PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Messer, Gabel, Schere, Licht ....



Eulalia
02.05.2005, 00:34
Sagts mal, wie macht ihr das? Läst Ihr Eure ca 2jährigen schon mit einer Schere (natürlich unter Aufsicht) hantieren oder dürfen sie auch schon mal mit einem scharfen Messer beim Gemüseschneiden helfen?
Ich muss zugeben, dass ich da wahrscheinlich viiiieeel zu "hysterisch" bin, denn alleine beim Gedanken an ein scharfes Messer in Leons Händen wirds mir schon ganz schlecht. Neige ohnehin dazu etwas zu übervorsichtig zu sein - damit ihm wohl ja nix passiert und er sich niergendwo wehtun kann. Also Herdschutzgitter, überall Steckdosenschutz, Türgitter an der Balkontür, Eckenschtuz an manchen Ecken in der Küche, Schranktürensicherungen an einigen Küchenschränken, Putzmittel im Abstellraum im obersten Fach im Schrank ........... ist inzwischen Standard bei uns.
Die scharfen Messer und die Küchenschere hab ich aus der Bestecklade entfernt, nachdem mir Leon mit ca 15Mon einmal mit dem scharfen Brotmesser entgegengelaufen kam. :eek: :(

Wie kann ich ihn langsam und vorsichtig (meine Nerven) an den Umgang mit scharfen Messern und Scheren gewöhnen bzw. ab wann kann/soll/muss man damit anfangen?

DieSchnecke
02.05.2005, 00:48
nachdem Lea (27 monate) zu den eher vorsichtigeren kindern zählt, hat auch sie schon mit der schere papier oder ihrem buttermesser brot, wurst und nudeln "geschnitten". sie weiß wie man die schere tragen muss damit nix passiert und auch, dass scharfe messer tabu sind.

gemüse schneiden? nein, auf die idee bin ich noch gar nicht gekommen, aber würde Lea fragen ob sie auch mal darf, dann dürft sie das wohl auch (mit mir).

ich gehöre zu den müttern, die zwar vorsichtig sind, ihrem kind aber einiges zutrauen ;)

wir haben zwar überall einen steckdosenschutz montiert, aber das wars auch schon. hatte nie ein herdschutzgitter und auch keinen kantenschutz, nix, damit die lade oder das kast'l nicht aufgeht und auch sonst keine gitter (ok, wir habne auch keine stiegen *g*).

Lea is da reingewachsen - sie wusste sehr früh was heiß ist (ohne sich jemals verbrannt zu haben) und hat auch nie hingegriffen. ebenso weiß sie dass messer, scheren und pfeffer :D scharf sind und lässt die finger davon. sie is total aufmerksam und das meiste muss man ihr nur einmal sagen - bis auf dinge die sie sich unbedingt in den kopf setzt - aber das is eine andere geschichte *gg*.

allerdings kann man da ja - wie immer - nicht alle kinder in einen topf werfen. der kleine meienr freundin weiß mit sicherheit auch, was heiß ist - aber er hört einfach nicht zu bzw. vergissts anschienend schnell wieder - hat einfach ameisen im hintern, elan für 5 kinder und ist mit seinen gedanken immer irgendwo - diese freundin hatte alle vorsichtsmaßnahmen getroffen, die du auch "montiert" hast ;).

um auf den punkt zu kommen, ich find mit 2 jahren kann man seinem kind schon einiges zutrauen - vielleicht mit einer kinderschere und kindermesser. meine (oben erwähnte) freundin war erstaunt wie geschickt sich der kleine im KiGa mit kleber und schere tat - "traute" es sich (ihm) auch nicht zu, ihn schon schneiden zu lassen ;).

Eulalia
02.05.2005, 01:02
Hallo Schecke, vielen Dank für Deine rasche Antwort.
Leon ist wohl eher so ein Kind wie der Kleine von Deiner Freundin. Er weis auch was heiß ist und sagts auch (z.b. beim Backrohr) und greift dann aber trotzdem hin. Bei ihm kannst auch nirgendswo etwas liegen lassen ohne dass er es innerhalb von Sekunden in seinen Händen hat.
Leider hat er das auch schon drauf, dass er dann wenn man sagt, dass er etwas nicht machen soll, dass er es dann erst recht macht. :eek:
SchwieMu ist auch immer verwundert, warum ich dauernd hinter Leon her bin, wenn wir bei ihr sind, denn die Tochter von meiner Schwägerin (die haben die ersten zwei Jahre im selben Haushalt gelebt) hat nie irgendwas vom Herd angegriffen oder diversen Dekoramsch von den Regalen geräumt. Leon macht das aber leider schon.
Es ist manchmal echt voll anstrengend mit ihm!!!!!!!!

DieSchnecke
02.05.2005, 01:11
ohje, das könnte wirklich ein posting meiner freundin sein - kann dich also sehr gut verstehen, da ich den kleinen (fabian) ja auch öfter mal bei mir hab zum aufpassen - und dann hab ich beide am hals ;).

is wirklich schwierig, ich denk halt, dass es jetzt nicht unbedingt ein ding der notwendigkeit ist. wie geschrieben, fabian hatte auch das erste mal uhu und schere im KiGa in händen und hat sich wirklich geschickt angestellt. also wenn dein kleiner auch eher zu den "ungestümen" zählt und nicht danach verlangt, würd ichs (für meine nerven) lassen. andererseits wieder, vielleicht findet er das super interessant und is dann ausnahmsweise mal total gefesselt :).

anamama
02.05.2005, 01:30
Ich gehöre zu den "mutigen" Müttern. Und zu denen die alles erklären. Wir haben gemeinsam getestet wie es ist, wann eine Herdplatte heiß wird. Tagelang und immer wieder.Ich hab dann jedesmal meinen Kindern gesagt, wenn das Backrohr/Platte iengeschaltet wurde. 200000mal hochgehoben und in heiße Töpfe geschaut, sodass es klar war Mama holen, wenn ich reinschaun will.
Messer muß man erforschen, stumpfe Seite scharfe Seite Griff--dann kann man schneiden erforschen--.......
Ich hatte Stiegen, 2m hohe ungesicherte Mauern im Garten, nicht schließendes Gartentor (hab dann ein Band darum gebunden), Regentonne, giftigen Goldregen, Buchs, Oleander.....---viele Gefahren---meine Kinder mußten LERNEN damit zu leben. Ich hab sie lange Zeit nicht aus den Augen gelassen, "Komm wir gehen hinein, ich muß das Essen auf den Herd stellen" war ein täglicher Satz. Wurde akkzeptiert, denn sonst häts nur Brote gegeben :)
Lies einmal "auf der Suche nach dem Verlorenen Glück" von Liedloff hab mir da einiges an Gelassenheit geholt.

Eulalia
02.05.2005, 03:22
Na gut, ich glaube jetzt ist auch der Zeitpunkt gekommen, dass ich erwähnen sollte, dass ich hier auch etwas erschwerte Bedingungen habe. Nicht nur durch Leons Neugierde und seine Ungestühmtheit, sondern vorallem durch meine Behinderung.
Es fällt mir irgendwie noch immer schwer hier im I-net so öffentlich darüber zu schreiben und ich fühle mich dadurch auch sehr stark "geoutet", aber das muss jetzt sein.

Ich habe eine angeborene Sehbehinderung, die den schönen *Ironie* Namen "Achromatopsie" trägt. Das heisst, dass ich von Geburt an farbenblind (nicht zu 100%), sehr stark kurzsichtig und auch extrem lichtempfindlich bin und ausserdem einen relativ starken Nystagmus (Augenzittern) habe.

Was bedeutet das für mich im Alltag?
Naja hier in der Wohnung haben wir es uns schon so gerichtet, dass ich kaum bis keine Probleme habe. Kritisch wirds vrallem in fremder Umgebung - vorallem auf der Straße bei hellem Sonnenschein. Da meine Kruzsichtigkeit so ausgeprägt ist, dass ich sehr oft bei für mich schlechten Lichtverhältnissen nicht mal erkennen kann, ob die Ampel rot oder grün anzeigt (den Unterschied erkenne ich normalerweise schon), darf ich natürlich auch nicht Autofahren - ja nicht mal Fahrradfahren.

Welche "Probleme" können im Alltag mit einem Kleinkind auftreten?
Daheim: siehe oben
Draussen: Leon muss mir auf der Straße IMMER die Hand geben, er muss im Geschäft immer entweder im KiWa/Buggy oder im Einkaufswagen sitzen. Es ist für mich einfach nicht machbar ihn z.b. in einem Bekleidungsgeschäft immer im Auge zu haben, wenn er ständig zwischen den bunten Kleiderständern hin- und herrennt.
Auf dem Spielplatz bin ich auch immer in seiner Nähe (folge ihm wie ein Schatten mit höchstens 5-6 Metern Abstand).
Ich krieg regelmässig einen Ausraster, wenn ich direkt neben oder sogar in der Sandkiste Zigarettenstummel und anderen Müll finde - bzw. wenn Leon sie findet und alle fein säuberlich aufhebt.
Oder ganz frisch von heute (ok beim Blick auf die Uhr - gestern): Ich maschiere mit Leon in den Park und gleich am Rand bückt sich Leon um was aufzuheben. Ich denke, dass er sich einen Stein nehmen will (weis auch nicht, aber er fährt grad auf Steine ab) und lass ihn. Tja nur hält er mir den vermeintlichen Stein dann hin und sagt "Apfü" (Apfel). *grrrrrr* Können die Leute ihre Apelputz nicht IN den Mistkübel werfen und nicht dirket daneben auf den Gehweg???? Ich hab da jetzt keine Angst, dass er krank wird oder so, wenn er einen Apfelputz angreift, den irgendwer abgenagt hat, aber ein bissl eklig is das schon oder! Muss doch nicht sein! Nächstes Mal hebt er am Ende noch die Hundegax auf, weil die Leute ihr Hunderln auch überall im Park hingaxen lassen.

So jetzt schweif ich schon wieder ein bissl vom Thema ab.
Naja im Großen und Ganzen wird halt auch Leon lernen müssen, dass Mami und Papi (ja auch der hat eine angeborene Sehbehinderung) einfach nicht alles so sehen können wie er und dass er dadurch womöglich ein bissl weniger Freiheiten haben wird als andere Kinder.

Da es sich bei der Achromatopsie um eine vererbte Geschichte handelt, haben wir natürlich gezittert, dass Leon das auch haben könnte, aber schon mit 4 Monaten wurde das durch eine genaue Untersuchung in der Augenklinik ausgeschlossen.
Und ja! Leon war/ist ein absolutes Wunschkind - auch mit dem Wissen, dass das Baby eventuell auch sehbehindert sein könnte. Hört sich jetzt fast widersprüchlich an - auch wenn für uns keine Welt ungergegangen wäre, wenn Leon ebenfalls sehbehindert wäre, ist uns natürlich ein riesen Stein vom Herzen gefallen, dass das nicht der Fall ist.
Die Chancen auf Achromatopsie sind aber verhältnismässig gering, denn dafür müsste auch mein Mann Träger des krankhaften Gens sein, welches für die Achromatopsie verantwortlich ist. Und selbst dann liegt die "Chance" auf Achromatopsie bei 50%. Wir wissen nach wie vor nicht, ob mein Mann Genträger ist oder nicht (haben keinen Gentest machen lassen), was für uns aber auch überhaupt keine Rolle spielt. Der Wunsch nach einem zweiten Kind ist so oder so da.

so und jetzt verkriecht sich die Nachteule (fühl mich bei Dunkelheit einfach wohler) auch endlich ins Bettchen, weil der Wecker (Leon) ist erbarmungslos und geht womöglich im schlimmsten Fall schon um 7:00 Uhr los.

Ach so, falls jemand noch Fragen hat - bitte keine Scheu. Jetzt hab ich meine Eiswand schon durchbrochen und kann auch offen drüber reden/schreiben (ist auch wichtig für mich persönlich).

mausi79
02.05.2005, 10:23
Ines hat das erste mal mit einer Kinderschere im KIGA bei der Eingewöhnung herumhantieren dürfen (vor einem Monat); zuvor wäre ich nie auf die Idee gekommen ihr eine Schere in die Hand zu drücken. JETZT besitzen wir auch eine Kinderschere und damit darf sie unter Aufsicht auch herumfitzeln.

Bei den Messern: ein scharfes Messer würde ich ihr nicht wirklich geben; sie hat zwar mit mir gemeinsam auch schon Gemüse geschnitten aber das sie damit alleine shcneidet , das trau ich mich noch nicht. Aber sie hat auch ihr Kindermesser mit dem sie herumprobieren kann. :)


Ich finde es übrigens ganz toll, wie offen Du hier im Forum über Deine Krankheit sprichst! Kann mir vorstellen das der Alltag mit Kleinkind nicht gerade einfach ist.
Und: auch ich gehöre eher zu den vorsichtigen Müttern - ich bin auch immer hinter Ines her...... :)

Alles Liebe ! :herz:

DieSchnecke
02.05.2005, 10:43
also ich finde es bemerkenswert und ziehe meinen hut wie du mit dieser krankheit umgehst.

und auch vor diesem thread hab ich dich nicht als hysterrisch abgestempelt - wie vielleicht auch aus meinen vorherigen beiträgen rausgegangen ist. es gibt halt vorsichtigere und mutigere mütter ;).

kann deine ängste jetzt natürlich noch besser verstehen und bin überzeugt, ihr kriegt das in den griff.

auch Leon wächst da rein und mit.

wie ist es mit den omas? haben die auch eine sehbehinderung? vielleicht könnten die ja mit Leon schneiden "probieren".

Trilja
02.05.2005, 10:52
anja ist 3 geworden und darf mit scheren schneiden, und mit normalen ess-messern, und wenn ich neben ihr auch mit nem schärferen. sie darf - solange sie sich konzentriert alleine auf der zaun-mauer gehen usw. aber - sie ist auch sehr achtsam und sorfältig in solchen dingen. sie weiss wie man eine schere trägt und macht es auch so usw. wenn sie so "ungestüm" *g* wär wie deiner, würd ich auch nicht wollen dass sie sowas macht.

und - ich seh sehr gut (solang ich ne brille oder kontaktlinsen trage ;) ) aber in geschäften sitzt sie trotzem im einkaufswagen, buggy oder geht an meiner hand. sie verschwindet so schnell um ein eck, das ist mir einfach zu riskant (wenn ihr jemand im h&m brüllen hört: ich hab dir gesagt du sollst sitzen bleiben!!!! bin das ich. glaubt ihrem gebrüll nicht, ich misshandle sie nicht, ich mach nur den gurt vom buggy zu ;) )


lg Tril

Carmen
02.05.2005, 11:17
lucas schmiert sich manchmal sein butterbrot selber, natürlioch sitzt ich da daneben. wenn ich gemüse schneide darf er mir "helfen" ich halte das messer und er haltet halt hinten auch das messer, das taugt ihm voll. am liebsten zerreist er den krauthäuptl. ich lass ihn schon mithelfen, alles was nicht zu gefährlich ist. z.b. räumt er sooo gerne die waschmaschine ein, wehe ich mach das selber ;)

lg, carmen

Fabs-2002
02.05.2005, 11:35
Also Fabian darf mit einen Buttermesser alleine in meinen beisein schneiden! Bei anderen Sachen kann er mit schneiden helfen! Am Tisch darf er auch sein Essen schneiden, soweit er es alleine kann!

Mit der Schere darf er nur schneiden wenn jemand bei ihm am Tisch sitzt, ausser mit seiner Plastikschere, denn die schneidet nichts ausser Papier und das auch nicht immer mit der darf er ganz alleine schneiden!
Helfen darf er bei allen wenn ich dabei bin!
Ja und meiner liebt es auch die Waschmaschine ein und auszuräumen!

Carmen
02.05.2005, 11:40
gestern hab ich fenster geputz, naja ich hab sie eigentlich dreimal geputzt, denn lucas wollt auch "schön machen!", naja sobald ich mal aus dem zimmer war, war das fenster wieder nass und er hat fleissig geputzt :D (das alles trotzt 39° fieber)
http://x-press.at/upload/T_48274.jpg (http://x-press.at/oc/album/old/spic.asp?id=48274)

lg, carmen

sabrina
02.05.2005, 11:46
hallo:)


zuersteinmal hut ab, vor dir wie du mit deiner krankheit umgehst. ich hoffe meine jüngste, wierd auch einmal so selbstbeuwusst mit iherer kranheit umgehn.

so zum eigentlichen thema, gehör auch zur kattegorie 2mutige mütter" mit sehr "traufgängerrischen" kids:)
sabrina hat das erstemal eine schere in der hand gehapt mit 2.jahren. das war aber eine richtige kinderschere mit schutz usw. katja war glaub ich auch so in dem alter von sabrina, als sie das erstemal eine kinderschere in der hand hatte. ja und nina hantiert jetzt schon mit ihren 21.monaten mit der kinderschere herrum und sie macht es gar nicht mal so schlecht, für den anfang.

mit messer schneiden haben sabrina und katja mit ungefähr 3.jahren dürfen, aber nur mit kindermesser, erwachsenen messer darf bis jetzt nur sabrina schneiden und die wird im juli 5.jahre. nina hat auch ihr eigenes kindermesser und damit schmiert sie die butter aufs brot.


spielplatz naja da bin ich schon einiges gewöhnt von meinen mädls. ich setz mich meistens gemütlich aufs bankerl und lass alle drei mache, wie sies wollen. am anfang war ich auch immer mit dabei, überhaupt bei nina meiner jüngsten, aber es wurde mir einfach zuviel, überhaupt wenn nina läuft, die ist so schnell da komm ich fast nicht mit, somit is schon oben aufn klettergerüst. also lass ich sie klettern und ich steh unten und helfe ihr beim runtersteigen, wenn sie hilfe braucht:)

hyterrisch bis du sicher nicht, glaub mir da habe ich schon schlimmere mütter auf den spielplätzen erlebt:)

Carmen
02.05.2005, 11:51
mei ich schreib grad, wäschewaschen und was macht mein kleiner hasumann, räumt grad die waschmaschine voll. leider ist ihm das trennen egal, da kommt die fernbedienung rein, meine bürste, gewand (natürlich auch das saubere), sein frühstücksteller (plastik), ... :D

aber ich pass eh immer auf, dass er sie nicht einsschaltet, naja der wasserhahn ist eh abgedreht :D

Eulalia
03.05.2005, 01:17
@Schnecke: Nein nein, ich hab mich auch keineswegs als hysterisch abgestempelt gefühlt - schon gar nicht durch irgendeines Deiner Postings. Ich selber hab nur oft das Gefühl, dass ich in manchen Dingen zu hysterisch bin und mir ein wenig mehr Gelassenheit ganz gut tun würde.

Es war nicht immer so, dass ich so offen über meine Sehbehinderung sprechen konnte. Nein, im Gegenteil, ich hab alles dafür getan sie wenn irgendmöglich zu verbergen/verheimlichen. Ich bin erst in der Schwangerschaft zufällig auf eine Mailingliste gestossen, wo sich viele Achromaten austauschen. Ich hab mich auch erst seit dem Zeitpunkt sehr intensiv mit meiner Behinderung befasst und an meiner Einstellung gearbeitet. Früher war ich immer die Arme, die das Schicksal ja ach so hart getroffen hat, aber heute sehe ich das zum Glück ganz anders. Ja sicher gibts immer wieder Einbrüche - Tage an denen gar nix passt und ich mich voll mies und ach so arm fühle.
Dann schäme ich mich fast wieder, weil ich doch glücklich darüber sein müsste, dass ich gesund bin, einen wuderbaren Sohn habe (könnte ihn trotzdem oft zum Mond schiessen *gg*), in einem sicheren Land lebe und uns nix abgeht.
Ich komm zurecht und wenn mal was nicht geht, dann kann ich mir ja Hilfe holen - muss es halt nur zugeben dass ich Hilfe brauch, was mir ehrlich gesagt noch nicht so leicht fällt. Ich schlepp mich lieber ab mit den Einkäufen, als dass ich meine Freundin oder meinen Schwager drum bitte, dass wir mal eben schnell mit dem Auto fahren. Ich weis, dass die das gerne machen würden, aber für mich würde das dann wieder ein Stückerl mehr Abhängikeit bedeuten. Und sind wir mal ehrlich: ein paarmal machts sicher jeder gerne, aber wenn das dann zur Daueraufgabe wird ...

Was jetzt das Schneidenüben angeht hab ichs persönlich eh nicht so eilig damit. Mich hat echt einfach mal interessiert, wie das in den meisten Familien so gehandhabt wird. Es ist auch nicht das Problem dass ich das dann selber mit Leon übe - achte halt darauf, dass net grad die grelle Sonne in die Küche scheint, dann seh ich schon genug dafür. Ausserdem geht er ab September in die Krippe und da kommt das dann wahrscheinlich automatisch, dass er mit Kinderschere, Klebstoff, Wasserfarben usw. umgehen lernt.

Das Buch "Auf der Suche nach dem verlorenem Glück" und auch noch "Ihr Baby kanns" hat mir eine Schweizerin, die ebenfalls Achromatopsie hat auch schon mal empfohlen. Sie hat übrigends auch einen kleine Sohn, der inzwischen schon 3 Jahre ist oder so. Nur hab ich mich bis jetzt noch nie drum gekümmert, wo ich die Bücher herkriege. da steht sicher viel Verwertbares für mich drin.

marieclaire
03.05.2005, 09:11
In der Kigru haben die eigene Kinderscheren, da durfte er schon "schneiden". Zuhause erlaube ich es ihm noch nicht ... da lass ich mir noch Zeit ;)

KP
03.05.2005, 12:02
Muss doch nicht sein! Nächstes Mal hebt er am Ende noch die Hundegax auf, weil die Leute ihr Hunderln auch überall im Park hingaxen lassen.



Hallo, ich hab nicht alles gelesen, nur muß ich dazu sagen, daß auch mein Kleiner schon mal die Gacki vom Großen gegessen hat.
Gacki war gerade mal 2 Sek. unbeaufsichtigt im Topferl, während ich neue Feuchttücher geholt hab.

Auch nicht appetitlich, aber auch nicht so schlimm, daß er einen Schaden bekommt davon. Vor so etwas sollte man sich nicht fertig machen lassen.

Versteht dein Kleiner schon, daß Du nicht so gut siehst und darum er z.b nicht aus dem Wagerl darf oder du in 5-6Meter Abstand am Spielplatz hinter ihm herbist??

KP

KP
03.05.2005, 12:03
Mein Großer ist jetzt 3 und darf ca seit 2 Jahren mit der Kinderschere und unter Aufsicht auch mit der großen Schere schneiden.

Ein Kindermesser hat er auch und tw. darf er auch mit den normalen Streichmessern schneiden.

Gemüse Schneiden: ja wie zb. Champignon, Paprika, ....

Kein Problem - hat sich auch noch die damit verletzt.
KP

latella
03.05.2005, 14:55
ja, ich lasse hantieren (auch den 19 monate alten) aber NIE ohne genaue aufsicht (dh ich sitze nicht nur daneben sondern schaue auch ganz genau hin; und verbiete den umgang mit dem gefährlichen gegenstand sofort, wenn das kind damit beginnt sich fortzubewegen oder sonstwie unvorsichtig wird damit).
habe einen mordsbammel vor spitzigen dingen und unkontrollierten bewegungen (zb kind rennt dahin mit irgendeinem spitz in der hand - neiiiiin!!!)

sonst bin ich eigentlich nicht so übertrieben ängstlich - herdschutz oder treppenschutz gabs bei uns zb nie. steckdosenschutz aber schon.

ich glaub, da hat halt jede mama ihre ganz eigenen bammels (vielleicht auch abhängig davon, was man selbst schon erlebt hat, zb auch in der eigenen kindheit!)

Sandra203
03.05.2005, 19:40
unter aufsicht darf mein 1 1/2 jähriger schon mit schere papier schneiden und auch mit einem normalen Messer (nicht extrascharf und spitz) Brot bestreichen, Gemüse schneiden. ich finde es sehr wichtig, dass er es früh lernt und auch vorsichtig damit zu sein. er ist allerdings motorisch sehr geschickt, ein ruhiges und vorsichtiges kind. ich finde, es kommt nicht auf das alter sondern auf das einzelne kind drauf an (entwicklung, temperament...).

Mausale
03.05.2005, 20:13
Meine Tochter ( 2 1/2) darf schon seit geraumer Zeit (unter Aufsicht natürlich) mit ihrer Kinderschere Papier schneiden und mit einem nicht ganz so scharfen Tafelmesser Gemüse schnippeln. Es macht ihr natürlich einen riesig Spaß und sie platzt jedes Mal vor lauter Stolz :)

Elke
04.05.2005, 13:15
Schere - so bald wie möglich eine Kinderschere, Eva ist jetzt 17 Monate und darf schon lange mit ihrer eigenen Schere mit-basteln. KLappt natürlich nicht so richtig, aber es gefällt ihr.

Messer - ja, auch mit 2 Jahren sicher schon beim Gurkenschneiden in der Küche. Mittelscharfes Messer gehjt sogar besser als ein gar nicht scharfes - ein gar nicht scharfes schneidet nämlich nicht und rutscht ab. Schneiden üben mit Plastikmesser und Playdo auch für die Eva schon, also so früh wie möglich.

Feuer ist ein ganz dummes Thema, bei dem ICH hysterisch bin. So ein 4-Jähriger wie mein Moritz ist einfach unberechenbar und ich betone halt immer wieder, dass er die Kerze nur mit Mama und Papa anzünden darf. Was aber auch nur 3 x im Jahr der Fall ist.

Eulalia
05.05.2005, 00:49
Hallo, ich hab nicht alles gelesen, nur muß ich dazu sagen, daß auch mein Kleiner schon mal die Gacki vom Großen gegessen hat.
Gacki war gerade mal 2 Sek. unbeaufsichtigt im Topferl, während ich neue Feuchttücher geholt hab.

Auch nicht appetitlich, aber auch nicht so schlimm, daß er einen Schaden bekommt davon. Vor so etwas sollte man sich nicht fertig machen lassen.

Versteht dein Kleiner schon, daß Du nicht so gut siehst und darum er z.b nicht aus dem Wagerl darf oder du in 5-6Meter Abstand am Spielplatz hinter ihm herbist??

KP
Ich weis schon, dass es nicht so dramatisch ist, wenn er mal Hundegaxi angreift oder so, aber MIR grausts einfach vor sowas und deshalb finde ich das alles andere als gut.
Ich glaube nicht, dass Leon schon versteht, dass wir schlecht sehen und er deshalb manches nicht darf, aber fühlen oder irgendwie im Unterbewusstsein wissen wird ers schon.
Die Freundin von meinem Bruder ist vollblind und Leon will dauernd mit ihr Bilderbücher angucken, was natürlich net geht. Das versteht er noch nicht, aber er weis inzwischen schon, dass er ihr die Spielsachen direkt in die Hand geben muss, wenn sie nicht reagiert, weil sie nicht damit rechnet, dass er ihr was geben will.
Er wird da reinwachsen und für ihn wird das dann "normal" sein, dass er Eltern hat die "anders" sind.

Eulalia
05.05.2005, 00:55
Also gut, dann hab ich hierzu gleich die nächste Frage: Wo kriegt man eine gute Kinderschere? Was habt Ihr für welche?

Eulalia
05.05.2005, 00:59
Mittelscharfes Messer gehjt sogar besser als ein gar nicht scharfes - ein gar nicht scharfes schneidet nämlich nicht und rutscht ab.
Ja das klingt auch logisch für mich. Deshalb darf Leon auch schon seit ein paar Monaten mit einer normalen Kuchengabel (mit spitzen Zinken) essen. Mit diesen ganzen Esslerngabeln hat er nie was erwischt. Entweder sind ide so stumpf, dass er nix aufstechen kann oder die Zinken sind so nah beieinander, sodass er z.b. Erdäpfelwürferl eher damit eher auseinandergestochen hat als sie aufzuspießen - hat ihn dann immer fürchterlich geärgert.
Fragts mich net, warum ich bei der spitzen Gabel keine Bedenken habe, aber bei Scheren und Messern schon. *michselberwunder*

anamama
05.05.2005, 01:13
Meine sind schon 15 u.20 Jahre, daher weiß ich keine guten Kinderscheren.

Jean Liedloff "Auf der suche nach dem verlorenen Glück " kriegst überall
Verrat dir noch ein Lieblingsbuch "das kompetente Kind" von Jesper Juul

Ich hab deine Geschichte Gelesen und drück dich mal, so ganz in virtueller Freundschaft. Da meine Tochter Epileptikerin bin, weiß ich ein bißchen wie das Leben anders als 0815 aussieht. Manchmal zum Schrein, aber eigentlich Zitat meiner Tochter" Mama hab ich ein Glück, dass ich NUR Epilepsie hab!"

Ich glaub meine Art mit "Gefahren" umzugehn eignet sich sehr gut für dich.Ich hab das Ding um das es ging einfach intessiv mit meinem Kind besprochen. Wichtig dabei ist auch das Betasten! Messer haben nun mal eine stumpfe Seite und eine scharfe,eine Spitze. wenn man das sehr vorsichtig angreift, dann lernt das Kind die Gefahr des Messers erkennen. Jedes Mal als sie ein Messer in die Hand bekamen haben wir schnell abgechekt, wo welche Seite ist.
Das jedesmal sagen, dass der Herd eigeschaltet und heiß ist,hat so gut funktioniert, dass mich meine Kinder nicht einmal angeschrien haben "heiß" weil sie dachten ich bin unaufmerksam.

Eulalia
05.05.2005, 11:15
Vielen Dank anamama für Deine Worte!
Ich höre sehr oft, dass Leute sagen: "So schlecht sehen oder gar ganz blind zu sein wäre das Schlimmste für mich." Ich kann dann immer nur als Antwort geben, dass es noch viiiieeel schlimmere Behinderungen und Krankheiten gibt, die zum Teil sogar lebensbedrohlich sind. Da hat man noch riesiges Glück, wenn man nur sehbehindert oder blind ist.
Ich finde z.b. dass es Deine Tochter viel schwerer hat, denn ein epileptischer Anfall kann ja mitunter auch recht gefährlich werden - Verletzungsgefahr usw.
Ich dagegen lebe recht sicher, sofern ich mich einfach an ein paar "Regeln" halte. Wenn ich an einer bestimmten Kreuzung z.B. immer Probleme habe, das Ampellicht zu sehen, dann muss ich eben kleinere Umwege in Kauf nehmen. Ich hab mitunter auch wegen für mich schlecht überschaubaren Kreuzungen grade wieder den KiA gewechselt. Um zum alten KiA zu gelangen musste ich zum Einen schon mal mit der Bim durch die halbe Stadt fahren und dann auch noch 5 Ampeln überqueren. Bei Schönwetter (also für mich schlechten Sichtwetter) bin ich da regelmässig schweissgebadet angekommen. Und das war der KiA auch net wert - so gut is er auch net.
Ich will damit sagen, dass man es sich als sehbehinderter Mensch selbst oft leichter machen kann, indem man einfach ein paar Dinge ändert. Manchmal dauert es halt einfach etwas länger oder braucht einen Anstoss von aussen, dass man erkennt, dass es auch einen anderen/leichteren Weg gibt.

anamama
06.05.2005, 22:25
So, jetzt hab ich deinen Beitrag suchen müssen http://www.elternforum.hebammen.at/htdocs/ubb/smile.gif Hab dich echt verloren! und wiedergefunden!
Ich muß morgen meine Tochter fragen welche Behinderung schlimmer ist-- ich wette sie meint Sehbehinderung:D

Sie hat mir auch einmal was sehr weises gesagt :" Mama ich bin froh, dass ich so früh Epilepsie bekommenhab, wenn ich das erst jetzt mit 14 bekommen hätt, dann wär ich echt arm. So kenn ichs nicht anders"

Bei meiner Tochter ist die Gefahr sicher groß, da die Anfälle ja oft völlig überraschend kommen. Sie können auch tödlich sein!( wenns ein Status wird, dann ist das Problem die Sauerstuoffsättigung und der Zuckerspiegel) Im übrigen ist Wasser eine Todesfalle!Gasflammen!Straßenverkehr!Leitern!... Aber mit Planung kann man viel von der Gefährlichkeit nehmen! Unsere Fam. kann halt nicht hirnlos und ohne denken was unternehmen.Man gewöhnt sich aber an das vorherschauende Planen, dass ich oft ganz überrascht bin wie hirnlos selbst Lehrer mit 30 Kindern auf einenAusflug losziehn.
Wir unternehmen oft völlig spontan Sachen, das Checkup ist in ein paar Minuten gemacht.
Aber ich denke dir geht es nicht anders, auch du mußt dir überlegen, ob dus mit den Augen packst.
Für mich ists halt so, da brauche ich kein Mitleid deswegen. Ich werd nur sauer, wenn wer meint ich bin übervorsorglich und lass sie nicht los, sie sollte schon selbständiger sein!

Mich würde sehr interessieren wie "nicht 100%" Farbenblind ist. was siehst du an Farben?
Wie kurzsichtig bist du. Ich hab eine Freund mit 8,5 Dioptrien. Von dem weiß ich, wie -"viel" er sieht.
Beeinträchtigt dich der Nyastagmus? oder bist du das so gewöhnt, dass dein Gehirn das ausgleicht?

Mavis
07.05.2005, 18:43
[QUOTE=Eulalia]Vielen Dank anamama für Deine Worte!
Ich höre sehr oft, dass Leute sagen: "So schlecht sehen oder gar ganz blind zu sein wäre das Schlimmste für mich." Ich kann dann immer nur als Antwort geben, dass es noch viiiieeel schlimmere Behinderungen und Krankheiten gibt, die zum Teil sogar lebensbedrohlich sind. Da hat man noch riesiges Glück, wenn man nur sehbehindert oder blind ist.
QUOTE]

Mein Gott, was reden (und denken) die Leute für dumme Sachen! Tut mir sehr leid, dass Du solchen Kommentaren ausgesetzt bist! Und bitte: Fühl nie die Notwendigkeit, Dich dafür zu rechtfertigen, dass Du ein Wunschkind hast. :herz: :herz: :herz:

Eulalia
08.05.2005, 13:02
@Mavis:
Ich weis, dass ich niemandem Rechenschaft deshalb schuldig bin, dass ich trotz meiner Behinderung ganz bewusst schwanger geworden bin.
Für mich gabs zwar hin und wieder Momente, wo ich gedacht habe, warum ich mir das überhaupt angetan habe, aber das hatte nie direkt was mit meiner Behinderung zu tun.
Als wir vor Ostern mit Leon in die Kinderklinik mussten, hab ich mir auch gedacht, dass es schon viel einfacher wäre, wenn wir selbst ein Auto hätten, weil es anscheinend für Taxiunternehmen nicht machbar ist, sich einen Kindersitz zuzulegen und den auf Anfrage mitzubringen. :( Geärgert haben wir uns deshalb, weil man uns am Telefon zusagte, dass ein Taxi mit Kindersitz kommt (hat auch noch extra nach dem Alter des Kindes gefragt!!!) und der dann aber keinen Sitz dabei hatte, sondern nur diese in den Rücksitz integrierte Sitzerhöhung hochgeklappt hat. Mir wars net wohl, aber Leon musste dringend in die Klinik, weshalb wir halt dann doch mitgefahren sind.

Früher waren wir uns aufgrund unserer Behinderung ganz sicher, dass ein Kind für uns reicht, aber inzwischen sind wir davon überzeugt, dass wir auch mit zwei Kindern gut zurecht kommen würden/werden.

schmuddi
08.05.2005, 13:31
hallo nachteule! ;)
zum eigentlichen thema: vic darf schon mit kinder schere schneiden und auch mit normalen oder kindermesser brot streichen. scharfes messer hab ich ihr noch keines gegeben, akzeptiert sie auch, sie gehört gsd auch eher zu den vorsichtigen.

zu deiner behinderung: finds auch toll, wie ihr das meistert, und dein kleiner wächst sicher in die aufgabe, daß er euch gegenüber etwas anders sein muß, als normal sehenden, sicher gut hinein.
in meiner volksschulklasse gabs einen buben, der hatte gehörlose eltern (beide!!) für ihn war das ganz normal, und für uns anderen kinder auch bald, weil wir das mit hilfe unserer lehrerin erklärt bekamen, warum er mit seinen eltern immer so wild gestikuliert.
ich habs hier auch noch nicht so offen gesagt, ich selbst bin schwerhörig, links taub, rechts trage ich ein hörgerät, führe aber ein relativ normales leben. einzige umstellung nach vics geburt: früher hab ich das hörgerät abends zum schlafen immer rausgetan, jetzt muß ich es drinlassen, bzw. will es auch, da ich meistens aufstehe, wenn vic in der nacht munter wird, was eh schon selten geworden ist, aber ich möchte sie ganz einfach hören! freilich könnt mich auch mein gg wecken, aber ichmöchte selber hören, was sie ruft, oder wie sie weint, wenn sie weint. mein ohr leidet zwar drunter, daß das gerät drinnen ist (also der äußere gehörgang, weil nie luft dazu kommt, wenn ichs dauernd drin hab), aber wenn sie größer ist, und sies mal versteht, und selber zu mir rüberkommen kann, wenn was ist, wird das sicher wieder besser.
ich hab mir auch immer überlegt, will ich ein kind (zur info, ist keine vererbbare sache, also es war fix, daß sie gesund sein würde - hörmäßig zumindest), aber ich bereue es nicht, und ich kann auch dich gut verstehen. wieso sollte man DESHALB auf ein kind verzichten.
vic hört so gut wie ein luchs, daß SIE mich manchmal jetz schon drauf aufmerksam macht, wenn mein handy läutet und ich es nicht mitkrieg. :)

Eulalia
08.05.2005, 13:32
So, jetzt hab ich deinen Beitrag suchen müssen http://www.elternforum.hebammen.at/htdocs/ubb/smile.gif Hab dich echt verloren! und wiedergefunden!
Ich muß morgen meine Tochter fragen welche Behinderung schlimmer ist-- ich wette sie meint Sehbehinderung:D

Sie hat mir auch einmal was sehr weises gesagt :" Mama ich bin froh, dass ich so früh Epilepsie bekommenhab, wenn ich das erst jetzt mit 14 bekommen hätt, dann wär ich echt arm. So kenn ichs nicht anders"

Bei meiner Tochter ist die Gefahr sicher groß, da die Anfälle ja oft völlig überraschend kommen. Sie können auch tödlich sein!( wenns ein Status wird, dann ist das Problem die Sauerstuoffsättigung und der Zuckerspiegel) Im übrigen ist Wasser eine Todesfalle!Gasflammen!Straßenverkehr!Leitern!... Aber mit Planung kann man viel von der Gefährlichkeit nehmen! Unsere Fam. kann halt nicht hirnlos und ohne denken was unternehmen.Man gewöhnt sich aber an das vorherschauende Planen, dass ich oft ganz überrascht bin wie hirnlos selbst Lehrer mit 30 Kindern auf einenAusflug losziehn.
Wir unternehmen oft völlig spontan Sachen, das Checkup ist in ein paar Minuten gemacht.
Aber ich denke dir geht es nicht anders, auch du mußt dir überlegen, ob dus mit den Augen packst.
Für mich ists halt so, da brauche ich kein Mitleid deswegen. Ich werd nur sauer, wenn wer meint ich bin übervorsorglich und lass sie nicht los, sie sollte schon selbständiger sein!

Mich würde sehr interessieren wie "nicht 100%" Farbenblind ist. was siehst du an Farben?
Wie kurzsichtig bist du. Ich hab eine Freund mit 8,5 Dioptrien. Von dem weiß ich, wie -"viel" er sieht.
Beeinträchtigt dich der Nyastagmus? oder bist du das so gewöhnt, dass dein Gehirn das ausgleicht?

Und? Was hat Deine Tochter gesagt?
Ich gebe Deiner Tochter voll recht, wenn sie sagt, dass es gut ist, dass sie es nicht anders kennt. Geht mir auch so. So kann ich nur erahnen, was mir "abgeht".

Ich brauch Dir sicher nicht zu sagen, dass Du blos nicht auf die Leute hören sollst, wenn sie Dir sagen wollen, wieviel Fürsorge Deine Tochter braucht. DU lebst seit 14 Jahren mit ihr und nur DU weist, wieviel Fürsorge sie braucht.
Selbstständigkeit schön und gut, aber nicht um jeden Preis!

Ab September wird sich bei uns bzw. in der Verwandtschaft eh wieder einiges ändern, denn bis jetzt konnten wir drei immer mit meiner Schwester und ihrem Lebensgefährten im Auto mitfahren, wenn z.b. bei meinen Eltern draussen eine Feier war oder wenn wir alle gemeinsam einen Ausflug gemacht haben. Tja nur meine Schwester bekommt im September ihr erstes Buzzi und ab da haben sie dann nur noch 1-2 Plätze frei im Auto. Dann wirds halt umständlich, denn dann muss einer meiner Brüder von draussen hereinfahren und uns abholen und dann auch wieder zurückbringen - also 2x Hin-und Herfahren.
Aaaaber bis jetzt hat sich in unserem Leben immer für jedes Problem und jede Stiuation eine Lösung gefunden.

Hm, wie soll ich das erklären, wie das ist, wenn man nicht 100% farbenblind ist. Was ich so gut wie immer sicher erkenne oder richtig zuordnen kann ist ein kräftiges Rot. Sehr oft richtig liege ich auch bei gelb und blau. Sobald die Farben aber irgendwie verfälscht/gemischt sind, hab ich schon Probleme.
Die Frage, wie ich die Farben sehe, versuche ich immer so zu erklären: Grundsätzlich in Graustufen. Ich schmeiss die Farben gerne in verschiedene Töpfe: hell bis mittel <beige, gelb, rosa, ocker, orange ...> mittel <grau, grün, blau, lila, türkis....> dunkel <braun, weinrot...>.
Ich hab z.b. einen Pulli, den ich jahrelang für blau gehalten habe und nur durch Zufall draufgekommen bin (mir gesagt wurde), dass der sowas von grün ist. In dem Fall fand ichs selbst nur witzig.
Warum ich manche Farben richtig erkenne, kann ich mir nur dadurch erklären, dass wahrscheinlich ein paar von meinen Stäbchen und Zäpfchen auf der Netzhaut doch richtig funktionieren. Und sicher kommt auch dazu, dass mein Gehirn mit der Zeit "gelernt" hat wie Rot, Gelb, Blau usw. aussieht.
Nystagmus: Ich selber bemerke ihn in dem Sinn gar nicht. Es ist halt in der Ferne alles eher verschwommen, was mich aber auch net stört, weil ichs durch die Kurzsichtigkeit so oder so net sehe.

anamama
08.05.2005, 13:54
Also wenn du nicht alle Farben siehst geht dir nicht immer was ab :D Manchmal, bei Kleibung, Einrichtung,.. bleiben mir Farbsehender fast die Augen stecken! (nicht bös gemeint, gell!)

Tochter meint deins ist schlimmer. :)

Ich weiß, dass ich die richtige Art von Fürsorge für sie hab, mein Mann und ich sind uns ja auch einig, aber wenn ich oft Kritik von andern hör fühl ich mich einfach mies! Es tut immer gut, wenn einem jemand sagt, dass die Kompetenz bei uns liegt. Besonders fies find ich Ärzte, die sich zwar mit der Krankheit auskennen, aber dochh nicht mit ihr je gelebt haben und auch nicht mit den Folgen einer schlampigeren Betreuung leben müssen!

Auf alle Fälle Danke für deine Beschreibung , wie du die Welt siehst. Ist irgendwei unvorstellbar , die Farben gehören so zu den Dingen.

Elke
08.05.2005, 14:06
.
ich habs hier auch noch nicht so offen gesagt, ich selbst bin schwerhörig, links taub, rechts trage ich ein hörgerät, führe aber ein relativ normales leben.

Hallo Schmuddi und Eulalia natürlich auch,

ich bin auch schwerhörig! Ich hätte für beide Ohrwaschln ein Hörgerät, trage aber gewohnheitsmäßig im Alltag nur das rechte - war bis ich ca. 30 Jahre alt war halt so, dass ich nur eines hatte, bin es so gut gewöhnt, mit 2 ist der Alltag direkt ein bissi laut.
Ewig lange hab ich mich überhaupt ohne Hörgerät durchs Leben geschlagen, wegen der dummen Bemerkungen, die ich als Kind von Mitschülern und teilweise sogar taktlosen Lehrern zu hören bekam. Wie ich zu meiner Matura gekommen bin, ist mir heute schleierhaft - g`hört hab ich nur die Hälfte und gelernt hab ich auch wenig
;)

Für mich wär Blindheit die Katastrophe schlechthin. Wär ich hingegen taub, wär das zwar schlimm, ich könnte mir aber vorstellen, mich damit zu arangieren. Keine Musik mehr - naja, kann man nichts machen. Keine Bücher mehr - unvorstellbar.

So wie du das mit dem blauen/grünen Pullover beschreibst, Eulalia, solche Sachen kenne ich auch. Darum war ich wohl auch ein "seltsames" Kind. Ich gebe manchmal die schrägsten Antworten auf Fragen, die ich einfach irgendwie falsch verstehe. Es ist oft so, dass ich ganz was anderes höre wie das was gesagt wurde. Also nicht "nichts" sondern falsch. Da kommen dann die irrsten Antworten, heut kann ich meistens selber darüber lachen.

Aber wie gesagt, ich bin als Kind oft gehänselt worden, dick war ich auch noch, nicht lustig. Und die Erwachsenen waren auch nicht viel besser. Ich hab z.B. in der Volksschule einmal eine schlechte Note in Betragen bekommen und nie checkt, wie ich dazu gekommen bin. Ich hab wohl die Lehrerin nie gehört und die hätte zwar prinzipiell gewußt, das ich sie nicht verstehe, aber sie war zu dämlich dazu, damit umzugehen. Gehaßt hab ich es auch, wenn ich aufgerufen wurde - meistens hab ich entweder nicht gehört, dass ich gemeint war oder ich hab die Frage nicht verstanden. Mein 1. Hörgerät hab ich mit 10 vor dem 1. Gymnasium bekommen, aber wie gesagt, getragen hab ich es selten.

Zum Hören der Kinder in der Nacht: ich höre die Kinder in der Nacht nicht. Das übernimmt mein Mann, der weckt mich auch nicht auf, der steht selber auf. Dazu muß ich aber sagen, dass ich, wie die Kinder noch ganz klein waren, sie merkwürdiger Weise trotzdem gehört habe. Oder ich hab mir bei Kind 1 vor allem, die von Anfang an fast immer in ihrem eigenen Bett im eigenen Zimmer durchgeschlafen hat, das Babyphon auf den Kopfpolster gelegt.

Der Alltag ist so, dass die Kinder einfach wissen, dass ich manches nicht höre, sie kennen es nicht anders. So kann ich oft an Evas Reaktion erkennen, dass es an der Tür geläutet hat oder dass das Telefon läutet, wenn ich kein Hörgerät drin habe. Eh nur selten, wenn ich in der Früh z.B. noch im Bad bin.

Schönen Muttertag noch!

Eulalia
08.05.2005, 15:09
@anamama:
Das Wichtigste ist doch eh, dass wenigstens ihr in der Familie Euch einig seids. Auch wenn Deine Tochter vielleicht nicht immer derselben Ansicht ist, wird sie es später sicher mal verstehen und Dir/Euch für Eure Fürsorge dankbar sein.
In der Grazer Augenklinik gibts eine Ärztin (Professorin um genau zu sein), die einmal gesagt hat, dass sie sich wünschen würde nur für einen Tag mal so zu sehen wie wir, damit sie sich besser was drunter vorstellen kann und so auch Eltern von betroffenen Kindern besser über deren Sehvermögen aufklären kann. Leider ist sie eine große Ausnahme!

Ja sicher gehören die Farben zum Leben dazu, aber sie sind nicht überlebensnotwendig. Naja z.b. beim Obsteinkauf wäre es manchmal schon hilfreich, weil mein Mann z.b. nur grüne Bananen mag oder ich halt gerne die GrannySmith also die grünen Äpfel habe und die hin und wieder doch mit den gelben GoldenDelicius verwechsle. Bei Tomaten seh ich an der Helligkeit ob sie reif sind oder nicht. Da gäbs noch viel mehr Beispiele.
Verdorbene (schimmlige) Lebensmittel wie Brot z.b. sollte man ausser an der veränderten Farbe ja auch am Geruch und im Notfall am Geschmack enttarnen.
Beim Klamottenkauf ists für mich auch net soo tragisch, weil ich sowieso fast immer nur Jeans anhab, wos eh wurscht ist, welche Farbe das Oberteil hat - siehe blauer-grüner Pulli. Ich bestell aber auch gerne ausn Katalog, weil da immer so schön dabei steht, in welcher Farbe es die Teile gibt.

Ach so wenns ihrgendwo in Graz einen blonden 2jährigen rumlaufen sehts, der wie ein Farbenkastl angezogen ist, dann ist das mit hoher Wahrscheinlichkeit mein Leon. *gggggg* Mich störts net und Leon schon gleich gar net.

Ich sag oft im Scherz: "Mah zum Glück seh ich net alles so genau!" Es gibt echt viele nicht sehenswerte Dinge auf dieser Welt.

@Schmuddi und @Elke:
Ich danke Euch, dass Ihr auch so offen über Euer Handycap schreibt. Wenn ich Euch mit meinem Beitrag dazu ermutigt haben sollte, dann macht mich das doch ein bissl froh, denn wir dürfen uns nicht verstecken! Die Öffentlichkeit müsste viel mehr über die verschiedenen Handycaps und die Probleme, die dadurch im Alltag entstehen können, erfahren.
Für wäre es auch schlimm blind zu sein, aber weil mir das net ganz so fremd ist, würde ich damit sicher besser klarkommen als mit Gehörlosigkeit z.B.
Man wächst halt in seine eigene Situation rein und lernt damit umzugehen.

schmuddi
08.05.2005, 21:23
@elke und eigentlich an alle

im s&t hab ichs glaub ich mal erwähnt, daß ich schwerhörig bin, und im kinder die anders sind-forum glaub ich auch.
also ich hab kein problem damit, ich habs auch nie extra erwähnt, weil es außer in diesem beitrag und in den anderen, wo ichs erwähnt hab, nicht dazugepasst hätte.
und extra eröffnen wollt ich keinen, den so wichtig ist mir die sache nicht. ich sehs auch nicht als so extreme einschränkung.
wie elke schon schrieb, erblindung würde ich viel schlimmer empfinden. ich stell mir grad vor, daß ich meine tochter nicht sehen könnte, das wäre echt schlimm für mich!
aber wahrscheinlich hat auch eulalia recht, man lernt mit der situation umzugehen.
in der volkschule hatte ich eine total liebe lehrerin, da waren hänseleien oder sowas nicht der fall. im gymnasium schon eher, da war ich auch total schlecht in der schule. ich bin dann in eine hbla gewechselt und hab mit auszeichnung maturiert. (streber!!!!!! :D )
ich hab auch dadurch enormes selbstvertrauen gewonnen, und selbst wenn heut wer drüber lästert oder schief schaut, steh ich drüber.
diesbezüglich kann mir niemand mehr was anhaben!!!
im übrigen hab ich das ganze mit ca. 3 jahren in folge von mumpsmeningitis bekommen. ich war noch zu klein, um auf den hörsturz aufmerksam zu machen, er blieb zu lange unbehandelt. meine eltern merkten es leider erst zu spät - ist aber auch nicht soo einfach, denn grad mit 3 jahren ist man ja in der supertrotzphase, wo sich die kinder öfter einfach taub stellen oder nicht hören wollen.
ich denk mir auch oft, ich bin froh, daß ich das nicht später bekommen hab, denn so kenn ichs nicht anders. bin da ganz bei euch.
noch etwas denk ich mir allerdings: ich wäre wahrscheinlich ein völlig anderer mensch, wenn normal hören könnte, ich glaube, dann wäre einiges in meinem leben anders verlaufen.
wie seht ihr das?????

Eulalia
15.05.2005, 09:36
Hallo Schmuddi!
Ich hab jetzt grad keine Zeit mehr (müssen dann gleich zum Zug), aber ich möchte Dir hier nochmal ausfürhrlicher antworten. Hol ich nach, sobald die ganze Geburtstagsfeierei vorbei ist.

schmuddi
15.05.2005, 19:04
Hallo Schmuddi!
Ich hab jetzt grad keine Zeit mehr (müssen dann gleich zum Zug), aber ich möchte Dir hier nochmal ausfürhrlicher antworten. Hol ich nach, sobald die ganze Geburtstagsfeierei vorbei ist.


jaja, lass dir nur zeit! :) ;)

cleo99
16.05.2005, 12:02
@schmuddi: Was, denkst du, wäre in deinem Leben anders verlaufen? Weil du das so konkret schreibst?
Im Beruf, Partnerschaft o.ä.?
Du hast eine tolle Einstellung dazu, eine süße Tochter und einen tollen Beruf (arbeitest du zur Zeit?), das ist ja super!
lg Cleo

Eulalia
19.05.2005, 01:20
Hallo Schmuddi!
@schmuddi: Was, denkst du, wäre in deinem Leben anders verlaufen? Weil du das so konkret schreibst?
Im Beruf, Partnerschaft o.ä.?

Genau das wollte ich Dich auch fragen.

Ich hab früher auch sehr oft drüber nachgedacht, was wäre wenn ......
Ich denke, dass dann sicher auch alles ganz anders gekommen wäre. Ich hätte dann nie meinen jetztigen Mann kennen gelernt, denn dann wäre ich nicht in die Sehbehindertenschule gegangen und dann hätte ich ja auch meinen süssen Leon nicht. Vielleicht wäre ich trotzdem verheiratet und hätte Kinder ..... wer weis das schon.
Am häufigsten hatte ich solche "waswärewenngedanken" in den Zeiten, wo ich mit meinem Schicksal gehadert habe. In letzter zeit (eigentlich seitdem Leon da ist) hatte ich kaum noch einen Gedanken an sowas verschwendet. Naja direkt nach der Geburt schon, denn ich bin davon überzeugt, dass ich Leon viel eher aus der Klinik mit heim nehmen hätte dürfen, wenn ich nicht sehbehindert wäre. Aber das ist eine andere Geschichte.

Ich bin nicht wirklich gläubig, aber ich bin davon überzeugt, dass jeder Mensch so ein Pinkerl/so eine Prüfung mit auf den Weg kriegt, wie er verkraften kann. Ich hab halt eine Sehbehinderung erwischt und meine Aufgabe ist es damit leben zu lernen und dadurch zu wachsen. Ich hab mich in meinem Wachsen durch mein Selbstmitleid sehr lange Jahre selbst blockiert. Vielleicht wurde mir Leon geschickt um mir ein bissl auf die Sprünge zu helfen. Hat ja auch super geklappt.

Hätte auch nie gedacht, dass jetzt daraus so ein langer Thread wird. Für mich wars halt sehr wichtig, dass ich mich jetzt hier "oute", weil ich dadurch wieder einen Schritt weiter gekommen bin. Ich kann ja schlecht behaupten, dass ich gut damit klar komme und offen damit umgehen kann, wenn ichs dahh doch wieder verheimlich bzw. verschweige.
Es ist mir im Alltag auch überhaupt net wichtig und wenns net grad gut zum Ursprungsthema "Messer, Gabel, Schere Licht .." gepasst hätte, dann hätt ich wahrscheinlich auch noch lang nix darüber geschrieben.

kookaburra
19.05.2005, 09:39
Ich finde es toll, dass Ihr Euch alle hier so outet, und ich bewundere Euch sehr, wie Ihr damit zurecht kommt. Aber wenn etwas so ist, dann ist es wohl einfach so, und man muss damit leben. Was nicht heißt, dass es leicht ist.

Ich habe zu dem Thema übrigens auch etwas beizusteuern - nicht was mich selber betrifft, denn ich habe bis auf eine starke Kurzsichtigkeit keine Probleme, aber ich habe eine gute Freundin mit behinderung, die ihr Leben wirklich perfekt meistert.

Der einen gehts wie Dir - die Farbenblindheit ist zwar nicht so stark ausgeprägt, aber der Nystagmus und die Kurzsichtigkeit sind stark. Sie ist auch ein Mensch, der alles erreicht, was sie erreichen will, und sie hat es sich als Kind zum Ziel gesetzt, Ärztin zu werden. Wie schwer der Weg durch die Uni war, kann ich nur vermuten, da ich sie damals noch nicht gekannt habe. Ich habe sie während unserer Turnusausbildungszeit im Krankenhaus kennengelernt. Und da war sie immer mit gewaltigen Problemen konfrontiert: Patienten, die sich von ihr nicht stechen lassen wollten, weil sie so wirkte, als könne sie es nicht (was keineswegs der Fall war), Schwestern, die gemeint haben, sie sei hier fehl am Platz und ihr das Leben teilweise zur Hölle gemscht haben, Oberärzte, die sie aus dem OP geworfen haben etc. Und das alles bei einer fachlich wirklich guten Ärztin! Sie hat sich aber durchgekämpft und hat mittlerweile eine Assistenz stelle (ist somit deutlich weiter als ich :D ), wo sie geschätzt wird und wo ihre Behinderung aufgrund des faches (Psychatrie) auch viel weniger ein Problem darstellt. Und sie ist einer der liebsten Menschen, die ich kenne!


Zum Thema Schere: ich selber bin nicht so übervorsichtig, mir ist es wichtig, dass meine Tochter lernt, damit umzugehen. Aber natürlich nur unter Aufsicht.

Alles Gute für Euch und bleibt so, wie Ihr seid!

schmuddi
24.05.2005, 09:57
naja, ich war doch besonders im gymnasium (so von 10-14) jahren manchmal hänseleien ausgesetzt. es war in summe gesehen nicht schlimm und heute lach ich drüber, auch bei klassentreffen ist das überhaupt kein thema mehr, aber es hat damals doch an meinem selbstbewusstsein gekratzt. ich war auch nie so oft fort (unterwegs mit freunden) wie andere, ich glaube, daß ich damals einiges nicht gemacht hab, was andere schon gemacht haben - blödheiten etc. war immer ein bisserl die brave und führe es auf die behinderung zurück.
meine eltern haben mich aber immer ermuntert irgendwas zu unternehmen, und haben mir auch nie verboten wegzugehen, oder mal länger wegzubleiben, also an dem liegts sicher nicht.
ich kanns irgendwie so schwer ausdrücken - ich glaub halt, daß ich viel 'schlimmer' gewesen wäre ohne handicap.
(*hihi* jetzt hätt ich beinnahe 'handycap' geschrieben....)
und da wär mein leben doch anders verlaufen.

susa17
26.01.2006, 22:11
meiner hat mit 1 1/2 bereits ohne aufsicht geschnitten... bit so einer abgerundeten.. gott haben meine blumen gelitte :-)
und scharfes messer unter aufsicht beim kochen... hey, ich bin stolz, dass meine finger noch dran sind (beim fleisschneiden muss ich es ja fest halten)

Andromache
26.01.2006, 22:46
sophia darf unter aufsicht mit der schere hantieren, wir werden aber demnächst eine kinderschere kaufen.
scharfes messer ist deswegen ein problem, weil sie alles imme rnur selbst halten möchte und wild herumfuchtelt, wenn man nur an dem ding ankommt, dass sie sich gerade gekrallt hat. das ist einach zu gefährlich. ein normaler besteckmesser kann sie haben, auch die gabel lasse ich sie schon seit langer zeit alleine "bedienen". sicherungen gibt es bei uns nur bei den steckdosen und bei den kasteln mit giftigen sachen drinnen (farben und lacke, putzmittel). ladenschutz finde ich z.b. nicht sinnvoll, die kinder müssen auch lernen, das man sich die finger einzwicken kann. sophia ist aber von anfang an sehr vorsichtig bei solchen sachen. eckenschutz hat sie abmontiert, beim nachtkastel haben wir ihn jetzt beinhart angenagelt, weil er dort wirklich notwendig ist, wenn sie das bett als trampolin missbraucht und danebentritt. fenster sind abgesperrt. dass flammen und der herd heiß sind, weiß sie (herdschutz haben wir auch, ebenso fürs backrohr).

SanjaM
27.01.2006, 00:02
hab jetzt außer dem 1. beitrag fast nix gelesen.
also: matthias, knapp 2, darf:
- mit einem normalen (nicht extra scharfen, aber auch nicht extra stumpfen) messer schneide-versuche machen oder mit mir gemeinsam damit schneiden - halt weiche dinge wie erdäpfel etc.
- er darf ebendiese messer (halt die normalen besteckmesser) vom geschirrspüler in die lade räumen - bzw. es ist sein "job" (kürlich musste ich wieder mal alleine geschirrspüler ausräumen und hab erst gemerkt, wieviel arbeit er mir schon spart!). dabei hab ich keinerlei bedenken, obwohl die messer mit der klinge nach oben im geschirrspüler sind und er nicht extra vorsichtig damit umgeht - ich denke er kann sich kaum wehtun damit, und wenns wirklich mal wäre, dann würd ers halt merken - ohne dass es irgendwie ernsthaft gefährlich wäre.
- scharfe messer halte ich einstweilen noch von ihm fern. solange er noch keine dinge schneiden kann, die ein scharfes messer benötigen, braucht er sie ja nicht.
- scheren hab ich ihm auch noch keine gegeben - ich finde, er ist noch nicht im bastel-alter, sobald er papier o.ä. schneiden wird wollen, wird er sie (unter anleitung) bekommen.
- herdschutzgitter hatten wir nie, aber wir haben ein kleines kind (für sein alter) und eine hohe küche, dh. das problem des hinauflangenden einjährigen hatten wir schlichtweg nciht.
- er darf zb. auf einer stehleiter in der küche direkt neben dem waschbecken (wo er auch heißes wasser aufdrehen könnte - aber nicht tut) und nur ca 1/2 m vom herd entfernt ständig stehen. meine ängst bzgl. runterfallen hab ich abgelegt, weitgehend, er kann das wirklich gut. und mit den anderen gefahrenquellen weiß er auch umzugehen.
- ich versuche ihm möglichst viel zuzutrauen, insgesamt. gehe aber trotzdem noch beim stiegenruntergehen, was er grad lernt, vor ihm. aber wir haben kein treppenschutzgitter trotz offenen stiegenhauses. (hatte ihn aber immer im blick, und er hat früh gelernt, dass er nicht alleine rauf oder runtergehen darf)
- beim wo rauf- oder runterklettern lasse ich ihn immer alleine machen. komplett. wenn er wo nicht allein raufkommt, dann mach ich ihm eine räuberleiter, heb ihn aber nciht rauf. wo ers auch damit nicht schafft, kommt er eben einstweilen nicht rauf. (weitgehend, nicht durchgängig).

Maggie
27.01.2006, 13:17
Kathrin hat mir grade eben geholfen, die Schwammerl für die Schwammerlsauce zu schneiden (mit einem normalen, aber nicht spitzen Messer) und hat sie dann auch beim Kochen umgerührt.

Wir haben zur Sicherheit noch die Steckdosen geschützt, die Treppengitter sind allerdings schon auf dem Dachboden. Kanten- oder Schubladenschutz hat es bei uns nie gegeben (nur immer wieder ausgeräumte Laden). Nur der Badezimmerunterschrank ist verschlossen, weil da Putzmittel und Medikamente aufbewahrt werden.

Ich möchte meinem Kind so viel "Freiheit" wie möglich lassen (was jetzt aber nicht heißt, dass sie alles darf). Sie soll mit Gefahren umgehen lernen, denn das ist m.E.n. der beste Schutz.

Eulalia
28.01.2006, 13:14
Hallo!

Bei uns läufts jetzt so, dass ich Leon inzwischen ohne Bedenken ein Tafelmesser geben kann, weil er schon recht gut damit umgehen kann - er übt grade das Butteraufstreichen (ist aber faul dabei).
Die scharfen Messer sind nach wie vor ausserhalb seiner Reichweite, weil ich mich da noch immer net ganz drübertraue. Wir haben nämlich echt urscharfe Messer (sind solche Steakmesser mit Zacken an der Klinge).
Beim Nägelschneiden darf er am Ende dann selbst die Nagelschere (ist eine vorne abgerundete) in die Hand nehmen und probieren sie auf und zuzumachen - es gefällt ihm so gut, dass die dann manchmal so quietscht.
Daheim haben wir zwar schon eine Kinderbastelschere, aber bis jetzt sind wir noch gar nicht zum gemeinsam Basteln gekommen. Aber in der Krippe basteln sie recht viel und da dürfen die Kinder auch unter Aufsicht selbst schneiden.

Ich sag jetzt Leon auch schon sehr oft, wenn ich irgendwas nicht sehe, was er mir zeigen will, aber ich habe nicht das Gefühl, dass er das wirklich versteht was das heisst.
Die Freundin von meinem Bruder ist vollbind und da weis er aber schon sehr genau, dass da ein Unterschied ist. Er weis, dass er sie an der Hand führen bzw. ihr die Dinge, die er ihr zeigen will auch direkt in die Hand legen muss.
Er wird halt nur noch nicht begreifen, dass Mami einige Dinge schon sieht, aber andere halt nicht. Aber das wird er auch bald heraussen haben denke ich.

Lissi
28.01.2006, 17:52
Also da bin ich dann deiner Meinung nach auch mega Hysterisch.;)
Weil mit 2 Jahren hat meine kleine bei mir so was noch nicht angreifen dürfen. also Schere oder scharfes Messer.:eek:
Jetzt ,im April wird sie 3,hat sie ihr Kindermesser mit dem sie ihr essen schneidet und ne Kinderschere. Aber an das scharfe Messer darf sie noch nicht ran auch nicht an Kerzen.Wenn da was passiert ich könnts mir nicht verzeihen.
Also wie gesagt da bin ich ur heikel. Vielleicht könnte sie damit umgehen aber mag nichts riskieren. Denke so mit 4 Jahren ok aber jetzt :confused: