* eine mutter im kiga meinte noch "ja, das machen wir alle mal durch", und eine andere sprach mich an und meinte "machen sie sich nix draus, wir kennen das alle". und man hat richtig erkannt, wenn frauen auch kinder haben, die haben alle so einen wissenden, zum teil grinsenden "jö, nicht mein kind"-blick drauf :cool:

nerven hab ich gestern nicht geschmissen, war aber 2-3 mal wirklich kurz davor. mir hat wohl "geholfen", dass ich einen sehr schönen tag bis dahin hatte und deshalb recht relaxed war.
montag war ich ja durchaus auch heulendes elend :rolleyes:


ich habe aber bei dir den eindruck, dass du noch recht gelassen bist, und dafür hast du meine ganze bewunderung!!

ganz ehrlich, es hat mich gestern selbst überrascht, wie elends-lange ich ruhig bleiben kann, obwohl ich nur angeschrieen werde :eek: ich hab mich zwar schon immer als eher ruhigen und geduldigen menschen eingeschätzt, aber so ruhig und geduldig auch wieder nicht, das wundert mich schon länger :D
ich hoffe ehrlich, ich kann das beibehalten.


als gg gestern heimkam, meinte ich, er solle sich um einen babysitter kümmern, ich will ins kino gehen. ich hab den tapetenwechsel wirklich gebraucht. gg hat den "ernst der lage" auch gleich erkannt und sich wirklich dahinter geklemmt. auch simon scheint verstanden zu haben, wie wichtig mir das rauskommen ist, und hat sich vom schwiegervater schlafen legen lassen (hat mich gewundert, da simon zum schwiegervater von der gesamten familie die distanzierteste beziehung hat).

es war herrlich! am abend rauskommen! einen hirnlosen film mit viel krach-bumm (spiderman 3) und nur wenig handlung *g*
als ich heimkam war das einschlafen aber noch sehr schwer, hab mich viel mit simon zusammengekuschelt. ich hab das gebraucht und er auch :love: ich hab aber noch so richtig gemerkt, wie jede zelle meines körpers ein bissi brodelt und dass ich nicht wirklich ruhig war.

ich danke euch für eure erfahrungsberichte! :hug: es tut gut zu hören, dass man selbst in so einer schwierigen und völlig neuen situation halbwegs richtig reagiert hat.

DoubleL
04.05.2007, 08:14
1.) mit meiner "erziehung" (mah, ich mag das wort nicht, gibts da eigentlich eine brauchbare alternative?)

2.)- ich war verständnisvoll

3.) wars richtig? was tut man in dieser situation? wie reagiert man richtig? was empfehlen juuls, gordon und co. da?
hab ich zuviel geredet? zuwenig? mehr nachgeben? weniger?

4.) stolz bin ich ehrlich drauf, dass ich nicht auch gebrüllt hab. ein paar mal wär mir ehrlich danach gewesen. mir war auch nach heulen :rolleyes:



1.) bei diesem konflikt sehe ich das wort "kommunikation" statt "erziehung" passend.

2.) wie hast du es ihm gezeigt, dass du ihn verstehst? ich habe es im text nirgendwo finden können.

3.) richtig? meiner meinung nach, ganz wertfrei, hast du den weg nicht gefunden um diesen konflikt so zu lösen, dass beide zufrieden sind. was ich in so einer situation zu tun versuchen würde:


du möchtest etwas tun, er hat ein problem damit -> aktives zuhören (seine gefühle beschreiben, sowie ursache dafür)
er akzeptiert deinen wunsch nicht -> umschalten auf eine ich-botschaft (mit einem "und" statt "aber", weil ich beide wichtig sind), und dabei schauen dass es eine echte 3-teilige-ich-botschaft (zu finden in "fam.konferenz i.d.praxis"), so kurz wie möglich, so lang wie notwendig.
und dann wieder AZ, und wieder umschalten und wieder AZ
ganz wichtig dabei - die bedürfnisse, die dahinter stecken rausfinden, weil so lange man nur über erste 2 lösungen für bedürfnisse diskutiert kommt man nicht so leicht weiter, wenn dann die bedürfnisse klar sind, findet man viel leichter eine oder mehrere lösungen, die für beide seiten ok sind.

und ja, hin und wieder kann man auch mit viel verständnis, ruhe und allem gordon und juul-wissen diese situationen nicht vermeiden. aber sie sind sehr selten. und meistens kommt noch müdigkeit oder hunger dazu, dann ist nils einfach nicht ausgeglichen genug um immer ruhig zu bleiben und wenn ich das nicht gleich erkenne oder dem vorbeuge, dann kann es schon einmal eskalieren.ja. wenn es einem menschen schlecht geht (überreizung, viele "kleinigkeiten", müde, hunger, etc), dann kann man ihm, dadurch dass man ihn versteht, es ihm zeigt und bei ihm sein, helfen. ist aber oft sehr schwer wenn man in diesem moment selber probleme hat, nicht im gleichgewicht ist, sondern, müde, grantig, hungrig, nicht ausgeschlafen etc.

lg L.

xenchen
04.05.2007, 08:27
2.) wie hast du es ihm gezeigt, dass du ihn verstehst? ich habe es im text nirgendwo finden können.
stimmt, hast recht. das hab ich ihm nicht wirklich gesagt.

3.) richtig? meiner meinung nach, ganz wertfrei, hast du den weg nicht gefunden um diesen konflikt so zu lösen, dass beide zufrieden sind.

zufrieden waren wir mit sicherheit beide nicht. ist das nicht in der natur eines hysterischen anfalls, dass einer nicht zufrieden ist? und der zweite sich auch nicht grad blendend fühlt? ;)

was ich in so einer situation zu tun versuchen würde:


du möchtest etwas tun, er hat ein problem damit -> aktives zuhören (seine gefühle beschreiben, sowie ursache dafür)
er akzeptiert deinen wunsch nicht -> umschalten auf eine ich-botschaft (mit einem "und" statt "aber", weil ich beide wichtig sind), und dabei schauen dass es eine echte 3-teilige-ich-botschaft (zu finden in "fam.konferenz i.d.praxis"), so kurz wie möglich, so lang wie notwendig.
und dann wieder AZ, und wieder umschalten und wieder AZ
ganz wichtig dabei - die bedürfnisse, die dahinter stecken rausfinden, weil so lange man nur über erste 2 lösungen für bedürfnisse diskutiert kommt man nicht so leicht weiter, wenn dann die bedürfnisse klar sind, findet man viel leichter eine oder mehrere lösungen, die für beide seiten ok sind.

danke für die tipps! :hug: ich wusste doch, dass da noch verbesserungspotential da ist ;) und jetzt, wo es da steht ist es absolut logisch und ich schäm mich schon fast dafür, dass ich wirklich nicht auf seine gefühle eingegangen bin.

hoffe, ich denke beim nächsten mal dran.

DoubleL
04.05.2007, 08:40
danke für die tipps! :hug: ich wusste doch, dass da noch verbesserungspotential da ist ;) und jetzt, wo es da steht ist es absolut logisch und ich schäm mich schon fast dafür, dass ich wirklich nicht auf seine gefühle eingegangen bin. hoffe, ich denke beim nächsten mal dran.verbesserungspotential bleibt uns immer erhalten. wir werden nie (ganz) am ziel sein. zwar immer näher, aber ganz am ziel nie. der weg geht immer weiter. :love:

lg L.

Tinilein
04.05.2007, 09:02
In deiner Geschichte hab ich Sarah und mich wiedergefunden als ich auch hochschwanger war. Ich reagierte ungefähr so ähnlich wie du (vermittelte ihr aber auch, dass ich sie verstehe).... Trotzanfall wurde dennoch nicht kleiner.

Überhaupt, war Sarah ein paar Wochen VOR Minis Geburt und ein paar Wochen NACH der Geburt wirklich *unerträglich*. Ich denke, die Zwergies spüren diese Veränderung ganz genau.

lg,
tini

Dinimama
04.05.2007, 13:06
Du wolltest wissen, wie es nach der geburt weitergegangen ist:
also die "anfälle" waren schlagartig mehr oder weniger vorbei, er war von seiner schwester begeistert, wenig eifersüchtig, eigentlich ziemlich hilfsbereit.
hin und wieder hat er ein wenig "herumexperimentiert", ich glaube aber, dass es da vor allem darum ging, auszuprobieren, was man mit diesem baby alles anfangen kann und nicht darum, ihr wehzutun. (ich habe die beiden in dieser zeit aber kaum miteinander alleine gelassen!)

momentan ist es ein wenig schwieriger, da er immer wieder baby-phasen hat, in denen er getragen werden will, einen schnuller verlangt, karolines schreien nachahmt, ......
wenn ich gut drauf bin, dann nehme ichs gelassen, wenn ich aber aber zb am abend ein wenig an meiner belastbarkeitsgrenze bin, dann nervt es mich unter umständen schon (auch, wenn ich ihn wirklich verstehen kann!)

was sehr wichtig ist: dass er immer wieder zeiten mit papa und vor allem mit mir alleine hat, also ohne baby, und dass ich ihn so viel wie möglich in alle "babytätigkeiten" miteinbeziehe. (gsd ist meine kleine hart im nehmen......;) )

im grossen und ganzen habe ich aber das gefühl, dass meine zwei sich mögen, und darüber bin ich schon sehr froh!!

...ich wünsche euch, dass es bei euch ähnlich sein wird!!

Dimple
04.05.2007, 14:12
Liebe Xenchen,

Ich finde, Du hast Dich vorbildhaft verhalten - aber gewöhne Dich daran: Ab einem gewissen Alter wirst Du das hin und wieder erleben und mit 2 Kindern sowieso doppelt.

Leichter ist es bei uns, wenn es Dimple jr. I ist: Da wissen wir: Hunger (ein Schoko-Snack o.ä. - etwas mit viel Zucker, kann auch gekaufter Eistee sein - hilft binnen 5 bis 10 Minuten) oder absolute Übermüdung.

Schwieriger ist es bei Dimple jr. II (auch Junioretta genannt): Madame ist stur, eigensinnig, unbestechlich,.... - und wenn sie nicht will, will sie nicht (auch nicht, daß man ihre Wünsch erfüllt) - da hilft nur, trotz Grant und manchmal geradezu Wut, halbwegs gelassen zu bleiben. Am ehesten können wir solche Anfälle auf Müdigkeit zurückführen, aber am Ende bleibt uns nur Sigmund Freud: Hysterie ist eine Krankheit der Frauen.

lg
Dimple, der mit den beiden Kids im allgemeinen sehr gut zu Rande kommt bzw. dessen Kids mit ihm im allgemeinen gut zu Rande kommen - aber manchmal ist es auch herausfordernd :winken:

Lollipop
04.05.2007, 15:49
Übermüdung, Überreizung und je nach Kind auch zum Teil angeborener Starrsinn und Rechthaberei.

Bei uns gehts seit einem Jahr so.
Was hilft ist entweder ausbizzeln lassen, ist ja auch Stressabbau, und auf dem eigenen Standpunkt beharren - oder nachgeben, dann aber möglichst sofort und unauffällig. Sich auf Machtkämpfe und Brüllerei einzulassen ist ganz schlecht, hilft nichts, auch wenn der Stein des Anstoßes das millionste Mal vorkommt.

Am besten ist für alle Situationen sich gut zu überlegen, ob man nachgeben kann oder ob es einen unbedingt wichtig erscheint bei dem Punkt standhaft zu bleiben. Oft hilft auch einfach zum nächsten Thema überzugehen und abzulenken, bevor die Situation sich zuspitzt. Das Stiegenbeispiel mit dem Rauftragen kenn ich nur zu gut, kommt jetzt schon seit einem Jahr regelmäßig vor....
Nach ungefähr einem halben Jahr hatte ich das meiste heraussen, es kommt aber monatlich was Neues dazu, momentan sind es lautstarke Flüche und Schimpfwörter in quasi jedem Satz eingeflochten. Das läßt mich verhältnismäßig kalt, weil es sich eher um interessante neue Wortspielereien handelt, die sich hoffentlich mit relativer Nichtbeachtung als uninteressant herausstellen... ;) und leider auch groteske, unwahre Behauptungen und Schuldzuweisungen, die Line mit Vehemenz verteidigt, bloß um das letzte Wort zu haben oder ihren Willen durchzusetzen.
z.B. gemütlich beim Abendessen, während ich grad was richte, verschmiert sie einen ganzen Becher Joghurt auf dem Tisch und sagt dann "Mama, du hast Joghurt am Tisch verschmiert." Ich meine darauf "nein Line, du weisst genau, dass du das warst, du weisst ich mag nicht, wenn du Essen verschmierst und du weisst ich mag nicht, wenn du anderen die Schuld für etwas gibst, das du getan hast. Unterlass das bitte jetzt, ich hab einfach keine Lust so oft sauber machen zu müssen. Aber ich wische es jetzt einfach weg und wir reden nicht mehr darüber." Worauf sie es wieder tut und meint "Mama, du hast schon wieder Dreck gemacht." Nach meinem grantigen Blick, den ich ihr zuwerf: "Mama, wenn du aber gepatzt hast!"

Sowas nervt mich zur Zeit ungemein...da weiss ich nicht wie ich reagieren soll, meist nehm ich ihr das Joghurt und den Löffel weg und sag ihr recht friedlich, dass sie erst weiteressen kann, wenn sie sich wieder zu benehmen weiss. Worauf sie das entweder einsieht und "klick" auf normal umschaltet oder wie am Spieß brüllt "Du hast aber gepatzt, ich will das Joghurt, du bist schuld, du hast gepatzt, ich hab nicht gepatzt, die Oma hat gepatzt, die Sonja hat gepatzt, du hast jetzt in Wirklichkeit gepatzt!" (?) und wie eine Sirene losgeht und wenn ich nicht nachgeb manchmal auch eine Stunde in einer Leier brüllt und flucht und bizzelt....., das ist so eine Situation wo ich nicht nachgeb und sie dann im Nachbarzimmer brüllen lasse und nur hin und wieder versuch mit ihr zu reden, ihr anbiete, dass wir ja als Alternative ganz normal in Ruhe weiteressen könnten, oder versuch sie zu umarmen und zu beruhigen, denkste, sie gibt nicht nach, tritt höchstens nach mir und geht irgendwann spielen und ist erst danach wieder normal...

Ich finde es besonders hart, wenn es schon spät ist, sie nicht schlafen will und ich total erledigt bin oder aber auch, wenn sie mich um 5.30 Uhr morgens mit den lautstarken Worten "Scheiße, ich will einen Kakao, ich will aufstehen, steh auf, Mama, Scheiße, verdammt, blöde Lampe, blöder Baum, blödes Bett, Scheiße!" weckt. Ich frage mich, wie sich manche Leute 2 oder mehr Kinder zulegen können..., denn ich muss sagen, diese Phase jetzt ist zwar ganz anders, aber insgesamt völlig harmlos gegen die ersten 3 Jahre mit Line. Nochmals das???? ;)
Wenn nicht die vielen tollen Momente und guten Gespräche mit ihr wären, und ihre Ausraster nicht nur punktuell, wenn auch täglich, vorkommen würden, man hätte mich schon einliefern müssen... :D

Xenchen, du wirst es, wie wir alle, schaffen. Vertrau auf deinen gesunden Menschenverstand und lass dich nicht runterziehen. Mach dir auch nicht zu viele Vorwürfe, wenn mal was nicht klappt!

Milla75
04.05.2007, 16:02
boah, das mit dem joghurt würde mich sicher wahnsinnig machen... also wenn jemand einen guten tipp hat, den les ich auch gern, man weiß ja nie, was kommen wird ;)

@xenchen: alles, was ich von dir so lese klingt so, als würdest du wirklich einen sehr, sehr guten umgang und ein gutes verhältnis zu deinem sohn haben... ich denke, die schwierige phase hat vielleicht wirklich mit dem bald kommenden geschwisterchen zu tun, aber ich mach mir gar keine sorgen, dass du das nicht gut und überlegt hinkriegst! alles liebe wünsch ich euch!

S.i.a.
04.05.2007, 16:21
z.B. gemütlich beim Abendessen, während ich grad was richte, verschmiert sie einen ganzen Becher Joghurt auf dem Tisch und sagt dann "Mama, du hast Joghurt am Tisch verschmiert." Ich meine darauf "nein Line, du weisst genau, dass du das warst, du weisst ich mag nicht, wenn du Essen verschmierst und du weisst ich mag nicht, wenn du anderen die Schuld für etwas gibst, das du getan hast.
ielen und ist erst danach wieder normal...


Kann sie nicht mithelfen, Joghurt in eine Schüssel leeren, umrühren und dergleichen.

guggi
04.05.2007, 18:46
Haha, meine sagt dann "Das Joghurt ist ganz von selbst aus dem Becher gehüpft!":rolleyes:

Als Antwort auf Xenchens Ausgangspost: diese Wut- und Heulattacken, wo ich beim besten Willen nicht aus ihr herausbekommen habe, was los ist, und wo ich prinzipiell alles falsch gemacht habe, die sind ab 3 weniger geworden, und ab 4 gar nicht mehr gekommen. Es gibt also Hoffnung.
Ich hab mich bemüht, in solchen Situationen möglichst ruhig und liebevoll zu bleiben, aber meistens hat nur ein rascher Rückzug an einen ruhigen Ort und Stillen geholfen (damals haben wir noch).

Jetzt ist die Situation schon ganz anders, sie kann sich schon viel besser artikulieren und sagen, was ihr nicht paßt, und wir Eltern kennen sie auch schon besser und können sie konkret auf gewisse Dinge ansprechen (ZB ich hab irgendetwas vorschnell gemacht, was sie gerne selbst getan hätte).

Sehr oft hing/hängt es auch mit dem Kindergarten zusammen - ich glaube, da erlebt sie sich oft als sehr macht- und hilflos, und muß sich dann an anderer Stelle wieder Bestätigung holen. Bei mir im sicheren Hafen kann sie sozusagen sich auswüten, und ich hab sie trotzdem lieb.

Spucks
04.05.2007, 22:15
Hab die andren Antworten nicht gelesen, aber: Respekt fürs ruhig bleiben!
Ich habs mir das gestern gedacht, dass ich da dann sicher mehr brüllen würden als sie, wenn Ronya sich so aufführen würd .... aber komischerweise war sie heute am Spielplatz so arg drauf (also ständig "grundlos" gebrüllt) und ich bin gar nicht ausgezuckt sondern hab mich kaputt gelacht -gut, ist zwar für sie sicher auch nicht sehr hilfreich, aber ich konnte nicht anders... sieht auch verdammt komisch aus wenn sie brüllt und bevor sie sich am theatralisch Boden wirft noch ein paar Minuten lang Pirouetten dreht :D

Lollipop
04.05.2007, 23:51
@S.i.A: Wenn sie das möchte, äußert sie sich normalerweise und ich geb ihre eine Schüssel und lass sie rumschütten, oder sie hilft mir beim Abwaschen, etc., aber wenn sie es absichtlich macht, um festzustellen wer der Stärkere ist, bloß weil ihr grad in der Minute fad ist und sie sich unausgeglichen oder müde fühlt, und ich am Ende eines langen Arbeitstages bin und völlig gerädert, nervt mich das. Ich versuch darauf einzugehen, aber es nervt mich trotzdem, und das sag ich ihr, weil ich nicht einseh, dass ich jeden Tag auf sie Rücksicht nehmen muss, sie aber in keinem Moment. Dazu ist sie mir inzwischen schon zu alt, ein bissl kann ich auch von ihr verlangen - und meistens versteht sie es auch. Und wenn nicht geraten wir eben aneinander. Dann geb manchmal ich nach, manchmal sie. Ich finde unsere Kommunikationsbasis eigentlich super und bin sehr stolz auf sie, dass sie schon so viel versteht und wir einander auch täglich sagen können, dass wir einander lieben und jeder Tag in einer großen Umarmung und Schmuserei endet. Aber ganz schalten und walten kann ich sie nicht lassen, da würde ich ihr keinen Dienst tun und mir auch nicht. ;)

Ich bin unglaublich froh dieses Kind bekommen zu haben, weil ich durch es viele Dinge lerne, die vorher wie aus einer anderen Welt waren..., nicht im Allgemeinen, aber die vielen Kleinigkeiten. Irgendwie komm ich mir wie ein Anthropologe oder Psychologe vor, der ganz neu die Menschheit entdeckt, winzig kleine Schritte Tag für Tag...

S.i.a.
05.05.2007, 10:05
....aber wenn sie es absichtlich macht, um festzustellen wer der Stärkere ist, bloß weil ihr grad in der Minute fad ist und sie sich unausgeglichen oder müde fühlt.....


Ich würd ihr das Joghurt wegnehmen, oder/und sie den Joghurt-teppich :D selber wegmachen lassen.

Lollipop
05.05.2007, 11:26
:D Nein, lieber nicht aufwischen lassen, da wart ich noch ein Jahr, ich hab keine Lust auf Totalsanierung der Küche, weil in jeder Fuge Joghurt zu finden ist. Es hat mir schon gereicht, als sie in meiner Abwesenheit mit Nivea das Bad neu ausgefugt hat und sehen wollte wieviele Badetücher man braucht, um sämtliche Shampoos und Cremes aufzusaugen. Ich bin draufgekommen, dass im Bad was faul sein musste, als sie angerannt kam, um sich darüber zu beschweren, dass sie den Wasserhahn nicht abdrehen kann und dass Seife so scheußlich schmeckt, wie sie meinte - sogar scheußlicher als Schnecken, und dass sie "gar nichts getan habe". Eine Alarmglocken-Aussage. :D

S.i.a.
05.05.2007, 11:44
:D Nein, lieber nicht aufwischen lassen, da wart ich noch ein Jahr, ich hab keine Lust auf Totalsanierung der Küche, weil in jeder Fuge Joghurt zu finden ist. Es hat mir schon gereicht, als sie in meiner Abwesenheit mit Nivea das Bad neu ausgefugt hat und sehen wollte wieviele Badetücher man braucht, um sämtliche Shampoos und Cremes aufzusaugen. Ich bin draufgekommen, dass im Bad was faul sein musste, als sie angerannt kam, um sich darüber zu beschweren, dass sie den Wasserhahn nicht abdrehen kann und dass Seife so scheußlich schmeckt, wie sie meinte - sogar scheußlicher als Schnecken, und dass sie "gar nichts getan habe". Eine Alarmglocken-Aussage. :D

Traum!! :D

lisigei
05.05.2007, 21:38
verena hat letztes jahr im sommer mit der trotzphase begonnen. ich war ebenfalls schwanger. ich konnte NIERGENS hingehen, ohne daß es nicht lautstarke, theatralische auszucker ihrerseits gegeben hat. ich hab auch verständnisvoll und ruhig reagiert -> war ihr völlig egal.
für einen fußweg von 10 min. haben wir mal 1,5 stunden gebraucht, mir war viel zu heiß (war kurz vorm kreislaufkollaps) und mußte dringend aufs klo.
jegliche erklärung, bitten o.ä. wurde ignoriert, bzw. lautstark abgelehnt. als ich sie dann einfach getragen habe, schlug sie um sich und wollte runter. ich stellte verena ab, sie hat sich so auf den boden geschmissen, das beide knie blutig waren.
da wir solche szenen ständig hatten, bin ich mit ihr alleine nicht mehr auf den spielplatz gegangen. war mir in der ss einfach (auch körperlich) zu anstrengen.
einmal kam sie zuhause zu mir und wollte gewickelt werden, da sie in die windel gegackt hatte. ich stellte ihr die kleine leiter vor die wickelkommode und madame verena kletterte eine halbe stunde nicht hinauf. wenn ich das zimmer ohne wickeln verlassen wollte, gab es aber auch geschrei.
ich erklärte ihr dann, das solch ein verhalten genau der grund ist, warum ich mit ihr nicht mehr auf den spielplatz gehe. wenn sie sich gleich wickeln ließe könnte ich mir ihr aber doch auf den spielplatz. verena meinte darauf: "mama, du brauchst mit mir nicht auf den spielplatz. ich war eh erst mal mit der oma dort. - und wickeln lass ich mich auch nicht" ....
außerdem hatte sie die angewohnheit sich die finger abzuschlecken und ihre lippen damit "einzuschmieren" davon bekam sie direkt offene lippen. ich hab ihr das immer wieder erklärt. irgendwie machte sie es nur noch um mich zu ärgern. da ich des erklärens, daß sie dann wieder offen wird und die lippen brennen, müde war - hab ich sie einfach ignoriert. daraufhin schleckte sie ihre finger nochmal ab und schmierte sie mir ins gesicht :mad:
wir hatten brüll- hau- beißattacken und haben sie immer noch. gsD nicht mehr mehrmals täglich!
kann dir nur gute nerven wünschen!

lg
lisigei

Aurora76
05.05.2007, 21:49
Ich habe jetzt nicht alle Antworten gelesen, doch in dem, was du zu Beginn geschreiben hast, habe ich zT meinen Sohn wiedergefunden. Er hatte vor ca 4 Monaten eine Phase, wo er sehr leicht un Tränen ausbrach und losheulte (man könnte es auch "hysterische Anfälle" nennen) und ich nicht wirklich herausfinden konnte, wieso. Ich hatte vielmehr den EIndruck, dass er selbser nicht weiß was er will. ZB er sagt "Tragen!" ich nehm ihn hoch. In dem Moment ruft er wütend "selber gehn", ich stell ihn wieder runter, er wird noch wütender und schreit "Tragen!"... Ich habe ein Gordon Training gemacht und habe versucht, mit "Aktiv zuhören" an ihn ranzukommen, bzw wenn notwendig mit Ich-Botschaften meine Bedürfnisse zu vermitteln (in der Art wie DoubleL es beschreibt), doch er war in der Situation nicht in der LAge, das anzunehmen. Ich hatte den Eindruck, dass er mit sich und der Situation völlig überfordert war.
Ich wartete dann ruhig, bis der Anfall vorbei war, dann wollte er immer kuscheln und war völlig ausgepowert. Nach ca 2 Wochen, in denen das fast täglich vorkam, war die Phase wieder vorbei.
Da ich das ganze nicht als "Trotzphase" wahrnahm, sondern als Entwicklungsphase und sah, dass er sehr leidet, fiel es mir auch leichter, ruhig zu bleiben und es nicht persönlich zu nehmen, wenn er auf mich sauer war und mich zT sogar schlug.

Was genau der Anlass war, habe ich nie herausgefunden, doch er hat in der Zeit enorme Entwicklungsschritte gemacht und ich vermute, dass ihn das alles überfordert hat.

Was ich damit sagen möchte ist, dass manchmal auch die beste Theorie nicht verhindern kann, dass es unseren Kindern schlecht geht und sie nicht mit sich zurecht kommen. Wir können dann nur Verständnis zeigen und für sie da sein.

eowyn140677
05.05.2007, 22:20
Also, ich denke, Du kommst auch ohne Gordon&Co. sehr gut aus - was Ihr da gerade habt ist ganz normal! Aus Prinzip das Gegenteil von dem zu wollen, was Mama sagt/will hilft den Kleinen, sich von uns abzugrenzen. Sie müssen sich aber abgrenzen um zu wirklich eigenständigen Persönlichkeiten werden zu können.

Ich bewundere Dich wirklich für Deine Gelassenheit und Ruhe - ich muss da hart an mir arbeiten weil ich grade in solchen Situationen dann oft selbst laut werd' *michzutiefstschäm*. Im Nachhinein ist mir eh klar, was da gerade abgeht, aber den kühlen Kopf zu behalten, den ich als Erwachsener haben sollte, fällt mir manchmal unheimlich schwer - wie gesagt, für mich ein hartes Stück Arbeit - schön, dass Du das schon hast. Wirst es noch öfter brauchen - das wird Dich ca. die nächsten zwei Jahre begleiten. Aber wie gesagt: Ist eine ganz normale Phase - Augen zu und durch ;)

Mavis
05.05.2007, 22:47
Ich habe ein Gordon Training gemacht und habe versucht, mit "Aktiv zuhören" an ihn ranzukommen, bzw wenn notwendig mit Ich-Botschaften meine Bedürfnisse zu vermitteln (in der Art wie DoubleL es beschreibt), doch er war in der Situation nicht in der LAge, das anzunehmen. Ich hatte den Eindruck, dass er mit sich und der Situation völlig überfordert war.

Ich wartete dann ruhig, bis der Anfall vorbei war, dann wollte er immer kuscheln und war völlig ausgepowert. Nach ca 2 Wochen, in denen das fast täglich vorkam, war die Phase wieder vorbei.

Da ich das ganze nicht als "Trotzphase" wahrnahm, sondern als Entwicklungsphase und sah, dass er sehr leidet, fiel es mir auch leichter, ruhig zu bleiben und es nicht persönlich zu nehmen, wenn er auf mich sauer war und mich zT sogar schlug.



Was ich damit sagen möchte ist, dass manchmal auch die beste Theorie nicht verhindern kann, dass es unseren Kindern schlecht geht und sie nicht mit sich zurecht kommen. Wir können dann nur Verständnis zeigen und für sie da sein.


*unterschreib*
*ironieon* Freu Dich *ironieoff*, gleich nach der Geburt ging es bei uns damit erst so richtig los. Nix hat genützt, außer durchhalten und (siehe Gordon) sich klarmachen, dass ER das Problem hat, nicht ich. Ich kann ihm eigentlich nur beistehen, aktiv zuhören, Nähe geben und seine Bedürfnisse in Worte fassen versuchen (wenn er dafür zugänglich ist, was er nicht immer war), aber das Problem "lösen" kann ich nicht (etwa, wenn er nicht wollte, dass das Brüderchen stillt - und er darf eh auch stillen, wenn er will aber er wollte eben eine Zeitlang ausschliesslich als einziger stillen, und das geht halt nicht...). Weil wenn ich´s lösen kann, tu ich´s eh und er bekommt keinen Tobe-, Kreisch- und Weinanfall. Hab aber auch die Erfahrung gemacht, um wieviel leichter es ist, so einen Anfall aufzufangen, wenn man selber gut drauf ist. Und die Zeit hat es auch sehr gebessert. Es ist einfach eine Riesenumstellung. Die Kinder sind halt durch die neue Situation verunsichert.

lupinchen76
05.05.2007, 22:55
...und dass Seife so scheußlich schmeckt, wie sie meinte - sogar scheußlicher als Schnecken, ...

bitte entschuldige, aber das hat mir jetzt schon ein schmunzeln entlockt (hat sie die schnecken als delikatesse bei tisch gekostet oder beim experimentieren im garten?) ;)

Lollipop
06.05.2007, 11:03
Garten, mit den Worten "die knacken so schön!"
Da war Line allerdings noch keine 2 Jahre alt...., inzwischen findet sie sie grauslich. ;)

sonneherm
06.05.2007, 21:47
ich glaub, dass es wichtiger ist, dass ein Kind das Grundgefühl von angenommen sein hat und das Bemühen der Mutter zu verstehen wahrnehmen kann, als dass es wichtig ist in angespannten Situationen immer "perfekt" zu reagieren.

Mein Sohne hat mich nach der Geburt der kleinen Schwester auch eine zeitlang ziemlich herausgefordert, und ich habe (aufgrund von Schlafmangel und eigener Überforderung mit der neuen Situation) beileibe nicht immer perfekt reagiert und wir haben uns sogar Schreiduelle geliefert.

Trotzdem habe ich nie aufgehört ihn als Person ernst zu nehmen und immer ernsthaft versucht seine Beweggründe zu verstehen (oft dann nach Abklingen der zugespitzten Situation) und ich habe den Eindruck wir haben das sehr gut überstanden und er hat mich dabei auch ein Stück als Person wahrgenommen.

monaaa
10.05.2007, 08:53
ich glaub dass unsere grundeinstellung recht ähnlich ist, wir aber in letzter konsequenz - in der ausführung - doch sehr auseinander gehen. ich bin selbst noch recht unsicher, hab wenig erfahrung und fange erst an mich jetzt mit diesen fragen auseinanderzusetzen.

als ich deinen beitrag das erste mal gelesen hab, hat mich irgendwas gestört, obwohl ich grundsätzlich toll gefunden hab, wie ruhig du geblieben bist.

hier nun meine überlegungen:

ich hätts genau so versucht wie du, mich wirklich bemüht ruhig zu bleiben - aber ich hätte (nach einer zeit, bevor es mir zuviel wird) meine gefühle gezeigt (dass ich verletzt bin, weil ich mich so bemühe und er nicht darauf reagiert) und hätte ihm erklärt dass mir eben bald zu viel wird und ich böse werde. das hätte höchstwahrscheinlich nichts bewirkt, aber ich hätte damit auf sein tun reagiert und ihm damit die möglichkeit gegeben auf meine gefühle zu reagieren und aus der situation raus zu kommen.

er hätt höchstwahrscheinlich weitergemacht und irgendwann wär ich ausgezuckt und stinkesauer geworden, ich hätt ihm gesagt dass es jetzt genug ist und es mir reicht und ich hätte ihn an der hand genommen und wär mit ihm gegangen. gegen seinen willen. aber ohne ihm weh zu tun oder völlig unkontrolliert zu schreien oä.

nachdem ich mich wieder im griff gehabt hätte, und er ansprechbar ist, hätt ich ihm die situation nochmal erklärt, sehr freundlich, um mich mit ihm zu versöhnen und das gewesene hinter uns zu lassen. wenn ich im nachhinein gefunden hätte, dass ich zu wenig geduldig war, würde ich mich dafür entschuldigen (aber nicht dafür dass ich böse geworden bin).

soweit die theorie :D

ich glaube dass das kind in dem fall höchstgradig verwirrt ist (er weiss nicht was er will), es geht ihm nicht darum grenzen zu testen, oder machtspielchen zu spielen, sein verhalten ist nur ein ausdruck dafür dass er nicht weiss was er fühlt, und damit nicht weiss was er tun soll (dazu passt auch mein posting im "machtspiele-thread"). du schreibst ja auch dass seine situation zu dem zeitpunkt nicht ganz einfach war.


von mir selbst kenne ich auch, dass wenn man sehr erregt ist, das gegenüber aber cool, dass einen das nur noch rasender macht (ich meine jetzt eingentlich nur "emotional erregt", ist aber fürs andere vielleicht nicht wirklich anders :D).

mit meiner reaktion zeige ich meinem kind, dass es den launen seiner umwelt nicht ausgeliefert ist, sondern dass es sie beeinflussen kann (in diesem fall negativ). und ich zeige ihm dass es - und sein tun - nicht egal sind, mich nicht kalt lassen. und das nicht "künstlich", weil ich das zb gelesen hab dass man das so machen soll, sondern weil es letztendlich eine ganz natürliche reaktion ist:

wenn man ein lebewesen, und mag es sonst noch so friedlich sein, in eine ecke drängt und nur lange genug stichelt, wird es zum angriff übergehen, das ist mmn ausdruck eines überlebenstriebes, instiktives verhalten. und ich glaube dass kinder am besten mit natürlichen verhaltensmustern umgehen können ("nur" ruhig zu bleiben heisst wenig gefühle zu zeigen, das finde ich nicht "natürlich").

ich hoffe dass alles so rüberkommt wie ich es gemeint hab (damit tu ich mir öfter etwas schwer ;)), und stelle hiermit meine überlegungen zur diskussion!

lg
manu, die sich über jede kritische reaktion freut!

Lollipop
10.05.2007, 09:13
@monaaa: Ich gebe dir recht.

Gewalt gegen Kinder und Rücksichtslosigkeit ist etwas Furchtbares. Aber ich kenne auch schon viele Mütter, die vor lauter ja nicht auch nur im entferntesten mit solchen Leuten in Verbindung gebracht zu werden, nicht mehr natürlich auf ihre Kinder reagieren, das ist auch falsch und muss Kinder ja verwirren.

Diese Woche z.B. war eine Mutter mit einer 6-jährigen bei mir. Während wir in der Küche saßen, haben das 6-jährige Mädchen und meine 3 1/2-jährige Tochter das ganze Wohnzimmer flächendeckend mit Bügelperlen übersät und alles was sie im Bad gefunden haben ins WC geworfen bis es bis obenhin voll war (mein ganzes Schminkzeug, Zahnbürsten, etc.) und die rote Kinderzahnpasta im ganzen Bad verschmiert. Es gab keinen Gegenstand, der nicht versaut war. Unglaublich.
Die Reaktion der Mutter war lächelnd etwas lauter zu sagen "Na, des ist aber nicht gut. Was machen wir denn jetzt? Gehen wir dann wohl heim?!"
Ich sagte: "Ihr zwei wisst ganz genau, dass sowas nicht geht. Ihr sammelt jetzt die Bügelperlen auf, sonst saug ich sie weg und ihr könnt nie mehr mit ihnen spielen. Ich putz inzwischen das Klo - und wehe soetwas kommt noch einmal vor, dann lass ich euch nicht mehr miteinander spielen. Ich bin nicht eure Putzfrau und die Sachen im Klo sind kaputt, das kostet Geld wieder etwas Neues zu kaufen, außerdem könnte das WC verstopft sein, dann kann keiner mehr aufs Klo!"
Die Mutter war richtig dankbar, dass ich geschimpft hatte, weil sie sich nicht getraut hätte....

DoubleL
10.05.2007, 09:22
deinen beitrag habe ich jetzt sehr gerne durchgelesen.

...und irgendwann wär ich ausgezuckt und stinkesauer geworden,

...von mir selbst kenne ich auch, dass wenn man sehr erregt ist, das gegenüber aber cool, dass einen das nur noch rasender macht

...("nur" ruhig zu bleiben heisst wenig gefühle zu zeigen, das finde ich nicht "natürlich").


wenn "cool" hier nicht nur "nicht-auszucken und ruhig bleiben" bedeutet, sondern "kalt, ohne empathie", dann ist es so. wenn man "warm ruhig, verständisvoll" ist, dann hilft es schon.

was mir hilft nicht auszuzucken ist:

nicht nur warhnehmen (sehen/hören/tastsinn) was der andere tut, sondern verstehen, dass der andere ein (schweres) problem hat, durcheinander ist und weiß nicht was er tut, hilfe braucht
meine eigenen gefühle nicht verdrängen, sondern sie warhnehmen ("ich bin jetzt so müde, hungrig, hab gar keine lust, würde am liebsten...", sie akzeptieren, das tut mir gut (das mich "jemand" verstanden hat) und hilft mir ruhig zu bleiben und klar denken zu können.
dann bin ich in der lage für den anderen hilfreich zu sein, ihm helfen ein problem zu bewältigen, für ihn da sein oder gemeinsam einen konflikt lösen.


es klingt so einfach... und wenn ich es nicht schaffe ruhig zu bleiben, dann weiß ich woran es liegt, bekomme kein schlechtes gewissen, weil ich weiß, dass ich in dem moment nicht in der lage war anders zu reagieren und nehme es als ein alarmzeichen um in meinem leben etwas zu verbessern.

lg L.

xenchen
10.05.2007, 09:31
ich hätts genau so versucht wie du, mich wirklich bemüht ruhig zu bleiben - aber ich hätte (nach einer zeit, bevor es mir zuviel wird) meine gefühle gezeigt (dass ich verletzt bin, weil ich mich so bemühe und er nicht darauf reagiert) und hätte ihm erklärt dass mir eben bald zu viel wird und ich böse werde. das hätte höchstwahrscheinlich nichts bewirkt, aber ich hätte damit auf sein tun reagiert und ihm damit die möglichkeit gegeben auf meine gefühle zu reagieren und aus der situation raus zu kommen.

gebe dir recht, es ist auch wichtig, seinem kind seine eigenen gefühle zu zeigen. in dem fall war ich wirklich ruhig und einfach NICHT grantig ;) dh. ich hätte ihm dann ein gefühl regelrecht vorgaukeln müssen.
er tat mir leid! ich fühlte mich hilflos! und 2-3 mal war mir zum kurz zum heulen, aber auch nur ein paar sekunden lang.

und völlig egal, welche gefühle ich ihm gezeigt hätte, er wäre definitiv NICHT aus dem hysterischen anfall rausgekommen! (das kann ich nach dem gestrigen hysterischen anfall mit noch größerer sicherheit sagen ;))

er hätt höchstwahrscheinlich weitergemacht und irgendwann wär ich ausgezuckt und stinkesauer geworden, ich hätt ihm gesagt dass es jetzt genug ist und es mir reicht und ich hätte ihn an der hand genommen und wär mit ihm gegangen. gegen seinen willen. aber ohne ihm weh zu tun oder völlig unkontrolliert zu schreien oä.

wie gesagt, ich war weder stinksauer, noch hab ich mich irgendwie zurückhalten müssen, auszuzucken.
und ich bin einfach gegangen. bringt absolut gar nix ;) ich hatte immer noch ein brüllendes kind um mich, das mich zum stehen bleiben bringen wollte. in dem es sich vor mich stellt, an meiner hand zerrt usw.

nachdem ich mich wieder im griff gehabt hätte, und er ansprechbar ist, hätt ich ihm die situation nochmal erklärt, sehr freundlich, um mich mit ihm zu versöhnen und das gewesene hinter uns zu lassen. wenn ich im nachhinein gefunden hätte, dass ich zu wenig geduldig war, würde ich mich dafür entschuldigen (aber nicht dafür dass ich böse geworden bin).

das problem dabei ist: wenn du brüllst, beruhigt sich dein kind nicht, wenn sich dein kind nicht beruhigt, brüllst du vermutlich weiter. siehst, wo das hinführt? ;) natürlich entspannt sich die situation früher oder später, aber dein brüllen trägt dazu mit sicherheit nicht dazu bei.

soweit die theorie :D
jaja, die theorie ist ein hund :cool:

ich glaube dass das kind in dem fall höchstgradig verwirrt ist (er weiss nicht was er will), es geht ihm nicht darum grenzen zu testen, oder machtspielchen zu spielen, sein verhalten ist nur ein ausdruck dafür dass er nicht weiss was er fühlt, und damit nicht weiss was er tun soll (dazu passt auch mein posting im "machtspiele-thread"). du schreibst ja auch dass seine situation zu dem zeitpunkt nicht ganz einfach war.

geb dir völlig recht!


von mir selbst kenne ich auch, dass wenn man sehr erregt ist, das gegenüber aber cool, dass einen das nur noch rasender macht (ich meine jetzt eingentlich nur "emotional erregt", ist aber fürs andere vielleicht nicht wirklich anders).

stimmt, das ist zum kotzen. aber ich glaube nicht, dass das in dieser situation irgendeinen einfluss auf das hysterische kind hat.
gestern z.b. wieder ein hysterischer anfall. simon hat mich versucht wegzuzerren und ich hab ihn angebrüllt - auf körperliche "angriffe" reagiere ich schon recht heftig! seine reaktion drauf: er haut auf mich hin und die physischen angriffe werden noch heftiger!
soviel also zur theorie ;)

mit meiner reaktion zeige ich meinem kind, dass es den launen seiner umwelt nicht ausgeliefert ist, sondern dass es sie beeinflussen kann (in diesem fall negativ). und ich zeige ihm dass es - und sein tun - nicht egal sind, mich nicht kalt lassen. und das nicht "künstlich", weil ich das zb gelesen hab dass man das so machen soll, sondern weil es letztendlich eine ganz natürliche reaktion ist:

wenn man ein lebewesen, und mag es sonst noch so friedlich sein, in eine ecke drängt und nur lange genug stichelt, wird es zum angriff übergehen, das ist mmn ausdruck eines überlebenstriebes, instiktives verhalten. und ich glaube dass kinder am besten mit natürlichen verhaltensmustern umgehen können ("nur" ruhig zu bleiben heisst wenig gefühle zu zeigen, das finde ich nicht "natürlich").

wie gesagt, meine reaktion war authentisch und nicht künstlich. ein auszucker wäre künstlich gewesen. mein auszucker gestern war wiederum sehr authentisch.
und wenn man in dem fall einfach ruhig ist, ist man nicht gefühllos, sondern ruhig ;)


zusammengefasst würd ich also sagen, dass, was dich an meinem beitrag so "gestört" hat, ist, dass ich anders reagiert habe, als du es hättest. aber nur deshalb, weil du glaubtest, dass ich mich irgendwie zurückgehalten habe. und das war nicht so ;)

im grunde gebe ich dir auch recht, dass man seine gefühle zeigen sollte. aber glaub mir, es ist ein fehler zu denken, dass das in der situation selber helfen würde! es hilft dir, dass du kein magengeschwür bekommst :cool: aber nicht, deinem kind aus dem anfall rauszukommen!

Lollipop
10.05.2007, 10:13
Ich finde man darf auch als Erwachsener (gewaltlos) auszucken, um kein Magengeschwür zu bekommen, auch auf die Gefahr hin, dass das Kind vielleicht erst 2 Minuten später aus seinem Anfall rauskommt. ;)

DoubleL
10.05.2007, 10:17
gestern z.b. wieder ein hysterischer anfall. simon hat mich versucht wegzuzerren und ich hab ihn angebrüllt - auf körperliche "angriffe" reagiere ich schon recht heftig! seine reaktion drauf: er haut auf mich hin und die physischen angriffe werden noch heftiger! ich verstehe so ein verhalten, als eine große verzweiflung, "hilf mir!", "lieb mich!", "versteh mich!". :herz2:

...er tat mir leid! ich fühlte mich hilflos! ja. ich weiß nicht wie ich es beschrieben sollte. eigentlich war er hilflos. er besitzte irgendein problem. war der grund für deine hilflosigkeit, weil du ihm helfen konntest, wusstest aber nicht wie? vielleicht könnte dir helfen zu denken, dass nicht du sondern nur er selbst dieses problme bewältigen kann (früher oder später) und dass deine rolle dabei "nur" ist, für ihn da zu sein, ihn zu verstehen und ihm es auch zu zeigen und dass ihm genau das dann die kraft geben könnte um den weg zu sich wieder zu finden.

wünsch euch alles gute, dir viel kraft und auch in zukunft ruhe ("in dem fall war ich wirklich ruhig und einfach NICHT grantig.") in solchen situationen. :herz2:
L.

xenchen
10.05.2007, 10:22
Ich finde man darf auch als Erwachsener (gewaltlos) auszucken, um kein Magengeschwür zu bekommen, auch auf die Gefahr hin, dass das Kind vielleicht erst 2 Minuten später aus seinem Anfall rauskommt. ;)

eh klar, darf man. aber man sollte nicht glauben, dass ein auszucker dem kind helfen wird ;)

xenchen
10.05.2007, 10:35
deine beiträge machen mich fertig ;) sitze immer "stundenlang" da und überlege, wie und was ich drauf antworten soll :rolleyes: ist aber nicht bös gemeint, sondern als kompliment ;)

ich verstehe so ein verhalten, als eine große verzweiflung, "hilf mir!", "lieb mich!", "versteh mich!". :herz2:

in dem moment fühle ich aber nur "man greift mich körperlich an", "es wird eine grenze überschritten", "ich fühl mich nicht wohl" ...
ich hab ein ernsthaftes problem mit körperlichen übergriffen. das beginnt bei "kleinigkeiten" wie wegzerren/-stoßen. und darauf reagier ich wirklich mit wut und geschrei. sind oft nur 30 sekunden, grad, dass ich schrei, es sei nicht in ordnung und ich will das nicht. zum teil ist es eine bewusste reaktion, um zu zeigen, wie wichtig mir diese grenze ist. zum teil ist die reaktion einfach wirklich aus meinem inneren.
dass das problem nicht von irgendwoher kommt, ist mir auch klar ;)

ja. ich weiß nicht wie ich es beschrieben sollte. eigentlich war er hilflos. er besitzte irgendein problem. war der grund für deine hilflosigkeit, weil du ihm helfen konntest, wusstest aber nicht wie? vielleicht könnte dir helfen zu denken, dass nicht du sondern nur er selbst dieses problme bewältigen kann (früher oder später) und dass deine rolle dabei "nur" ist, für ihn da zu sein, ihn zu verstehen und ihm es auch zu zeigen und dass ihm genau das dann die kraft geben könnte um den weg zu sich wieder zu finden.

ich wusste, wie ich ihm helfen hätte können (bevor er sich noch so extrem reinsteigert), konnte es aber nicht: 15 min. tragen.
und ich wusste aber nicht, wie ich ihm aus seiner wut, seinem zorn, seiner hilflosigkeit raushelfen hätte können. das mit dem aktiven zuhören (wir hatten seit dem ersten beitrag ja bereits zwei weitere situationen), hilft nicht ;)
gestern hätte ich nicht mal gewusst, wie ich es verhindern hätte können. er hat mich weggestoßen -> ich bin gegangen -> er hat mich zurückgerufen -> hat mich wieder weggestoßen. tja?

DoubleL
10.05.2007, 11:04
deine beiträge machen mich fertig ;) sitze immer "stundenlang" da und überlege, wie und was ich drauf antworten soll :rolleyes: ist aber nicht bös gemeint, sondern als kompliment ;)ich nehme an, es geht nicht nur um eine "antwort" schreiben, sondern um über sich selber reflektieren. mich bringt dieser austausch auch weiter. :)

in dem moment fühle ich aber nur "man greift mich körperlich an", "es wird eine grenze überschritten", "ich fühl mich nicht wohl" ...
ich hab ein ernsthaftes problem mit körperlichen übergriffen. bei mir hängt es von meinem zustand ab - wenn ich mich körperlich oder psychisch nicht wohl fühle (hängt klar zusammen), stört mich alles mögliche: schreien, weinen, auch auf den rucken klatschen aus spaß, unordnung.

ich wusste, wie ich ihm helfen hätte können (bevor er sich noch so extrem reinsteigert), konnte es aber nicht: 15 min. tragen.
und ich wusste aber nicht, wie ich ihm aus seiner wut, seinem zorn, seiner hilflosigkeit raushelfen hätte können. das mit dem aktiven zuhören (wir hatten seit dem ersten beitrag ja bereits zwei weitere situationen), hilft nicht

15 minuten tragen
- ist er nach dem kiga müde? anfangs war meine tochter nach kiga ziemlich erschöpft (sie wollte so lange bleiben, aber es war einfach: viel los, keine zeit zum essen), hab sie nach hause tragen müssen. kiwa mitnehmen?
- hat er keine lust zu fuß zu gehen? laufrad? roller?
- hat er im kiga zu viel stress (auch viele postiven erfahrungen, können zu viel sein)? braucht er körperkontakt? zurück in das nest? zuerst lange kuscheln?

viel zorn
was hat er? deine schwangerschaft? entwicklungssprung? probleme im kiga? (meine tochter kommt oft mit problemen aus dem kiga nach hause. eigentlich täglich. es ist eine kleine gesellschaft, wo sich so viel abspielt, liebesgeschichten, unerfüllte wünsche, reibereien. ich habe nicht erwartet, dass sich so viel abspielen wird und dass das aktive zuhören so eine anspruchsvolle tätigkeit wird.)

lg L.

xenchen
10.05.2007, 11:24
15 minuten tragen
- ist er nach dem kiga müde? anfangs war meine tochter nach kiga ziemlich erschöpft (sie wollte so lange bleiben, aber es war einfach: viel los, keine zeit zum essen), hab sie nach hause tragen müssen. kiwa mitnehmen?
- hat er keine lust zu fuß zu gehen? laufrad? roller?
- hat er im kiga zu viel stress (auch viele postiven erfahrungen, können zu viel sein)? braucht er körperkontakt? zurück in das nest? zuerst lange kuscheln?

viel zorn
was hat er? deine schwangerschaft? entwicklungssprung? probleme im kiga? (meine tochter kommt oft mit problemen aus dem kiga nach hause. eigentlich täglich. es ist eine kleine gesellschaft, wo sich so viel abspielt, liebesgeschichten, unerfüllte wünsche, reibereien. ich habe nicht erwartet, dass sich so viel abspielen wird und dass das aktive zuhören so eine anspruchsvolle tätigkeit wird.)

lg L.
in allen drei situationen war er definitiv müde! die kiga-abhol-situation haben wir auf zwei weisen jetzt gelöst:
1. kiwa ist wieder mit,
2. papa holt ihn wieder ausschließlich ab (er reagiert momentan nur auf mich so)

entwicklungssprung hat er definitiv gemacht. glaub aber nicht, dass der jetzt noch ansteht, sicher bin ich mir nicht ;)

baby kommt in 4-5 wochen. würd mich wundern, wenn das an ihm spurlos vorüber geht. ist mit sicherheit also ein faktor!

über probleme im kiga weiß ich nix. er geht total gerne! ob ihm das manchmal zuviel wird, kann ich ehrlich nicht beurteilen. erstens erzählt er nicht viel und zweitens fehlt ihm dazu auch noch die sprache ein wenig.
aber heute haben wir sowieso entwicklungsgespräch im kiga, ich werd da mal nachhorchen!

DoubleL
10.05.2007, 12:32
in allen drei situationen war er definitiv müde! die kiga-abhol-situation haben wir auf zwei weisen jetzt gelöst:
1. kiwa ist wieder mit,
2. papa holt ihn wieder ausschließlich ab (er reagiert momentan nur auf mich so)!ja. statt versuchen da kind zu verändern, die situation geändert. :herz2:

über probleme im kiga weiß ich nix. er geht total gerne! ob ihm das manchmal zuviel wird, kann ich ehrlich nicht beurteilen. erstens erzählt er nicht viel und zweitens fehlt ihm dazu auch noch die sprache ein wenig.
aber heute haben wir sowieso entwicklungsgespräch im kiga, ich werd da mal nachhorchen!meine tochter geht auch sehr gerne in den kiga, sie redet aber auch sehr, sehr viel. oft erzählt sie schon auf dem heimweg, was alles los war (wobei in der letzten zeit, eh ich diejenige bin, die probleme mit manchen kiga-abenteurn hat, sie findet sie lustig :rolleyes: ), meistens kommt es erst beim schlafen gehen raus

z.b den ganzen nachmittag unrund, abend: kann nicht einschlafen, plötzlich:
sie: "bevor wir in den park gegenagen sind, habe ich geweint und dann mit XY (pädagogin) in den park gegangen bin"
ich: "warst du traurig, weil du mit keinem kind gegangen bist?"-
sie - sehr laut: "nein!" ich will immer mit pädagoginnen gehen!!".
ich finde es sehr seltsam, sage nur: "aha." und warte. pause. dann
sie (ruhig und leise): "ich wollte mit YZ gehen, ihn hat aber ZX ausgesucht und ich war traurig, weil ich gemeinsam mit ihm gehen wollte."
sie legt sich ins bett und schläft ein.

ich frage mich manchmal ob andere kinder viel weniger probleme haben oder dadurch, dass sie so viel redet, bekommen wir viel mehr mit. ich glaube eher das zweite. außerdem je jünger und/oder je weniger sprache ist es, meiner meinung nach, viel schwieriger. für das kind sich auszudrücken und für eltern zu verstehen, was eigentlich das problem ist.

lg L.

wucki
10.05.2007, 13:10
warum nimmst du kein wagerl mit?

wucki
10.05.2007, 13:12
okay die wagerlfrage ist beantwortet.. ;)



geht er jeden tag in den KIga. aber er ist doch erst 2,5 ? :confused: und du zhaus..

larose
10.05.2007, 13:34
außerdem je jünger und/oder je weniger sprache ist es, meiner meinung nach, viel schwieriger. für das kind sich auszudrücken und für eltern zu verstehen, was eigentlich das problem ist.

lg L.

danke dir:herz2:
diese passage hat mir jetzt total gut getan.
mein sohn spricht total wenig und es ist teilweise sehr schwer für mich ihn zu verstehen.

generell möchte ich auch festhalten, dass ich diesen ganzen thread sehr sehr gerne lese und mir schon einige "lichter" aufgegangen sind.
:winken:

monaaa
10.05.2007, 14:31
im grunde gebe ich dir auch recht, dass man seine gefühle zeigen sollte. aber glaub mir, es ist ein fehler zu denken, dass das in der situation selber helfen würde! es hilft dir, dass du kein magengeschwür bekommst :cool: aber nicht, deinem kind aus dem anfall rauszukommen!

das hab ich auch nicht angenommen (ich hab auch geschrieben "hätt höchstwahrscheinlich weitergemacht", das höchstwahrscheinlich für den fall, dass es unerwarteterweise doch was gebracht hätt *g*).

wenn du brüllst, beruhigt sich dein kind nicht, wenn sich dein kind nicht beruhigt, brüllst du vermutlich weiter. siehst, wo das hinführt? http://elternforum.hebammen.at/htdocs/ubb/wink.gif natürlich entspannt sich die situation früher oder später, aber dein brüllen trägt dazu mit sicherheit nicht dazu bei.
das ist mir auch klar. ich mein auch nicht brüllen weiter brüllen... oder herumkreischen :rolleyes: und auch nicht rumhüpfen :D vielleicht ist auszucken zu bildlich gesprochen. ich mein eher ein kräftiges anherrschen. dann ist klar, jetzt ist der punkt erreicht wo es einfach reicht. wo - solange nicht irgendein (kleines, man ist ja anspruchslos *g*) positives signal von meinem gegenüber kommt - ich auch zu keinen kompromissen mehr bereit bin.


wie gesagt, ich war weder stinksauer, noch hab ich mich irgendwie zurückhalten müssen, auszuzucken.
ist zuviel johanniskraut in deiner SS teemischung? :rolleyes:

ok, aber auch wenn ich nicht stinksauer wär würd ich ihm irgendwann - eben dann wenns mir einfach reicht - sagen, dass es mir jetzt wirklich reicht, dass ich enttäuscht bin dass es so nicht funktioniert hat, ihn an der hand nehmen und gehen :boes: das würd zu protest führen, weiter gehts wie schon beschrieben.
und sag jetzt nicht es hatt dir nicht gereicht :p:D

monaaa
10.05.2007, 15:01
@Lollipop: :goodpost: yep, find ich auch.

@DoubleL: aber sie war doch "warm ruhig, verständnisvoll" und es hat auch nix gebracht. wie gesagt, ich glaub das bringt einen uU noch mehr zur raserei als wenn das gegenüber wütend wird, so wie man es von ihm erwartet.

[also mich macht das jedenfalls extrem rasend, auch wenn ich davor nicht mal wütend war. wenn jemand so ganz heilig super verständnisvoll ist mit diesem "ich verzeihe alles und ich versteh dich" blick dann werd ich aggressiv :rolleyes: vielleicht weil es auf mich "falsch" (iSv verstellt) wirkt, unwirklich, und damit hab ich ein problem]

ich glaub man muss sich damit abfinden, dass sich kinder des öfteren so verhalten, dass man nicht mehr weiter weiss. egal wie bemüht man ist, solche situationen kommen vor. das ist so, das war immer so, und das wird immer so sein. und das ist auch nicht schlimm.

das ist kein versagen elternseits. kinder sind auf der suche nach ihrem weg, und dabei geraten sie des öfteren in eine sackgasse - das wird weniger je besser man sich im leben zurecht findet (kommt aber auch bei erwachsenen vor, ich kenn das noch :D).

wichtig ist nur, dass es danach einen neuen, guten anfang gibt. damit man stark ist fürs nächste mal :mad: :(

(ich sag jetzt nicht man soll nicht versuchen solche situationen möglichst irgendwie so weit es nur geht zu vermeiden. aber eben auch nicht daran verzweifeln wenns passiert.)

xenchen
10.05.2007, 17:41
geht er jeden tag in den KIga. aber er ist doch erst 2,5 ? :confused: und du zhaus..
ja, er geht jeden tag in den kiga. sogar ganztags. weils ihm spaß macht. weil ER das will. hab ihn sogar 6 wochen nur halbtags gehen lassen, mit dem selben argument, dass du bringst: ich bin ja daheim. nach 6 wochen hat er mir gesagt, er will länger im kiga bleiben. auch wenns für mich absurd ist, für ihn ist das so richtig ;)

wucki
10.05.2007, 19:44
ja, er geht jeden tag in den kiga. sogar ganztags. weils ihm spaß macht. weil ER das will. hab ihn sogar 6 wochen nur halbtags gehen lassen, mit dem selben argument, dass du bringst: ich bin ja daheim. nach 6 wochen hat er mir gesagt, er will länger im kiga bleiben. auch wenns für mich absurd ist, für ihn ist das so richtig ;)

na witzig!

weißt, ich hab gefragt weil ich das auch nicht so ungewöhnlich finde, grad wenn ein 2.baby kommt.. also bei mir kommt ja das 2., wenn überhaupt, sicher nimma bevor aurelia 3 jahre alt ist, und dann kann sie ja in den kiga, das wäre für mich auch total okay.
nur im umkreis hab ich schon öfter gehört, das es komisch wäre, weil mama ja sowieso daheim ist.. (weil zb: zusätzliche kosten auch anfallen)
also ehrlich: ICH für MICH weiß nicht mal ob ICH mit 2 kleinen kindern den ganzen tag "durchhalten" könnt.
wenn überhaupt, dann stellt sich das noch raus! :)


zum thema: du machst das total super gut...

ICH glaube heutzutage mit allen "supermuttis" machen wir uns alle viel zu viel sorgen darüber!

:winken:

DoubleL
11.05.2007, 08:30
"ich versteh dich"apropos "ich verstehe dich" (sage ich ncht mehr) - emapthie ist, meiner meinung und erfahrung nach, nicht denken/sagen "ich verstehe, wie du dich fühlst", sondern echt das gefühl haben, fühlen, spüren zu können, wie sich der andere fühlt.

beim versuch einen menschen "zu verstehen", versuche ich rauszufinden, wie ich mich in so einer situation fühlen würde. bei diesem prozess komme ich nur weg von diesem mensch, denke über sachen nach, die mit ihm nichts mehr zu tun haben und vergleiche, bewerte eigentlich.

lg L.

larose
11.05.2007, 09:34
apropos "ich verstehe dich" (sage ich ncht mehr) - emapthie ist, meiner meinung und erfahrung nach, nicht denken/sagen "ich verstehe, wie du dich fühlst", sondern echt das gefühl haben, fühlen, spüren zu können, wie sich der andere fühlt.

beim versuch einen menschen "zu verstehen", versuche ich rauszufinden, wie ich mich in so einer situation fühlen würde. bei diesem prozess komme ich nur weg von diesem mensch, denke über sachen nach, die mit ihm nichts mehr zu tun haben und vergleiche, bewerte eigentlich.

lg L.

das ist bei mir oft der knackpunkt, weil das verstehen bei mir sehr oft vom kopf ausgeht:(
in vielen situationen drück ich verbal verständnis aus und im selben moment bzw. etwas danach spüre ich, dass das gefühl dazu meist nicht genauso bzw. nur wenig vorhanden ist.
mein sohn "reagiert" darauf auch wenig bis gar nicht bzw. genau gegenteilig zu dem was ich ausdrücken möchte.
ich bin aber sehr froh darüber, dass es so ist, weil er ist für mich ein guter indikator, ob es echte empathie ist oder nur "leere" worte.
die situationen wo ich wirklich aus dem gefühl heraus empathisch bin, sind für mich immer sehr magisch:herz2:

DoubleL
11.05.2007, 09:38
die situationen wo ich wirklich aus dem gefühl heraus empathisch bin, sind für mich immer sehr magisch:herz2:schön. :love:

Mavis
11.05.2007, 11:36
Zur beschriebenen Ausgangssituation (Getragenwerdenwollen versus Hochschwangerschaft) möcht ich gern 2 Hypothesen in den Raum stellen. Weil mich Themen wie dieses zur Zeit sehr beschäftigen und es eine Weile gedauert hat, bis ich für mich einen gangbaren Weg gefunden habe.

H0: Wir als Eltern sind ohe wenn und aber dafür verantwortlich, dass dem Kind seine Bedürfnisse/Wünsche so erfüllt werden, dass das Kind nicht weinen/zornig werden muß. Wenn es weint, liegt das Problem bei uns, wir müssen es lösen. Wenn das Kind durch eine Intervention von uns aufhört zu weinen oder wenn wir den Ausbruch von Tränen dadurch verhindern können, ist das Problem gelöst.

H1: Wir als Eltern begleiten unsere Kinder auch dann empathisch, wenn ihre Bedürfnisse/Wünsche (für uns) nicht erfüllbar sind und sie deswegen enttäuscht, wütend oder traurig sind. Wir halten ihr Weinen in solchen Situationen aus. Das Problem liegt bei ihnen, sie müssen damit zurechtkommen. Wir können aber darauf achten, dass wir ihre Gefühle wahr- und ernstnehmen, sie ihnen vielleicht reflektieren. Dass sie sie spüren und zeigen dürfen, ohne dass wir sie als Problem sehen, das wir lösen müssen.

Und zwei weitere:
H0: Die eigenen Grenzen sind unwichtig, wenn sie das Kind traurig machen. Läßt man zu, dass es die eigenen Grenzen überschreitet, geht es nachher zwar mir schlechter, aber dem Kind besser.

H1: Die eigenen Grenzen sind wichtig. Wenn sie das Kind traurig machen, fühlt man mit, achtet aber trotzdem darauf, dass sie gewahrt werden. Denn wenn ich dafür sorge, dass meine Grenzen gewahrt bleiben, kann ich empathisch dem Kind gegenüber bleiben, was letztlich der Beziehung zwischen mir und dem Kind mehr dient als wenn ich Grenzüberschreitungen zulasse, die mich dann (und das tun Grenzüberschreitungen ja immer, sonst wären es ja keine) belasten.

Ich freu mich auf Eure Gedanken dazu.

xenchen
11.05.2007, 11:53
ich glaube, es geht nur mit einer mischung aus H0 und H1 - jedes mal muss neu entschieden werden.

ich halte sehr viel davon, seinem kind jeden möglichen wunsch zu erfüllen, möchte mich selbst dabei aber nicht aufgeben und meine grenzen gewahrt wissen. genauso, wie ich in vielen dingen die grenzen des kindes wahre.

ich finde, es ist eines der schwierigsten themen und entscheidungen, die man als eltern treffen muss, tagtäglich. dabei nehme ich sowohl auf die bedürfnisse des kindes, als auch auf meine rücksicht. dabei muss ich zugeben, dass ich vermutlich (so genau hab ich das aber noch nicht hinterfragt) mehr egoist bin und die entscheidung mehr nach meinen bedürfnissen ausfallen. - um sicher zu sein, müsste ich wohl eine stricherlliste anfangen ;)

ich glaube nicht, dass es funktionieren kann, oder dass ich meinem kind einen gefallen damit tue, wenn ich in allem und jedem "nachgebe" und meine grenzen dabei ständig übergehe bzw. sie regelrecht aufgebe, weil ab einem gewissen punkt werden sie wohl nimmer da sein.

im schlimmsten fall wird das kind sogar verhaltensauffällig, weil es keine persönlichen grenzen mehr kennt. wird menschen an den haaren ziehen, in die augen fahren und was weiß ich was.

umso mehr ich drüber nachdenke, umso schlimmer wird das "ergebnis" einer völligen selbstaufgabe.

so, jetzt freu ich mich auch schon auf andere meinungen ;)

paprika
11.05.2007, 12:06
@xenchen: Das hast du phantastisch formuliert, dem habe ich nichts hinzuzufügen, ich seh das ganz genauso. :goodpost:

Und ich glaub, grade dieses ewige Abwägen zwischen H0 und H1 je nach Ausgangssituation macht das Thema ja so komplex, dass es in Erziehungsfragen kaum pauschale Standardantworten bzw. konkrete Handlungsanweisungen nach Methode X geben kann bzw. die im Einzelfall furchtbar schief gehen können. Weil eben jeder seine Grenzen woanders hat...

Wobei ich in Diskussionen und durch Beschäftigen mit der Materie immer mehr draufkomm, dass Erziehen sehr sehr viel damit zu tun hat, ob man weiß, wo seine eigenen Grenzen sind und ob und wie man sie äußert. Sozusagen gehört eine Portion Selbsterfahrung und Selbstreflexion unbedingt dazu. Das fällt vielen Menschen (bedingt durch ihre eigene Erziehung und damit verbundenen permanenten Grenzüberschreitungen) sehr schwer.

Liebe Grüße,
paprika

DoubleL
11.05.2007, 12:06
@ mavis: meine gedanken dazu, ganz kurz:


ich bin wichtig. du bist wichtig. was könnten wir tun, so dass wir beide mit der lösung zufrieden sind?
je jünger das kind, desto mehr ist es mein job, eine lösung zu finden, so dass es uns beiden gut geht.
um einem menschen helfen zu können, muss ich mich zuerst selbst wohl fühlen, also muss sehr wohl auf mich und meine bedürfnisse (maslow) achten.

lg L.

ellela
15.05.2007, 11:43
Ich finde diesen Thread wunderschön und lese wahnsinnig gerne mit!

Danke :herz2:

Amota
15.05.2007, 18:14
hab jetzt nicht alle Antworten gelesen, aber will auch mitsenfen...

ich glaube dass dein Sohnemann deine Unsicherheit spührt, und dein "müdesein" ihn zusätzlich verunsichert. (oder umgekehrt) Würd ich auch nicht ändern, da er dass schon richtig erkennt, und es wird ja wirklich vieles Neu.
In der Kindergarten abhol Situation würde ich kleine Rituale zum beruhigen verwenden. Funktioniert bei meiner Tochter hervorragend. Kleine Lieder mit Fingerspielchen, die uns vermitteln dass vieles Gleich bleibt.
Ist ein psychologisches Phänomen, dass man singend keine Angst haben kann.

xenchen
15.05.2007, 18:18
Ich finde diesen Thread wunderschön und lese wahnsinnig gerne mit!

Danke :herz2:

finde ich auch :love: ich mag dieses unterforum überhaupt extrem gerne :herz2:

ZYX
15.05.2007, 19:47
finde ich auch :love: ich mag dieses unterforum überhaupt extrem gerne :herz2:

Dem kann ich mich nur anschließen, mag dieses Unterforum auch extrem gerne.

Tilda
15.05.2007, 19:56
finde ich auch :love: ich mag dieses unterforum überhaupt extrem gerne :herz2:

Dem kann ich mich nur anschliessen :)
Früher gingen Erziehungsfragen ja wirklich unter.

ZYX
15.05.2007, 20:07
H0: Wir als Eltern sind ohe wenn und aber dafür verantwortlich, dass dem Kind seine Bedürfnisse/Wünsche so erfüllt werden, dass das Kind nicht weinen/zornig werden muß. Wenn es weint, liegt das Problem bei uns, wir müssen es lösen. Wenn das Kind durch eine Intervention von uns aufhört zu weinen oder wenn wir den Ausbruch von Tränen dadurch verhindern können, ist das Problem gelöst.

H1: Wir als Eltern begleiten unsere Kinder auch dann empathisch, wenn ihre Bedürfnisse/Wünsche (für uns) nicht erfüllbar sind und sie deswegen enttäuscht, wütend oder traurig sind. Wir halten ihr Weinen in solchen Situationen aus. Das Problem liegt bei ihnen, sie müssen damit zurechtkommen. Wir können aber darauf achten, dass wir ihre Gefühle wahr- und ernstnehmen, sie ihnen vielleicht reflektieren. Dass sie sie spüren und zeigen dürfen, ohne dass wir sie als Problem sehen, das wir lösen müssen.


Bei diesen beiden Hypothesen fehlt mir betreffend der Bedürfnisse noch eine kleine Differenzierung. Wenn es nämlich um Bedürfnisse wie Hunger oder Durst oder ähnliches geht und die Kinder noch nicht in der Lage sind sich selbst was zu nehmen dann bin ich bei H0. Nämlich, daß es ohne wenn und aber in der Verantwortung der Eltern liegt und dort auch die Verantwortung für das weinen zu suchen ist. Aber ich glaube, daß sprichst Du bei diesen Hypothesen eigentlich nicht mit an.


Und zwei weitere:
H0: Die eigenen Grenzen sind unwichtig, wenn sie das Kind traurig machen. Läßt man zu, dass es die eigenen Grenzen überschreitet, geht es nachher zwar mir schlechter, aber dem Kind besser.

H1: Die eigenen Grenzen sind wichtig. Wenn sie das Kind traurig machen, fühlt man mit, achtet aber trotzdem darauf, dass sie gewahrt werden. Denn wenn ich dafür sorge, dass meine Grenzen gewahrt bleiben, kann ich empathisch dem Kind gegenüber bleiben, was letztlich der Beziehung zwischen mir und dem Kind mehr dient als wenn ich Grenzüberschreitungen zulasse, die mich dann (und das tun Grenzüberschreitungen ja immer, sonst wären es ja keine) belasten.

Ich freu mich auf Eure Gedanken dazu.

Für mich sind die beiden H1 sehr eng vernetzt.

Mir fehlt bei der zweiten H1 noch eine Erweiterung um die Grenzen des Kindes. Sowas wie: "Mir sind die Grenzen des Kindes wichtig." Wenn ich das umschreibe und den Satz "Die eigenen Grenzen sind wichtig" durch "Mir sind die Grenzen des Kindes wichtig." dann regt sich in meinem inneren Widerstand gegen den nächsten Satz: "Wenn sie mich traurig machen..." (wieder analog umformuliert). Denn es taucht in mir die Frage auf, wie kann die Grenze eines anderen MICH traurig machen? Und macht es mich doch traurig dann wird wohl durch die Grenze eines anderen meine Grenze überschritten. Sonst würde es mich nicht tangieren und ich nicht mit einem starken Gefühl darauf reagieren. (Und umgekehrt, wieso sollte das Kind traurig werden wenn nicht seine Grenze überschritten wird wenn ich auf meine Grenzen achte) Und da spießt es sich für mich! Denn die Grenzen hören scheinbar nicht schön abgetrennt auf sondern überlappen sich in einigen bereichen. Und dafür bieten die Hypothesen keine Lösung.

Wie seht ihr das?

larose
15.05.2007, 20:14
Dem kann ich mich nur anschliessen :)
Früher gingen Erziehungsfragen ja wirklich unter.

ebenso!:herz2:
bin total gern "hier":)
:winken:

ellela
15.05.2007, 21:57
finde ich auch :love: ich mag dieses unterforum überhaupt extrem gerne :herz2:

Ebenso.
Ich find es ist ein interessantes Phänomen, dass die meisten Diskussionen in diesem Forum total gut laufen.
Früher ist das immer alles so ausgeartet :confused:

Tamasami
15.05.2007, 22:13
ebenso!:herz2:
bin total gern "hier":)
:winken:

Oute mich als treue Mitleserin! Habe mir hier in diesem Unterforum, genauso wie früher in den AP-Threads (an dieser Stelle ein dickes Dankeschön an DoubleL & Co :winken: ), schon viele für mich wertvolle Anregungen geholt :love:

Danke für euren Austausch!

Maria mit Tabea Rowena Maria und Samuel Noah Michael (Juli 2005)

DoubleL
16.05.2007, 12:11
Oute mich als treue Mitleserin! Habe mir hier in diesem Unterforum, genauso wie früher in den AP-Threads (an dieser Stelle ein dickes Dankeschön an DoubleL & Co :winken: ), schon viele für mich wertvolle Anregungen geholt :love:

Danke für euren Austausch!
es freut mich zu lesen, dass dir ap-threads auf deinem weg geholfen haben, dass du dort die anregungen gefunden hast, die du gesucht hast.

ich bedanke mich bei anamama (für büchertipps und ihre forumsausdauer), pezi (weil sie die erste person war, die ich so "nach gordon" mit kindern reden gehört habe und mir das montessori-basisseminar empfohlen hat), sowie apkk- / gordon-runde (für hilfreiche beziehung & austausch).

lg L.

xenchen
16.05.2007, 13:23
Mir fehlt bei der zweiten H1 noch eine Erweiterung um die Grenzen des Kindes. Sowas wie: "Mir sind die Grenzen des Kindes wichtig." Wenn ich das umschreibe und den Satz "Die eigenen Grenzen sind wichtig" durch "Mir sind die Grenzen des Kindes wichtig." dann regt sich in meinem inneren Widerstand gegen den nächsten Satz: "Wenn sie mich traurig machen..." (wieder analog umformuliert). Denn es taucht in mir die Frage auf, wie kann die Grenze eines anderen MICH traurig machen? Und macht es mich doch traurig dann wird wohl durch die Grenze eines anderen meine Grenze überschritten. Sonst würde es mich nicht tangieren und ich nicht mit einem starken Gefühl darauf reagieren. (Und umgekehrt, wieso sollte das Kind traurig werden wenn nicht seine Grenze überschritten wird wenn ich auf meine Grenzen achte) Und da spießt es sich für mich! Denn die Grenzen hören scheinbar nicht schön abgetrennt auf sondern überlappen sich in einigen bereichen. Und dafür bieten die Hypothesen keine Lösung.

Wie seht ihr das?

als beispiel für deine erläuterungen - sofern ich sie richtig verstanden hab ;) - würd mir jetzt folgendes einfallen, wo meine grenze überschritten wird und kind traurig drüber ist:

sohnemann liebt es, mit meinen haaren zu spielen. gerade wenn er getröstet werden will, ist sein erster griff in meinen nacken um sich ein haarbüschel zu krallen. mittlerweile hab ich mich an diese "macke" gewöhnt und meine grenze erweitert ;)
aaaaaaaaaber wenn er das nachts macht, um meine nähe zu suchen, werd ich wahnsinnig, so kann ich einfach nicht schlafen :rolleyes: und somit wird sohnemann traurig (und meist auch sauer), weil ich auf meine grenze bestehe.

so, und wie löst man jetzt das problem?
- mache ich sohnemann nicht traurig und kann dafür nicht schlafen?
- bestehe auf meine grenze und sohnemann dreht sich beleidigt und traurig zu gg?

ganz ehrlich, ich habs bisher noch nie geschafft, meine grenze hier nicht zu respektieren! wenn ich drüber nachdenke, würd ich das auch gar nicht wollen!

MamaMafalda
16.05.2007, 13:55
als beispiel für deine erläuterungen - sofern ich sie richtig verstanden hab ;) - würd mir jetzt folgendes einfallen, wo meine grenze überschritten wird und kind traurig drüber ist:

sohnemann liebt es, mit meinen haaren zu spielen. gerade wenn er getröstet werden will, ist sein erster griff in meinen nacken um sich ein haarbüschel zu krallen. mittlerweile hab ich mich an diese "macke" gewöhnt und meine grenze erweitert ;)
aaaaaaaaaber wenn er das nachts macht, um meine nähe zu suchen, werd ich wahnsinnig, so kann ich einfach nicht schlafen :rolleyes: und somit wird sohnemann traurig (und meist auch sauer), weil ich auf meine grenze bestehe.

so, und wie löst man jetzt das problem?
- mache ich sohnemann nicht traurig und kann dafür nicht schlafen?
- bestehe auf meine grenze und sohnemann dreht sich beleidigt und traurig zu gg?

ganz ehrlich, ich habs bisher noch nie geschafft, meine grenze hier nicht zu respektieren! wenn ich drüber nachdenke, würd ich das auch gar nicht wollen!

Hallo!

Jössas, das ist, als würdest du mich als Kind mit meiner Mama beschreiben! Ich habe es geliebt, mit ihren Haaren zu spielen ("Haarli ham" hab ich gesagt :rolleyes: ) und sie hat es nachts extrem abgelehnt. Ich hab dann eine Puppe mit recht langen Haaren bekommen, die hat sozusagen in der Nacht die Mama vertreten.

Lieben Gruss
Birgit

xenchen
16.05.2007, 14:01
Hallo!

Jössas, das ist, als würdest du mich als Kind mit meiner Mama beschreiben! Ich habe es geliebt, mit ihren Haaren zu spielen ("Haarli ham" hab ich gesagt :rolleyes: ) und sie hat es nachts extrem abgelehnt. Ich hab dann eine Puppe mit recht langen Haaren bekommen, die hat sozusagen in der Nacht die Mama vertreten.

Lieben Gruss
Birgit

wenn ich könnte, würd ich dich jetzt wirklich umarmen! auf die idee bin ich noch nie gekommen :o DAS werd ich ausprobieren ;)

MamaMafalda
16.05.2007, 15:13
wenn ich könnte, würd ich dich jetzt wirklich umarmen! auf die idee bin ich noch nie gekommen :o DAS werd ich ausprobieren ;)

Oh, das freut mich - hab ich gerne gemacht. :)
Birgit

Adsharta
19.05.2007, 17:00
Also ich habe jetzt nicht alles gelesen.

Habe diese Phase aber jetzt bei meiner Tochter ca. 2 Monate mitgemacht. Bis zu 4x am Tag kam so eine Aktion.
Man konnte ihr nichts rechtmachen.

Nachdem wir schon fast am Verzweifeln waren, haben wir beschlossen einfach nichts zu tun ausser da zu sein. Ich habe sie einfach ausspinnen lassen und gar nicht mehr viel reagiert.
Seitdem haben sich diese Aktionen verringert und nachher ist sie immer ganz kuschelig.
Vielleicht kriegt man die Kinder, die man selbst für seine Entwicklung braucht, wir sind beide sehr ungeduldige Menschen und Miriam lehrt uns Geduld zu haben. Nachdem ich das bei ihr gelernt habe, ging es schlagartig besser und jetzt haben wir solche Aktionen nur mehr 1x in der Woche, wenn sie nach der Spielgruppe müde und hungrig ist z.B.
Das ist immer eine heikle Zeit, ich bin gestresst, weil ich meinen Sohn noch abholen muss, Einkäufe verräumen muss, kochen etc. Aber ich habe mir jetzt angewöhnt, mich selbst bewußt runterzuschrauben, ist ja nicht so wichtig, ob die Einkäufe 5 min früher oder später oben sind. Trage ich sie halt hinauf, wenn sie das will. Bin aber nicht schwanger, kann es also leicht machen. Ich steig ihr nur nicht mehr auf ihre "will das haben, nein doch nicht, doch, nein etc." Aktionen ein. Da lasse ich sie dann einfach ausspinnen.

lg Sabine

xenchen
21.05.2007, 10:14
ich kann übrigens vermelden, wir dürften alle knoten, die ihn "gezwickt" ;) haben, aufgelöst:

- angst davor, ins kizi abgeschoben zu werden
- angst davor, im kizi schlafen zu müssen
- angst davor, dass ihn das baby anbrüllt :eek: :confused:

letzteres haben wir vor 1,5 wochen rausgefunden, wäre nie auf die idee gekommen. seitdem wir das besprochen haben, ist er wieder absolut der alte :love: natürlich ärgert er sich immer noch hin und wieder, aber er steigert sich absolut nimmer so rein und ist auch mir gegenüber nicht mehr (ganz so :rolleyes: ) aggressiv.

alles in allem waren die letzten wochen natürlich sehr anstrengend mit den konflikten, aber ich bin auch wieder als total gestärkte, gewachsene und gereifte mama draus hervorgegangen :love:
ich bin stolz auf meinen sohn, weil er uns mitteilen kann, dass was nicht passt und stolz auf uns als eltern, weil wir die signale verstanden haben und nicht als "das ist halt jetzt eine phase" abgetan haben. und natürlich stolz, dass wir auch die probleme gefunden und aufgelöst haben.

S.i.a.
21.05.2007, 10:21
Ich habe es geliebt, mit ihren Haaren zu spielen ("Haarli ham" hab ich gesagt :rolleyes: ) und sie hat es nachts extrem abgelehnt.

Ich hab dann eine Puppe mit recht langen Haaren bekommen, die hat sozusagen in der Nacht die Mama vertreten.


Auf diese Idee bin ich auch gekommen, mein Sohn lehnte diese aber mit der Begründung - die fühlen sich aber nicht nach Mama an - ab. :D

Inzwischen braucht er aber meine Haare nur mehr zum einschlafen, bzw. wenn er müde wird oder zwischendurch wenn er Kontakt/Trost/Nähe sucht.

Mein ältester Sohn brauchte immer meine Ohläppchen...:rolleyes: :D

MamaMafalda
21.05.2007, 10:48
Auf diese Idee bin ich auch gekommen, mein Sohn lehnte diese aber mit der Begründung - die fühlen sich aber nicht nach Mama an - ab. :D


Inzwischen braucht er aber meine Haare nur mehr zum einschlafen, bzw. wenn er müde wird oder zwischendurch wenn er Kontakt/Trost/Nähe sucht.


Mein ältester Sohn brauchte immer meine Ohläppchen...:rolleyes: :D


Ich bin dann im Laufe der Jahre darauf "umgestiegen", auf die Tränendrüsen zu drücken - nicht sprichwörtlich, sondern wirklich. Nach einer Nasen-Polypenoperation waren da nämlich so Luftblasen drin, schwer zu beschreiben... Aber es waren dann MEINE Tränendrüsen, nicht die meiner Mama. :D

@xenchen: Glückwunsch zur Weiterentwicklung, ich finde das toll!

Birgit

ellela
22.05.2007, 11:35
ich kann übrigens vermelden, wir dürften alle knoten, die ihn "gezwickt" ;) haben, aufgelöst:

- angst davor, ins kizi abgeschoben zu werden
- angst davor, im kizi schlafen zu müssen
- angst davor, dass ihn das baby anbrüllt :eek: :confused:

letzteres haben wir vor 1,5 wochen rausgefunden, wäre nie auf die idee gekommen. seitdem wir das besprochen haben, ist er wieder absolut der alte :love: natürlich ärgert er sich immer noch hin und wieder, aber er steigert sich absolut nimmer so rein und ist auch mir gegenüber nicht mehr (ganz so :rolleyes: ) aggressiv.

alles in allem waren die letzten wochen natürlich sehr anstrengend mit den konflikten, aber ich bin auch wieder als total gestärkte, gewachsene und gereifte mama draus hervorgegangen :love:
ich bin stolz auf meinen sohn, weil er uns mitteilen kann, dass was nicht passt und stolz auf uns als eltern, weil wir die signale verstanden haben und nicht als "das ist halt jetzt eine phase" abgetan haben. und natürlich stolz, dass wir auch die probleme gefunden und aufgelöst haben.

Schön :love:
Ich freu mich für euch!