Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Weinen
alpaka-mum
18.10.2005, 18:41
ich eröffne hiermit einen thread, indem über das weinen geschrieben werden kann.
ich bemerke oft, wie die menschen versuchen (kleine) kinder möglichst vom weinen abzuhalten, als wäre es "schlecht" für die kinder.
ich denke hingegen, dass das gegenteil er fall ist - denn nicht das weinen selbst ist schlecht; es hat einen bestimmten auslöser - der aber nicht berücksichtigt wird, wenn man ein kind lediglich versucht vom weinen abzuhalten.
(ähnlich, wie wenn man ein symptom einer krankheit, jedoch nicht die krankheit selbst bekämpft).
es ist zb auch so, dass nuckeln zwar auch eine art von entlastung darstellt, weinen jedoch dafür eine viel effektivere methode ist.
das problem ist va, dass wir selbst als kinder nicht weinen durften und es deshalb auch nicht ertragen, wenn unsre kinder weinen.
- in disem hinblick ist es wichtig auch selbst weinen zu dürfen.
ich selbst merke, wie schwer ich mir dabei tue merke dass ich eig. durch weinen alles rauslassen könnte - nur irgendetwas hält mich ab - möchte meinen kindern jedoch ermöglichen, jederezit ihre gefühle rauslassen und innere spannungen entlasten zu können.
wie seht ihr das?
elgpigen
18.10.2005, 19:04
Livia wird das Weinen voraussichtlich durch Vorbildwirkung lernen. Ich bin nämlich eine Heulsuse! :D ;)
Wo geht für dich die Grenze zwischen "weinen zulassen" (brav) und "schreien lassen" (böse)? Was mir klar ist, ist, dass ich nie zu Livia sagen würd: "Geh bitte, lass die Heulerei" oder so - ich glaub, das versteht sich von selbst. Aber natürlich versuche ich doch zu trösten, wenn sie weint.
Ich seh das genauso wie du. Vor allem in der Arbeit mit Kindern (bin KIGÄ) sehe ich verstärkt (vielleicht weil ich nun ein eigenes Kind habe? Ich knapp 3 Jahre vom Job weg war?) dass die Kinder ihre Emotionen - und dazu gehört auch das Weinen - kaum rauslassen können bzw. dürfen.
Gerade Weinen ist eine sehr sehr wichtige Sache und ich denke mir auch, dass wir doch schon gelernt haben unsere Kinder "anders" aufzuziehen und sie auch weinen zu lassen.
Lg
Wutzi
alpaka-mum
18.10.2005, 19:06
Wo geht für dich die Grenze zwischen "weinen zulassen" (brav) und "schreien lassen" (böse)?
verstehe die frage nicht ganz.
elgpigen
18.10.2005, 19:11
verstehe die frage nicht ganz. Also, wenn ich das Weinen zulasse, heißt das für mich, ich greife nicht tröstend ein. Ich will aber tröstend eingreifen, wenn meine Tochter weint. Das Ziel ist dabei, dass sie sich wieder wohl dühlt und daher mit dem Weinen aufhört. :)
alpaka-mum
18.10.2005, 19:19
Also, wenn ich das Weinen zulasse, heißt das für mich, ich greife nicht tröstend ein. Ich will aber tröstend eingreifen, wenn meine Tochter weint. Das Ziel ist dabei, dass sie sich wieder wohl dühlt und daher mit dem Weinen aufhört. :)
für mich heisst trösten im positiven sinne: ich höre meinen kindern beim weinen zu, halte sie aber nicht davon ab. mit dem wissen, dass sie es brauchen - sonst würden sie es nicht tun.
klar, am ende weinen sie nicht mehr, weil sie ihre gefühle entlasten konnten - als ziel würde ich es in dem sinn sehen, dass der weg davor das weinen sein SOLL.
verstehe aber immernoch diese frage nicht:
Wo geht für dich die Grenze zwischen "weinen zulassen" (brav) und "schreien lassen" (böse)?
mama-niki
18.10.2005, 19:42
Ich denke die Elchi meint, dass wenn man ein Kind schreien lässt wird man als böse Eltern hingestellt, (aus)weinen lassen hingegen ist positiv. Weißt was ich mein? Wo ist da der Unterschied?
alpaka-mum
18.10.2005, 19:56
Ich denke die Elchi meint, dass wenn man ein Kind schreien lässt wird man als böse Eltern hingestellt, (aus)weinen lassen hingegen ist positiv. Weißt was ich mein? Wo ist da der Unterschied?
weinen zulassen:
ich höre meinen kindern beim weinen zu, halte sie aber nicht davon ab.
schreien lassen: rausgehen bzw. ignorieren, mit den gedanken/worten: "dann schrei halt"
ich weine gern ich gebs zu... wenn ich einen ur stressigen oder depremierenden tag hab und heul mal so richtig dann gez mir danach einfach besser...
wenn julia weint dann nehm ich sie zuwe (soweit sie es zulässt) und tröste sie würd aber nie zu ihr sagen na geh da ist ja gar nix zum weinen oder so....
Kathinka
18.10.2005, 21:11
Weinen ist ein Ventil. Egal ob für Kinder oder Erwachsene.
Wenn Moritz weint weil er sich zB anghaut hat dann nehm ich ihn aufm Arm und schaukel ihn. Streichel ihm den Kopf und er beruhigt sich dann "wenns gut ist" wieder.
Es gibt aber auch ein anderes Weinen. Das hysterisch herumschreien das als Druckmittel verwendet wird, weils zB im Supermakrt keine Süßigkeitn bekommen. Meiner macht das (noch) nicht. Dafür ist er wohl noch zu jung. Aber ich habs schon oft bei Kindern miterlebt und DAS ist bestimmt das "böse Weinen" das oben schon mal genannt wurde....
elgpigen
18.10.2005, 21:23
@Kathinka: Nein, "böses Weinen" hab ich nicht in dem Sinn gemeint; ich hab's so gemeint, wie's die mama niki beschrieben hat! @mama niki, danke, du hast es besser ausgedrückt!
Also, ich sag jetzt mal ehrlich, beim An- und Ausziehen lass ich die Livia mittlerweile schreien (es ist kein Weinen, es ist Protestgeplärre). Mein Mann wird da immer leicht hysterisch, will das Kind beruhigen, blödelt rum, was das Ganze bloß unnötig hinauszögert, weshalb sie noch mehr protestiert. Das kanns nicht sein. Ich red zunächst beruhigend auf sie ein, sage ihr aber auch, dass sie jetzt umgezogen wird und aus, und so geht es schnell und vergleichsweise harmlos. Mir ist bewusst, dass das nicht antipädagogisch ist, aber ich finds so richtig. :p
Ansonsten, wenn Livia etwa weint, weil sie hingefallen ist, lasse ich mir das Trösten nicht nehmen. Wann sie zu weinen aufhört, bestimmt ja sowieso SIE. Ahja, und in gravierenderen Fällen packe ich den Busen aus. Und ja, das werd ich definitiv noch laaange so handhaben, und wenn ihr ihr erleichtertes Gesicht sehen könntet, wenn sie sich die Titte reinstopft - ihr würdet es verstehen. :love: ;)
elgpigen
18.10.2005, 21:29
es ist zb auch so, dass nuckeln zwar auch eine art von entlastung darstellt, weinen jedoch dafür eine viel effektivere methode ist.
Inwiefern? Die Livia würde dir da sicher nicht zustimmen. ;) Schau, bei ihr gibt es nur so Auslöser wie Hinfallen. Das erfordert keine tiefenpsychologische Durchleuchtung. Wir wissen beide, dass sie Schmerzen hat, weil sie sich den Schädel anghaut hat. Ich sage, wenn sie zu weinen beginnt: "Ja Schatzi, jetzt hast du dir den Kopf angehaut, das tut dir weh, gell" oder so was, dann nehme ich sie hoch, versuche sie zu trösten, wenn sie heftig weiterweint, biete ich ihr den Busen an. Sie entscheidet ja selbst, ob sie ihn nehmen will. Sie wollte ihn bisher immer nehmen. Ich kann mir vorstellen, dass es später relevanter wird, auf den Auslöser des Weinens gründlich Bezug zu nehmen, wenn die Auslöser komplexer werden. Aber wegen Hinfallen u. Ä. - echt nicht.
BettyBlue2351
18.10.2005, 22:15
Zwischen Weinen lassen und Weinen lassen gibt es ja einen Unterschied:
Weinen lassen 1: Ausheulen lassen, das Weinen / Schreien akzeptieren, da sein, Geborgenheit geben und einfach nur "sein lassen".
Weinen lassen 2: mit dem Gedanken, irgendwann ist scho a Ruh
Trösten: Das Weinen zuerst mal hinnehmen, in den Arm nehmen, Geborgenheit vermitteln und geduldig abwarten.
vom Weinen abhalten: BEVOR das Weinen ausbricht, trösten (in Form von stillen oder Schnuller), also wirklich bevor das Kind überhaupt die Möglichkeit hat zu weinen bei größen Kindern dann begleitet mit: Geh brauchst ja nicht weinen, Ist ja eh nix passier, Jetzt plärrst scho wieder, Halt den Mund,
Gabriel hatte lange Zeit Schlafprobleme und war ein Schreibaby. Ich habe ALLES versucht, gebracht hats nix. Nie (außer er hatte zwischendurch Hunger o.ä.). Irgendwann habe ich ihn schreien lassen. Ich saß mit Oropax bzw. mit Kopfhörer da und habe ihn einfach schreien lassen. Immer und wieder zugeredet "schrei nur, schrei alles raus" immer und immer wieder (mehr für mich). Ich oder GG waren immer da, hatten ihn auf dem Bauch, am Arm, Tragetuch, wir waren ganz nah, aber wir ließen ihn schreien. Nach ein paar Tagen wurde es besser. Er brauchte das "ausschreien" einfach und ich habe es akzeptiert. ALLEINE war er nie. Natürlich tröste ich, ich denke, das ist genauso wichtig, aber ich unterdrücke nicht seinen Drang zu heulen. Ich akzeptiere es auch, wenn er noch während dem Heulen auf und davon ist, oder gar nicht rauf will, sondern weg geht. Wenn er DAS braucht, dann ist das o.k. für mich.
Ich selber brauche DAS ausweinen können auch, allerdings weine ich selten (außer ich bin traurig oder vor Glück aber ganz selten). Ich SCHREIE mich aus und schimpfe, dass Matrosen rot werden auf vulgarisch. DAS brauche ich. Richtig weinen kann ich nur alleine. Und mir ist definitiv nichts aberzogen geworden in der Richtung. Ich brauche einfach etwas anderes. Aber egal ob ich weine oder mich ausschreie, trost brauch ich dabei auch. Aber ich will angenommen werden mit meinem derzeitigen Gefühl, aber eben auch getröstet werden. Und ich denke, dass Kinder das auch brauchen wahrscheinlich noch stärker. Ich kann mich auch "selber" trösten mit einem "Präsent" für mich, ein Kind ist dazu nur bedingt in der Lage.
Lg Betty
Ich hab jetzt eine ganz blöde Frage, wie hält man sein Kind vom Weinen ab, ich mein im negativen Sinn.
Wenn mein Kleiner weint, dann nehm ich ihn in den Arm und dann hört er auf zu weinen, ausser er weint vor Schmerzen, dann möchte er meistens gestillt werden und dadurch hört er auch auf zu weinen.
Ist das jetzt schlecht :confused:
trixigoldstein
18.10.2005, 22:41
Also, ich sag jetzt mal ehrlich, beim An- und Ausziehen lass ich die Livia mittlerweile schreien (es ist kein Weinen, es ist Protestgeplärre). Mein Mann wird da immer leicht hysterisch, will das Kind beruhigen, blödelt rum, was das Ganze bloß unnötig hinauszögert, weshalb sie noch mehr protestiert. Das kanns nicht sein. Ich red zunächst beruhigend auf sie ein, sage ihr aber auch, dass sie jetzt umgezogen wird und aus, und so geht es schnell und vergleichsweise harmlos. Mir ist bewusst, dass das nicht antipädagogisch ist, aber ich finds so richtig. :p
Ansonsten, wenn Livia etwa weint, weil sie hingefallen ist, lasse ich mir das Trösten nicht nehmen. Wann sie zu weinen aufhört, bestimmt ja sowieso SIE. Ahja, und in gravierenderen Fällen packe ich den Busen aus. Und ja, das werd ich definitiv noch laaange so handhaben, und wenn ihr ihr erleichtertes Gesicht sehen könntet, wenn sie sich die Titte reinstopft - ihr würdet es verstehen. :love: ;)
genauso. vorallem die sache mit der titte reinstopfen... ;-)
ich muss ehrlich gesagt zugeben, dass ich ne antipädagogische niete bin. dem mia ist es egal ob ich erkläre, was ich da grad mit ihr anstelle oder nicht, sie protestiert lautstark.
das nervt mich ziemlich, zumal ihr gekreische beinahe unerträglich ist und sämtliche leute im umkreis von 100m aktiviert zu uns herüberzukommen und mich noch mehr zu nerven.
ich gehe immer auf mia ein, aber manchmal hilfts nix, wenn sie schreit, weil die mama zb keine zeit und lust hat, um zu diskutieren.
tränen geweint hat sie bisher nur wenige male und da hat sie sich auch weh getan.
BettyBlue2351
18.10.2005, 23:02
@Trixi...: Erklärst du mir warum DAS Mia??? Bidde!!! Nur so aus Neugier.
Wenn mein Schatz weint nehm ich ihn hoch und streichle ihn und vermittel ihm Geborgenheit. Er kuschelt sich meist an mich weint noch ein bisserl und beruhigt sich dann. Die Körpernähe ist aber ganz wichtig für ihn.
Wenn er im Auto zu heulen beginnt und sich in "ich will nichr Autofahren" hineinsteigert bis die Tränen kullern und ich im Stau stecke ist es schon ofter passiert dass ich aus Verzweiflung mitgeheult habe, irgendwann beruhigen wir uns dann wieder GsD
Interessantes Thema. Ich hab früher auch fast reflexartig gestillt bei Weinen. Mittlerweile hatte ich aber ein interessantes Erlebnis in der Spielgruppe, das meine Reaktion geändert hat. Die Leiterin der Piklergruppe hatte damals gemeint, wenn sich ein Kind weh tut, würde sie vorschlagen, dass wir als Eltern das Kind zwar streicheln und trösten, aber nicht gleich hochnehmen oder anlegen, sondern erst, wenn man das Gefühl hat, es ist wirklich nötig. Ihr Argument war, dass die Kinder sich nach Stürzen etc. oft noch gar nicht gescheit orientieren können, was zum ****** ihnen eigentlich grad widerfahren ist, schon werden sie hochgerissen und ihnen wird der Mund gestopft (sie hat´s diplomatischer formuliert) und irgendein anderes Spielzeug in die Hand gedrückt. Hab mich ein bisserl ertappt gefühlt, weil ich all diese Weinstoptechniken verwendet hab. Und kurz darauf ist der Matthias von der Rutschfläche geplumpst und umgekippt. Normalerweise hätte ich ihn gleich aufgehoben, herumgetragen, dann, wenn er länger als 1 Minute oder so weint, gestillt, und ihm dann ein anderes Spielzeug angeboten. So bin ich zu ihm hin - er ist weinend dagelegen- und hab sein Köpfchen gestreichelt, ihm tröstende Worte gesagt und hab mir gedacht, er hört so nie auf. Naja, nach kurzer Zeit hat er sich umgeblickt, hat die Rutsche angeschaut, hat sich mit einem Schluchzen aufgesetzt, ist noch einmal - vorsichtig - auf die Rutsche rauf, hat sie mit einem tränennassen Strahlen bewältigt, und dann war´s vergessen. Ich hab mich da so mit ihm gefreut. Wenn ich ihn auf meine eingefahrene Weise getröstet hätte, hätte ich ihm diese Bewältigung genommen. So was hab ich mittlerweile schon einige Male bei ihm beobachtet.
alpaka-mum
19.10.2005, 09:43
Interessantes Thema. Ich hab früher auch fast reflexartig gestillt bei Weinen. Mittlerweile hatte ich aber ein interessantes Erlebnis in der Spielgruppe, das meine Reaktion geändert hat. Die Leiterin der Piklergruppe hatte damals gemeint, wenn sich ein Kind weh tut, würde sie vorschlagen, dass wir als Eltern das Kind zwar streicheln und trösten, aber nicht gleich hochnehmen oder anlegen, sondern erst, wenn man das Gefühl hat, es ist wirklich nötig. Ihr Argument war, dass die Kinder sich nach Stürzen etc. oft noch gar nicht gescheit orientieren können, was zum ****** ihnen eigentlich grad widerfahren ist, schon werden sie hochgerissen und ihnen wird der Mund gestopft (sie hat´s diplomatischer formuliert) und irgendein anderes Spielzeug in die Hand gedrückt. Hab mich ein bisserl ertappt gefühlt, weil ich all diese Weinstoptechniken verwendet hab. Und kurz darauf ist der Matthias von der Rutschfläche geplumpst und umgekippt. Normalerweise hätte ich ihn gleich aufgehoben, herumgetragen, dann, wenn er länger als 1 Minute oder so weint, gestillt, und ihm dann ein anderes Spielzeug angeboten. So bin ich zu ihm hin - er ist weinend dagelegen- und hab sein Köpfchen gestreichelt, ihm tröstende Worte gesagt und hab mir gedacht, er hört so nie auf. Naja, nach kurzer Zeit hat er sich umgeblickt, hat die Rutsche angeschaut, hat sich mit einem Schluchzen aufgesetzt, ist noch einmal - vorsichtig - auf die Rutsche rauf, hat sie mit einem tränennassen Strahlen bewältigt, und dann war´s vergessen. Ich hab mich da so mit ihm gefreut. Wenn ich ihn auf meine eingefahrene Weise getröstet hätte, hätte ich ihm diese Bewältigung genommen. So was hab ich mittlerweile schon einige Male bei ihm beobachtet.
kann ich nur zustimmen.
- bei dingen, die passieren reicht es ihnen oft, wenn man ihnen einfach nur sagt, was passiert ist. beim neon wirkt es wunder.
schon klar, dass sich für den beobachter manche methoden als nützlich erweisen. sie nehmen aber oft nicht rücksicht auf die tatsache, dass das kind dads weinen braucht, um zu entlasten.
wie schon mal geschrieben beruhigt auch schnullern oder stillen, nur hat es nicht den gleichen effekt wie das weinen - sonst gäbe es dies nicht.
es wird glaube ich allzu oft geglaubt, das die bbeindugung des weinens bedeutet, der schmerz/die empfindung wären vergessen - ich denke sie werden so oft unterdrückt.
ich nehme meine kinder zb nicht gleich hoch sondern biete ihnen meine offenen arme an - sie sollen selbst entscheiden, ob sie genommen werden wollen.
(ausnahme, wenn sie so schlimm fallen, dass es offensichtlich ist, dass sie sich extrem weh getan und geschreckt haben - tu ich dann aber zt auch für mich)
sonst streichle ich sie wie mavis meinte am kopf und sag ihnen, was passiert ist.
cih denke auch, dass sie so viel schneller lernen zu formulieren, was sie bedrückt anstatt praventiv zu weinen, um trost zu bekommen.
(zb nachschaun, ob jem. reagieren würde etc. - wenn sie so 1 reaktion nicht kennen, werden sie auch nicht drauf warten)
aber auch abends lasse ich sie weinen, wenn sie einfach müde sind und den tag verarbeiten wollen.
wenn sie offensichtlich schmerzen oä haben, gegen die was getan werden kann wird das nat. gemacht.
Ich weiss nicht, was ich als "richtig" empfinden soll, ich hör da lieber auf mein Herz, als auf irgend welche oberweisen Pädagogen und von so Pekip Tanten hab ich schon Sachen gehört :rolleyes: .
Das Weinen ist aber auch ein natürliches Mittel um Hilfe herbei zu rufen, die ich dann meinem Kind verweigern würde, wenn ich es weinen lasse.
Ich denke in der Natur würde keine Mutter ihr Kind lange weinen lassen, denn das zieht Räuber an.
Ich bin aber nicht für das übertriebene aufhüpfen, wenn mein Kind ein bißchen die Mundwinkel verzieht.
Ich merke auch an mir, dass sich mein Verhalten gegenüber Jamie´s Weinen mit der Zeit verändert, ich reagier manchmal nicht mehr so schnell darauf, wie am Anfang.
alpaka-mum
19.10.2005, 10:20
Ich weiss nicht, was ich als "richtig" empfinden soll, ich hör da lieber auf mein Herz, als auf irgend welche oberweisen Pädagogen und von so Pekip Tanten hab ich schon Sachen gehört :rolleyes: .
ich denke, dass was manche "herz" oder "bauchgefühl" nennen ist einfach dadurch entstanden, wie wir selbst als kinder behandelt wurden.
so wird es einfach nett umschrieben und alles andere wäre "dagegen" und das wäre nat. furchtbar.
welche sachen waren das zb? hab mit pekip-tanten keine erfahrung gemacht.
Das Weinen ist aber auch ein natürliches Mittel um Hilfe herbei zu rufen, die ich dann meinem Kind verweigern würde, wenn ich es weinen lasse.
Ich denke in der Natur würde keine Mutter ihr Kind lange weinen lassen, denn das zieht Räuber an.
naja, zum glück gibtz die "menschliche evolution" (manche nennen es zivilisation - da haben sich die dinge schon ein bißchen geändert.
aber darüber muss ich mal nachdenken, wenn ich ausgeschlafen bin ;).
Wir haben Miriam immer schon weinen lassen, aber eben nie alleine. Auch schon als baby, dann haben wir uns zu zweit um sie herum gelegt und ihr all unsere Aufmerksamkeit geschenkt, aber nicht abgelenkt vom weinen und nach ca. 5- 10 min war es vorbei. natürlich nur wenn wir GANZ sicher waren, dass es keine anderen Ursachen gab fürs weinen, also hunger, nasse windel usw. Heute ist Miriam 5 Jahre alt und braucht es noch immer. Es gibt dann keinen direkten Auslöser, aber es hilft ihr ungemein ihren frust abzubauen. Oft zB in der Mitte der Woche beim KIGA abholen. Ich nehm sie dann auf den Schoss, lass sie weinen und kurz darauf - nicht einmal 10 min - schluchtzt sie auf und ist wie ausgewechselt.
Wenn ich nicht aufmerksam bin und es nicht richtig deute - also ihr passt nix, sie ist quengelig usw - und ich gebe ihr die Zeit zum weinen nicht, dann schaukelt es sich nur auf, irgendwann kommt es dann trotzdem raus.
Wir haben mit dem "weinen lassen" und nicht ablenken, aber eben in der Zeit die volle aufmerksamkeit schenken, wirklich sehr gute erfahrungen gemacht.
Ich bin davon überzeugt, dass es eine der Gründe ist, warum Miriam so ein ausgeglichenes und fröhliches Kind ist.
Gruss
Manuela
Mamma-777
19.10.2005, 10:52
ich bin auch sehr sensibel und nah am wasser gebaut... also unser kind darf weinen wenn es ihr gut tut...
wenn ich jetzt von mir aus gehe... wenn jemand bei mir ist und ich weine, und derjenige kommt zu mir und nimmt mich in die arme um mich zu trösten, dann gehts mir besser.... weil ich mich nicht alleine fühle.
wenn derjenige nur dastünde nix sagt und nix tut, dann würd ich mir verdammt einsam vorkommen und würde das weinen eher unterbinden und runterschlucken....
weil ich dann lieber alleine weine, da kommt man sich dann nämlich net so einsam vor....
darum nehme ich mein kind in meine arme um ihr zu zeigen, es wird alles gut, ich bin da.... und wenn sie sich beruhigt, das macht sie nur dann wenn SIE dazu bereit ist.... solange halte ich sie in meinen armen und tröste sie.... und wenn sie sich beruhigt hat, dann rede ich mit ihr und frage sie, gehts dir jetzt wieder besser? dann wird noch gehalten und gekuschelt und dann ist gut.... wenn sie wieder lacht und plaudert, weiß ich das es passt!
für mich ist ein weinverbot das, wenn ich mein kind anschnatz und sag das sie net weinen darf und ruhig sein soll...
eine umarmung ist trost und geborgenheit.... und kein weinstoper.....
ich kann aus der selben pickler-spielgruppe berichten, wie mavis. wir hatten dort auch schon einige erlebnisse in der art. ich beziehe mich mal aufs hinfallen, denn das ist im moment bei uns der haeufigste grund warum sie weinen. wir handhabten das immer so, das wir sie sofort hochgenommen haben, getroestet und kurz weinen gelassen und dann aber bald mal abgelenkt haben, worauf sie auch meist zu weinen aufgehoert haben.
Wenn ich nicht aufmerksam bin und es nicht richtig deute - also ihr passt nix, sie ist quengelig usw - und ich gebe ihr die Zeit zum weinen nicht, dann schaukelt es sich nur auf, irgendwann kommt es dann trotzdem raus.
ja und das hat uns die pickler-frau dann auch gesagt hat. wenn man die kinder immer ablenkt und sie ihren schmerz und ihr leid nicht gaenzlich rauslassen koennen, dann staut sich das ganze auf, und irgendwann fangen sie an bei jeder kleinigkeit zu weinen und zu schreien, weil sie einfach soviel aufgestaute emotionen haben, die sie nicht rauslassen konnten.
fuer mich klingts plausibel, ich bin jetzt immer bei meinen kindern, troeste sie, rede mit ihnen wenn sie weinen, aber sie hoeren nach relativ kurzer zeit auch von selbst wieder auf, ohne das man irgendwie eingreift.
Mamma-777
19.10.2005, 11:01
@twinni
aus der sicht gesehen gebe ich dir recht!
ablenken tu ich unser kind auch NICHT!
ich lasse sie weinen, tröste sie aber....
ablenken ist nicht gut.... das einzige mal wo ich das machen würde ist, wenn sie sich nicht beruhigen würde und sich dermassen reinsteigert das es nimma gut für sie ist...... das ist aber absolute ausnahme! bevor sie sich vom weinen in eine "hysterie" steigert wo sie mir fast erstickt muss ich eingreifen und sie anlenken... GSD war das bis jetzt noch nicht der fall *dreimalaufholzklopf*
habe aber oft kinder erlebt bei denen das so war.... und wenn da trösten nimma hilft, bevor mein kind blau wird und beinahe erstickt, lenke ich sie lieber ab!
p.s. waren aber vielleicht auch kinder, bei denen das weinen zu oft unterdrückt wurde....
@mama 777: ich glaube das was du gemeint hast, mit weinen lassen und einfach nur daneben stehen, ist das "boese weinen lassen", wie elchi am anfang des threads geschrieben hat. ich glaub, das das die wenigsten hier machen wuerden.
nina kann sich, wenn sie sich wirklich ganz schlimm wehgetan hat, schon in eine hysterie bruellen. dann unternehm ich auch was. ich merk das am weinen, die faengt dann ganz komisch an, dann kriegts mal so ein bachblueten-rescue-zuckerl (ein viertel nur :-) und dann ists eigentlich sofort wieder gut, weil allein durchs lutschen die hysterie gebrochen ist (ist zugegebenermassen auch eine ablenkung, aber wenn sie in sowas drinnen ist, hoert sie von allein so gut wie gar nimmer auf und kommt kaum mehr zum luft schnappen)
Wir hatten auch schon Phasen, wo Miriam beim weinen nicht am Schoss sitzen wollte, als keinen Körperkontakt wollte. Das war echt schlimm für mich, aber ich konnte sie ja auch schlecht gegen ihren Willen festhalten.
Ich habs dann immer so gemacht, dass ich mich irgendwo zentral hingesetzt habe und nichts anders tat als "bereit" zu sein - und irgendwann ist sie immer gekommen.
Gruss
Manuela
alpaka-mum
19.10.2005, 12:00
ablenken ist nicht gut.... das einzige mal wo ich das machen würde ist, wenn sie sich nicht beruhigen würde und sich dermassen reinsteigert das es nimma gut für sie ist...... das ist aber absolute ausnahme! bevor sie sich vom weinen in eine "hysterie" steigert wo sie mir fast erstickt muss ich eingreifen und sie anlenken... GSD war das bis jetzt noch nicht der fall *dreimalaufholzklopf*
habe aber oft kinder erlebt bei denen das so war.... und wenn da trösten nimma hilft, bevor mein kind blau wird und beinahe erstickt, lenke ich sie lieber ab!
p.s. waren aber vielleicht auch kinder, bei denen das weinen zu oft unterdrückt wurde....
das dacht ich mir auch gerade.
mama-niki
19.10.2005, 12:02
@Kathinka: Nein, "böses Weinen" hab ich nicht in dem Sinn gemeint; ich hab's so gemeint, wie's die mama niki beschrieben hat! @mama niki, danke, du hast es besser ausgedrückt!
Also, ich sag jetzt mal ehrlich, beim An- und Ausziehen lass ich die Livia mittlerweile schreien (es ist kein Weinen, es ist Protestgeplärre). Mein Mann wird da immer leicht hysterisch, will das Kind beruhigen, blödelt rum, was das Ganze bloß unnötig hinauszögert, weshalb sie noch mehr protestiert. Das kanns nicht sein. Ich red zunächst beruhigend auf sie ein, sage ihr aber auch, dass sie jetzt umgezogen wird und aus, und so geht es schnell und vergleichsweise harmlos. Mir ist bewusst, dass das nicht antipädagogisch ist, aber ich finds so richtig. :p
Ansonsten, wenn Livia etwa weint, weil sie hingefallen ist, lasse ich mir das Trösten nicht nehmen. Wann sie zu weinen aufhört, bestimmt ja sowieso SIE. Ahja, und in gravierenderen Fällen packe ich den Busen aus. Und ja, das werd ich definitiv noch laaange so handhaben, und wenn ihr ihr erleichtertes Gesicht sehen könntet, wenn sie sich die Titte reinstopft - ihr würdet es verstehen. :love: ;)
Ich helf immer gerne :)
Ansonsten halten wir es so wie ihr nur mit dem Unterschied, dass meiner einen Zuz statt dem Busen bekommt.
ich werd bald mit einem buch zum thema zu lesen anfangen ("Warum Babys weinen", Aletha J. Solter), bin schon gespannt, was drinnen steht.
Hier die Kurzbeschreibung aus amazon:
Kurzbeschreibung
Babys weinen. Zum Leidwesen ihrer Eltern häufig und lange.Und sogleich unternehmen diese alles, um die Ursache des Unmuts rasch aus der Welt zu schaffen. Die amerikanische Entwicklungspsychologin Aletha J. Solter macht dagegen einen provozierend anderen Vorschlag: »Hindert die Babys nicht amWeinen durch Schnuller, Stillen, Spielzeug, Ablenkung etc.,aber gebt ihnen dabei Nähe und Aufmerksamkeit! Haltet siefest!« Denn Weinen entspannt, tut gut. Und nicht immer sind esHunger, Bauchschmerzen oder nasse Windeln, weswegen Babys weinen. Auch emotionale Spannungen, etwa Gefühle derVerwirrung, Angst oder Frustration, müssen »heraus«. Babys,die am Weinen nicht gehindert werden, können sich auf dieseWeise entlasten und werden deshalb seelisch gesünder aufwachsen. Und mit der Zeit lernen auch die Eltern, diese »Sprache«ihres Kindes besser zu deuten.Aletha J. Solter ist Entwicklungspsychologin, Beraterin im Re-Evaluation Counseling und Mutter von zwei Kindern. Sie arbeitete mehrere Jahre zusammen mit Jean Piaget in Genf und leitetheute Seminare und Workshops für Eltern. Sie lebt in Santa Barbara, Kalifornien.
alpaka-mum
19.10.2005, 12:14
ich werd bald mit einem buch zum thema zu lesen anfangen ("Warum Babys weinen", Aletha J. Solter), bin schon gespannt, was drinnen steht.
Hier die Kurzbeschreibung aus amazon:
Kurzbeschreibung
Babys weinen. Zum Leidwesen ihrer Eltern häufig und lange.Und sogleich unternehmen diese alles, um die Ursache des Unmuts rasch aus der Welt zu schaffen. Die amerikanische Entwicklungspsychologin Aletha J. Solter macht dagegen einen provozierend anderen Vorschlag: »Hindert die Babys nicht amWeinen durch Schnuller, Stillen, Spielzeug, Ablenkung etc.,aber gebt ihnen dabei Nähe und Aufmerksamkeit! Haltet siefest!« Denn Weinen entspannt, tut gut. Und nicht immer sind esHunger, Bauchschmerzen oder nasse Windeln, weswegen Babys weinen. Auch emotionale Spannungen, etwa Gefühle derVerwirrung, Angst oder Frustration, müssen »heraus«. Babys,die am Weinen nicht gehindert werden, können sich auf dieseWeise entlasten und werden deshalb seelisch gesünder aufwachsen. Und mit der Zeit lernen auch die Eltern, diese »Sprache«ihres Kindes besser zu deuten.Aletha J. Solter ist Entwicklungspsychologin, Beraterin im Re-Evaluation Counseling und Mutter von zwei Kindern. Sie arbeitete mehrere Jahre zusammen mit Jean Piaget in Genf und leitetheute Seminare und Workshops für Eltern. Sie lebt in Santa Barbara, Kalifornien.
empfehlenswert. aber sehr provokant. (ich mag es :D)
Mamma-777
19.10.2005, 12:17
@mama 777: ich glaube das was du gemeint hast, mit weinen lassen und einfach nur daneben stehen, ist das "boese weinen lassen", wie elchi am anfang des threads geschrieben hat. ich glaub, das das die wenigsten hier machen wuerden.
nina kann sich, wenn sie sich wirklich ganz schlimm wehgetan hat, schon in eine hysterie bruellen. dann unternehm ich auch was. ich merk das am weinen, die faengt dann ganz komisch an, dann kriegts mal so ein bachblueten-rescue-zuckerl (ein viertel nur :-) und dann ists eigentlich sofort wieder gut, weil allein durchs lutschen die hysterie gebrochen ist (ist zugegebenermassen auch eine ablenkung, aber wenn sie in sowas drinnen ist, hoert sie von allein so gut wie gar nimmer auf und kommt kaum mehr zum luft schnappen)
stimmt -böses weinen
hysterie - drum sag ich ja, da würde ich auch was machen :)
empfehlenswert. aber sehr provokant. (ich mag es :D)
super, freu mich schon, wenn ich anfangen kann.
hab's ja schon daheim, aber bis jetzt nur kurz drinnen geblättert.
da hab ich auch was gelesen, dass man das kind überfüttern kann, wenn man ihm bei jedem weinen die brust gibt. ich hab immer gedacht, ein gestilltes kind kann trinken, so viel es mag :confused:
dass es provokant ist (weinen-stillen => zusammenhang mit drogen/ersatzbefriedigung), reizt mich daran...:D
und ich hab immer gedacht, dass es in der "natur" liegt, ein kind nicht weinen zu lassen, weil ja sonst die wilden tiere auf uns aufmerksam werden und uns fressen. naja, das buch wird hoffentlich eine antwort darauf geben.
trixigoldstein
19.10.2005, 17:10
@Trixi...: Erklärst du mir warum DAS Mia??? Bidde!!! Nur so aus Neugier.
ich weiss nimmer genau...
vielleicht weil jeder sie für einen buben hält und sie aber ein mädchen ist.
weil sie eine wilde ungestüme ist, die macht was sie will.
ich glaub angefangen hats damit, dass ich mich versprochen hab und sie "das mia" statt "das kind" oder "die mia" genannt habe.
Ich weiss nicht, was ich als "richtig" empfinden soll, ich hör da lieber auf mein Herz, als auf irgend welche oberweisen Pädagogen und von so Pekip Tanten hab ich schon Sachen gehört :rolleyes: .
Erstens weiss ich nicht, von welcher "Pekip"-Frau Du redest, weil im ganzen Thread davor keine erwähnt wird. Und zweitens schreibst Du meiner Ansicht nach etwas herablassend über jemanden, den Du gar nicht kennst - sie ist alles andere als oberweis und eine "Tante", sondern eine sehr nette, kompetente Dame, die mir eine Anregung zur Erweiterung meines Verhaltensrepertoires gab, die sich als interessant herausstellte. Natürlich hör ich auf mein Herz, um festzustellen, ob das was Sinnvolles für uns ist -und in welcher Situation angebracht - oder nicht.
Das Weinen ist aber auch ein natürliches Mittel um Hilfe herbei zu rufen, die ich dann meinem Kind verweigern würde, wenn ich es weinen lasse.
Geb ich Dir recht. Aber das ist es ja eben, das Kind wird NICHT allein "Räubern aus der Natur" oder sich selber überlassen. Ich bin ja da und streichle, tröste - und er beruhigt sich. Ich hab auch keine Hemmungen, ihn in die Arme und hochzunehmen oder zu stillen, wenn er das möchte, aber es ist für uns nicht jedesmal, wenn er weint, nötig oder angemessen. Wenn ich´s manchmal trotzdem tu, obwohl´s nicht nötig wäre, reagiert er mehr verärgert als wenn ich darauf achte, dass ich ihm die Entscheidung überlasse, wie er nach dem ersten Schreck wieder weitermachen möchte.
Erstens weiss ich nicht, von welcher "Pekip"-Frau Du redest, weil im ganzen Thread davor keine erwähnt wird. Und zweitens schreibst Du meiner Ansicht nach etwas herablassend über jemanden, den Du gar nicht kennst - sie ist alles andere als oberweis und eine "Tante", sondern eine sehr nette, kompetente Dame, die mir eine Anregung zur Erweiterung meines Verhaltensrepertoires gab, die sich als interessant herausstellte. Natürlich hör ich auf mein Herz, um festzustellen, ob das was Sinnvolles für uns ist -und in welcher Situation angebracht - oder nicht.
Es tut mir leid, dass es so herüber gekommen ist, als würde ich deine Pekip Frau beleidigen wollen. Ich bin halt etwas vorbelastet, da mir so eine Pekip Frau erklären wollte, dass es für mein Kind schlecht ist wenn es so lange gestillt wird und er bei mir im Bett schläft. Da er ja dann zu wenig für unsere Gesellschaft abgehärtet ist und da würde es halt auch reinpassen, das ich mein Kind weinen lassen soll, damit es selbstständiger wird.
Geb ich Dir recht. Aber das ist es ja eben, das Kind wird NICHT allein "Räubern aus der Natur" oder sich selber überlassen. Ich bin ja da und streichle, tröste - und er beruhigt sich. Ich hab auch keine Hemmungen, ihn in die Arme und hochzunehmen oder zu stillen, wenn er das möchte, aber es ist für uns nicht jedesmal, wenn er weint, nötig oder angemessen. Wenn ich´s manchmal trotzdem tu, obwohl´s nicht nötig wäre, reagiert er mehr verärgert als wenn ich darauf achte, dass ich ihm die Entscheidung überlasse, wie er nach dem ersten Schreck wieder weitermachen möchte.
Na siehst du, du merkst ja eh selber, dass du in solchen Momenten nicht angemessen reagierst und änderst wahrscheinlich dein Verhalten.
Tinilein
19.10.2005, 21:43
Ich treffe auch immer wieder auf Leute die versuchen ihr Kind vom Weinen abzuhalten. Auch Sarahs Grosis und Urlies versuchen ihr weinen durch Ablenkung, oder dem Satz "Sarah, nicht weinen" zu mindern. Ich muß dann jedesmal mit einem "Bitte lass sie einfach weinen, wenn sie weinen will!" . Und einmal gesagt hilfts meist nicht. Meine Mum hat oft schon gesagt, sie kann keine Kinder weinen hören. Grad heut erst trotzte Sarah heftig und weinte, rundherhum verstand ich mein eigenes Wort nicht mehr weil die Oma da was zu Sarah sagte und die Urli Oma von der anderen Seite auf sie einredete (Da muss ma ja narrisch wern :rolleyes: ).
Ich tröste Sarah wenn sie sich wehgetan hat, auch wenn sie protestiert (wenn wir vom spielplatz heimgehn zB). Ich versuche sie zu verstehn im sinne von: "Ich weiß, du bist jetzt verärgert, du willst noch dableiben, aber mama will noch kochen etc....", aber weinen und sich ärgern darf sie sich selbstverständlich trotzdem.
lg,
Tini
alpaka-mum
19.10.2005, 21:43
zitat stari05:
Das Weinen ist aber auch ein natürliches Mittel um Hilfe herbei zu rufen, die ich dann meinem Kind verweigern würde, wenn ich es weinen lasse.
das stimmt nur dann, wenn du auch immer feststellen kannst, was dem kind fehlt.
die häufige reaktion ist ja einfach nur der versuch, das weinen "a
bzustellen", unabhängig davon, wodurch es verursacht wurde.
zitat stari05:Ich denke in der Natur würde keine Mutter ihr Kind lange weinen lassen, denn das zieht Räuber an.
also erstmal leben wir nicht in "der natur".
wir verständigen uns durch die sprachen, diese müssen wir aber erst erlernen. insofern ist es schon richtig, dass kinder sich durch weinen mitteilen.
es ist aber auch so, dass sich die menschheit in andrer hinsicht entwickelt hat, es gibt keine räuber in der art mehr, wie es sie in "der natur" gibt.
dementsprechend haben sich auch die möglichkeiten verändert, sich geändert, welches verhalten nicht zum angriff durch irgendwelche räuber führt.
ich denke solchen vergleichen mit tieren hinken sehr.
vl. kann wer andrer auch was drüber überlegen. komm grad nicht weiter. :confused:
naja, zum glück gibtz die "menschliche evolution" (manche nennen es zivilisation - da haben sich die dinge schon ein bißchen geändert.
aber darüber muss ich mal nachdenken, wenn ich ausgeschlafen bin ;).
so, jetzt hab ich drüber nachgedacht.
@stari: Nur ein kleiner Nachsatz, weil mir der Unterschied schon wichtig ist: Ich bedauere Dein Erlebnis mit der Pekip-Dame, die ja offenbar wirklich ihre Meinung aufdrängen wollte. Aber ich hab bitte in bezug auf uns NIE IRGENDWO von einer Pekip-Gruppe geschrieben. Soweit ich mich in die Pekip-Philosophie eingelesen hab, ist das Babytraining nach Pekip so ziemlich das Gegenteil von unserer freien Spielgruppe mit von Emmi Pikler entwickelten Materialien und nach ihren Grundsätzen.
zitat stari05:
Das Weinen ist aber auch ein natürliches Mittel um Hilfe herbei zu rufen, die ich dann meinem Kind verweigern würde, wenn ich es weinen lasse.
das stimmt nur dann, wenn du auch immer feststellen kannst, was dem kind fehlt.
die häufige reaktion ist ja einfach nur der versuch, das weinen "a
bzustellen", unabhängig davon, wodurch es verursacht wurde.
zitat stari05:Ich denke in der Natur würde keine Mutter ihr Kind lange weinen lassen, denn das zieht Räuber an.
also erstmal leben wir nicht in "der natur".
wir verständigen uns durch die sprachen, diese müssen wir aber erst erlernen. insofern ist es schon richtig, dass kinder sich durch weinen mitteilen.
es ist aber auch so, dass sich die menschheit in andrer hinsicht entwickelt hat, es gibt keine räuber in der art mehr, wie es sie in "der natur" gibt.
dementsprechend haben sich auch die möglichkeiten verändert, sich geändert, welches verhalten nicht zum angriff durch irgendwelche räuber führt.
ich denke solchen vergleichen mit tieren hinken sehr.
vl. kann wer andrer auch was drüber überlegen. komm grad nicht
weiter. :confused:
so, jetzt hab ich drüber nachgedacht.
Ich denke schon sehr oft darüber nach, wie es eigentlich ursprünglich von der Natur gedacht ist, bestimmte Dinge zu tun.
Unsere Kinder haben ja auch trotz Zivilisation das Bedürfniss gestillt und getragen zu werden und ich tus auch, obwohl mich viele zivilisierte Frauen schief anschauen :p.
alpaka-mum
19.10.2005, 23:42
Ich denke schon sehr oft darüber nach, wie es eigentlich ursprünglich von der Natur gedacht ist, bestimmte Dinge zu tun.
Unsere Kinder haben ja auch trotz Zivilisation das Bedürfniss gestillt und getragen zu werden und ich tus auch, obwohl mich viele zivilisierte Frauen schief anschauen :p.
es geht ja nicht darum, was andere leute denken, sondern, wie sich etwas auf kinder auswirkt/was sie eig. brauchen etc. bzw. welche dinge wir in uns tragen, weil wir sie nicht anders gelernt haben und die sich eig. nicht positiv auswirken.
aber der mensch (bzw. die menschliche psyche) ist so komplex, dass solche rückschlüsse doch gar nicht haltbar sind.
so macht man es sich vl. einfach, irgendewas zu verstehen; aber im endeffekt muss man doch auch berücksichtigen, dass der mensch, seitdem er die "natur" verlassen hat (was eig. nicht stimmt, wei ler sich ja schrittweise netwickelt hat und seit des mensch-seins in der zivilisation lebt) psychisch verändert hat und seine umgebung doch komplett verändert ist.
es geht ja nicht darum, was andere leute denken, sondern, wie sich etwas auf kinder auswirkt/was sie eig. brauchen etc. bzw. welche dinge wir in uns tragen, weil wir sie nicht anders gelernt haben und die sich eig. nicht positiv auswirken.
aber der mensch (bzw. die menschliche psyche) ist so komplex, dass solche rückschlüsse doch gar nicht haltbar sind.
so macht man es sich vl. einfach, irgendewas zu verstehen; aber im endeffekt muss man doch auch berücksichtigen, dass der mensch, seitdem er die "natur" verlassen hat (was eig. nicht stimmt, wei ler sich ja schrittweise netwickelt hat und seit des mensch-seins in der zivilisation lebt) psychisch verändert hat und seine umgebung doch komplett verändert ist.
Und ich glaub halt, dass da die menschliche Psyche nicht schritt gehalten hat und noch sehr starke ursprüngliche Bedürfnisse hat.
susanne.f
20.10.2005, 07:44
ich hinder meine kinder nicht am weinen, wozu auch. es gibt ja einen grund, warum sie weinen. ich lass es auch raus, wenn mir danach ist und ich fühl mich nachher meistens besser
alpaka-mum
20.10.2005, 09:24
Und ich glaub halt, dass da die menschliche Psyche nicht schritt gehalten hat und noch sehr starke ursprüngliche Bedürfnisse hat.
da bin ich mir sicher!
genau aus dem grund stauen sich wohl auch enorme energien, die zb durch weinen rausgelassen werden können.
und die umgebung ist glücklicher weise dafür geeignet, um dies zulassen zu können.
(ohne wölfe, wildschweine usw...)
wenn das weinen in urzeiten so artgefaehrdend gewesen waere, wuerde es uns jetzt entweder nicht mehr geben, oder es wuerde das weinen nicht mehr geben.
alpaka-mum
20.10.2005, 11:06
wenn das weinen in urzeiten so artgefaehrdend gewesen waere, wuerde es uns jetzt entweder nicht mehr geben, oder es wuerde das weinen nicht mehr geben.
;)
ich denk es hat einfach seine funktion verändert.
die umgebung hat sich geändert, dementsprechend war es nicht mehr gefährlich, wenn ein kind/baby weint.
gleichzeitig muss der mensch mit so viel mehr eindrücken fertig werden - ev. mehr weinen, was aber eben niemanden anzieht, weil ja niemand da ist (jetz auf gefährliche tiere bezogen)
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