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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Jack Newman



Tilda
25.06.2006, 10:23
Es ist mir ein Bedürfnis, das hier reinzustellen, weil so oft völlig aberwitzige Annahmen und Meinungen über das Stillen vorherrschen.
Das ist ein Artikel von Jack Newman, einem kanadischen Kinderarzt und Stillpionier. Man findet auch weitere Artikel von ihm auf der Seite von Ullisch www.uebersstillen.org .


Hier ist Teil 1:

Vorurteile rund ums Stillen

Autor: Dr. Jack Newman MD FRCPC
Originaltitel: "Breastfeeding Myths"

1. Viele Frauen haben nicht genug Milch
Falsch! Der Grossteil der Frauen hat Milch in ausreichender Menge. Tatsache ist, dass eine Überproduktion häufig vorkommt. In vielen Fällen, wo ein Neugeborenes nur langsam zunimmt oder sogar an Gewicht verliert, hängt das nicht mit einer ungenügenden Milchproduktion zusammen, sondern der Grund dafür ist, dass dieses Baby nicht gut zu der zur Verfügung stehenden Milch kommt. Meistens deshalb, weil es nicht korrekt an der Brust trinkt. Aus diesem Grund ist es sehr wichtig, dass der Mutter gleich am Tag der Entbindung von einer erfahrenen Person gezeigt wird , wie man das Neugeborene richtig an die Brust anlegt.

2. Es ist normal, dass Stillen schmerzhaft ist
Falsch! Abgesehen von einem leichten Schmerz während der ersten Tage, was häufig vorkommt, und der nur vorübergehend (wenige Tage) und niemals so stark sein sollte, dass die Mutter Angst vor dem Stillen hat. Jeder Schmerz, der nicht nur ganz leicht ist, ist nicht normal, und fast immer ein Warnzeichen, dass das Baby nicht richtig angelegt ist. Ein eventueller Schmerz an den Brustwarzen, der sich nicht innerhalb von 3 oder 4 Tagen bessert oder länger als 5-6 Tage dauert, darf nicht ignoriert werden. Wenn die Brustwarzen zu schmerzen beginnen, nachdem die Mutter schon längere Zeit problemlos gestillt hat, könnte das auf eine Pilzinfektion an der Brustwarze hinweisen. Der Stillfrequenz ein Limit zu setzen beugt Brustwarzenschmerzen nicht vor. (siehe Wunde Brustwarzen).

3. In den ersten 3 oder 4 Tagen nach der Entbindung ist keine (oder nicht genügend) Milch vorhanden
Falsch! Oft scheint es so, weil ein Neugeborenes nicht richtig an die Brust angelegt wird und daher nicht zur Milch kommt. Sobald die Milchproduktion steigt, ist es möglich, dass ein Neugeborenes viel Milch erhält, auch wenn es nicht korrekt trinkt. Auf alle Fälle steht fest, dass ein Neugeborenes, das nicht richtig angelegt ist, in den ersten Tagen keine Milch erhält. Das ist der Fall, wenn man hört: "Jetzt ist er schon zwei Stunden lang an der Brust und hat immer noch Hunger." Wenn ein Neugeborenes nicht korrekt an der Brust trinkt, erhält es die Vormilch nicht. Wer den Vorschlag macht, mit der Milchpumpe zu kontrollieren, wieviel Vormilch man hat, beweist, dass er nichts vom Stillen versteht, und er sollte unbedingt ignoriert werden.

4. Ein Neugeborenes sollte an jeder Brust 20 (10, 15, 7, 6) Minuten trinken
Falsch! Man muss jedoch unterscheiden zwischen "an der Brust sein" und "an der Brust trinken". Wenn ein Baby an der ersten Brust aktiv 15-20 Minuten lang trinkt, kann es sein, dass es an der anderen gar nicht interessiert ist. Wenn es jedoch an der ersten Brust nur eine Minute lang getrunken hat, und dann beginnt, nur zu nuckeln, oder es schläft ein, und das gleiche wiederholt sich an der anderen Brust, dann genügt die Milchmenge, die es zu sich nimmt, nicht, selbst wenn es sehr lange an der Brust war. Wenn ein Baby korrekt an die Brust angelegt ist trinkt es die Milch besser und länger aktiv als wenn es nicht richtig angelegt ist. Um das Baby dazu zu bringen, dass es länger aktiv trinkt, kann hilfreich sein, wenn die Mutter die Milch direkt in den Mund des Babys ausdrückt sobald sie merkt, dass das Baby nicht mehr aktiv trinkt, um einen neuerlichen Milchfluss zu stimulieren. Es ist daher offensichtlich, dass die Regel, dass ein Kind in den ersten 10 Minuten 90% der vorhandenen Milch erhält, völlig falsch ist.

5. Ein Stillkind braucht bei sehr heissem Wetter zusätzliches Wasser
Falsch! Die Muttermilch enthält die Menge Wasser, die das Baby braucht.

6. Stillkinder brauchen zusätzliches Vitamin "D"
Falsch! Abgesehen von besonderen Umständen (zum Beispiel wenn die Mutter selbst während der Schwangerschaft einen Vitamin-D-Mangel hatte). Das Baby hat Vitamin D in der Zeit, die es in der Gebärmutter verbracht hatte, gespeichert und wenn man es regelmässig an die Sonne bringt, erhält es ausreichend Vitamin D.

7. Eine Mutter sollte vor jeder Brustmahlzeit die Brustwarzen waschen
Falsch! Bei der Flaschenfütterung muss man peinlich genau auf hygienische Massnahmen achten, da die synthetische Milch das Kind nicht gegen Infektionen schützt, und dazu kommt noch, dass sie selbst ein guter Nährboden für Bakterien ist und daher leicht verseucht werden kann. Die Muttermilch hingegen schützt das Baby vor Infektionen. Sich vor jeder Stillmahlzeit die Brustwarzen zu waschen macht das Stillen nur unnötig kompliziert und ausserdem wäscht man dadurch die Schutzöle weg.

8. Milchpumpen ist eine gute Methode, um zu sehen, wieviel Milch die Mutter hat
Falsch! Die Menge der Milch, die man pumpen kann hängt von vielen Faktoren ab, auch vom Stressgefühl der Mutter. Ein Baby bringt viel mehr Milch aus der Brust, als eine Mutter jemals pumpen kann. Beim Milchpumpen sieht man nur, wieviel Milch man pumpen kann.

9. Muttermilch enthält nicht genug Eisen für das Baby
Falsch! Muttermilch enthält genau die Menge an Eisen, die das Baby braucht. Ein Baby, das termingerecht auf die Welt gekommen ist, wird durch die Muttermilch mindestens für die ersten sechs Monate mit genügend Eisen versorgt. Industrielle Fertigmilch enthält zuviel Eisen, aber diese Menge ist notwendig, damit das Baby genug davon absorbiert, um einen Eisenmangel zu vermeiden. Das Eisen in der Flaschenmilch wird sehr schlecht absorbiert, und das meiste davon landet in den Windeln. Normalerweise ist es in den ersten sechs Lebensmonaten nicht notwendig, zusätzlich zur Muttermilch andere Nahrungsmittel zu geben.

10. Flaschenfüttern ist leichter als Stillen
Falsch! Oder besser gesagt, das sollte nicht so sein. Wie auch immer, Stillen wird einem schwer gemacht, weil Frauen oft nicht die Hilfe erhalten, die sie brauchen, um gleich vom Anfang an erfolgreich stillen zu können. Ein schlechter Beginn kann tatsächlich das Stillen schwierig machen. Aber ein schlechter Beginn kann auch erfolgreich überwunden werden. Oft ist Stillen am Anfang schwierig, weil irgend etwas nicht ganz richtig gemacht wird, aber normalerweise wird es dann später leichter.

11. Stillen ist anstrengend für die Mutter
Falsch! Aber natürlich hängt das davon ab, wie man die Sache betrachtet. Ein Baby kann überall und jederzeit gestillt werden, und das gibt der Mutter Freiheit. Sie braucht nicht überall Flasche und Trockenmilch mitzunehmen. Sie braucht sich nicht darüber Gedanken zu machen, wo sie die Milch aufwärmen soll. Sie braucht sich keine Sorgen über das Sterilisieren zu machen. Sie braucht sich keine Gedanken zu machen, wie es ihrem Baby im Moment wohl ergehen mag, da es bei ihr ist.

12. Es ist unmöglich, festzustellen, wieviel Milch das Baby beim Stillen erhält
Falsch! Es ist zwar nicht leicht, genau zu messen, wieviel das Baby getrunken hat, aber das bedeutet nicht, dass man nicht feststellen kann, ob es genug erhält. Die beste Methode ist zu kontrollieren, ob das Baby bei jeder Brustmahlzeit mehrere Minuten lang aktiv an der Brust trinkt ("geöffneter Mund - Pause - geschlossener Mund"-Saugen) Es gibt auch noch andere Methoden um festzustellen, ob das Baby viel Milch erhält (s.u. Bekommt mein Baby genug Milch?)

13. Moderne Flaschenmilch ist fast so gut wie Muttermilch
Falsch! Das gleiche wurde 1900 und früher gesagt. Moderne Milchersatzprodukte sind der Muttermilch nur oberflächlich ähnlich. Jede Korrektur eines der Mängel der synthetischen Milch wird als Fortschritt angepriesen. Im Grund sind diese Produkte eine ungenaue Kopie, die auf einem überholten und unvollständigen Wissen dessen, was Muttermilch überhaupt ist, beruht. Flaschenmilch enthält keine Antikörper, keine lebenden Zellen, keine Enzyme, keine Hormone. Sie enthält viel mehr Aluminium, Magnesium, Kadmium und Eisen als Muttermilch. Sie enthält bedeutend mehr Proteine als Muttermilch. Die Proteine und Fettanteile unterscheiden sich völlig von denen, die in der Muttermilch enthalten sind. Flaschenmilch ändert sich nicht vom Beginn zum Ende einer Mahlzeit, oder vom Tag eins zum Tag 7 oder Tag 30, von Mutter zu Mutter, oder von Baby zu Baby. Muttermilch wird genau den Bedürfnissen des Babys entsprechend produziert. Synthetische Milch hingegen wird mit dem Ziel hergestellt den Bedürfnissen aller Babys zu entsprechen, also keinem. Alles was Flaschenmilch bieten kann, ist Babys schön wachsen zu lassen, aber Stillen bietet weit mehr, als sie nur schnell wachsen zu lassen.

14. Wenn die Mutter an eine Infektion erkrankt ist, sollte sie nicht stillen
Falsch! Ausgenommen in sehr sehr seltenen Fällen wird das Baby geschützt, wenn die Mutter weiterstillt. Wenn sich bei der Mutter die ersten Symptome bemerkbar machen (Fieber, Husten, Erbrechen, Durchfall, Hautausschlag usw.) hat sie das Baby bereits angesteckt, da sie sich schon mehrere Tage bevor sie überhaupt wusste, dass sie krank ist, infiziert hat. Der beste Schutz vor der Infektion für das Baby ist weiterzustillen. Falls das Baby auch erkrankt, wird die Krankheit einen harmloseren Verlauf haben, wenn die Mutter weiterstillt. Es kann auch sein, dass es das Baby selbst war, das die Mutter angesteckt hat, aber dass es selbst keine Anzeichen von Krankheiten hatte, da es gestillt wurde. Auch Brustinfektionen, inklusive Brustabszess, wenn auch schmerzhaft, sind kein Grund das Stillen zu unterbrechen. Tatsache ist, dass diese Art von Infektionen schneller heilen, wenn die Mutter an der kranken Brust weiterstillt. (siehe: Kein Grund zum Abstillen)

Tilda
25.06.2006, 10:25
Teil 2:


15. Wenn das Baby einen Durchfall hat, oder erbricht, sollte die Mutter das Stillen unterbrechen
Falsch! Die beste Medizin für eine Darminfektion des Babys ist die Muttermilch. Man gebe dem Baby für kurze Zeit keine anderen Nahrungsmittel sondern stille nur weiter. Muttermilch ist die einzige Flüssigkeit, die das Baby braucht, wenn es einen Durchfall hat, oder erbricht, ausgenommen besondere Umstände. Der Drang zum Gebrauch von oralen Rehydratationslösungen kommt hauptsächlich von den Herstellern von Muttermilchersatzprodukten (und von oral Rehydratationslösungen) um noch mehr zu verdienen. Das Baby und die Mutter werden ausserdem durchs Stillen beruhigt. (siehe: Kein Grund zum Abstillen)

16. Wenn die Mutter eine Medizin einnehmen muss, sollte sie nicht stillen
Falsch! Nur sehr wenige Medikamente können von der Mutter nicht eingenommen werden, während sie stillt. Ausserdem kommt bei den meisten Medikamenten nur ein sehr kleiner Anteil in die Milch; normalerweise in so geringen Mengen, dass diese nicht beunruhigen sollten. Wenn eine Medizin tatsächlich schädliche Auswirkungen auf das Baby haben sollte, dann gibt es in den meisten Fällen Alternativmedikamente, die sicher sind und den gleichen Effekt haben. Der Verlust des Gewinns, den das Stillen beiden bringt, sowohl der Mutter als auch dem Baby, sollte bei der Entscheidung, ob weitergestillt wird oder nicht, auf die Waagschale gelegt werden.

17. Eine stillende Mutter muss sehr darauf achten, was sie isst
Falsch! Eine stillende Mutter sollte versuchen, auf eine ausgewogene Diät zu achten, aber sie braucht weder besondere Nahrungsmittel zu essen, noch andere zu meiden. Eine stillende Mutter braucht nicht Milch zu trinken, um Milch zu erzeugen. Eine stillende Mutter braucht nicht gewürzte Nahrungsmittel, Knoblauch, Kohl oder Alkohol zu meiden. Eine stillende Mutter sollte normal, gesund essen. Es gibt zwar Situationen, wo bestimmte Lebensmittel, die die Mutter isst, auf das Kind Auswirkungen haben, aber das ist eher ungewöhnlich. Meistens können einem Baby, das an "Koliken" oder "Darmblähungen" leidet, eher geholfen werden, indem man die Stilltechnik bessert, als wenn man die Diät der Mutter ändert. (siehe "Koliken im gestillten Kind")

18. Eine stillende Mutter muss mehr essen, um genug Milch zu haben
Falsch! Normalerweise haben auch Frauen, die eine extrem kalorienarme Diät halten, genug Milch, ausser, die Mutter ernährt sich für eine lange Zeitspanne mit extrem wenige Kalorien. Normalerweise bekommt das Baby, was es braucht. Einige Frauen machen sich Sorgen, dass es sich negativ auf ihre Milch auswirkt, wenn sie ein paar Tage lang wenig essen. Hier besteht kein Grund zur Sorge. Solche Variationen haben keinerlei Auswirkungen, weder auf die Milchmenge noch auf deren Qualität. Normalerweise hört man, dass Frauen pro Tag 500 Kalorien zusätzlich brauchen, wenn sie stillen. Das stimmt nicht. Einige Frauen essen mehr, wenn sie stillen, andere hingegen gleich viel, wie vorher, und wieder andere essen weniger, ohne dass das negative Auswirkungen auf Mutter, Kind oder die Milchmenge hat. Die Mutter sollte ausgewogen essen und ihrem Appetit folgen. Essregeln machen nur das Stillen unnötig kompliziert.

19. Eine stillende Mutter soll viel trinken
Falsch! Die Mutter sollte gemäss ihrem Durst trinken. Einige Mütter haben dauernd Durst, aber viele andere trinken nicht mehr als zuvor. Der Körper der Mutter weiss, wann er Flüssigkeit braucht und signalisiert ihr das, indem er ihr ein Durstgefühl gibt. Man glaube denen nicht, die sagen, man muss eine gewisse Menge Wasser pro Tag trinken. Regeln übers Trinken machen nur das Stillen unnötig kompliziert.

20. Eine Raucherin sollte besser nicht stillen
Falsch! Eine Mutter, die es nicht schafft, mit dem Rauchen aufzuhören, sollte stillen. Man hat zum Beispiel festgestellt, dass Stillen den negativen Effekt des Zigarettenrauchs auf die Lunge des Babys mindert. Stillen hat große Gesundheitsvorteile für beide, Mutter und Kind. Es wäre besser, wenn die Mutter nicht rauchen würde, aber wenn sie mit dem Rauchen nicht aufhören, oder es einschränken kann, dann ist es besser zu rauchen und zu stillen als zu rauchen und mit der Flasche zu füttern.

21. Eine stillende Mutter soll Alkohol meiden
Falsch! Ein wenig Alkohol sollte der Mutter absolut nicht abgesprochen werden. Wie es mit den meisten Medikamenten der Fall ist, so geht auch vom Alkohol eine sehr geringe Menge in die Milch. Die Mutter kann etwas Alkohol trinken und weiterstillen, wie immer. Den Alkohol zu verbieten macht den Müttern das Stillen nur unnötig schwierig.

22. Eine Mutter sollte im Fall von blutenden Brustwarzen nicht stillen
Falsch! Wenn das Baby durch das Blut auch öfter Milch spuckt, und sogar im Stuhl des Babys Blut aufscheinen mag, so ist das kein Grund, das Stillen einzustellen. Schmerzende und blutende Brustwarzen sind nicht schlimmer als schmerzende und nicht blutende Brustwarzen. Das wirkliche Problem ist der Schmerz, den die Mutter verspürt. Diesen Brustwarzenschmerzen kann meistens gut abgeholfen werden. Man wende sich an eine erfahrene Person. (siehe Wunde Brustwarzen). Manchmal bluten Mütter von den Brustwarzen, aber das Blut kommt offensichtlich vom Inneren der Brust, und ist nicht mit Schmerzen verbunden. Das kommt oft wenige Tage nach der Entbindung vor und normalisiert sich nach einigen Tagen. Die Mutter sollte weiterstillen. Wenn das Bluten nicht sofort aufhören sollte, muss nach der Ursache geforscht werden, aber die Mutter sollte weiterstillen.

23. Eine Frau, die ihre Brust operativ vergrössern liess, kann nicht stillen
Falsch! Die meisten können problemlos stillen. Es gibt auch keine Daten dafür, dass Stillen mit Silikon in der Brust dem Baby schadet. In seltenen Fällen erfolgt diese Art von Operation durch den Brustwarzenhof. Diese Frauen haben Probleme mit der Milchmenge, wie jede Frau, bei der ein chirurgischer Einschnitt rund um den Brustwarzenhof vorgenommen wurde.

Tilda
25.06.2006, 10:37
Teil 3:

24. Eine Frau, die ihre Brust operativ verkleinern liess, kann nicht stillen
Falsch! Diese Art von Operation bewirkt zwar, dass die Frau weniger Milch produziert, aber angesichts der Tatsache, dass viele Mütter Milch im Überschuss haben, können einige trotzdem problemlos voll stillen. In so einer Situation muss sorgfältig darauf geachtet werden, dass die im Artikel Ein guter Start zum Stillen beschriebenen Prinzipien für ein korrektes Stillen genau angewandt werden. Falls es scheint, dass die Mutter nicht genug Milch hat, kann sie trotzdem stillen indem sie mit dem Brusternährungsset zufüttert (damit der Sauger der Flasche nicht das Stillen beeinträchtigen kann).

25. Frühgeborene Kinder müssen lernen aus der Flasche zu trinken, bevor sie mit dem Stillen beginnen können
Falsch! Frühgeborene Kinder werden beim Stillen weniger gestresst als beim Füttern mit der Flasche. Ein Baby, das 1200 gr wiegt, oder noch weniger, kann mit der Brust beginnen, sobald es stabil genug dafür ist, auch wenn es vielleicht viele Wochen lang nicht daran saugt. Es lernt jedoch dabei und es wird von der Mutter gehalten, was sehr wichtig für sein und seiner Mutter Wohlergehen ist. Tatsache ist, dass es nicht so sehr vom Gewicht des Babys abhängt, oder vom Schwangerschaftsmonat in dem es auf die Welt gekommen ist, als viel mehr von seiner Saugbereitschaft, was von seinen Saugbewegungen bestimmt wird. Es gibt nicht mehr Gründe frühgeborene Kinder mit der Flasche zu füttern, als es für zum richtigen Geburtstermin geborene Babys gibt. Wenn Zufüttern wirklich notwendig ist, dann gibt es dafür Methoden, bei denen man keine Sauger verwenden muss.

26. Babys mit Lippenspalte und Lippen-Kiefer-Gaumenspalte können nicht gestillt werden
Falsch! Einige trinken sehr gut an der Brust. Babys, die nur eine Lippenspalte haben, bewältigen das Stillen meistens problemlos aber vielen Babys ist es unmöglich, die Brust richtig zu nehmen. Zweifellos kann das Stillen nicht klappen, wenn man es gar nicht erst ausprobiert. Des Babys Geschicklichkeit zum Stillen hängt nicht immer vom Grad der Behinderung ab. Man sollte sofort mit dem Stillen beginnen und das Baby so oft wie nur irgend möglich an die Brust anlegen und dabei die Richtlinien für einen guten Start zum Stillen besonders gut beachtet (siehe Ein guter Start zum Stillen) Wenn eine Flasche gegeben wird, so wird das die Stillbereitschaft des Babys stören. Wenn das Baby gefüttert werden muss, aber es nimmt die Brust nicht, dann kann und sollte eine Tasse verwendet werden, statt der Flasche. Die Technik des Fingerfütterns kann ab und zu bei Kindern mit Lippenspalte oder Lippen-Kiefer-Gaumenspalte Erfolg bringen, aber normalerweise nicht.

27. Frauen mit einer kleinen Brust erzeugen weniger Milch als solche, die eine grosse Brust haben
Unsinn!

28. Stillen gibt keinen Schutz vor einer neuen Schwangerschaft
Falsch! Stillen ist keine hundertprozentig sichere Verhütungsmethode, aber hundertprozentig sicher ist keine. Stillen ist keine schlechte Methode, um nicht sofort wieder schwanger zu werden, und bietet einen verlässlichen Schutz, besonders in den ersten sechs Monaten nach der Geburt. Dieser Schutz ist jedoch nur dann wirksam, wenn voll und ziemlich oft (mindestens 6-8 Mal pro Tag) gestillt wird, zwischen den einzelnen Stillmahlzeiten nicht ein zu langer Zeitabstand liegt und bei der Mutter die normalen Monatsblutungen nach der Geburt noch nicht zurückgekehrt sind. Nach den ersten sechs Monaten geht der Schutz etwas zurück, ist aber noch vorhanden, und Frauen, die keine künstlichen Geburtenregelungsmethoden anwenden und die bis ins zweite Lebensjahr hinein stillen, bekommen im Durchschnitt alle 2-3 Jahre ein Baby.

29. Stillende Frauen können die Antibabypille nicht nehmen
Falsch! Die Aufnahme weiblicher Hormone von seitens des Babys ist kein Problem, da es ohnehin durchs Stillen diesen Hormonen ausgesetzt ist. Das Baby bekommt durch die Pille nur einen winzigen Anteil mehr davon. Fest steht jedoch, dass einige Frauen, die die Pille nehmen, und das gilt sogar für die Mini-Pille, feststellen, dass die Milchmenge zurückgeht. Das Östrogen, das in der Pille enthalten ist, senkt die Milchproduktion. Da die meisten Frauen mehr als genug Milch produzieren, macht das oft nichts aus, aber manchmal stellt es ein Problem dar und das Baby wird unruhig und ist nach dem Stillen noch hungrig. Babys reagieren auf den Milchfluss, nicht auf den Inhalt der Brust, sodass es sogar im Fall einer guten Milchproduktion erscheinen mag, dass das Baby beim Stillen unruhig ist, weil es an einen stärkeren Milchfluss gewohnt war. Oft wird das Problem einfach dadurch gelöst, dass man mit der Einnahme der Pille aufhört. Wenn möglich, sollten stillende Frauen die Pille meiden bis das Baby damit begonnen hat, zusätzlich zur Muttermilch auch feste Nahrung zu sich zu nehmen (normalerweise im Alter von 4-6 Monaten). Sogar wenn das Baby älter ist, kann die Milchmenge stark sinken. Wenn die Pille verwendet werden muss, ist eine Art, die nur Progesteron (ohne Östrogen) vorzuziehen.

EmineG
25.06.2006, 10:37
interessant...

Frage hab ich aber trotzdem... braucht das Stillkind wirklich nicht diese Vitamin D Tropfen? weil 1 Jahr lang ihm diese Tropfen geben trau ich mir nicht zu, vorallem wenn ich die Nebenwirkun´gen lese..

LG :winken:

pituffa77
25.06.2006, 10:37
Super!!!:goodpost:

Tilda
25.06.2006, 10:38
interessant...

Frage hab ich aber trotzdem... braucht das Stillkind wirklich nicht diese Vitamin D Tropfen? weil 1 Jahr lang ihm diese Tropfen geben trau ich mir nicht zu, vorallem wenn ich die Nebenwirkun´gen lese..

LG :winken:

Da scheiden sich die Geister.
Ich geb meinem Kleinen 2 Tropfen am Tag und hab sie auch meiner Großen gegeben.

Antschi
25.06.2006, 10:44
Frage hab ich aber trotzdem... braucht das Stillkind wirklich nicht diese Vitamin D Tropfen? weil 1 Jahr lang ihm diese Tropfen geben trau ich mir nicht zu, vorallem wenn ich die Nebenwirkun´gen lese..


Naja, die Nebenwirkungen gibts ja eigentlich nur bei Überdosierung (oder irre ich mich da?)

Ich hab beiden die Oleovit-Tropfen gegeben, allerdings eher im Winter wenn wir wenig an die Sonne kamen, und täglich hab ich auch nicht daran gedacht.

amar
25.06.2006, 11:03
:goodpost:

ich habe auch eine frage:
es wurde glaube ich bzgl. fieber nichts erwähnt, aber ich war die letzte paar tage krank, hatte eine eitrige angina mit sehr hohem fieber. bekam ospen.
habe natürlich weiter vollgestillt. nun ließ es sich leider nicht wie bei der brustentzündung "einrichten", meine tochter nicht dann anzulegen, wenn ich hoch fieberte (die ärztin im akh meinte damals, nicht bei fieber über 39 grad). jetzt habe ich die hausärztin dazu befragt und sie meinte, das sei nur deswegen so, weil ICH die flüssigkeit verliere, dem baby schade es nicht.
soweit, so gut. ich habe trotzdem versucht, ging aber nicht. war auch eine ziemlich heftige angina:mad: , und sie wollte immer dann trinken, wenn ich hoch fieberte... was sollte ich als mutter machen? hab sie natürlich angelegt, nona :D
meine frage dazu: sie hat seit 3 tagen dunkle augenringe, die sie vorher nie hatte. habe ich irgendwas falsch gemacht?
ich poste die frage hier in diesen thread, weil ich mir denke, dass viele expertinnen sowieso reinschauen werden.
sorry für den thread-missbrauch *liebschau*
und danke :love:

Tilda
25.06.2006, 17:54
Kann mir nicht vorstellen, dass die dunklen Augenringen ursächlich mit dem Stillen bei Fieber zusammenhängen. Vielleicht brütet Deine Kleine einen Infekt aus?
Wenn Du Dir aber dennoch Sorgen machst, tät ich zum Kinderarzt gehen.

sweetmama
25.06.2006, 19:53
suuuupi tanja!
danke für das tolle posting:winken:

Liebe grüße
andy

kathy.baby
25.06.2006, 21:03
@ tilda: danke für das posting :danke:

Tilda
25.06.2006, 21:14
Danke Mädels:love:

Ich kann Euch die Seite von Ullisch nur wärmstens ans Herz legen! Da sind die ganzen anderen Artikel von ihm drin und auch von anderen Autoren.
Ist eine ganz feine Seite für alle, die stillen oder stillen wollen:)

www.uebersstillen.org

pituffa77
10.07.2006, 08:32
http://www.cosgan.de/smiliegenerator/ablage/250/445.png

Dieser Thread darf nicht in der Versenkung verschwinden...

:winken:

larrra
10.07.2006, 09:48
Eins glaub ich definitiv NICHT was in dem Artikel steht (ansonsten ist er schon gut) u zwar, dass Stillen keine Kalorien verbraucht.
Bitte, das ist doch Arbeit f den Körper u normalerweise kann ich zumindest keine Sahnetorten u Pizzas essen u nehm trotzdem ab! Man kennt seinen Körper doch ein bisschen...
Sicher haben manche mehr, manche weniger Hunger, aber ich kenne viele Frauen die in der Stillphase abnehmen u nach dem Abstillen dennoch wieder aufs Gewicht achten müssen.

tintifax99
10.07.2006, 10:39
Eins glaub ich definitiv NICHT was in dem Artikel steht (ansonsten ist er schon gut) u zwar, dass Stillen keine Kalorien verbraucht.
Bitte, das ist doch Arbeit f den Körper u normalerweise kann ich zumindest keine Sahnetorten u Pizzas essen u nehm trotzdem ab! Man kennt seinen Körper doch ein bisschen...
Sicher haben manche mehr, manche weniger Hunger, aber ich kenne viele Frauen die in der Stillphase abnehmen u nach dem Abstillen dennoch wieder aufs Gewicht achten müssen.

Ich glaub, daß ist bei jeder Frau anders, ich nehme zum Beispiel gar nichts ab und esse sehr ausgewogen und nicht mehr als sonst. Meine Schwester hat beim Stillen immer zugenommen, meine Nachbarin hatte sogar kurz vorm Abstillen gleich viel Kilos wie vor der Geburt...
Anscheinend ist es für jeden Stoffwechsel anders, die einen verbrennen mehr, die anderern nicht.

lg Tina

larrra
10.07.2006, 10:45
Wäre auch möglich, aber einfach zu sagen, keinerlei Kalorienverbrauch halte ich für Humbug.

Ich glaub mal gelesen zu haben, dass bei manchen Frauen der Körper nach der SS gegen die Gewichtsabnahme regelrecht kämpft, hat aber glaub ich weniger m dem Stillen zu tun.

hubsi85
10.07.2006, 11:11
@Tilda: Super Thread!
Der gehört öfter geschupft!;)