Tilda
25.06.2006, 10:23
Es ist mir ein Bedürfnis, das hier reinzustellen, weil so oft völlig aberwitzige Annahmen und Meinungen über das Stillen vorherrschen.
Das ist ein Artikel von Jack Newman, einem kanadischen Kinderarzt und Stillpionier. Man findet auch weitere Artikel von ihm auf der Seite von Ullisch www.uebersstillen.org .
Hier ist Teil 1:
Vorurteile rund ums Stillen
Autor: Dr. Jack Newman MD FRCPC
Originaltitel: "Breastfeeding Myths"
1. Viele Frauen haben nicht genug Milch
Falsch! Der Grossteil der Frauen hat Milch in ausreichender Menge. Tatsache ist, dass eine Überproduktion häufig vorkommt. In vielen Fällen, wo ein Neugeborenes nur langsam zunimmt oder sogar an Gewicht verliert, hängt das nicht mit einer ungenügenden Milchproduktion zusammen, sondern der Grund dafür ist, dass dieses Baby nicht gut zu der zur Verfügung stehenden Milch kommt. Meistens deshalb, weil es nicht korrekt an der Brust trinkt. Aus diesem Grund ist es sehr wichtig, dass der Mutter gleich am Tag der Entbindung von einer erfahrenen Person gezeigt wird , wie man das Neugeborene richtig an die Brust anlegt.
2. Es ist normal, dass Stillen schmerzhaft ist
Falsch! Abgesehen von einem leichten Schmerz während der ersten Tage, was häufig vorkommt, und der nur vorübergehend (wenige Tage) und niemals so stark sein sollte, dass die Mutter Angst vor dem Stillen hat. Jeder Schmerz, der nicht nur ganz leicht ist, ist nicht normal, und fast immer ein Warnzeichen, dass das Baby nicht richtig angelegt ist. Ein eventueller Schmerz an den Brustwarzen, der sich nicht innerhalb von 3 oder 4 Tagen bessert oder länger als 5-6 Tage dauert, darf nicht ignoriert werden. Wenn die Brustwarzen zu schmerzen beginnen, nachdem die Mutter schon längere Zeit problemlos gestillt hat, könnte das auf eine Pilzinfektion an der Brustwarze hinweisen. Der Stillfrequenz ein Limit zu setzen beugt Brustwarzenschmerzen nicht vor. (siehe Wunde Brustwarzen).
3. In den ersten 3 oder 4 Tagen nach der Entbindung ist keine (oder nicht genügend) Milch vorhanden
Falsch! Oft scheint es so, weil ein Neugeborenes nicht richtig an die Brust angelegt wird und daher nicht zur Milch kommt. Sobald die Milchproduktion steigt, ist es möglich, dass ein Neugeborenes viel Milch erhält, auch wenn es nicht korrekt trinkt. Auf alle Fälle steht fest, dass ein Neugeborenes, das nicht richtig angelegt ist, in den ersten Tagen keine Milch erhält. Das ist der Fall, wenn man hört: "Jetzt ist er schon zwei Stunden lang an der Brust und hat immer noch Hunger." Wenn ein Neugeborenes nicht korrekt an der Brust trinkt, erhält es die Vormilch nicht. Wer den Vorschlag macht, mit der Milchpumpe zu kontrollieren, wieviel Vormilch man hat, beweist, dass er nichts vom Stillen versteht, und er sollte unbedingt ignoriert werden.
4. Ein Neugeborenes sollte an jeder Brust 20 (10, 15, 7, 6) Minuten trinken
Falsch! Man muss jedoch unterscheiden zwischen "an der Brust sein" und "an der Brust trinken". Wenn ein Baby an der ersten Brust aktiv 15-20 Minuten lang trinkt, kann es sein, dass es an der anderen gar nicht interessiert ist. Wenn es jedoch an der ersten Brust nur eine Minute lang getrunken hat, und dann beginnt, nur zu nuckeln, oder es schläft ein, und das gleiche wiederholt sich an der anderen Brust, dann genügt die Milchmenge, die es zu sich nimmt, nicht, selbst wenn es sehr lange an der Brust war. Wenn ein Baby korrekt an die Brust angelegt ist trinkt es die Milch besser und länger aktiv als wenn es nicht richtig angelegt ist. Um das Baby dazu zu bringen, dass es länger aktiv trinkt, kann hilfreich sein, wenn die Mutter die Milch direkt in den Mund des Babys ausdrückt sobald sie merkt, dass das Baby nicht mehr aktiv trinkt, um einen neuerlichen Milchfluss zu stimulieren. Es ist daher offensichtlich, dass die Regel, dass ein Kind in den ersten 10 Minuten 90% der vorhandenen Milch erhält, völlig falsch ist.
5. Ein Stillkind braucht bei sehr heissem Wetter zusätzliches Wasser
Falsch! Die Muttermilch enthält die Menge Wasser, die das Baby braucht.
6. Stillkinder brauchen zusätzliches Vitamin "D"
Falsch! Abgesehen von besonderen Umständen (zum Beispiel wenn die Mutter selbst während der Schwangerschaft einen Vitamin-D-Mangel hatte). Das Baby hat Vitamin D in der Zeit, die es in der Gebärmutter verbracht hatte, gespeichert und wenn man es regelmässig an die Sonne bringt, erhält es ausreichend Vitamin D.
7. Eine Mutter sollte vor jeder Brustmahlzeit die Brustwarzen waschen
Falsch! Bei der Flaschenfütterung muss man peinlich genau auf hygienische Massnahmen achten, da die synthetische Milch das Kind nicht gegen Infektionen schützt, und dazu kommt noch, dass sie selbst ein guter Nährboden für Bakterien ist und daher leicht verseucht werden kann. Die Muttermilch hingegen schützt das Baby vor Infektionen. Sich vor jeder Stillmahlzeit die Brustwarzen zu waschen macht das Stillen nur unnötig kompliziert und ausserdem wäscht man dadurch die Schutzöle weg.
8. Milchpumpen ist eine gute Methode, um zu sehen, wieviel Milch die Mutter hat
Falsch! Die Menge der Milch, die man pumpen kann hängt von vielen Faktoren ab, auch vom Stressgefühl der Mutter. Ein Baby bringt viel mehr Milch aus der Brust, als eine Mutter jemals pumpen kann. Beim Milchpumpen sieht man nur, wieviel Milch man pumpen kann.
9. Muttermilch enthält nicht genug Eisen für das Baby
Falsch! Muttermilch enthält genau die Menge an Eisen, die das Baby braucht. Ein Baby, das termingerecht auf die Welt gekommen ist, wird durch die Muttermilch mindestens für die ersten sechs Monate mit genügend Eisen versorgt. Industrielle Fertigmilch enthält zuviel Eisen, aber diese Menge ist notwendig, damit das Baby genug davon absorbiert, um einen Eisenmangel zu vermeiden. Das Eisen in der Flaschenmilch wird sehr schlecht absorbiert, und das meiste davon landet in den Windeln. Normalerweise ist es in den ersten sechs Lebensmonaten nicht notwendig, zusätzlich zur Muttermilch andere Nahrungsmittel zu geben.
10. Flaschenfüttern ist leichter als Stillen
Falsch! Oder besser gesagt, das sollte nicht so sein. Wie auch immer, Stillen wird einem schwer gemacht, weil Frauen oft nicht die Hilfe erhalten, die sie brauchen, um gleich vom Anfang an erfolgreich stillen zu können. Ein schlechter Beginn kann tatsächlich das Stillen schwierig machen. Aber ein schlechter Beginn kann auch erfolgreich überwunden werden. Oft ist Stillen am Anfang schwierig, weil irgend etwas nicht ganz richtig gemacht wird, aber normalerweise wird es dann später leichter.
11. Stillen ist anstrengend für die Mutter
Falsch! Aber natürlich hängt das davon ab, wie man die Sache betrachtet. Ein Baby kann überall und jederzeit gestillt werden, und das gibt der Mutter Freiheit. Sie braucht nicht überall Flasche und Trockenmilch mitzunehmen. Sie braucht sich nicht darüber Gedanken zu machen, wo sie die Milch aufwärmen soll. Sie braucht sich keine Sorgen über das Sterilisieren zu machen. Sie braucht sich keine Gedanken zu machen, wie es ihrem Baby im Moment wohl ergehen mag, da es bei ihr ist.
12. Es ist unmöglich, festzustellen, wieviel Milch das Baby beim Stillen erhält
Falsch! Es ist zwar nicht leicht, genau zu messen, wieviel das Baby getrunken hat, aber das bedeutet nicht, dass man nicht feststellen kann, ob es genug erhält. Die beste Methode ist zu kontrollieren, ob das Baby bei jeder Brustmahlzeit mehrere Minuten lang aktiv an der Brust trinkt ("geöffneter Mund - Pause - geschlossener Mund"-Saugen) Es gibt auch noch andere Methoden um festzustellen, ob das Baby viel Milch erhält (s.u. Bekommt mein Baby genug Milch?)
13. Moderne Flaschenmilch ist fast so gut wie Muttermilch
Falsch! Das gleiche wurde 1900 und früher gesagt. Moderne Milchersatzprodukte sind der Muttermilch nur oberflächlich ähnlich. Jede Korrektur eines der Mängel der synthetischen Milch wird als Fortschritt angepriesen. Im Grund sind diese Produkte eine ungenaue Kopie, die auf einem überholten und unvollständigen Wissen dessen, was Muttermilch überhaupt ist, beruht. Flaschenmilch enthält keine Antikörper, keine lebenden Zellen, keine Enzyme, keine Hormone. Sie enthält viel mehr Aluminium, Magnesium, Kadmium und Eisen als Muttermilch. Sie enthält bedeutend mehr Proteine als Muttermilch. Die Proteine und Fettanteile unterscheiden sich völlig von denen, die in der Muttermilch enthalten sind. Flaschenmilch ändert sich nicht vom Beginn zum Ende einer Mahlzeit, oder vom Tag eins zum Tag 7 oder Tag 30, von Mutter zu Mutter, oder von Baby zu Baby. Muttermilch wird genau den Bedürfnissen des Babys entsprechend produziert. Synthetische Milch hingegen wird mit dem Ziel hergestellt den Bedürfnissen aller Babys zu entsprechen, also keinem. Alles was Flaschenmilch bieten kann, ist Babys schön wachsen zu lassen, aber Stillen bietet weit mehr, als sie nur schnell wachsen zu lassen.
14. Wenn die Mutter an eine Infektion erkrankt ist, sollte sie nicht stillen
Falsch! Ausgenommen in sehr sehr seltenen Fällen wird das Baby geschützt, wenn die Mutter weiterstillt. Wenn sich bei der Mutter die ersten Symptome bemerkbar machen (Fieber, Husten, Erbrechen, Durchfall, Hautausschlag usw.) hat sie das Baby bereits angesteckt, da sie sich schon mehrere Tage bevor sie überhaupt wusste, dass sie krank ist, infiziert hat. Der beste Schutz vor der Infektion für das Baby ist weiterzustillen. Falls das Baby auch erkrankt, wird die Krankheit einen harmloseren Verlauf haben, wenn die Mutter weiterstillt. Es kann auch sein, dass es das Baby selbst war, das die Mutter angesteckt hat, aber dass es selbst keine Anzeichen von Krankheiten hatte, da es gestillt wurde. Auch Brustinfektionen, inklusive Brustabszess, wenn auch schmerzhaft, sind kein Grund das Stillen zu unterbrechen. Tatsache ist, dass diese Art von Infektionen schneller heilen, wenn die Mutter an der kranken Brust weiterstillt. (siehe: Kein Grund zum Abstillen)
Das ist ein Artikel von Jack Newman, einem kanadischen Kinderarzt und Stillpionier. Man findet auch weitere Artikel von ihm auf der Seite von Ullisch www.uebersstillen.org .
Hier ist Teil 1:
Vorurteile rund ums Stillen
Autor: Dr. Jack Newman MD FRCPC
Originaltitel: "Breastfeeding Myths"
1. Viele Frauen haben nicht genug Milch
Falsch! Der Grossteil der Frauen hat Milch in ausreichender Menge. Tatsache ist, dass eine Überproduktion häufig vorkommt. In vielen Fällen, wo ein Neugeborenes nur langsam zunimmt oder sogar an Gewicht verliert, hängt das nicht mit einer ungenügenden Milchproduktion zusammen, sondern der Grund dafür ist, dass dieses Baby nicht gut zu der zur Verfügung stehenden Milch kommt. Meistens deshalb, weil es nicht korrekt an der Brust trinkt. Aus diesem Grund ist es sehr wichtig, dass der Mutter gleich am Tag der Entbindung von einer erfahrenen Person gezeigt wird , wie man das Neugeborene richtig an die Brust anlegt.
2. Es ist normal, dass Stillen schmerzhaft ist
Falsch! Abgesehen von einem leichten Schmerz während der ersten Tage, was häufig vorkommt, und der nur vorübergehend (wenige Tage) und niemals so stark sein sollte, dass die Mutter Angst vor dem Stillen hat. Jeder Schmerz, der nicht nur ganz leicht ist, ist nicht normal, und fast immer ein Warnzeichen, dass das Baby nicht richtig angelegt ist. Ein eventueller Schmerz an den Brustwarzen, der sich nicht innerhalb von 3 oder 4 Tagen bessert oder länger als 5-6 Tage dauert, darf nicht ignoriert werden. Wenn die Brustwarzen zu schmerzen beginnen, nachdem die Mutter schon längere Zeit problemlos gestillt hat, könnte das auf eine Pilzinfektion an der Brustwarze hinweisen. Der Stillfrequenz ein Limit zu setzen beugt Brustwarzenschmerzen nicht vor. (siehe Wunde Brustwarzen).
3. In den ersten 3 oder 4 Tagen nach der Entbindung ist keine (oder nicht genügend) Milch vorhanden
Falsch! Oft scheint es so, weil ein Neugeborenes nicht richtig an die Brust angelegt wird und daher nicht zur Milch kommt. Sobald die Milchproduktion steigt, ist es möglich, dass ein Neugeborenes viel Milch erhält, auch wenn es nicht korrekt trinkt. Auf alle Fälle steht fest, dass ein Neugeborenes, das nicht richtig angelegt ist, in den ersten Tagen keine Milch erhält. Das ist der Fall, wenn man hört: "Jetzt ist er schon zwei Stunden lang an der Brust und hat immer noch Hunger." Wenn ein Neugeborenes nicht korrekt an der Brust trinkt, erhält es die Vormilch nicht. Wer den Vorschlag macht, mit der Milchpumpe zu kontrollieren, wieviel Vormilch man hat, beweist, dass er nichts vom Stillen versteht, und er sollte unbedingt ignoriert werden.
4. Ein Neugeborenes sollte an jeder Brust 20 (10, 15, 7, 6) Minuten trinken
Falsch! Man muss jedoch unterscheiden zwischen "an der Brust sein" und "an der Brust trinken". Wenn ein Baby an der ersten Brust aktiv 15-20 Minuten lang trinkt, kann es sein, dass es an der anderen gar nicht interessiert ist. Wenn es jedoch an der ersten Brust nur eine Minute lang getrunken hat, und dann beginnt, nur zu nuckeln, oder es schläft ein, und das gleiche wiederholt sich an der anderen Brust, dann genügt die Milchmenge, die es zu sich nimmt, nicht, selbst wenn es sehr lange an der Brust war. Wenn ein Baby korrekt an die Brust angelegt ist trinkt es die Milch besser und länger aktiv als wenn es nicht richtig angelegt ist. Um das Baby dazu zu bringen, dass es länger aktiv trinkt, kann hilfreich sein, wenn die Mutter die Milch direkt in den Mund des Babys ausdrückt sobald sie merkt, dass das Baby nicht mehr aktiv trinkt, um einen neuerlichen Milchfluss zu stimulieren. Es ist daher offensichtlich, dass die Regel, dass ein Kind in den ersten 10 Minuten 90% der vorhandenen Milch erhält, völlig falsch ist.
5. Ein Stillkind braucht bei sehr heissem Wetter zusätzliches Wasser
Falsch! Die Muttermilch enthält die Menge Wasser, die das Baby braucht.
6. Stillkinder brauchen zusätzliches Vitamin "D"
Falsch! Abgesehen von besonderen Umständen (zum Beispiel wenn die Mutter selbst während der Schwangerschaft einen Vitamin-D-Mangel hatte). Das Baby hat Vitamin D in der Zeit, die es in der Gebärmutter verbracht hatte, gespeichert und wenn man es regelmässig an die Sonne bringt, erhält es ausreichend Vitamin D.
7. Eine Mutter sollte vor jeder Brustmahlzeit die Brustwarzen waschen
Falsch! Bei der Flaschenfütterung muss man peinlich genau auf hygienische Massnahmen achten, da die synthetische Milch das Kind nicht gegen Infektionen schützt, und dazu kommt noch, dass sie selbst ein guter Nährboden für Bakterien ist und daher leicht verseucht werden kann. Die Muttermilch hingegen schützt das Baby vor Infektionen. Sich vor jeder Stillmahlzeit die Brustwarzen zu waschen macht das Stillen nur unnötig kompliziert und ausserdem wäscht man dadurch die Schutzöle weg.
8. Milchpumpen ist eine gute Methode, um zu sehen, wieviel Milch die Mutter hat
Falsch! Die Menge der Milch, die man pumpen kann hängt von vielen Faktoren ab, auch vom Stressgefühl der Mutter. Ein Baby bringt viel mehr Milch aus der Brust, als eine Mutter jemals pumpen kann. Beim Milchpumpen sieht man nur, wieviel Milch man pumpen kann.
9. Muttermilch enthält nicht genug Eisen für das Baby
Falsch! Muttermilch enthält genau die Menge an Eisen, die das Baby braucht. Ein Baby, das termingerecht auf die Welt gekommen ist, wird durch die Muttermilch mindestens für die ersten sechs Monate mit genügend Eisen versorgt. Industrielle Fertigmilch enthält zuviel Eisen, aber diese Menge ist notwendig, damit das Baby genug davon absorbiert, um einen Eisenmangel zu vermeiden. Das Eisen in der Flaschenmilch wird sehr schlecht absorbiert, und das meiste davon landet in den Windeln. Normalerweise ist es in den ersten sechs Lebensmonaten nicht notwendig, zusätzlich zur Muttermilch andere Nahrungsmittel zu geben.
10. Flaschenfüttern ist leichter als Stillen
Falsch! Oder besser gesagt, das sollte nicht so sein. Wie auch immer, Stillen wird einem schwer gemacht, weil Frauen oft nicht die Hilfe erhalten, die sie brauchen, um gleich vom Anfang an erfolgreich stillen zu können. Ein schlechter Beginn kann tatsächlich das Stillen schwierig machen. Aber ein schlechter Beginn kann auch erfolgreich überwunden werden. Oft ist Stillen am Anfang schwierig, weil irgend etwas nicht ganz richtig gemacht wird, aber normalerweise wird es dann später leichter.
11. Stillen ist anstrengend für die Mutter
Falsch! Aber natürlich hängt das davon ab, wie man die Sache betrachtet. Ein Baby kann überall und jederzeit gestillt werden, und das gibt der Mutter Freiheit. Sie braucht nicht überall Flasche und Trockenmilch mitzunehmen. Sie braucht sich nicht darüber Gedanken zu machen, wo sie die Milch aufwärmen soll. Sie braucht sich keine Sorgen über das Sterilisieren zu machen. Sie braucht sich keine Gedanken zu machen, wie es ihrem Baby im Moment wohl ergehen mag, da es bei ihr ist.
12. Es ist unmöglich, festzustellen, wieviel Milch das Baby beim Stillen erhält
Falsch! Es ist zwar nicht leicht, genau zu messen, wieviel das Baby getrunken hat, aber das bedeutet nicht, dass man nicht feststellen kann, ob es genug erhält. Die beste Methode ist zu kontrollieren, ob das Baby bei jeder Brustmahlzeit mehrere Minuten lang aktiv an der Brust trinkt ("geöffneter Mund - Pause - geschlossener Mund"-Saugen) Es gibt auch noch andere Methoden um festzustellen, ob das Baby viel Milch erhält (s.u. Bekommt mein Baby genug Milch?)
13. Moderne Flaschenmilch ist fast so gut wie Muttermilch
Falsch! Das gleiche wurde 1900 und früher gesagt. Moderne Milchersatzprodukte sind der Muttermilch nur oberflächlich ähnlich. Jede Korrektur eines der Mängel der synthetischen Milch wird als Fortschritt angepriesen. Im Grund sind diese Produkte eine ungenaue Kopie, die auf einem überholten und unvollständigen Wissen dessen, was Muttermilch überhaupt ist, beruht. Flaschenmilch enthält keine Antikörper, keine lebenden Zellen, keine Enzyme, keine Hormone. Sie enthält viel mehr Aluminium, Magnesium, Kadmium und Eisen als Muttermilch. Sie enthält bedeutend mehr Proteine als Muttermilch. Die Proteine und Fettanteile unterscheiden sich völlig von denen, die in der Muttermilch enthalten sind. Flaschenmilch ändert sich nicht vom Beginn zum Ende einer Mahlzeit, oder vom Tag eins zum Tag 7 oder Tag 30, von Mutter zu Mutter, oder von Baby zu Baby. Muttermilch wird genau den Bedürfnissen des Babys entsprechend produziert. Synthetische Milch hingegen wird mit dem Ziel hergestellt den Bedürfnissen aller Babys zu entsprechen, also keinem. Alles was Flaschenmilch bieten kann, ist Babys schön wachsen zu lassen, aber Stillen bietet weit mehr, als sie nur schnell wachsen zu lassen.
14. Wenn die Mutter an eine Infektion erkrankt ist, sollte sie nicht stillen
Falsch! Ausgenommen in sehr sehr seltenen Fällen wird das Baby geschützt, wenn die Mutter weiterstillt. Wenn sich bei der Mutter die ersten Symptome bemerkbar machen (Fieber, Husten, Erbrechen, Durchfall, Hautausschlag usw.) hat sie das Baby bereits angesteckt, da sie sich schon mehrere Tage bevor sie überhaupt wusste, dass sie krank ist, infiziert hat. Der beste Schutz vor der Infektion für das Baby ist weiterzustillen. Falls das Baby auch erkrankt, wird die Krankheit einen harmloseren Verlauf haben, wenn die Mutter weiterstillt. Es kann auch sein, dass es das Baby selbst war, das die Mutter angesteckt hat, aber dass es selbst keine Anzeichen von Krankheiten hatte, da es gestillt wurde. Auch Brustinfektionen, inklusive Brustabszess, wenn auch schmerzhaft, sind kein Grund das Stillen zu unterbrechen. Tatsache ist, dass diese Art von Infektionen schneller heilen, wenn die Mutter an der kranken Brust weiterstillt. (siehe: Kein Grund zum Abstillen)